Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von heftigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen und anderen Symptomen begleitet sein kann. Viele Betroffene suchen nach alternativen Behandlungsmethoden, um ihre Beschwerden zu lindern. Heilsteine werden seit Jahrhunderten für ihre vermeintlichen heilenden Eigenschaften eingesetzt und erfreuen sich auch bei Migränepatienten großer Beliebtheit. Doch was steckt wirklich dahinter? Können Heilsteine tatsächlich bei Migräne helfen oder handelt es sich lediglich um einen Placebo-Effekt?
Was sind Heilsteine?
Heilsteine sind Edel- oder Halbedelsteine, denen aufgrund ihrer Zusammensetzung, Farbe und Struktur eine besondere Wirkung auf Körper und Geist zugeschrieben wird. Die Lehre von der Heilkraft der Steine, auch Steinheilkunde genannt, ist sehr alt und findet sich in verschiedenen Kulturen und Epochen wieder. So nutzten bereits die alten Ägypter, Griechen und Römer Steine für medizinische Zwecke und glaubten an ihre heilende Wirkung. Auch Hildegard von Bingen, eine berühmte mittelalterliche Gelehrte, beschrieb die Wirkung bestimmter Steine und nutzte sie in ihrer Steinheilkunde.
Wie wirken Heilsteine?
Die genaue Wirkungsweise von Heilsteinen ist wissenschaftlich nicht belegt. Esoteriker gehen davon aus, dass Heilsteine Schwingungen aussenden, die auf den menschlichen Körper wirken und so Blockaden lösen, Energien harmonisieren und Selbstheilungskräfte aktivieren können. Die Farben der Steine sollen dabei eine wichtige Rolle spielen, da jede Farbe eine bestimmte Energie und Wirkung haben soll. So wird beispielsweise dem blauen Saphir eine beruhigende und konzentrationsfördernde Wirkung zugeschrieben, während der rote Karneol für Energie und Vitalität stehen soll.
Welche Heilsteine werden bei Migräne empfohlen?
Es gibt eine Vielzahl von Heilsteinen, die bei Migräne empfohlen werden. Zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Steinen gehören:
Amethyst: Der Amethyst gilt als einer der wichtigsten Heilsteine bei Kopfschmerzen und Migräne. Er soll beruhigend auf die Nerven wirken, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und zu einem erholsamen Schlaf verhelfen. Einige Anwender berichten, dass der Amethyst auch bei Übelkeit und Erbrechen helfen kann, die oft mit Migräne einhergehen.
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Rosenquarz: Der Rosenquarz ist vor allem als Stein der Liebe und des Herzens bekannt. Er soll jedoch auch bei Migräne helfen, indem er das Herz mit ausreichend Sauerstoff versorgt und so Spannungen und Stress abbaut, die Migräneanfälle auslösen können. Zudem wird dem Rosenquarz eine beruhigende Wirkung auf die Psyche zugeschrieben, die bei der Bewältigung von Migräne hilfreich sein kann.
Bergkristall: Der Bergkristall gilt als Universalheilstein und soll eine reinigende, klärende und harmonisierende Wirkung haben. Er soll helfen, Energieblockaden aufzulösen, das Nervensystem zu beruhigen und den Kreislauf zu stabilisieren. Einige Anwender berichten, dass der Bergkristall auch bei Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Rückenschmerzen lindernd wirken kann, die oft im Zusammenhang mit Migräne auftreten.
Howlith: Der Howlith ist ein meist schneeweißer Stein mit grauen, schwarzen oder dunkelbraunen Adern. Er soll Kopfschmerzen und Migräne lindern, das Gleichgewicht verbessern und vor unüberlegten Gefühlsausbrüchen bewahren. Zudem wird dem Howlith eine positive Wirkung auf den Kalziumspiegel und bei Schlaflosigkeit zugeschrieben.
Magnesit: Es gibt auch ganz weißen Magnesit. Die Wirkung soll so sein, wie beim Magnesit, den wir alle kennen. Man ist gespannt auf die Wirkung.
Rhodochrosit: Manche Migränepatienten schwören auf den Rhodochrosit.
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Wie werden Heilsteine bei Migräne angewendet?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Heilsteine bei Migräne anzuwenden. Einige tragen die Steine als Schmuck am Körper, beispielsweise als Kette, Armband oder Anhänger. Empfohlen wird, Heilsteine direkt auf der Haut zu tragen, da so die Energie der Steine besser aufgenommen werden soll. Allerdings verträgt nicht jeder diese Tragevariante. Manche Nutzer klagen über Herzrasen oder Atemnot. Spürt der Träger, dass der Stein oder die Kette unangenehm und schwer an, zählt er zum empfindsamen Personenkreis und sollte die Tragevariante ändern.
Eine andere Möglichkeit ist das Auflegen der Steine auf bestimmte Körperstellen, beispielsweise auf die Stirn, die Schläfen oder den Nacken. Auch das Trinken von Heilsteinwasser, das durch das Einlegen von Steinen in Wasser hergestellt wird, ist eine beliebte Anwendungsmethode. Darüber hinaus werden Heilsteine auch in der Massage eingesetzt, um Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.
Was ist bei der Anwendung von Heilsteinen zu beachten?
Vor der Anwendung von Heilsteinen sollte man sich gründlich über die verschiedenen Steine und ihre Wirkungen informieren. Es ist wichtig, den richtigen Stein für die individuellen Beschwerden auszuwählen und die Anwendungshinweise zu beachten. Zudem sollten Heilsteine regelmäßig gereinigt und aufgeladen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
Die Reinigung kann unter fließendem Wasser, mit Salz oder in einer Amethyst-Druse erfolgen. Zum Aufladen eignen sich Sonnenlicht, Mondlicht oder das Auflegen auf einen Bergkristall.
Es ist wichtig zu beachten, dass Heilsteine keineAllheilmittel sind und eine ärztliche Behandlung bei Migräne nicht ersetzen können. Sie können jedoch eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Therapie sein und dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.
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Wissenschaftliche Erkenntnisse und Kritik
Die Wirksamkeit von Heilsteinen ist wissenschaftlich umstritten. Es gibt kaum Studien, die die heilende Wirkung von Steinen belegen. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die positive Wirkung von Heilsteinen auf den Placebo-Effekt zurückzuführen ist. Das bedeutet, dass die Anwender aufgrund ihres Glaubens an die heilende Wirkung der Steine eine Verbesserung ihrer Beschwerden erfahren, obwohl die Steine selbst keine medizinische Wirkung haben.
Trotz der fehlenden wissenschaftlichen Beweise gibt es viele Menschen, die von der Wirkung von Heilsteinen überzeugt sind und positive Erfahrungen damit gemacht haben. Ob Heilsteine bei Migräne helfen oder nicht, ist letztendlich eine individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss.