Die Haut, als unser größtes Organ, ist nicht nur eine Schutzhülle, sondern auch ein Spiegelbild unserer inneren Gesundheit. Störungen des autonomen Nervensystems der Haut können vielfältige Auswirkungen haben, von Veränderungen der Durchblutung und Schweißsekretion bis hin zu Beeinträchtigungen der Behaarung, Pigmentierung, des Nagelwachstums und der Hautbeschaffenheit. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit den Ursachen und Erscheinungsformen von Hauterkrankungen befassen, die mit Nervenschäden in Verbindung stehen.
Neuropathische Ulzerationen: Wenn Nervenschäden zu Geschwüren führen
Chronische Ulzerationen, auch bekannt als Geschwüre, entstehen oft in Hautbereichen, in denen die Schmerzempfindung und die sympathische Innervation der Haut gestört sind. Verschiedene neurologische Erkrankungen können zu einem Verlust der Schmerzempfindung führen und somit die Entstehung von Ulzera an druckbelasteten Stellen begünstigen.
Ursachen neuropathischer Ulzerationen
Zu den häufigsten Ursachen neuropathischer Ulzerationen gehören:
- Polyneuropathien: Hier sind vor allem die Schmerzfasern betroffen, was zu einer verminderten Schmerzempfindung führt.
- Amyloidneuropathie: Eine Erkrankung, bei der sich Amyloidablagerungen in den Nerven ansammeln und deren Funktion beeinträchtigen.
- Syringomyelie: Eine seltene Erkrankung, bei der sich im Rückenmark flüssigkeitsgefüllte Hohlräume bilden, die die Nervenbahnen schädigen können.
- Spinalis-anterior-Syndrom: Eine Durchblutungsstörung der Arteria spinalis anterior, die zu einer Schädigung des vorderen Teils des Rückenmarks führt.
- Tabes dorsalis: Eine Spätfolge der Syphilis, die das Rückenmark befällt und zu Sensibilitätsstörungen führt.
- Kongenitale Schmerzunempfindlichkeit: Eine seltene angeborene Erkrankung, bei der die Schmerzempfindung fehlt.
- Nervenverletzungen: Insbesondere Verletzungen des Nervus ischiadicus und Nervus tibialis können zu neuropathischen Ulzerationen führen.
Prädilektionsstellen und Merkmale neuropathischer Ulzerationen
Neuropathische Ulzerationen treten bevorzugt an bestimmten Stellen auf, insbesondere an den Fußsohlen, speziell an den Groß- und Kleinzehenballen sowie an den Fersen. Durch Druck oder nach Verletzungen kommt es in den anästhetischen, oft auch anhidrotischen Gebieten zu einer schmalen Fissur in einem kallösen Bezirk, der sich nach Infektionen vergrößert, zentral nekrotisch wird und ulzeriert.
Ein typisches Merkmal des Malum perforans, einer Form der neuropathischen Ulzeration, ist die umgebende Hornhaut und die Schmerzlosigkeit. Am Ulkusgrund findet man kaum Granulationsgewebe, was die Heilung erschwert. Das umgebende Gewebe ist anfälliger für Infektionen, die bis zu tiefen Weichteilentzündungen und Osteomyelitis reichen können. Entlastung und Schonhaltung können zudem zu lokalem Knochenabbau führen.
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Therapie neuropathischer Ulzerationen
Die Behandlung neuropathischer Ulzerationen umfasst in erster Linie die Druckentlastung, Infektprophylaxe und die Behandlung der Grunderkrankung. Operative Korrekturen fehlgestellter Fußknochen durch Chirurgen oder Orthopäden können ebenfalls hilfreich sein.
Neuropathische Hautveränderungen im Gesicht
Neuropathische Hautveränderungen im Gesicht entstehen durch den Verlust der Schmerzempfindung im Versorgungsgebiet des Nervus trigeminus. Betroffen ist bevorzugt der Nasenwinkel.
Ursachen neuropathischer Hautveränderungen im Gesicht
Die häufigste Ursache in unserem Lebensraum ist eine iatrogene Trigeminusschädigung im Zusammenhang mit der Behandlung einer Trigeminusneuralgie durch Zerstörung des Ganglion Gasseri, Nervenexhärese oder andere Trigeminusläsionen. Seltener liegt ein Wallenberg-Syndrom vor, eine Schädigung der dorsolateralen Medulla oblongata infolge von Durchblutungsstörungen der Arteria cerebelli inferior posterior.
Weitere seltene Ursachen sind Syringobulbie, ein entzündlicher oder anderer Prozess, der den sensiblen spinalen Kern des Trigeminus in der Medulla oblongata schädigt. Die Dissoziation von Schmerz- und Berührungsempfindung bei einer Veränderung in der Medulla oblongata hat zur Folge, dass der Patient den Juckreiz wahrnimmt, sein Kratzen den Juckreiz aber nicht mehr überdeckt und daher vom Patienten intensiviert wird.
Erscheinungsbild neuropathischer Hautveränderungen im Gesicht
Am Nasenflügel entsteht eine verkrustete entzündliche Stelle, die sich in ein langsam wachsendes Ulkus umwandelt, das den Nasenknorpel zerstört und sich auf die Umgebung ausbreitet. Meist bleibt die Nasenspitze ausgespart. Der Defekt ist sehr charakteristisch und verursacht eine schwere kosmetische Beeinträchtigung. Subjektive Symptome sind wegen der vorliegenden Analgesie gering. Zwischen der Verödung des Ganglion Gasseri und der neuropathischen Ulzeration können Wochen, Monate oder sogar Jahre liegen.
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Therapie neuropathischer Hautveränderungen im Gesicht
Die Therapie erfolgt symptomatisch und palliativ. Wichtig ist die Vermeidung zusätzlicher Traumatisierung und bakterieller Sekundärinfektion. In Einzelfällen können plastisch-chirurgische Eingriffe in Verbindung mit konservativen Bemühungen Erfolg versprechend sein. Bei ausgedehnten Defekten kann eine epithetische Versorgung notwendig sein.
Hereditäre sensible und autonome Neuropathien (HSAN)
Die hereditären sensiblen und autonomen Neuropathien (HSAN) sind eine Gruppe von erblichen Erkrankungen, die durch eine Störung der sensiblen und autonomen Nerven gekennzeichnet sind. Es gibt verschiedene Typen von HSAN, die sich in ihren genetischen Ursachen, dem Alter des Beginns und den klinischen Merkmalen unterscheiden.
HSAN Typ I
Die häufigere HSN Typ I hat einen heterogenen, vorwiegend autosomal-dominanten Erbgang mit unterschiedlicher Penetranz. Sie tritt bevorzugt im Erwachsenenalter in Erscheinung mit schleichender Entwicklung. Ulzera an druckbelasteten Stellen der Füße sind meist erste Symptome, die von den Patienten bemerkt werden. Sockenförmige Sensibilitätsstörungen, die vor allem Schmerz- und Temperaturempfindung betreffen, gehen den Ulzera unbemerkt voraus. Im weiteren Verlauf kommt es zu Osteolysen und Fußdeformitäten bis hin zu Mutilationen.
HSAN Typ II
Die sehr seltene HSN Typ II wird autosomal-rezessiv vererbt, tritt bereits im Säuglings- und Kleinkindalter in Erscheinung und unterscheidet sich klinisch von Typ I durch häufig deutliche Einbeziehung der Hände. Man findet Deformierungen an Händen und Füßen durch verkürzte, aufgetriebene Phalangen (Wurstfinger) und Gelenkveränderungen. Die Sensibilitätsstörungen betreffen alle sensiblen Qualitäten und disponieren zu Ulzerationen. Bereits im Kindesalter findet man Osteolysen, Spontanfrakturen und, bei schwer betroffenen Kindern, Selbstmutilationen.
Differenzialdiagnose der HSAN Typ I
HSN Typ I muss von Fußulzera bei diabetischer Polyneuropathie, der Bureau-Barrière-Erkrankung und den selteneren oben genannten, zu Fußulzera disponierenden neurologischen Erkrankungen abgegrenzt werden. In Endemiegebieten ist differenzialdiagnostisch an Lepra zu denken. Dabei ist die Familienanamnese besonders wichtig.
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Bureau-Barrière-Erkrankung
Die Bureau-Barrière-Erkrankung ist eine alkoholbedingte, vorwiegend sensorisch-trophische Polyneuropathie mit Neigung zu Fußulzera, die bei Männern ab dem 40. Lebensjahr vorkommt.
Symptome der Bureau-Barrière-Erkrankung
Neurologische Veränderungen betreffen besonders den Verlust der Schmerz- und Temperaturempfindung an den unteren Extremitäten, meist akrodistal bis zur Mitte des Unterschenkels, einhergehend mit einer auffallenden Neigung zur Hyperhidrosis pedum. Muskuläre Atrophien und lanzinierende Beinschmerzen können im Verlauf entstehen. Nachfolgend kommt es zum Malum perforans mit typischem Kallus.
Diagnose und Differenzialdiagnose der Bureau-Barrière-Erkrankung
Die Bureau-Barrière-Erkrankung ist durch exzessiven und viele Jahre vor Auftreten eines Malum perforans bestehenden Alkoholabusus zu erkennen und von diabetischer Neuropathie mit Malum perforans abzugrenzen. Die Unterscheidung zwischen diabetischer Polyneuropathie und Bureau-Barrière-Syndrom kann schwierig sein. Zu beachten ist dann vor allem, dass das diabetische Malum perforans mit Hypo- oder Anhidrose, das Malum perforans bei Bureau-Barrière-Syndrom meist mit Hyperhidrose einhergeht.
Therapie der Bureau-Barrière-Erkrankung
Die Therapie muss auf das Grundleiden, besonders den chronischen Alkoholismus, ausgerichtet sein. Die örtliche Behandlung sollte antiinfektiös und wundheilungsfördernd geführt werden. Kallus am Ulkusrand ist horizontal abzutragen. Auf entsprechende Knochenveränderungen oder Infektionen (Osteomyelitis) muss geachtet werden.
Riley-Day-Syndrom
Das Riley-Day-Syndrom, auch bekannt als familiäre Dysautonomie, ist eine sehr seltene Störung des autonomen Nervensystems mit Tränensekretionsstörung, exzessiven Schweißausbrüchen. Weitere Hautsymptome sind fleckförmige und generalisierte Erytheme vor allem nach dem Essen und unter Stress sowie Neigung zu Pustulationen. Die Ursache ist ungeklärt.
Notalgia paraesthetica
Die Notalgia paraesthetica ist durch Juckreiz, gewöhnlich auch brennende Sensationen oder Hypalgesie in einer umschriebenen, meist ovalen Zone am oberen Rücken, etwa in Höhe der Segmente von Th2-Th6, gekennzeichnet. Die Symptome treten meist unilateral auf. Der Herd ist gelegentlich hyperpigmentiert und parästhetisch. Kratzeffekte sind seltener. Gelegentlich werden nekrotische Keratinozyten im Stratum spinosum und Stratum corneum, ferner Hyperpigmentierung gesehen. Zudem zeigt sich eine Reduktion der intraepidermalen Nervenfasern.
Meralgia paraesthetica
Die Meralgia paraesthetica ist ein Kompressionssyndrom des Nervus cutaneus femoris lateralis, selten eine traumatische Nervenschädigung. Die Patienten klagen über Dysästhesien der lateralen Oberschenkelhaut. Nerveneinklemmung im Bereich des Leistenbands, Fettleibigkeit oder eng anliegende Kleidung können Ursache sein.
"Hosenjucken"
Dieses rätselhafte Syndrom betrifft vor allem Männer mittleren Alters, die über intensives Jucken und Brennen klagen, wenn sie bestimmte Hosen tragen. Oft handelt es sich um erfolgreiche Geschäftsleute, die selbst finden, dass ihre Beschwerden unwahrscheinlich klingen, aber dennoch darunter leiden. Die neurologische Untersuchung verläuft negativ. In manchen Fällen mag eine irritative oder allergische Kontaktdermatitis durch Farbstoffe oder Formaldehyd vorliegen, während in anderen Fällen möglicherweise der Stoff eine mechanische Reizung hervorruft.
Brachioradialer Pruritus
Dieses Symptom ist gekennzeichnet durch starken Juckreiz im Bereich der Oberarme. Klassischerweise ist das Hautareal oberhalb des proximalen Anteils des Musculus brachioradialis betroffen. Als Ursachen werden chronische Sonnenschäden oder Nervenverletzungen beschrieben. Sonnenexposition ist zu vermeiden, konsequenter Sonnenschutz zu empfehlen. Topische Behandlung mit Capsaicin oder auch die systemische Therapie mit Gabapentin 300-600 mg p.o. können helfen.
Thelalgie
Dieses sehr ungewöhnlich lokalisierte Schmerzsyndrom betrifft die Brustwarzen. Es ist gekennzeichnet durch unerträglichen Schmerz und Überempfindlichkeit in diesem Bereich. Die Patienten haben nicht selten schon multiple Vorbehandlungen bis hin zur Mastektomie hinter sich. Topische Therapien sind meist unwirksam.
Complex Regional Pain Syndrome (CRPS)
Das Complex Regional Pain Syndrome Typ I und II (CRPS I und II) kann unabhängig vom Geschlecht in jedem Alter auftreten, betrifft aber häufiger Frauen. Man unterteilt das CRPS in 2 Typen: Während beim CRPS I keine definierbare Nervenverletzung nachweisbar ist, entwickelt sich das CRPS II im Rahmen einer nachweisbaren Nervenläsion. In ca. 90 % der Fälle handelt es sich um ein CRPS I. Es handelt sich um eine Störung des sympathischen Nervensystems. Man geht davon aus, dass dabei das Zusammenspiel von somatosensorischen, motorischen, autonomen und inflammatorischen Mechanismen eine Rolle spielt. Meist gehen im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang ein Trauma oder eine Operation voraus. Kennzeichnend ist auch eine individuelle Disposition bei Personen mit vegetativer Labilität.
Stadien des CRPS
Das akute 1. Stadium (Sudeck I) ist gekennzeichnet durch Überwärmung, Rötung, Schmerzen, Schwellung und Funktionseinschränkung der Extremität. Im 2. Stadium, der dystrophischen Phase (Sudeck II), geht die Überwärmung zurück, der Schmerz wird weniger. Es entsteht eine Glanzhaut mit Hyperhidrose und das Ödem verhärtet. Im 3. Stadium, der Endatrophie (Sudeck III), verschwindet der Spontanschmerz, die Durchblutung ist vermindert und der Bewegungs- und Belastungsschmerz bleibt. Die Haut wird blass und atrophisch, auch die Muskulatur atrophiert.
Therapie des CRPS
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Diagnose und schneller Therapieeinleitung auf lange Sicht meist gut. Im Vordergrund steht die analgetische Behandlung. Sie wird von Beginn an von physikalischen Therapiemaßnahmen begleitet. Medikamentös werden Glukokortikoide und Bisphosphonate eingesetzt.
Myotone Dystrophie (Curschmann-Steinert-Syndrom)
Die Inzidenz der autosomal-dominant vererbten Erkrankung liegt je nach Literatur zwischen 1:10 und 1:20.000. Zwei unterschiedliche Gene sind für diese Störung verantwortlich. Die Verlängerung einer repetitiven CTG-Trinukleotidsequenz in einem nicht kodierenden Abschnitt beider Gene ist als charakteristische Mutation bekannt.
Symptome der Myotonen Dystrophie
Hauptsymptome sind eine degenerative Myopathie mit Muskelatrophie und myotonen Reaktionen. Entscheidendes Merkmal ist die Myotonie. Sie kann klinisch diagnostiziert werden, indem man den Patienten auffordert, die Hand des Untersuchers zu ergreifen. Zieht der Untersucher seine Hand wieder weg, behält der Patient den Griff bei, und es entstehen sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe und -spasmen. Auffällig ist außerdem die Schwäche der Pharynxmuskulatur mit näselnder Sprache und Schluckschwierigkeiten. Die Patienten erscheinen vorgealtert. Häufig ist eine spezifische präsenile Katarakt mit der Spaltlampe erkennbar.
Hautveränderungen bei Myotoner Dystrophie
Merkmale an der Haut können eine Stirnglatze bei Männern und Haarausfall bei Frauen sein. Charakteristisch sind jedoch multiple, teils sehr große und schmerzhafte Pilomatixome und pigmentierte Basalzellkarzinome.
Psychische Faktoren und Hauterkrankungen
Die Haut ist eng mit der Psyche verbunden. Psychischer Stress und mentale Belastungen können sich auf unsere Haut auswirken und dabei Erkrankungen wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte auslösen oder verstärken.
Die Verbindung zwischen Haut und Gehirn
Haut und Gehirn sind biologisch eng miteinander verbunden, sowohl über unzählige Nervenfasern als auch über Blutgefäße. Stress kann dafür sorgen, dass sich mehr Nervenfasern in der Haut bilden. Über diese Nervenbahnen und die Blutgefäße gelangen Reize und Stressbotenstoffe vom Gehirn in die Haut, wie beispielsweise das Hormon Cortisol, das Entzündungen in der Haut beeinflussen kann.
Stress als Auslöser und Verstärker von Hauterkrankungen
Längerfristige psychosoziale Belastungen, wie chronische Erschöpfung, die Pflege von Angehörigen, Scheidung oder der Verlust eines Partners, können das Risiko erhöhen, eine Hautkrankheit zu entwickeln. Auch Kinder, die in der Schule permanent überfordert sind, können betroffen sein. Ein akuter Akne- oder Neurodermitis-Schub kann ein Hinweis darauf sein, dass das Stresslevel zu hoch ist.
Der Einfluss von Hauterkrankungen auf die Psyche
Haut und Psyche stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Wer unter einer Hautkrankheit leidet, macht sich meist Sorgen, wie andere ihn oder sie wahrnehmen. Die Reaktionen der anderen und der eigene oft negative Blick auf die Hautkrankheit belasten die Patienten in der Regel sehr und kratzen am Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
Die Bedeutung von Berührung
Berührungen sind überaus wichtig für unser Wohlbefinden. Durch Berührungen wird das Bindungshormon Oxytocin im Gehirn und direkt in der Haut ausgeschüttet, gleichzeitig wird das Stresshormon Cortisol reduziert. Berührungen tragen entscheidend zur Entspannung und zu einem ausgeglichenen Nerven- und Hormonsystem bei.
Hilfe für Betroffene
Betroffene mit Hautleiden sollten eine Hautärztin oder einen Hautarzt mit dem Zusatztitel „Psychosomatische Dermatologie“ oder „Psychosomatische Medizin“ aufsuchen. Neben einer gut eingestellten medikamentösen Therapie lindern ausreichend Schlaf, moderate Bewegung sowie eine auf die Erkrankung abgestimmte obst- und gemüsereiche Ernährung meist die Beschwerden. Wer überwiegend in stressigen Phasen unter Hauterkrankungen leidet, dem hilft oft ein Anti-Stress-Training.
Skin Picking Disorder (Dermatillomanie)
Die Skin Picking Disorder (medizinisch: Dermatillomanie) ist eine ernsthafte Erkrankung, die eine Störung der Impulskontrolle als Ursache haben kann oder dem Spektrum der körperbezogenen Zwangsstörungen zuzuordnen sein kann. Betroffene haben einen Zwang, an der Haut zu knibbeln, Pickel auszudrücken oder Unebenheiten wie Schorf zu entfernen, selbst bei gesunder Haut. Dieses Verhalten kann so ausgeprägt sein, dass sichtbare Hautschäden wie Narben oder offene Wunden entstehen.
Symptome der Skin Picking Disorder
- Zwang, an der Haut zu knibbeln, Pickel auszudrücken oder Unebenheiten wie Schorf zu entfernen.
- Bearbeiten von Muttermalen, Sommersprossen, Flecken oder Narben, um diese vermeintlich zu „glätten“.
- Verursachen von Blutungen durch intensives Hautknibbeln.
- Wiederholte, erfolglose Versuche, das Verhalten zu kontrollieren oder zu beenden.
- Sichtbare Hautverletzungen als Folge.
- Erhebliche seelische oder soziale Beeinträchtigungen als Folge sichtbarer Hautveränderungen.
Ursachen der Skin Picking Disorder
Die genauen Ursachen der Skin Picking Disorder sind bislang nicht vollständig erforscht. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken. Oft beginnt die Störung in der Pubertät. Auch können dermatologische Erkrankungen eine Rolle spielen. Emotionale Faktoren wie Langeweile, Angst oder Stress können ebenfalls auslösend wirken, da das Hautknibbeln kurzfristig entspannend wirkt.
Therapie der Skin Picking Disorder
Psychologische Hilfe sollte in Anspruch genommen werden, wenn der Leidensdruck groß ist oder das Verhalten schwerwiegende negative Auswirkungen hat. Eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie, Psychopharmaka und Entspannungsverfahren hat sich oft bewährt.
Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)
Die Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die zu schmerzhaften Knötchen, Pusteln und Abszessen führt. Es können aber auch großflächige Hautschäden entstehen. Die Erkrankung ist oft sehr belastend.
Symptome der Akne inversa
- Mitesser und Pusteln
- Tiefsitzende Knötchen von einem halben bis zwei Zentimetern Durchmesser
- Zysten (Hohlräume im Gewebe)
- Abgekapselte Eiteransammlungen (Abszesse)
- Gangartige Hohlräume (Fisteln)
- Später auch Narben
Die entzündeten Stellen sind meist sehr schmerzhaft und können monatelang bestehen. Meist sondern sie Eiter und eine unangenehm riechende Flüssigkeit ab, wenn man auf sie drückt oder wenn sie aufgehen.
Ursachen der Akne inversa
Die Akne inversa beginnt mit einer Entzündung der Haarfollikel. Diese führt dazu, dass die Follikel verstopfen und den produzierten Talg nicht mehr nach außen abgeben können. Wenn sie schließlich unter der Haut aufbrechen, gelangt der angestaute Inhalt in das umliegende Gewebe. Dadurch weitet sich die Entzündung aus. Zudem können Hautstrukturen wie Schweißdrüsen und Bindegewebe geschädigt werden. Erbliche Veranlagung und der Einfluss von Hormonen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Therapie der Akne inversa
Medikamente können helfen, die Beschwerden bei Akne inversa zu lindern, die Abstände zwischen den Schüben zu verlängern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Dazu ist es wichtig, mit neu aufgetretenen Entzündungen möglichst frühzeitig zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Die Art der Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Heilen lässt sich eine Akne inversa nicht.
Stressbedingter Hautausschlag
Stress kann sich auf vielfältige Weise auf die Haut auswirken und zu Hautausschlägen führen. Das Stresshormon Cortisol schwächt die Widerstandsfähigkeit der Haut, was in der Folge zu Ausschlag führen kann. Aber auch erneute Schübe von bestehenden Krankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte werden häufig durch besonders stressige Phasen hervorgerufen.
Erscheinungsformen von stressbedingtem Hautausschlag
Ein Hautausschlag, der durch Stress entsteht, kann sich durch gerötete Haut, Pusteln, Schuppen oder Bläschen äußern. Manchmal zeigen sich auch mehrere rote Flecken im Gesicht und am Hals. Betroffene klagen oft zusätzlich über Juckreiz, Brennen oder Schmerzen.
Ursachen von stressbedingtem Hautausschlag
Meistens leiden Betroffene an negativem Stress, der zum Beispiel durch eine zu hohe Belastung in der Arbeit, aber auch durch Konflikte in der Familie oder der Partnerschaft entstehen kann. Verstärkter Stress hat einige negative Auswirkungen auf den Körper. Zum Beispiel schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, das unter anderem die Widerstandsfähigkeit der Haut schwächt und die Fettproduktion der Talgdrüsen anregt.
Therapie von stressbedingtem Hautausschlag
Ist Stress der Auslöser für Hautausschlag, ist es notwendig, die Ursachen dafür zu identifizieren und so weit wie möglich zu beseitigen. Wenn der Stress wegfällt, sollte auch der Hautausschlag innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden. Außerdem ist es möglich, die akuten Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung zu behandeln.
Maßnahmen zur Stressreduktion
- Genug Schlaf: Erwachsene brauchen durchschnittlich etwa 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht, um tagsüber ausgeruht und wach zu sein.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie darauf, nur wenig Zucker, gesättigte Fette oder verarbeitetes Fleisch zu sich zu nehmen. Bei einigen Patienten wirkt sich auch der Verzicht auf Milchprodukte positiv aus. Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken.
- Entspannungstechniken: Dazu gehören z.B. Progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Meditation oder Yoga.
- Psychologische Hilfe: Bei starker psychischer Belastung ist möglicherweise der Besuch bei einem Psychologen sehr hilfreich.
Face Mapping: Was der Ort der Unreinheiten über die Gesundheit aussagt
Das Face Mapping ist eine Methode, bei der die Gesichtshaut in verschiedene Bereiche unterteilt und diesen bestimmte Organe zugeordnet werden. Unreinheiten in bestimmten Zonen können demnach auf Probleme mit den entsprechenden Organen hinweisen.
Die Zonen des Face Mappings und ihre Bedeutung
- Stirn: Unreinheiten auf der Stirn weisen laut TCM auf Probleme mit dem Verdauungssystem oder der Blase hin.
- Zwischen den Augenbrauen: Treten Pickel zwischen den Augenbrauen auf, deutet das auf eine Störung im Bereich der Leber hin.
- Nase: Unreinheiten auf der Nase werden nach der Theorie des Face Mappings mit Herz, Lunge und der Bauchspeicheldrüse in Verbindung gebracht.
- Wange: Während die oberen Wangen für Probleme mit dem Herzen stehen, sprechen Unreinheiten im unteren Wangenbereich für die Leber und den Magen. Die mittleren Wangen stehen im Zusammenhang mit dem Atmungssystem.
- Mund: Entstehen Unreinheiten vermehrt um den Mund herum, ist das ein Hinweis auf ein Problem mit dem Magen oder den Verdauungsorganen.
- Kinn und Kiefer: Hormonelle Schwankungen machen sich laut TCM durch Pickel am Kinn bemerkbar.