Epilepsie ist für viele Menschen bis heute eine geheimnisvolle Erkrankung. Sobald man aber davon betroffen ist, wächst sehr schnell der Informationsbedarf über Anfälle, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten, über Begleiterscheinungen und psychische oder soziale Folgen. Durch die Zunahme des Wissens kommt man besser mit der Krankheit zurecht. Das "Modulare Schulungsprogramm Epilepsie" (MOSES) ist das erste Schulungsprogramm für Anfallskranke im deutschsprachigen Raum. MOSES wendet sich an alle Menschen mit Epilepsie (ab 16 Jahren), die sich aktiv mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen möchten.
Was ist MOSES?
MOSES ist ein interaktives modulares Programm, das erstmals in der Epilepsietherapie die Schulung von Betroffenen in Kleingruppen von ca. sieben bis zehn Personen ermöglicht. MOSES wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppe engagierter Epilepsie-ExpertInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt. Inzwischen ist MOSES auch in andere Sprachen übersetzt und wird u. A. in Großbritannien, Japan und Litauen angeboten.
Die Ziele von MOSES
MOSES vermittelt Fähigkeiten zur Verbesserung des eigenen Umgangs mit der Erkrankung („Selbstmanagement“). Ziel ist es, die Betroffenen zu Experten im Umgang mit ihrer Krankheit zu machen. MOSES hat eine wichtige Funktion als Informations- und Aufklärungsprogramm. Auf diese Weise geschulte Patienten können nicht nur besser mit ihrer Erkrankung umgehen, sondern haben auch weniger Anfälle. Es geht darum, sich aussprechen zu können und Zuhörer zu finden, die einen ernst nehmen, von den Erfahrungen anderer zu lernen und praktischen Tipps für ein Leben mit Epilepsie zu bekommen.
Inhalte der MOSES-Schulung
Die neun Module umfassende MOSES-Schulung beleuchtet Themen wie Basiswissen, Diagnostik, Therapie, Selbstkontrolle, Prognose, psychosoziale Aspekte oder geeignete Netzwerke. Die Module werden in neun Unterrichtseinheiten von etwa 90 Minuten erarbeitet. Wichtige Themen sind u. A. die Selbstbeobachtung von Krankheitszeichen, die Kenntnis von eigenen Einflussmöglichkeiten bei der Behandlung wie der Lebensführung, der Umgang mit Anfällen, Umgang mit Gefühlen und die Kommunikation mit Angehörigen, ArbeitskollegInnen und ÄrztInnen. Die Teilnehmenden eignen sich fundiertes Wissen über Epilepsien, deren Ursachen, Untersuchungsmethoden und Behandlungsmöglichkeiten an. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen. Die interaktive Ausrichtung des Schulungsprogramms sorgt dafür, dass sich die Betroffenen über ihre Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Dabei nutzt das Schulungsprogramm die verschiedenen Ebenen. Besonders ausgebildete Trainer leiten MOSES an. Das Programm arbeitet mit moderner Unterrichtsdidaktik und schafft damit eine anregende, motivationsfördernde Lernatmosphäre.
Wie läuft eine MOSES-Schulung ab?
In kleinen Lerngruppen werden mittels moderner Unterrichtsmaterialien die Lerninhalte schrittweise erarbeitet, wobei auch die emotionale Auseinandersetzung mit der Erkrankung nicht zu kurz kommt. Schritt für Schritt wird das Wissen über Epilepsie erweitert, Unklarheiten und Ängste werden thematisiert und Wege zur Lösung aufgezeigt, um Lebensqualität und Akzeptanz der Krankheit zu verbessern. Interaktiv heißt, dass die Probleme und Themen im gemeinsamen Gespräch geklärt werden. MOSES stellt die dafür notwendigen Hilfsmittel zur Verfügung. Der Unterricht und die Unterlagen für die Teilnehmer beziehen sich direkt auf das täglichen Leben der Betroffenen, ihre typischen Fragen und Sorgen. Das Schulungsprogramm macht sie vertraut mit den Chancen und Grenzen der Epilepsiebehandlung. Gemeinsam mit den Trainern und durch Austausch mit anderen Betroffenen wird die Bereitschaft und Fähigkeit gefördert, zum "Manager" der eigenen Erkrankung zu werden (erfahrungsgemäß ist eine erfolgreiche Therapie ohne aktive Mitarbeit der Betroffenen nicht möglich). Themen oder Alltag mit Epilepsie werden in Gruppen erarbeitet. wieder auftauchende Sorgen, heißt es in der Pressemeldung. Das Er-Arbeitungsbuch ist wesentlicher Bestandteil der Schulung.
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Der Nutzen von MOSES
Eine Studie in deutschsprachigen Ländern hat gezeigt, dass mit MOSES geschulte Epilepsiekranke mehr über ihre Krankheit wissen und sich aktiver mit ihrer Krankheit auseinandersetzen. Zusätzlich hatten die geschulten Teilnehmer weniger Anfälle und Nebenwirkungen der Medikamente. Positive Behandlungseffekte von MOSES konnten wissenschaftlich nachgewiesen werden (May T. et al.: The Efficacy of an Educational Treatment Program for Patients with Epilepsy, (MOSES): Results of a Controlled, Randomized Study, Epilepsia, 43 (5): 539-549, 2002). Eine Studie von der Gesellschaft für Epilepsieforschung in Bielefeld mit 242 Betroffenen gezeigt hat. Hierbei wurden 113 Teilnehmer mit MOSES geschult und ein halbes Jahr danach erneut befragt. Die restlichen 129 Patienten der Kontrollgruppe erhielten die Schulung aber erst nach dieser zweiten Befragung. Obwohl die meisten Patienten schon viele Jahre an Epilepsie erkrankt waren, zeigten sich signifikante Schulungseffekte: in einer Zunahme des Wissens über Epilepsie, in einer Verbesserung der Krankheitsbewältigung und - besonders bemerkenswert - in einer Reduktion der Anfallshäufigkeit und besseren Verträglichkeit der Therapie. Die eigene Krankheit reduziert auch die Anfallshäufigkeit. zeichnet eine Studie mit 242 Epileptikern. umgehen, sie haben auch weniger Anfälle. Epilepsie-spezifischen Wissen. 8,3 Prozent waren. mittlere Reife profitierten von der Schulung. während es in der Kontrollgruppe nur 7,2 Prozent waren. gewechselt wurde. informiert Sanofi-Synthelabo. wurden. der Therapie zu sein (weniger Nebenwirkungen).
MOSES für Eltern und Kinder
Gemeinsam mit zwei zertifizierten Trainer/innen setzen sich Eltern so mit der Erkrankung und ihren Folgen für Kinder und Familie auseinander und suchen aktiv nach Bewältigungsstrategien, die in jeder Familie ganz unterschiedlich aussehen können. Parallel zur Elternschulung findet ein Kinderkurs für betroffene Kinder im Alter zwischen ca. acht und zwölf Jahren statt. Die Kinder stellen sich vor, gemeinsam auf eine Seereise zu gehen. Unter Anleitung von zwei zertifizierten Trainer/innen erforschen sie Inseln, suchen verborgene Schätze und lernen ihr Schiff zu steuern. Es können ein oder beide Elternteile sowie andere Hauptbetreuungspersonen an der Schulung teilnehmen. Eltern können auch ohne Kinder kommen, wenn diese z. B. Gemeinsam geht es um die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und ihre Folgen für die Kinder und ihre Familien sowie eine aktive Suche nach Bewältigungsformen, die in jeder Familie ganz unterschiedlich aussehen können.
Epilepsie: Eine häufige Erkrankung
Hierbei werden die Betroffenen darüber informiert, dass Epilepsie die häufigste neurologische Krankheit ist, von der in Deutschland circa500 000 Menschen betroffen sind. betroffen, also 500.000 Menschen in Deutschland. Menschen erkranken jedes Jahr neu. Epileptische Anfälle können sich als leichte subjektive Sensationen über kurze „Blackouts“ bis zu schweren Krampfanfällen mit Sturz und Bewusstlosigkeit darstellen. Verkrampfungen des ganzen Körpers. Die Anfälle sind heute durch moderne Medikamente gut behandelbar; circa 60 bis 80 Prozent der Betroffenen werden anfallsfrei. Epilepsie gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter.
Wo werden MOSES-Schulungen angeboten?
Als anerkanntes MOSES-Schulungszentrum führen wir die Schulungen in einem zweitägigen Seminar in den Räumen unserer Praxis durch. MOSES-Schulungen, die neun thematische Module zu durchschnittlich 90 Minuten umfassen, werden mittlerweile in vielen auf Epilepsiebehandlung spezialisierten Kliniken und Praxen angeboten.
Finanzierung
Die dreijährige Entwicklungsarbeit von MOSES wurde von der Firma Sanofi-Synthelabo finanziell unterstützt. teilt Sanofi-Synthelabo in einer Pressemeldung mit. Die Kostenübernahme von 630 Euro/Teilnehmenden für Betroffene und ggf. auch Angehörige erfolgt als ergänzende Leistungen zur Rehabilitation gemäß § 43 Abs.
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