Haarausfall kann viele Ursachen haben, von genetischer Veranlagung bis hin zu Stress. Oftmals wird er von unangenehmen Empfindungen wie Nervenschmerzen oder Kopfhautschmerzen begleitet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Haarausfall in Verbindung mit Nervenschmerzen, auch bekannt als Trichodynie, und gibt Aufschluss über mögliche Behandlungen und Präventionsmaßnahmen.
Einführung in das Thema
Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Neben dem ästhetischen Aspekt können auch körperliche Beschwerden wie Nervenschmerzen auf der Kopfhaut auftreten. Diese Schmerzen, oft als Kribbeln, Brennen oder Spannen wahrgenommen, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Trichodynie: Schmerzende Kopfhaut und Haarwurzeln
Trichodynie, auch bekannt als Kopfhautschmerz, äußert sich durch Kribbeln, Brennen, Spannen und Schmerzen an Kopfhaut und Haarwurzeln. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Oftmals lassen sich keine klaren Ursachen für diese schmerzhaften und irritierenden Empfindungen finden, und krankhafte Veränderungen an der Kopfhaut sind meist nicht vorhanden.
Mögliche Ursachen von Trichodynie
- Stress und Anspannung: Lang anhaltende Belastung, Stress oder Phasen höchster Konzentration können zu Verspannungen der Kopfhautmuskulatur führen. Der Schädel ist von Sehnen- und Muskelsträngen umgeben, und ein Geflecht feiner Blutgefäße versorgt die Muskulatur, Haut und Haarfollikel mit Nährstoffen.
- Verspannungen: Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können bis in die Kopfhaut vordringen, die Kopfhaut anspannen und die Durchblutung verschlechtern. Auch Spannungskopfschmerzen und Migräne können die Kopfhaut berührungsempfindlich machen. In schwerwiegenden Fällen kann dies zu Haarverlust führen.
Linderung bei Trichodynie
- Kopfhautmassagen: Massagen können Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern.
- Entspannungsübungen: Entspannungsübungen helfen, Stress abzubauen und die Muskulatur zu entspannen.
- Haarwasser: Haarwasser kann das unangenehme Kribbeln und Jucken mindern.
- Ärztliche Abklärung: Da Trichodynie oft mit Haarausfall einhergeht, ist eine medizinische Abklärung bei einem Dermatologen ratsam.
Empfindliche Kopfhaut und Haarausfall
Eine empfindliche Kopfhaut kann sich durch Juckreiz, Spannungsgefühl und Schmerzen bei Berührungen äußern. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Unbehandelt kann eine empfindliche Kopfhaut zu Haarausfall führen.
Symptome empfindlicher Kopfhaut
- Juckreiz
- Trockenheit
- Schuppenbildung
- Spannungsgefühl
- Rötungen
- Schmerzen bei Berührung
Bei stark ausgeprägten Symptomen spricht man von einer hypersensiblen Kopfhaut. Schon das Kämmen kann schmerzhaft sein, ein Zustand, der medizinisch als Trichodynie (Haarschmerz) bezeichnet wird.
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Ursachen empfindlicher und irritierter Kopfhaut
- Falsche Pflege: Tägliches Waschen und aggressive Shampoos schädigen den natürlichen Säureschutzmantel der Kopfhaut. Zu häufiges und heißes Föhnen führt zu Spannkraftverlust und kleinen Rissen.
- Chemische Behandlungen: Aggressive Chemikalien in Haarfärbemitteln und Dauerwellen-Produkten reizen und trocknen die Haut aus.
- Allergien und Unverträglichkeiten: Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten können Hautreizungen verursachen.
- Mangelernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann die Kopfhaut anfällig für Bakterien und Pilze machen.
- Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen können die Talgproduktion beeinflussen und zu Reizungen führen.
- Läusebefall: Die Bisse der Parasiten verursachen Juckreiz und Rötungen.
- Pilzinfektionen: Ein Pilzbefall der Kopfhaut kann zu Juckreiz und Haarausfall führen.
- Hauterkrankungen: Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis äußern sich durch Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung.
- Kopfbedeckungen: Eng sitzende Kopfbedeckungen können Reibungen und Reizungen verursachen.
- Umweltfaktoren: Kälte, Hitze, Wind, Chlor- oder Salzwasser können die Kopfhaut austrocknen.
- Stress: Körperlicher und psychischer Stress kann zu Verspannungen und einer schlechteren Durchblutung der Kopfhaut führen.
- Strenge Frisuren: Hochsteckfrisuren, Pferdeschwänze und Dutt-Frisuren belasten die Haarfollikel.
- Sonnenbrand: Sonnenbrand trocknet die Kopfhaut aus und verursacht Schmerzen sowie Schäden an den Haarfollikeln.
Haarausfall durch empfindliche Kopfhaut
Eine empfindliche Kopfhaut kann Haarausfall begünstigen, da die Schuppenbildung die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut und Haarfollikel beeinträchtigt. Durch die Trockenheit der Kopfhaut werden die Haare unzureichend mit Nährstoffen versorgt und können ausfallen. Zudem werden durch den starken Juckreiz und das Kratzen häufig Haare ausgerissen. Liegen schwerwiegende Ursachen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Pilzinfektionen zugrunde, erhöht sich das Risiko für Haarausfall.
Behandlung von empfindlicher und irritierter Kopfhaut
Zunächst sollte die Ursache der Beschwerden geklärt werden, da jede Ursache eine spezifische Behandlung erfordert. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
- Geeignete Pflegeprodukte: Verwenden Sie milde Shampoos ohne aggressive Chemikalien. Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol lindern Juckreiz, Milchproteine und Lecithin pflegen die Kopfhaut sanft, und Linolsäuren wirken entzündungshemmend.
Entzündungen der Kopfhaut und Haarausfall
Entzündungen der Kopfhaut können ebenfalls eine Ursache für Nervenschmerzen und Haarausfall sein.
Ursachen von Entzündungen der Kopfhaut
- Haarwurzelentzündung (Follikulitis): Alle Haarausfall-Formen gehen mit einer Entzündung an der Haarwurzel einher.
- Abszesse (Furunkel und bakterielle Follikulitis): Eitergefüllte Höhlen unter der Hautoberfläche können von einem entzündeten Haarfollikel ausgehen.
- Allergien: Überreaktionen des Immunsystems auf Inhaltsstoffe von Haarpflegemitteln.
- Schuppenflechte: Eine Autoimmunerkrankung, die mit schuppenden, entzündeten Hautstellen einhergeht.
- Vernarbende Alopezie: Zerstörung der Haarfollikel und Bildung von Narben.
- Alopecia areata: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift.
Auswirkungen von Entzündungen auf das Haarwachstum
Entzündungen können zu einer Dekompensation des Haarwachstums und des Haarzyklus führen. Sie stören die Versorgung der Haarfollikel mit Nährstoffen und Sauerstoff, was zu Haarausfall führen kann. Die Kopfhaut kann gerötet sein und jucken, und die Haare können dünner werden, nicht mehr glänzen und sich schwieriger frisieren lassen.
Was tun gegen Entzündungen der Kopfhaut?
- Diagnostik: Eine sorgfältige Diagnostik ist erforderlich, um die Ursache der Entzündung zu identifizieren.
- Medikamente: Für manche Haarerkrankungen existieren Medikamente, die den Ursachen entgegenwirken, z.B. bei erblich bedingtem Haarausfall.
- Entzündungshemmende Wirkstoffe: Entzündungshemmende Wirkstoffe können Bestandteil spezieller Shampoos und Lotionen sein oder in selteneren Fällen auch eingenommen werden.
- Antibiotische Zusätze: Bei einer bakteriellen Infektion können antibiotische Zusätze sinnvoll sein.
- Apherese (Blutwäsche): Eine Apherese kann helfen, die Entzündung einzudämmen, indem entzündungsfördernde Faktoren entfernt werden.
- Regenerative Therapien: Regenerative Therapien können zur Revitalisierung und Regeneration der Haarwurzeln eingesetzt werden, z.B. die PRP-Therapie, die LLL-Therapie oder die Mesotherapie.
Stress und Haarausfall
Stress spielt eine entscheidende Rolle bei Haarausfall. Der Körper schüttet vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches das Haarwachstum hemmt. Zum anderen erhöht sich die Anzahl der Nervenfasern, die jeden Haarfollikel umgeben. Über diese Nervenfasern werden verschiedene Botenstoffe freigesetzt, die Abwehrzellen reizen und zu einer neurogenen Entzündung führen.
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Therapieoptionen bei stressbedingtem Haarausfall
- Ganzheitlicher Ansatz: Es muss von Fall zu Fall geguckt werden, was das eigentliche Problem ist, und dann gibt es für das Problem in der Regel auch immer etwas, was es verbessert.
- Entspannungstechniken: Erlernen von Entspannungstechniken.
- Konfliktbewältigungstechniken: Erlernen von Konfliktbewältigungstechniken.
- Verhaltenstherapie: Verhaltenstherapie.
- Tiefenpsychologische Therapie und Psychoanalyse: Tiefenpsychologische Therapie und Psychoanalyse.
Medikamente bei stressbedingtem Haarausfall
Der Wirkstoff Minoxidil kann verschrieben werden, um das Haarwachstum anzuregen.
Was raten Sie Betroffenen?
Sich zu trauen, das Thema anzusprechen und aktiv anzugehen. Wichtig ist dabei, dass man Gesprächspartner findet, die bereit sind, zuzuhören, und sich bemühen, das Problem zu verstehen. Ein erster Schritt könnte sein, mit Freunden oder Verwandten darüber zu sprechen. Es kann auch helfen, sich beim Hausarzt oder beim Dermatologen vorzustellen. Kann keine befriedigende Erklärung gefunden werden und löst sich das Problem nicht, sollte man den nächsten Schritt in Richtung professionelle Hilfe gehen und die Möglichkeiten der psychotherapeutischen Angebote in Anspruch nehmen.
Weitere Ursachen für Haarausfall und Nervenschmerzen
- Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall): Eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile.
- Diabetische Neuropathie: Bei Diabetikern können Mangelversorgung und Nervenschädigung in der Haut und den Hautanhangsgebilden zu Ernährungsstörungen der Haarfollikel führen.
- Verspannungen der Sehnenplatte auf dem Kopf (Galea aponeurotica): Lockerung der verspannten Sehnenplatte mittels der Pohltherapie® kann das Haarwachstum wieder anregen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
- Wenn Sie den Eindruck haben, deutlich mehr Haare als noch vor drei Monaten zu verlieren.
- Wenn eines oder mehrere der folgenden Probleme Sie stark belasten:
- Starkes Spannungsgefühl auf der Kopfhaut
- Häufiger Juckreiz der Kopfhaut
- Plötzlich viel mehr Schuppen
- Das Gefühl, dass Haut und Haare viel fettiger sind als sonst
- Andere haben Ihnen gesagt, dass sich Ihre Haare im letzten Vierteljahr stark verändert haben.
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