Harter Stuhlgang, dicker Oberbauch und Parkinson: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Harter Stuhlgang ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen gelegentlich betrifft. In den meisten Fällen ist er harmlos und vorübergehend. Wenn er jedoch chronisch wird oder mit anderen Symptomen wie einem dicken Oberbauch einhergeht, kann dies auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. Auch im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit kann es zu hartem Stuhlgang kommen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von hartem Stuhlgang, insbesondere im Zusammenhang mit einem dicken Oberbauch und Parkinson, und bietet Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist harter Stuhlgang?

Normalerweise ist der Stuhl weich bis mittelhart, sodass der Darm problemlos entleert werden kann. Harter Stuhl liegt vor, wenn der Kot fester und trockener ist als gewohnt. Dies kann entweder einen Teil des Darminhaltes oder den gesamten Stuhlgang betreffen. Harter Stuhl sieht meist dunkel bis schwarz aus und kann in Form von einzelnen, festen Kugeln auftreten. Die Darmentleerung kann schmerzhaft sein und starkes Pressen erfordern.

Unterschied: Harter Stuhl oder Verstopfung?

Zu harter Stuhlgang ist eine häufige Beschwerde bei Verstopfung (Obstipation). Doch nicht bei jedem harten Stuhl liegt sofort eine Verstopfung vor. Mediziner sprechen von einer Obstipation, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Weniger als 3-mal wöchentlich Stuhlgang
  • Starkes Pressen erforderlich
  • Harter und klumpiger Stuhl

Auch wenn jemand häufiger als 3-mal pro Woche Stuhlgang hat, der Kot aber hart und trocken ist und sich der Darm nur durch starkes Pressen und unter Schmerzen entleeren lässt, kann der Eindruck einer Verstopfung entstehen.

Mögliche Begleiterscheinungen

Manchmal tritt harter Stuhlgang zusammen mit Blut im Stuhl auf. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie kleine Einrisse der Darmwand oder am After, Hämorrhoiden oder in seltenen Fällen Darmkrebs. Bei Blut im Stuhl sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden.

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Ursachen von hartem Stuhlgang

Die Konsistenz und Form des Stuhlgangs hängen oft mit dem Lebensstil zusammen. Eine falsche Ernährungsweise, zu wenig Bewegung oder ein Mangel an Flüssigkeit können den Stuhl hart machen. Allerdings kann harter Stuhl auch als Symptom verschiedener Erkrankungen auftreten.

Lebensstilbedingte Ursachen

  • Mangelnde Flüssigkeitszufuhr: Der Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um Nahrung zu verdauen. Eine zu geringe Trinkmenge führt dazu, dass dem Darm Wasser entzogen wird, was den Stuhl verhärtet.
  • Ballaststoffarme Ernährung: Ballaststoffe binden Wasser im Darm, wodurch der Stuhl aufquillt und die Darmbewegung angeregt wird. Ein Mangel an Ballaststoffen kann zu hartem Stuhlgang führen.
  • Bestimmte Nahrungsmittel: Der vermehrte Verzehr von Schokolade, Bananen, weißem Reis, Fertiggerichten, rotem Fleisch, Eiern und Weißmehlprodukten kann harten Stuhlgang begünstigen.
  • Bewegungsmangel: Langes Sitzen und ein Mangel an Bewegung können die Darmtätigkeit reduzieren und zu hartem Stuhlgang führen.
  • Stress: Körperlicher und psychischer Stress können das Risiko für Verdauungsprobleme erhöhen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormone steuern den Stoffwechsel und den Wasserhaushalt. Hormonschwankungen, beispielsweise während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können die Darmtätigkeit beeinflussen.

Erkrankungen als Ursache

Wenn Sie immer harten Stuhlgang haben, können folgende Erkrankungen des Verdauungssystems die Ursache dafür sein:

  • Divertikel (Darmausstülpungen)
  • Divertikulitis (entzündete Darmausstülpungen)
  • Darmpolypen
  • Hämorrhoiden
  • Analfissuren
  • Analabszesse
  • Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)
  • Rektumprolaps (Herausrutschen des Mastdarms aus dem After)
  • Darmkrebs
  • Reizdarmsyndrom

Doch auch Krankheiten anderer Organe können den Darm so beeinträchtigen, dass Sie unter extrem hartem Stuhlgang leiden. Einige Beispiele:

  • Nervenstörungen (Polyneuropathie), zum Beispiel durch Diabetes mellitus, Parkinson oder Multiple Sklerose
  • Störungen des Hormonhaushaltes, unter anderem bei Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • Morbus Gaucher

Medikamente als Ursache

Verschiedene Medikamente verursachen möglicherweise als Nebenwirkung harten Stuhlgang und Verstopfung. Dazu gehören:

  • Schmerzmittel
  • Antidepressiva
  • Anticholinergika

Harter Stuhlgang und dicker Oberbauch

Ein dicker Oberbauch kann verschiedene Ursachen haben. In Verbindung mit hartem Stuhlgang kann er auf folgende Probleme hindeuten:

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  • Verstopfung: Ansammlung von Stuhl im Dickdarm kann zu einem dicken Oberbauch führen.
  • Blähungen: Durch die Verstopfung können Verdauungsgase nicht entweichen, was zu einem aufgeblähten Bauch führt.
  • Organvergrößerung: Eine Vergrößerung von Leber oder Milz, wie sie beispielsweise bei Morbus Gaucher auftritt, kann ebenfalls einen dicken Oberbauch verursachen.

Harter Stuhlgang und Parkinson

Bei Patienten mit Parkinson kann es aufgrund verschiedener Faktoren zu hartem Stuhlgang kommen:

  • Verlangsamte Darmbewegung: Parkinson kann die unwillkürliche Muskulatur des Verdauungstrakts beeinträchtigen, was zu einer verlangsamten Darmbewegung und Verstopfung führen kann.
  • Medikamente: Einige Parkinson-Medikamente können als Nebenwirkung Verstopfung verursachen.
  • Bewegungsmangel: Parkinson-Patienten sind oft in ihrer Bewegung eingeschränkt, was die Darmtätigkeit zusätzlich beeinträchtigen kann.
  • Flüssigkeitsmangel: Viele ältere Menschen, einschließlich Parkinson-Patienten, trinken nicht ausreichend, was zu hartem Stuhlgang führen kann.

Diagnose

Bei anhaltendem hartem Stuhlgang oder zusätzlichen Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird zunächst die Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen:

  • Blutuntersuchung: Zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen oder Entzündungen.
  • Stuhluntersuchung: Zum Nachweis von Blut oder Entzündungszeichen.
  • Ultraschalluntersuchung: Zur Beurteilung der Organe im Bauchraum.
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Zur Untersuchung des Dickdarms und zur Entnahme von Gewebeproben.
  • Morbus Gaucher Test: Bei Verdacht auf Morbus Gaucher kann ein Bluttest die Aktivität des Enzyms beta-Glukozerebrosidase bestimmen.

Was hilft schnell bei hartem Stuhlgang?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die bei hartem Stuhlgang helfen können:

  • Trinken Sie ausreichend: Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Morgens nach dem Aufstehen kann ein Glas Wasser oder Fruchtsaft den Stuhlreflex auslösen.
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich: Essen Sie viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Leinsamen, Chiasamen und Flohsamenschalen können zusätzlich in die Ernährung integriert werden.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Bewegung regt die Darmtätigkeit an.
  • Probiotika: Probiotika können einen positiven Effekt auf die Darmflora haben und die Darmgesundheit unterstützen. Sie sind in Joghurt, Kefir, Sauerkraut und anderen fermentierten Lebensmitteln enthalten.
  • Bauchmassage: Eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn kann die Darmfunktion anregen.
  • Toilettenhocker: Die Verwendung eines Toilettenhockers kann die Stuhlentleerung erleichtern, da er die Sitzposition optimiert.

Medikamentöse Behandlung

Gegen harten Stuhlgang und Verstopfung gibt es verschiedene Medikamente. Diese sollten Sie nur dann einnehmen, wenn Hausmittel, ausreichend Wasser und Bewegung wirkungslos waren beziehungsweise wenn Ihr Arzt diese Mittel anordnet.

  • Abführmittel (Laxanzien): Abführmittel lösen extrem harten Stuhl und Verstopfungen. Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln, die zum Teil frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich sind (z.B. Mittel mit den Wirkstoffen Glaubersalz, Lactulose, Sorbit oder Macrogol). Andere Präparate erhalten Sie nur gegen ein Rezept (z.B. Prucaloprid).
  • Stuhlaufweichende Mittel: Stuhlaufweichende Mittel wie Paraffinöl wirken wie eine Art Gleitmittel bei der Stuhlentleerung. Der Stoff vermengt sich mit dem Darminhalt und macht ihn so geschmeidiger. Mittel mit Paraffinöl erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Besprechen Sie die Einnahme von Medikamenten vorab immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker.

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Harter Stuhlgang bei Babys und Kindern

In den ersten Lebensmonaten sind Stuhlunregelmäßigkeiten bei Babys völlig normal. Der Darm muss sich erst an seine Aufgaben gewöhnen. Harter Stuhlgang bei Babys ist daher nichts ungewöhnliches. In der Regel hängt die Stuhlkonsistenz mit der Nahrung zusammen. So haben Kinder, die mit Fläschchen ernährt werden, einen härteren Stuhl als gestillte Babys. Wird schließlich Brei gefüttert, ähnelt die Hinterlassenschaft in der Windel mehr und mehr der von Erwachsenen.

Wenn Neugeborene harten Stuhlgang haben, leiden sie außerdem häufig an Bauchschmerzen, Unruhe und einem angespannten Bauch. Hat Ihr Kind harten Stuhlgang, sollten Sie zunächst stopfende Lebensmittel meiden. Abführende Lebensmittel sind hilfreich bei hartem Stuhl: getrocknete Früchte.

Leidet Ihr Kind neben hartem Stuhl an Blähungen, ist ein geeignetes Hausmittel Fencheltee. Er kann Linderung verschaffen und zudem Bauchschmerzen und -krämpfe reduzieren. Den Tee bekommen Sie im Supermarkt oder in der Apotheke.

Auch eine sanfte Bauchmassage kann die Darmfunktion anregen und bei leichten Verdauungsstörungen helfen. Streichen Sie dazu im Uhrzeigersinn mit kreisenden Bewegungen über den Bauch des Kindes. Für Babys gibt es außerdem spezielle Nahrung, die Ihnen der Kinderarzt empfehlen kann. Kinder mit träger Verdauung und hartem Stuhl profitieren häufig von Nahrung mit erhöhtem Gehalt an Laktose (Milchzucker). Dadurch wird mehr Flüssigkeit im Dickdarm zurückgehalten und der Kot weicher.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind viel trinkt. Meiden Sie stopfende Lebensmittel (z.B. Bananen, Karotten) und geben Sie ihm leicht abführende Speisen (z.B. Trockenobst, verdünnten Fruchtsaft, Birnen und Hirse). Bei sehr hartem Stuhl verschreibt der Kinderarzt spezielle Säuglingsnahrung.

Harter Stuhlgang in der Schwangerschaft

Harter Stuhlgang kommt in der Schwangerschaft häufiger vor. Gleich mehrere Faktoren beeinflussen die Darmtätigkeit bei Schwangeren, zum Beispiel der veränderte Hormonspiegel. Schwangere haben deutlich mehr Progesteron im Organismus. Der Botenstoff sichert die Versorgung des Kindes, reduziert aber gleichzeitig die Darmtätigkeit der Mutter.

Außerdem übt die immer weiter wachsende Gebärmutter mitsamt dem ungeborenen Kind einen enormen Druck auf den Darm aus. Ein weiterer Faktor: In der Schwangerschaft bewegen sich Frauen meist weniger als zuvor. Das führt mitunter zu einem trägen Darm. Im Gegenzug stellen viele Schwangere ihre Ernährung um. Das kann ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden führen.

Auch nach der Geburt ist harter Stuhlgang kein Grund zur Sorge. Denn nach der Entbindung müssen sich die Organe langsam wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück bewegen - auch der Darm. Das dauert etwa 1-2 Wochen.

In dieser Zeit hat die frischgebackene Mama meist gar keinen Stuhlgang. Durch die hormonelle Umstellung arbeitet der Verdauungstrakt zudem langsamer und wenn es doch zu einer Stuhlentleerung kommt, ist der Kot eher hart. Im Wochenbett entstehen immer wieder Verstopfung und harter Stuhlgang.

Trinken Sie ausreichend Wasser, das weicht den Stuhl häufig auf. Fruchtsäfte und Kaffee regen den Stuhlreflex bei vielen Betroffenen an. Bewegung fördert die Darmbewegung und damit den Stuhlgang. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Leinsamen kurbeln außerdem die Verdauung an. Bei hartem Stuhlgang und Verstopfung sollten Sie auf stopfende Lebensmittel verzichten. Dazu gehören Bananen und Karotten.

Wann zum Arzt?

Harter Stuhlgang ist in den meisten Fällen harmlos und tritt ab und an einmal auf. Doch Sie sollten mit einem Arzt sprechen, wenn Sie immer harten Stuhlgang haben und ballaststoffreiche Ernährung und Hausmittel nicht helfen.

Auch wenn die folgenden Begleitsymptome dazu kommen, führt an einem Arztbesuch kein Weg vorbei:

  • Starke Bauchschmerzen und Krämpfe
  • Harte Bauchdecke
  • Druckschmerzen am Bauch
  • Fieber
  • Starkes Krankheitsgefühl
  • Blut im Stuhl
  • Bleistiftstuhl (Kot ist eine dünne, lange Wurst)
  • Fettstuhl (Kot glänzt und ist mit Fett oder Schleim überzogen)
  • Extrem übelriechender Stuhlgang

Wenn Sie den Verdacht haben, dass die Einnahme eines Medikaments den harten Stuhlgang verursacht, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann entweder die Dosierung anpassen oder gegebenenfalls ein anderes Präparat verschreiben.

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