Hamster Gehirn Anatomie: Ein umfassender Überblick

Hamster sind faszinierende kleine Kreaturen, die als Haustiere immer beliebter werden. Umso wichtiger ist es, sich mit ihrer Anatomie vertraut zu machen, insbesondere mit der des Gehirns. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Anatomie des Hamstergehirns und anderer wichtiger Körperteile und geht dabei auf Besonderheiten und Funktionen ein.

Allgemeine Anatomie des Hamsters

Der Hamster gehört zur Familie der Nagetiere und ist eng mit Mäusen, Ratten, Rennmäusen und Meerschweinchen verwandt. Trotz ihrer geringen Größe weisen Hamster eine bemerkenswerte Persönlichkeit auf. Syrische Hamster erreichen eine Länge von etwa 17 cm, während Zwerghamster etwa 5 cm groß werden. Ihr Gewicht variiert zwischen 28 und 140 g. Hamster haben kleine, abgerundete Ohren, kaum sichtbare Schwänze und Backentaschen, die fast bis zur Hüfte reichen.

Äußere Merkmale

  • Augen: Das räumliche Sehvermögen von Hamstern ist eingeschränkt, da ihre Augen weit auseinander liegen. Sie können Entfernungen nur schwer abschätzen und sehen nur in ihrer direkten Umgebung wirklich scharf. Sie sind kurzsichtig, haben aber eine gute Rundumsicht, um Feinde schnell zu erkennen. Hamster besitzen nur zwei Zäpfchentypen (blau/grün) und sehen daher nicht das volle Farbspektrum. Sie können Gelbgrün bis Blauviolett gut sehen und nehmen möglicherweise auch UV-Licht wahr. Ihre Augen sind lichtempfindlicher als die des Menschen, da sie mehr Stäbchen besitzen.
  • Ohren: Hamster haben ein sehr gutes Gehör und nehmen auch Laute im Ultraschallbereich wahr. Zum Schlafen falten sie ihre Ohren regelrecht zusammen.
  • Nase: Hamster haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie nehmen ihre Umwelt hauptsächlich über Gerüche wahr und markieren ihr Revier und ihre Wege, um sich an Duftstoffen zu orientieren.
  • Tasthaare: Hamster besitzen Schnurrhaare (Vibrissen), mit denen sie ihre Umgebung auch bei völliger Dunkelheit ertasten können.
  • Backentaschen: Hamster haben ihren Namen von ihren Backentaschen, in denen sie Futter hamstern und zum Nest transportieren. Die Backentaschen sind eine Erweiterung der Maulhöhle und können die gesamte Tagesfutterration aufnehmen. Ausgewachsene Tiere können bis zu 18/20 g in ihren Taschen verstauen.
  • Seitendrüsen: Hamster besitzen beidseitig Seitendrüsen an den Flanken (bzw. oberhalb der Flanken mehr zum Rücken hin). Diese schwarz pigmentierten Talgdrüsen sehen warzenartig aus und sind von kurzen, meist schwarzen Haaren umgeben. Sie dienen der Reviermarkierung und werden oft mit Tumoren verwechselt.
  • Zähne: Hamster haben vorne ständig nachwachsende, wurzellose Nagezähne, je zwei oben und unten. Die Vorderseite der Nagezähne weist einen stark mineralhaltigen, gelb pigmentierten Zahnbelag auf. Die unteren Schneidezähne erreichen eine Länge von gut 1,5 cm und länger bis zur Wurzel, die oberen Schneidezähne sind bis zur Wurzel gut 5 - 7 mm lang.

Innere Organe und Verdauung

Die Verdauung des Hamsters beginnt im Maul, wo die Nahrung mit den Schneidezähnen abgebissen und mit den Backenzähnen zermahlen wird. Hamster haben zwei Mägen:

  • Vormagen: Hier wird das Futter kurz gelagert und angefeuchtet.
  • Hauptmagen (Drüsenmagen): Hier wird die Nahrung mit verschiedenen Enzymen aufgespalten.

Der Hamster ist äußerst effizient bei der Umwandlung von Nahrung in Energie und hortet daher Futter in seinem Bau.

Weitere wichtige Organe:

  • Luftröhre
  • Speiseröhre
  • Lymphknoten
  • Ohrspeicheldrüse
  • Speicheldrüse
  • Herz
  • Lunge
  • Leber
  • Gallenblase
  • Bauchspeicheldrüse
  • Dünndarm
  • Blinddarm
  • Dickdarm
  • Milz
  • Harnblase
  • Samenblase
  • Nebenhoden
  • Hoden (die Hoden sind hochgezogen = Winterruhe)

Skelett und Muskulatur

Hamster haben ein kräftiges Schulterblatt sowie starke, muskulöse und eher kurze Vorderbeine. Das Becken sowie die hinteren Gliedmaßen unterscheiden sich nicht von denen anderer Nager.

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Das Hamstergehirn

Die Forschung hat gezeigt, dass sich die Form des Gehirns im Laufe der Evolution parallel zu seiner Funktion entwickelt hat. Durch die Auswertung von Wachstumsmustern konnten Cluster identifiziert werden, die während der Evolution des Gehirns gemeinsam expandierten und spezifischen Aspekten tierischer und menschlicher kognitiver Fähigkeiten entsprechen, so Ernst Schwartz vom Computational Imaging Research Lab (CIR) an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien.

Schutz des Gehirns

Das Gehirn wird von drei Hirnhäuten (Meningen) geschützt: Dura mater, Arachnoidea und Pia mater. Zwischen der Arachnoidea und der Pia mater befindet sich der Subarachnoidalraum, der zerebrospinale Flüssigkeit (Liquor) enthält. Eine neu entdeckte vierte Schutzschicht, die Subarachnoidal Lymphatic-like Membrane (SLYM), durchzieht den Subarachnoidalraum und unterteilt ihn. Die SLYM ist für die meisten Proteine undurchlässig und könnte eine wichtige Rolle für das lymphatische System im Gehirn spielen. Sie enthält Immunzellen und dient vermutlich als Gleitschicht, um die Reibung zwischen Schädel und Hirn zu vermindern.

Kognitive Fähigkeiten und Verhalten

Hamster mögen vielleicht nicht so intelligent wie Ratten sein, aber sie sind dennoch sehr clever und instinktgesteuert. Der Geruchssinn des Hamsters ist seine größte Stärke - er kann leicht Leckereien in großen Räumen finden.

Einfluss moderner Lebensweise

Die moderne Lebensweise kann das Hamstergehirn beeinflussen. Lichtverschmutzung und die Nutzung von Smartphones können den Schlafrhythmus stören.

Geschlechtsunterschiede und Fortpflanzung

Zwischen männlichen und weiblichen Hamstern gibt es deutliche Unterschiede:

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  • Männchen haben einen verlängerten, auffälligen Hodensack.
  • Weibchen haben Brustwarzen.
  • Männchen haben in der Regel einen stämmigeren Kopf als die Weibchen, die einen eher schlankeren Kopf haben.

Hamster müssen vorsichtig gezüchtet werden, da sie während der Paarung aggressiv werden können. Die Trächtigkeit beträgt je nach Art zwischen 16 und 22 Tagen. In der Regel werden 6 bis 8 Junge geboren, die nach 21 bis 28 Tagen vom Muttertier entwöhnt werden. Hamsterbabys werden ohne Fell und mit geschlossenen Augen und Ohren geboren.

Gesundheitliche Aspekte

Hamster und Mäuse können Träger und Überträger des lymphozytären Choriomeningitis-Virus (LCMV) sein. Dieses Virus kann auf den Menschen übertragen werden und eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) auslösen. Besonders gefährlich ist das LCMV für ungeborene Kinder werdender Mütter, da es zu Missbildungen oder einer Fehlgeburt führen kann.

LCMV-Infektion

  • Symptome beim Hamster: Die Symptome sind oft nicht eindeutig und ähneln einer Erkältung oder Bindehautentzündung. Lähmungen, Entwicklungsstörungen oder Krämpfe sind selten.
  • Diagnose: Eine Blutabnahme durch einen Tierarzt mit anschließender serologischer Untersuchung kann Sicherheit geben, ob ein Hamster von diesem Virus befallen ist.
  • Symptome beim Menschen: Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 21 Tage. Das Krankheitsbild entspricht grippeähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Doppelbildern, Lähmungen der Gesichtsnerven, Krämpfen, Fieber, Lymphknotenschwellungen, Rückenschmerzen und/oder Muskelschmerzen. In schweren Fällen kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder beidem zusammen kommen (Meningoenzephalitis).
  • Behandlung: Es gibt keinen speziellen Impfstoff oder Virostatika gegen LCMV. Die Behandlung erfolgt symptomatisch unter ärztlicher Aufsicht.

Wichtiger Hinweis: Bei Auffälligkeiten nach der Anschaffung eines Hamsters sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

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