Franz Beckenbauer: Gesundheitliche Probleme und sein Vermächtnis

Der Tod von Franz Beckenbauer, einer der größten Fußballlegenden Deutschlands, hat die Welt erschüttert. Beckenbauer, der am Sonntag im Alter von 78 Jahren verstarb, hatte in den letzten Jahren seines Lebens mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Dieser Artikel beleuchtet seine Krankheitsgeschichte und würdigt sein beeindruckendes Vermächtnis.

Eine Fußball-Legende

Franz Beckenbauer war eine Ikone des deutschen Fußballs. Er war sowohl als Spieler (1974) als auch als Trainer (1990) Weltmeister. Zudem war er die treibende Kraft hinter dem "Sommermärchen" der WM 2006 in Deutschland. Seine Erfolge und sein Charisma machten ihn zu einer Lichtgestalt des Sports.

Gesundheitliche Probleme im Alter

In den letzten Jahren seines Lebens zog sich Beckenbauer aus der Öffentlichkeit zurück. Es wurde bekannt, dass er mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.

Augeninfarkt

Im Jahr 2022 offenbarte Beckenbauer in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte", dass er einen Augeninfarkt erlitten hatte. "Ich hatte auf einem Auge einen sogenannten Augeninfarkt. Rechts sehe ich leider nichts mehr", sagte er.

Ein Augeninfarkt entsteht durch einen Gefäßverschluss am Sehnerv oder an der Netzhaut, ähnlich wie bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Mögliche Folgen sind eine Abnahme der Sehleistung, der Verlust des Farbsinns und Gesichtsfeldausfälle. Als Risikofaktoren gelten Vorerkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Stress.

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Herzprobleme

Beckenbauer unterzog sich in den Jahren 2016 und 2017 zwei Herzoperationen, bei denen ihm mehrere Bypässe gelegt wurden. Bei einer Bypass-Operation werden Engstellen in den Herzkranzarterien durch ein verpflanztes, körpereigenes Gefäß überbrückt.

Parkinson und Demenz

Medienberichten zufolge litt Beckenbauer auch an Parkinson mit einhergehender Demenz. Parkinson ist eine fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung, die zu Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und unkontrollierbarem Zittern führt. Demenz kann eine Folge von Parkinson sein.

Typische Symptome von Parkinson sind Zittern, Bewegungsstörungen, Steifheit der Muskeln, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Zusätzliche Symptome können das "Einfrieren" von Bewegungen, Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen, Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein.

Die Ursache für den Zelltod bei Parkinson ist noch nicht eindeutig nachgewiesen. Es wird vermutet, dass Ablagerungen in den betroffenen Nervenzellen (Lewy-Körperchen) eine Rolle spielen. Auch häufige Schläge auf den Kopf gelten als Risikofaktor.

Die Reaktionen auf Beckenbauers Tod

Die Nachricht von Beckenbauers Tod löste weltweit Bestürzung und Trauer aus. Zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Fußball und der Öffentlichkeit würdigten sein Vermächtnis.

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Karl-Heinz Rummenigge, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, forderte eine große Trauerfeier im Stadion, das es ohne Beckenbauer nie gegeben hätte. Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezeichnete Beckenbauer als die größte Persönlichkeit, die der FC Bayern jemals hatte.

Auch ehemalige Weggefährten wie Günter Netzer und Uwe Seeler äußerten sich betroffen. Netzer bezeichnete Beckenbauer als den besten deutschen Fußballer aller Zeiten, während Seeler seine Freundschaft zu Beckenbauer hervorhob.

Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern, äußerte sich ebenfalls zum Tod Beckenbauers. Er sagte, dass er erste Anzeichen der Krankheit schon vor langer Zeit gesehen habe, aber es nicht wahrhaben wollte.

Gerd Müller und Franz Beckenbauer: Eine besondere Beziehung

Die Beziehung zwischen Franz Beckenbauer und Gerd Müller war von besonderer Bedeutung. Beide prägten gemeinsam eine im deutschen Klub-Fußball beispiellose Erfolgs-Ära beim FC Bayern München. Mit der Nationalmannschaft wurden sie 1972 Europameister und 1974 Weltmeister.

Nach dem Tod von Gerd Müller im Jahr 2021 hob Franz Beckenbauer die besondere Beziehung zu dem einstigen Weltklasse-Torjäger hervor. "Er war so ein feiner Kerl und viel feinsinniger als viele dachten", sagte Beckenbauer. "Gerd und ich - wir waren wie Brüder." Müller litt ebenfalls an Alzheimer und lebte seit Jahren im Pflegeheim.

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Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer äußerten sich bereits 2015 in einem Buch zur Alzheimer-Erkrankung von Gerd Müller. Hoeneß lobte Müllers Frau Uschi für ihre aufopferungsvolle Pflege. Beckenbauer erinnerte sich an Müller als Co-Trainer der zweiten Mannschaft, wie er noch voller Tatendrang war.

Das traurige Geheimnis und die letzten Jahre

Medienberichten zufolge litt Beckenbauer in seinen letzten Wochen unter Bettlägerigkeit und konnte kaum noch sprechen. Er hatte massiv an Gewicht verloren und wurde von zwei Pflegerinnen betreut.

Es wird berichtet, dass Beckenbauer von seiner Frau Heidi in den letzten Monaten fürsorglich abgeschirmt wurde, um ihn vor Fremden und vor Freunden zu schützen. Sie wollte, dass alle ihn so in Erinnerung behalten, wie sie ihn all die Jahre kannten: Als Macher, selbstbewusst, der den deutschen Fußball zur Weltmarke gemacht hat.

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