Harte Spirituosen Arten: Ein umfassender Überblick

Volle Kraft voraus! Dieser Artikel widmet sich den Spirituosen mit echter Durchschlagskraft und vollem Power: den starken Cocktails mit hohem Alkoholvolumen.

Trotz des hohen Alkoholgehaltes können diese Drinks ausgesprochen gut und nicht überladen schmecken. Selbstverständlich ist es immer eine Frage des Geschmacks, aber das gilt für Cocktails mit weniger Umdrehungen genauso.

Trotzdem gilt natürlich: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste - genießen Sie also mit Ruhe und Verstand. Es geht schließlich nicht darum, die Drinks schnell in sich reinzuschütten, sondern darum, die einzelnen Kompositionen und ihre einfallsreichen Zusammenstellungen zu würdigen.

Was sind Spirituosen?

Spirituosen sind alkoholische Getränke, die oft einen höheren Alkoholgehalt haben als Bier oder Wein. Sie werden aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt und haben eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht.

Spirituosen werden aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt, wie zum Beispiel Getreide, Kartoffeln, Zuckerrohr und Obst. Diese Rohstoffe werden in einem aufwendigen Verfahren fermentiert und destilliert, um die gewünschte Spirituose zu erzeugen. Jede Spirituose hat ihre eigene einzigartige Geschichte und Herstellungsmethode, die von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich sein kann.

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Die Herstellung von Spirituosen

Im Unterschied zu Bier und Wein werden Spirituosen durch Destillation gewonnen und müssen einen Mindestalkoholgehalt von 15 Prozent haben. Die grundlegendste alkoholische Sorte bei den Spirituosen ist der Brand, hin und wieder auch Obstwasser genannt. Hierbei werden die Zutaten gemaischt und vergoren, und die übriggebliebene Flüssigkeit wird gebrannt - daher auch der Name.

Für einen Geist werden Früchte, anders als beim Brand, in Neutralalkohol eingelegt und der Ansatz destilliert. Das macht man bei Zutaten, die weniger Fruchtzucker enthalten und daher beim Maischen kaum Aromen abgeben würden. Likör basiert auf aromatisiertem Schnaps, angereichert mit Extrakten aus Pflanzen, Früchten, Kaffee, Ölen etc. Likör hat einen Mindestalkoholgehalt von 15 Prozent und einen Mindestzuckergehalt von 100 Gramm pro einem Liter.

Bekannte Spirituosenarten

  • Whisky: Whisky wird aus gemälzter Gerste oder anderen Getreidesorten hergestellt und in Eichenfässern gelagert, um seinen charakteristischen Geschmack und Aroma zu entwickeln. Whisky wird oft als "Wasser des Lebens" bezeichnet und hat eine lange Tradition in Ländern wie Schottland, Irland und den USA.
  • Gin: Gin wird aus Wacholderbeeren und anderen Kräutern hergestellt und hat einen hohen Alkoholgehalt. Gin hat eine lange Geschichte und wurde im 17. Jahrhundert erstmals in Holland hergestellt. Heute ist Gin in vielen Ländern beliebt und wird oft als Basis für Cocktails verwendet.
  • Rum: Rum ist eine bekannte Spirituose, die aus Zuckerrohrsaft oder Melasse hergestellt wird. Rum hat eine lange Geschichte in der Karibik und wird heute in vielen Ländern der Welt produziert. Je nach Herstellungsmethode und Alterung in Fässern kann Rum einen milden oder kräftigen Geschmack haben.
  • Grappa: Grappa ist eine italienische Spirituose, die aus den Trester-Rückständen der Weinproduktion hergestellt wird. Es handelt sich um eine klare, farblose Spirituose mit einem hohen Alkoholgehalt von in der Regel 35-60%. Grappa ist eng mit der italienischen Kultur verbunden und hat eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht.
  • Wodka: Im Schnitt hat Wodka einen Alkoholgehalt von 37,5 bis 40 Prozent.

Starke Cocktails: Definition und Besonderheiten

Starke Cocktails zeichnen sich durch einen hohen Alkoholgehalt aus, der oft durch die Kombination mehrerer Spirituosen oder die Verwendung von Overproof-Spirituosen erreicht wird. Overproof Rum ist eine Art von Rum, der einen höheren Alkoholgehalt als die üblichen 40% bis 50% Alkohol by Volume (ABV) aufweist. Typischerweise beginnt Overproof Rum bei etwa 57,5% ABV, dem traditionellen britischen Marine-Standard, und kann deutlich höhere Werte erreichen. Der Hauptunterschied zu normalem Rum liegt in diesem erhöhten Alkoholgehalt, der die Intensität des Geschmacks und das Potenzial für die Verwendung in Cocktails und in der Küche beeinflusst.

Tipps für den Konsum starker Cocktails

Rein theoretisch kann man jeden Cocktail stärker machen, indem man die nicht alkoholischen Zutaten anteilig heruntersetzt und den Alkohol erhöht. Im Großen und Ganzen werden viele Cocktails auch als stark empfunden, da sie einfach in großer Menge, sprich in großen Gläsern, ausgeschenkt werden. Aber nicht vergessen werden sollte, dass zum Beispiel auch ein Martini durch den zugegebenen Gin allein schon locker über 40 Volumenprozent mitbringt.

Rezeptvorschläge für starke Cocktails

Hier folgen einige Rezeptideen mit Wucht, die zeigen, wie man trotz hohem Alkoholgehalt einen ausgewogenen und geschmackvollen Drink kreieren kann.

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Long Island Iced Tea

Ein Paradebeispiel für starke Cocktails. Trotz einer Menge Zutaten ist das Rezept eigentlich relativ simpel und fix zubereitet.

Zutaten:

  • 2 cl Triple Sec (z. B. Cointreau)
  • 2 cl weißen Rum (z. B. Plantation Rum 3 Stars)
  • 2 cl Blanco Tequila (z. B. Corralejo Blanco Tequila)
  • 2 cl Gin (z. B. Greenall’s Dry Gin)
  • 2 cl Wodka (z. B. Koskenkorva Wodka 013)
  • 2 cl Zitronensaft
  • Cola zum Auffüllen

Zubereitung:

Alle Zutaten, außer der Cola, werden in einen Shaker gegeben und auf vielen Eiswürfeln geshaked. Bevor der Drink jedoch abgeseiht wird, wird das Gästeglas vorbereitet, um den perfekten Schichteffekt zu erzielen. Hierfür werden Eiswürfel in ein Glas gefüllt und mit Cola übergossen (ca. 12 cl). Nun vorsichtig den Inhalt des Shakers doppelt abseihen. Cheers!

Zombie

Ein super leckerer Drink, der wahrscheinlich genauso viele verschiedene Rezepturen kennt, wie es Bars auf der Welt gibt. Er reiht sich ein in die Riege der kräftigen Tiki-Drinks und vereint als Basis in sich verschiedene Rumsorten. Unter dem Gesichtspunkt starke Cocktails ein nicht wegzudenkender Cocktail, der neben viel Alkohol aber auch eine sehr leckere fruchtige Note mitbringt.

Zutaten:

  • 2 cl weißer Rum, ohne lange Fasslagerung (z.B. Plantation 3 Stars)
  • 2 cl brauner Rum, gelagert und kräftig, idealerweise jamaikanisch (z. B. Myers’s Rum Original Dark)
  • 1 cl Overproof Rum (z. B. Plantation OFTD Overproof)
  • 1 cl Apricot Brandy (z. B. Monin Liqueur d‘ Apricot Brandy)
  • 1,5 cl Kirschlikör (z. B. Heering Cherry Liqueur)
  • 4 cl Ananassaft
  • 3 cl Orangensaft
  • 2 - 3 cl Limettensaft

Zubereitung:

Alle oben aufgeführten Zutaten in einem Shaker mit vielen Eiswürfeln shaken. Dann nur noch stilecht in einen Tiki-Becher abseihen und fertig!

Mai Tai

Wenn es um starke Cocktails geht, darf dieser nicht fehlen! Dadurch, dass hier - ähnlich wie beim Zombie - ein Overproof Rum Verwendung findet, hat der Drink im Ergebnis einen deutlich hohen Alkoholgehalt. Die durchaus kräftige Basis des Tiki Drinks wird jedoch abermals mühelos mit fruchtigen Noten ausgeglichen.

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Zutaten:

  • 2 cl brauner Rum, kräftig jamaikanisch (z. B. Appleton Signature Blend Rum)
  • 1 cl Overproof Rum (z. B. Wray & Nephew White Overproof Rum)
  • 2 cl Martinique Rhum (z. B. Saint James Impérial Blanc)
  • 2 cl Dry Orange Curacao (z. B. Ferrand Dry Orange Curacao)
  • 3 cl Limettensaft
  • 2 cl Mandelsirup (z. B. Monin Mandel Sirup)
  • 1 cl Gomme Syrup (z. B. Monin Gomme Sirup)

Zubereitung:

Alle Zutaten werden zusammen in einen Shaker gegeben. Da der Cocktail am Ende richtig schön kühl sein soll, wird er mit vielen Eiswürfeln kräftig geshaked. Serviert wird auf Crushed Ice im stilechten Tiki-Becher. Bei der Garnitur können Sie ziemlich frei vorgehen. Was jedoch nicht fehlen sollte, sind ein oder zwei Minzzweige.

TGV Cocktail

Wer genau hinsieht, erkennt zweierlei im Namen: einmal den französischen Hochgeschwindigkeitszug, der seit 1981 mehrmals Geschwindigkeitsweltrekorde brach. Zum anderen verbirgt sich hinter den Kürzeln das Geheimnis dieses Drinks. Definitiv nur für Hartgesottene! Ein ganz klarer Repräsentant starker Cocktails.

Zutaten:

  • 1 cl Tequila (z. B. Corralejo Blanco Tequila)
  • 1 cl Gin (z. B. Gordon’s Dry Gin)
  • 1 cl Wodka (z. B. Skyy Vodka)
  • wahlweise dazu noch 10 Tropfen Blue Curacao Likör (z. B. Monin Liqueur de Blue Curacao)

Zubereitung:

Alle Spirituosen zu gleichen Teilen in ein Old Fashioned Glas geben.

London Fog

Ein schönes, trübes und helles Pastellgrün im Glas: So scheint der Londoner Nebel auszusehen. Ziemlich elegant, wie wir finden! Ein echter Hingucker im Glas, gehört auch zur Kategorie starke Cocktails und das Beste: Er ist super einfach und schnell kreiert! Es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Hier vereint sich Gin (da kann man schon mal sagen: Vorsicht) mit Absinth (Ober-Vorsicht).

Zutaten:

  • 5 cl Gin (z. B. Tanqueray London Gin)
  • 1,5 cl wahlweise Absinth oder Pastis (z. B. Ricard Pastis, Absinth Tabu Classic)

Zubereitung:

Beide Zutaten können Sie entweder auf Eiswürfeln shaken oder im Glas rühren. Serviert werden sollte unbedingt in einem vorgekühlten Cocktailglas oder Old-Fashoined-Glas. Deshalb bitte immer mit Vorsicht genießen! Wer starke Cocktails mixen will, der hat bei dieser Zubereitung einen guten Meister gefunden! Einen Shaker braucht man hier nicht und auch die Zutaten lassen sich schnell und einfach zu Hause zubereiten.

Fog Cutter

Zutaten:

  • 4,5 cl weißer Rum (z. B. Bacardi Superior Heritage)
  • 3 cl Cognac VSOP (z. B. Hardy VSOP Cognac)
  • 1,5 cl Gin (z. B. Bombay Sapphire Gin)
  • 1,5 cl Orgeat (in Deutschland schwer zu bekommen, wir empfehlen daher Monin Mandel Sirup, dem sehr nah kommt)
  • 1,5 cl Zitronensaft
  • 4,5 ml frischer Orangensaft
  • 1,5 cl Amontillado Sherry (z. B. Don Zoilo Amontillado)

Zubereitung:

Alle Zutaten - bis auf den Sherry - in einen Shaker auf Eis geben und shaken. In ein Longdrinkglas auf viel Eis abseihen. Zuletzt wird der Sherry über den Drink gegeben. Mit einer Zitronen- oder Orangenscheibe kann garniert werden.

Planter’s Punch

Ursprünglich stammt der Cocktail wohl aus dem Planters Hotel in Charleston, South Carolina. Im Magazin Fun, welches im viktorianischen Zeitalter publiziert wurde, wurde das Rezept sogar einmal als komplettes Gedicht veröffentlicht. Besonders tropisch und fruchtig erscheint er mit gleich drei verschiedenen Säften. Die beiden Rumsorten werden sanft aufgefangen und harmonisch zusammengefügt. Starke Cocktails können auch ganz leicht Lust auf den Sommer machen! Dieser Drink gehört zu den absoluten Klassikern und erfreut sich überall großer Beliebtheit. Trotz der Anzahl an Zutaten ganz leicht nachzumixen:

Zutaten:

  • 3 cl brauner Rum, kräftig, jamaikanisch (z. B. Myers’s Rum Original Dark)
  • 3 cl weißer Rum (z. B. Santiago de Cuba Carta Blanca)
  • 4 cl Orangensaft
  • 4 cl Ananassaft
  • 1 cl Grenadine (z. B. Monin Grenadine Sirup)

Zubereitung:

Alle Zutaten auf viel Eis shaken und in ein Longdrinkglas auf Eiswürfeln abseihen. Für das perfekte Prä-Sommerfeeling mit einer Ananasscheibe garnieren.

Spirit of Panama

Sehr kräftig, aber auch sehr exotisch! Diesen Cocktail kennen vielleicht noch nicht alle - sollte aber definitiv mal ausprobiert werden! Nicht nur für das Auge, sondern vor allem für den Gaumen ein wunderbarer Genuss! Durch den Melonenlikör erhält er ein besonders raffiniertes Geschmackspotential. Wenn es um starke Cocktails mit intensiven Aromen geht, darf dieser Mix nicht fehlen!

Zutaten:

  • 5 cl brauner Rum, kräftig, jamaikanisch (z. B. Appleton Signature Blend Rum)
  • 2 cl Melonenlikör (z. B. Midori Melon Liqueur)
  • 1 - 1,5 cl Holunderblütenlikör (z. B. St.-Germain Holunderblütenlikör)
  • 1 - 2 cl Overproof Rum (z. B. Wray & Nephew White Overproof Rum)
  • 1 cl Grenadinensirup (z. B. Monin Grenadine Sirup)
  • 2 cl Limettensaft
  • 6 - 8 cl Apfelsaft

Zubereitung:

Alle Zutaten mit Eis shaken. Auf Eiswürfeln im Gästeglas abseihen und mit Orangenscheibe, Apfelscheiben und Zitronen garnieren.

Die Rolle von Overproof Rum

Overproof Rum eignet sich hervorragend für Cocktails, die einen kräftigen Rumgeschmack erfordern oder von einer höheren Alkoholbasis profitieren. Beliebte Cocktails mit Overproof Rum sind unter anderem der Zombie, der Mai Tai und verschiedene Tiki-Drinks, bei denen der starke Rumgeschmack im Mittelpunkt steht. Overproof Rum kann auch in kleineren Mengen verwendet werden, um Cocktails einen zusätzlichen Kick zu geben oder die Aromenkomplexität zu erhöhen.

Zu den bekanntesten und angesehensten Overproof Rum-Marken gehören unter anderem Bacardi 151, Wray & Nephew White Overproof, und Lemon Hart 151. Bacardi 151 war lange Zeit eine beliebte Wahl für Cocktails mit hoher Stärke, ist aber inzwischen schwerer zu finden. Wray & Nephew White Overproof ist besonders in der Karibik beliebt und bekannt für seinen kräftigen Geschmack und seine Vielseitigkeit in Cocktails. Lemon Hart 151 ist eine weitere legendäre Marke, die vor allem in Tiki-Drinks verwendet wird und für ihren reichen, komplexen Geschmack geschätzt wird.

Der hohe Alkoholgehalt von Overproof Rum intensiviert die Aromen und den Geschmack, macht ihn aber auch schärfer und kräftiger im Abgang. Während Standard-Rum weicher und zugänglicher sein kann, bietet Overproof Rum eine komplexere und intensivere Geschmackserfahrung. Die stärkere Alkoholbasis trägt dazu bei, die tieferen, oft verborgenen Aromen des Rums hervorzuheben, was zu einem reichhaltigeren und volleren Geschmacksprofil führt.

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