Haare kämmen: Vorteile für Nerven und Haarpracht – Ein umfassender Ratgeber

Viele Menschen, ob Frauen oder Männer, sind oft unzufrieden mit ihren Haaren - zu fettig, zu trocken, zu dünn sind häufige Klagen. Doch für fast jedes Haarproblem gibt es eine Lösung. Auf einem menschlichen Kopf wachsen bis zu 140.000 Haare. Blonde Menschen haben meist die meisten Haare, während Rothaarige mit etwa 85.000 die wenigsten haben. Jedes einzelne Haar besteht aus der Haarwurzel und dem sichtbaren Haarschaft. Der Haarschaft besteht aus verhornten Zellen, die von einem Film aus Proteinen und Fetten überzogen sind. Die Hauptaufgabe des Kopfhaars ist praktischer Natur: Es schützt vor UV-Strahlung und Verletzungen und verhindert ein zu schnelles Abkühlen des Kopfes. Zudem gilt volles, glänzendes Haar seit Jahrtausenden als Symbol für Gesundheit, Jugend und Stärke. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die meisten Menschen schönes Haar wünschen.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus, und viele haben mit Haarproblemen zu kämpfen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Oft ist die Kopfhaut gestresst, beispielsweise durch zu heißes Föhnen oder aggressive Pflegeprodukte. Auch Erkrankungen, hormonelle Veränderungen wie Schwangerschaft oder Menopause sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen können die Haarstruktur beeinflussen. Medikamente wie Kortison, die Antibabypille, bestimmte blutverdünnende Wirkstoffe und einige Antidepressiva können sich ebenfalls auf den Haarwuchs auswirken. Psychischer Stress kann ebenfalls zu Haarproblemen führen, da das Stresshormon Cortisol das Haarwachstum hemmen kann.

Die Bedeutung der richtigen Haarpflege

Für gesunde und schöne Haare ist die richtige Pflege essenziell. Diese richtet sich nach dem Haartyp, der wiederum von der Kopfhaut abhängt. Im Idealfall ist die Kopfhaut ausreichend mit Fett versorgt, jedoch liegt oft, bedingt durch Veranlagung, ein Zuviel oder Zuwenig vor.

Seborrhoischer Haartyp (zu fettige Haare)

An jeder Haarwurzel sitzt eine Talgdrüse, die das Haar mit Fett versorgt. Beim seborrhoischen Typ sind diese Talgdrüsen überaktiv, was zu einer gesteigerten Talgproduktion führt, die Haare und Kopfhaut fettig macht, besonders im Bereich des Haaransatzes.

Sebostatischer Haartyp (zu trockene Haare)

Zu wenig aktive Talgdrüsen führen dazu, dass die Kopfhaut fettarm und trocken ist. Dadurch fehlt den Haaren der Glanz, sie sehen oft strohig aus, und es drohen Haarbruch und Spliss. Ein falscher Umgang mit den Haaren oder ungeeignete Pflegeprodukte können diesen Zustand verschlimmern.

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Pflege für fettiges Haar

Für die Reinigung von fettigem Haar gibt es eine Vielzahl von Shampoos, die meist waschaktive Tenside wie Alkylethersulfate enthalten. Zur gezielten Pflege werden oft Kräuterextrakte zugesetzt, die die Talgproduktion bremsen und das Nachfetten verzögern sollen. Typische Zusätze sind Extrakte aus Eukalyptus, Brennnessel, Kamille, Minze und Zitrusfrüchten. Einige Shampoos enthalten auch Mineralien, Aktivkohle oder weiße Tonerde, die überschüssiges Fett aufnehmen und die Talgproduktion senken. Spezielle Präparate sind in der Apotheke erhältlich.

Fettiges Haar kann man so oft waschen, wie man möchte, da der Mythos, dass häufiges Waschen die Talgproduktion anregt, längst überholt ist. Wichtig ist, die Kopfhaut nicht zu grob zu massieren, lauwarmes Wasser zu verwenden und ein mildes, pH-neutrales Shampoo im Wechsel mit einem Wirkshampoo anzuwenden. Die Haare sollten möglichst an der Luft trocknen, und Föhnen sollte nur mit niedrigster Stufe und ausreichend Abstand zwischen Föhn und Haar erfolgen.

Einige Hausmittel haben sich als Spülungen oder Kuren bei fettigem Haar bewährt. Dazu gehört Apfelessig, von dem man zwei Esslöffel auf einen Liter Wasser mischt. Tee entfettet Haaransatz und Kopfhaut ebenfalls. Auch Zitrusfrüchte helfen gegen fettige Haare, indem man den Saft zweier Zitronen mit zwei Tassen lauwarmem Wasser mischt und die Flüssigkeit vorsichtig in die Kopfhaut massiert. Nach fünf Minuten Einwirkungszeit wird der Zitronensaft gründlich ausgespült. Kuren mit Heilerde werden ebenfalls empfohlen.

Trockenshampoos oder Babypuder können verwendet werden, um fettiges Haar schnell aufzufrischen. Sie werden auf das trockene Haar gesprüht oder gepudert und saugen dort überschüssiges Fett auf.

Pflege für trockenes Haar

Bei trockenen Haaren ist die Bildung des schützenden Fett- und Proteinfilms gestört. Feuchtigkeitsspendende Shampoos mit Panthenol oder Glykol versorgen das Haar bei der Haarwäsche mit Feuchtigkeit. Rückfettende Substanzen legen sich wie ein Schutzfilm über den trockenen Haarschaft. Auch Proteinshampoos mit Kollagen oder Elastin sind empfehlenswert. Die passende Beratung und spezielle Produkte sind in der Apotheke erhältlich.

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Sind nicht nur die Haare, sondern auch die Kopfhaut zu trocken, bieten sich Produkte mit Harnstoff (Urea) an. Ebenso wie bei fettigem Haar sollte auch bei trockenem Haar die Haarwäsche sanft erfolgen. Als zusätzlicher Schutz beim Föhnen können Föhnlotionen verwendet werden.

Natürliche Fette wie Oliven- oder Arganöl können als Hausmittel gegen trockenes Haar eingesetzt werden. Sie befeuchten und pflegen Haaransatz und Kopfhaut. Dabei reichen wenige Öltropfen aus. Eine Öl-Mischung aus einem Teelöffel Olivenöl, einem Teelöffel Honig und einem Eigelb kann aufgetragen, einwirken gelassen und abgewaschen werden. Quark, eventuell mit etwas Honig gemischt, kann ebenfalls in das feuchte Haar gegeben und nach fünf Minuten Einwirkzeit wieder ausgewaschen werden. Eine Avocadomaske, hergestellt aus dem zerdrückten Fruchtfleisch einer reifen Avocado und einem Teelöffel Olivenöl, kann im Haar verteilt werden, 30 Minuten einwirken und anschließend ausgespült werden. Avocados sind besonders pflegend, weil sie Omega-3-Fettsäuren und Protein enthalten.

Pflege für feines und dünnes Haar

Viele Menschen stören sich an feinem, dünnen Haar. Oft dünnt das Haar mit dem Älterwerden aus, manchmal steckt auch ein Vitamin- oder Nährstoffmangel dahinter. Für die Pflege von dünnem Haar gilt: Weniger ist mehr. Shampoos oder Spülungen mit zu vielen pflegenden Zusätzen lassen dünnes Haar schnell strähnig werden. Ein geeigneter Haarschnitt kann dünnes Haar oft voluminöser wirken lassen.

Um schönes und kräftiges Haar zu bilden, brauchen Haarwurzeln zahlreiche Nährstoffe und Vitamine wie Biotin, Eisen, Kupfer, Selen, Vitamine A und D, Zink und Magnesium. Der Bedarf daran wird in der Regel durch eine ausgewogene Mischkost gedeckt. Manche Hersteller bieten für schönes Haar auch Präparate mit speziellen Inhaltsstoffen wie Hirse, Lycopin, Taurin oder Grünteeextrakt an. Eisenmangel kann zu Haarausfall führen.

Probleme mit der Kopfhaut

In manchen Fällen bereitet die Kopfhaut mehr Probleme als die Haare. Wenn sie spannt, juckt und brennt, ist meist die Hautbarriere gestört. Mit passenden Pflegeprodukten wird die Hautbarriere gestärkt und der Juckreiz gelindert. Extra milde Shampoos gibt es ebenso wie kühlende Shampoos, die meist Polidocanol oder Menthol enthalten. Zusätzlich kann ein auf die Kopfhaut aufgetragenes Tonikum helfen. Wenn sich die Probleme innerhalb weniger Tage nicht bessern, sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden.

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Richtiges Kämmen für gesunde Haare

Haare kämmen gehört zur täglichen Beauty-Routine und sollte schnell und ohne Ziepen erfolgen. Das Haar soll danach gut liegen und gepflegt aussehen. Doch es gibt einige Fallstricke auf dem Weg zum glänzenden Haar. Mit der falschen Technik kann man dem Haar sogar schaden, was zu Spliss und sprödem, glanzlosem Haar führen kann.

Sieben Fehler beim Haare kämmen

  1. Nasse Haare kämmen: Nasse Haare sind empfindlicher als trockene, da sie durch den Kontakt mit Wasser aufquellen und die Schuppenschicht weniger dicht am Haarschaft liegt. Daher sollten Haare immer vor der Haarwäsche gründlich durchgekämmt werden, um Knotenbildung zu vermeiden. Nach dem Waschen können die Haare mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm entwirrt werden. Ein Pflege-Spray für bessere Kämmbarkeit kann ins handtuchtrockene Haar gegeben werden, um Ziepen zu vermeiden.
  2. Das Kämmen am Ansatz beginnen: Es ist besser, zunächst die Spitzen vorsichtig zu entwirren und dabei die Haare am Ansatz festzuhalten. Man beginnt in den Längen und arbeitet sich Stück für Stück nach oben.
  3. Mit roher Gewalt die Haare bürsten: Man sollte sich Zeit nehmen, um die Haare sanft und vorsichtig zu kämmen. Weniger Kraft ist mehr!
  4. Zu selten Haare durchkämmen: Regelmäßiges Bürsten sorgt dafür, dass der Talg von der Kopfhaut gleichmäßig in den Längen verteilt wird und so zu einem natürlichen Schutz und gesunden Glanz beiträgt. Mindestens zwei Mal täglich sollte man die Haare bürsten, am besten morgens und abends.
  5. 100 Bürstenstriche und mehr: Exzessives Striegeln kann die Haarstruktur schwächen. Wenn die Borsten oder Zinken ohne Widerstand durch die Haare gleiten, ist man fertig.
  6. Die falsche Haarbürste verwenden: Die Bürste sollte auf den Haartyp angepasst werden. Für lockige Haare ist oft ein Kamm die bessere Wahl, während Langhaarmädchen mit glatter Mähne mit einer Paddelbürste gut beraten sind. Bei fehlendem Volumen sollte zur Rundbürste gegriffen werden. Billigware mit rauen Nähten oder spitzen Borsten sollte vermieden werden.
  7. Kamm und Bürste nicht reinigen: Nach jeder Benutzung sollten die abgebrochenen Haare aus den Borsten entfernt werden. Mindestens einmal pro Monat sollte die Bürste unter lauwarmem Wasser und mit einem milden Shampoo gereinigt werden.

Tipps und Tricks fürs Haare kämmen bei jedem Haartyp

  • Locken kämmen: Locken benötigen besonders viel Feuchtigkeit und Pflege. Nach dem Waschen das Haar am besten mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm entwirren. Ein Kamm aus Holz oder Horn hat den Vorteil, dass das Haar auch im trockenen Zustand nicht elektrisch aufgeladen wird.
  • Glatte Haare kämmen: Lange, glatte Haare bilden gerne kleine Haarknoten beim Haarewaschen. Daher sollte die Mähne bereits vor der Haarwäsche gut durchgebürstet werden. Eine Paddlebrush mit Naturborsten eignet sich hierfür am besten.
  • Feine Haare kämmen: Feinem Haar fehlt es oft an Volumen und es kann besonders leicht brechen. Beim Kämmen und Stylen ist daher Vorsicht angesagt. Um das Haar nicht unnötig zu beschweren, eignet sich ein Shampoo ohne Silikone.
  • Dicke Haare kämmen: Beim Bürsten und Kämmen lohnt es sich, die Haare in Partien abzuteilen, damit die Haaroberfläche geschont wird und man leichter den ganzen Schopf bearbeiten kann. Bei eher trockenem Haar ist eine Paddlebrush mit Naturborsten empfehlenswert.

Tricks gegen elektrisch geladene Haare

Beim Bürsten entsteht Reibung, die dafür sorgt, dass sich jedes einzelne Haar mit positiv geladenen Teilchen auflädt. Abhilfe kann eine Ionen-Bürste schaffen, die die Ladung der positiven Teilchen in negative verwandelt und so einen antistatischen Effekt erzeugt. Alternativ kann man die Hände mit etwas Wasser benetzen und über die fliegenden Haare streichen.

SOS-Tipps: Haar im Kamm verknotet

Bei aller Vorsicht kann es trotzdem passieren, dass sich das Haar im Kamm verknotet. In diesem Fall sollte man Ruhe bewahren, die darüber liegenden Haare hochbinden und ein Spray für bessere Kämmbarkeit benutzen. Mit der extra Portion Pflege im Haar kann man nun jede Strähne einzeln vorsichtig wieder befreien.

Die Rolle der Wildschweinborstenbürste

Die Wildschweinborstenbürste ist eine hervorragende Ergänzung zur Verwendung von sonstigen Pflegemitteln. Sie ist sanft zum Haar und zur Kopfhaut und bewirkt keine statische Aufladung. Die steifen Fellhaare der Schwarzkittel sind steif genug, um auch langes, widerspenstiges Haar zu bürsten, aber sanft genug, um das Haar nicht zu verletzen und die Kopfhaut sanft zu massieren. Sie können alle unerwünschten Verunreinigungen wie Fett, Schmutz und Schuppen aus dem Haar aufnehmen und einfach ausbürsten. Durch die Massage der Kopfhaut werden deren Durchblutung und das Haarwachstum angeregt. Auf diese Weise wird der Fetthaushalt der Kopfhaut reguliert: Zu trockene Haut wird zum Nachfetten angeregt, zu fettige Haut kann sich normalisieren.

Da die Kopfhaut ihre Stoffwechselprodukte vor allem nachts ausscheidet, sollte die Kopfhaut morgens mit der Wildschweinborstenbürste gebürstet werden. Trägerinnen von langem Haar sollten dabei mit nach vorne gebeugtem Kopf beginnen und zunächst am Hinterkopf vom Nacken nach oben bürsten. Um statische Aufladung zu vermeiden, ist es hilfreich, nebenbei noch mit der freien Hand immer wieder durch das Haar zu streichen. Nach der einleitenden Überkopfphase folgt ein zweiter Durchgang im Stehen, bei dem mit der Wildschweinborstenbürste von der Stirn nach hinten gebürstet wird.

Haarausfall und Stress

Stress betrifft nicht nur die Psyche, sondern bedeutet oft auch Stress für die Kopfhaut. Wenn der Körper unter anhaltendem Stress steht, schüttet er vermehrt Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin aus. Bei stressbedingtem Haarausfall können viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase eintreten und schließlich ausfallen. Darüber hinaus kann Stress das Immunsystem schwächen, was zu entzündlichen Reaktionen sowie Juckreiz auf der Kopfhaut führen und das Haarwachstum negativ beeinträchtigen kann.

Stressbedingter Haarausfall kann sich durch verschiedene Formen bzw. Muster äußern:

  • Diffuser Haarausfall: Hierbei handelt es sich um eine gleichmäßige Ausdünnung des Haares über den gesamten Kopf.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Bei Alopecia areata handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift und für ein Absterben der Haarwurzeln sorgt.

Was tun gegen stressbedingten Haarausfall?

  • Stress reduzieren: Sport, Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen können helfen, das Stresslevel zu senken.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen ist essenziell, um Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu fördern.
  • Haar- und Kopfhautpflege: Milde Shampoos ohne aggressive Inhaltsstoffe, Feuchtigkeitspflege für die Kopfhaut und regelmäßige Kopfhautmassagen können helfen, die Kopfhaut gesund zu halten.

Schmerzen der Kopfhaut

Schmerzen der Kopfhaut können durch mechanische Reizung, häufiges Färben, Stress oder Wetterwechsel verursacht werden. Enge Frisuren, aggressive Produkte, psychischer Stress und der Übergang von warmen zu kalten Perioden können die Kopfhaut reizen und Schmerzen verursachen. Auch nach einer Covid-Infektion kann es zu Schmerzen der Kopfhaut kommen.

Um Schmerzen der Kopfhaut zu lindern, kann man lockerere Frisuren tragen, naturbelassene Shampoos verwenden und eine sanfte Bürste mit Naturborsten benutzen. In einigen Fällen können die Schmerzen durch entzündliche Erkrankungen wie Seborrhoe, Psoriasis oder Follikulitis verursacht werden, in diesem Fall sollte ein Dermatologe aufgesucht werden.

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