Einführung
Haus der 1000 Leichen, Rob Zombies Regiedebüt aus dem Jahr 2003, ist ein Horrorfilm, der bei seiner Veröffentlichung sowohl Kontroversen auslöste als auch eine treue Fangemeinde gewann. Der Film ist bekannt für seine intensive Gewalt, seinen schwarzen Humor und seine zahlreichen Anspielungen auf andere Horrorfilme. Er ist der erste Teil der Firefly-Trilogie.
Handlung
Der Film erzählt die Geschichte von zwei jungen Paaren, die auf der Suche nach dem ultimativen Nervenkitzel durch das amerikanische Hinterland reisen. Sie wollen mehr über die Legende des Serienkillers Dr. Satan herausfinden. Auf ihrer Reise treffen sie in einer gottverlassenen Kleinstadt auf Captain Spaulding (gespielt von Sid Haig), der eine Tankstelle und ein Kuriositätenmuseum betreibt.
Spaulding erzählt den Teenagern auf einer Geisterbahnfahrt durch sein bizarres Kuriositätenkabinett allerhand über Dr. Satan, der angeblich grausame Experimente an seinen Patienten vornahm und dafür gehängt wurde. Der Baum, an dem seine Leiche später auf unerklärliche Weise verschwand, soll sich in der Nähe befinden.
Auf dem Weg dorthin erleiden die vier Touristen eine Reifenpanne und suchen Hilfe in einem nahegelegenen Haus. Dort treffen sie auf die Familie Firefly, eine Ansammlung mordlustiger Psychopathen, die sich noch während des gemeinsamen Halloween-Mitternachtsgelages als solche entpuppen. Die Jugendlichen werden in der Nacht von Halloween von den Psychopathen gefoltert und ermordet.
Dr. Satan
S. Quentin Quale, besser bekannt als Dr. Satan, ist ein Schurke aus dem Horrorfilm Haus der 1000 Leichen aus dem Jahr 2003. Er hat zwar nur einen kurzen Auftritt, ist aber dennoch von zentraler Relevanz für die Handlung des Films. Er wurde von Walter Phelan dargestellt.
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Quale war ein meisterhafter Chirurg, der allerdings völlig wahnsinnig war. Als Assistenzarzt im Willows County Mental Hospital nutzte er seine Rolle, um seinen Sadismus in Form von chirurgischer Folter und Gehirnoperationen an den Insassen auszulassen. Sein Ziel war es, aus den Insassen eine Rasse von Supermenschen zu machen, doch letztendlich kam man ihm auf die Spur. Quale, der später der Presse aufgrund seiner grausamen Experimente als Dr. Satan bekannt wurde, wurde verhaftet und gehängt.
Am nächsten Tag war Dr. Satans Leiche jedoch verschwunden, so dass diese Kuriosität zu einer Art urbanen Legende der Region wurde. Tatsächlich war Dr. Satan noch am Leben. Die genauen Umstände sind unklar, aber er setzte seine Experimente fortan in einem unterirdischen Höhlensystem unterhalb der Farm der Firefly-Familie fort. Jedes Jahr an Halloween ließen die Fireflys durch einen Brunnenschacht einige Opfer herab, an denen Satan fortan herumexperimentierte um sie zu Supermenschen zu machen; die erfolgreichen Experimente blieben als seine Handlanger bei ihm. Auch die gescheiterten Experimente, die aber überlebten, blieben im Höhlensystem und lebten dort fortan. Unterstützt wurde er dabei von Earl Firefly, der scheinbar selbst eines von Dr. Satans Experimenten war.
Als wieder einmal Halloween ist, werden zwei Studenten, Jerry und Denise, von den Fireflys den Brunnenschacht hinabgelassen. Allerdings kann Denise sich befreien und nur Jerry wird Dr. Satan überbracht. Dr. Satan beginnt daraufhin, Jerrys Hirn aufzuschneiden und eine Operation durchzuführen. Da er dabei aber äußerst gnadenlos vorgeht und Jerry nicht einmal betäubt, stirbt Jerry jedoch augenblicklich auf dem OP-Tisch. Im selben Moment gerät auch Denise, die ziellos durch die Korridore gelaufen ist, in den Operationssaal. Zufrieden nimmt Dr. Satan dies zur Kenntnis und ruft Earl herbei, damit dieser Denise fängt. Sofort ergreift Denise - von Earl verfolgt - die Flucht. Denise kann Earl entkommen und an die Oberfläche flüchten, wo sie aber Captain Spaulding und Otis in die Hände fällt. Diese bringen Denise zu Dr. Satan zurück.
In dem zweiten Teil der Filmreihe, The Devil's Rejects, wird eine andere Ursprungsgeschichte von Dr. Satan präsentiert. In dieser ist Dr. Satan der Vater von Tiny Firefly. Ursprünglich bestand der Plan, Grandpa Hugo als den wahren Dr. Satan zu enthüllen.
Stilistische Merkmale
Rob Zombie greift in Haus der 1000 Leichen auf typische Merkmale des Horror- und Splatterfilms zurück und zitiert - nicht zuletzt in der Wahl seiner Darsteller - diverse andere Genrefilme. Der Film ist bekannt für seine schnellen Schnitte, seine experimentellen visuellen Effekte und seinen harten Soundtrack.
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Anspielungen auf andere Filme
Im Film finden sich diverse Anspielungen auf das "Dark Universe" von Universal Pictures. Beispielsweise sind im Laden von Captain Spaulding verschiedene Köpfe der Kreaturen auf einem Regal ausgestellt (Wolfsmensch, Fischmann etc.).
Am Anfang des Films nach dem Raubüberfall und dem Vorspann, bei dem der Song House of 1000 Corpses von Rob Zombie erklingt, fährt nachts ein kleiner Lastwagen vorbei, auf dessen Ladefläche ein weißes Plakat steht, auf dem man den Satz God is Dead lesen kann.
In der Szene, in der Jerry, verkörpert von Chris Hardwick, nachts im fahrenden Auto in einer Publikation blättert und schwarzweiße Frauenportraits betrachtet, sagt Jerry: „Ein paar von diesen Manson Girls sind echt heiße Teile."
Als der Psychopath Otis den Besucher Bill, gespielt von Rainn Wilson, mit einem Rasiermesser und einem Beil foltert, hört man den Soul-Song Brick House von The Commodores, in einer Interpretation von Rob Zombie. In der besagten Szene tanzt das blonde Psycho-Mädchen Baby, verkörpert von Sheri Moon Zombie, dazu lasziv im Hintergrund.
Deutsche Synchronfassung
Die deutsche Synchronfassung entstand bei der DMT Digital Media Technologie, Hamburg. Otis B. Driftwood wurde von Michael Pan synchronisiert.
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Rezeption
Haus der 1000 Leichen erhielt überwiegend negative Kritiken. Viele Kritiker bemängelten die exzessive Gewalt, die wirre Handlung und die schlechten schauspielerischen Leistungen.
Clint Morris (Film Threat) verriss den Film. James Brundage (Filmcritic.com) monierte, der Film sei weder ein guter Horrorfilm, noch eine Satire. Die Schreckensbilder würden auf Dauer langweilen und der Film arbeite mit billigen Tricks.
Cinema urteilte: „Dass die vertraute Story holprig wirkt, ist nicht nur auf die 17 fehlenden Minuten der Kinofassung zurückzuführen. Es liegt auch an der ungestümen Inszenierung des Horrorfans Zombie. In einem schrillen Mix aus Genrezitaten, wirren Filmformatwechseln und eingespielten Szenen klassischer Gruselfilme schwelgt Zombie in Splatter-Exzessen. Trotz übertriebener Experimentierfreude gelingen ihm verstörend-geniale Bilder, speziell im Finale. Das sieht aus, als hätte Apokalypsen-Maler Hieronymus Bosch ein Marilyn-Manson-Video inszeniert. Fazit: Der ‚Natural Born Killers‘ unter den Horrorfilmen!"
Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung beurteilt den Film als „wild, aggressiv, blutig, rücksichts- und geschmacklos. Die Gewalt der degenerierten Monster, der Schlächter und der Kannibalen, ist diesmal defensiv."
Lexikon des internationalen Films: „Abstoßender Horrorfilm, der sich auf die harten Horror-Thriller der 1970er-Jahre beruft, ohne je deren formale Dichte zu erreichen."
Guylaine Cadorette von hollywood.com: „Haus der 1000 Leichen fehlt es an Schrecken und Spannung, zwei vitale Elemente in jedem guten Horrorthriller."
Peter Müller von der Berliner Morgenpost sieht Haus der 1000 Leichen als „ambitionierte Nichtigkeit eines B-Picture-verliebten Gothic-Gurus, der die meiste Zeit seines Lebens in langen Nächten voller Metal-Musik, Hardcore-Comics und Horrorfilme verbrachte."
Trotz der negativen Kritiken entwickelte sich Haus der 1000 Leichen zu einem Kultfilm. Viele Zuschauer schätzen den Film für seine Originalität, seinen schwarzen Humor und seine Hommage an klassische Horrorfilme.
Zensur
Der Film erschien 2003 bereits in der ab 18 Jahren freigegebenen Fassung ungeschnitten in den deutschen Kinos und später sowohl in einer stark geschnittenen FSK-18-Fassung, die in Kaufhäusern ausgelegt wurde, wie auch in einer Fassung mit SPIO/JK-Zeichen, die identisch mit der Kinofassung ist.