Heilkräuter und natürliche Inhaltsstoffe erfreuen sich großer Beliebtheit bei Menschen, die unter Schlafstörungen, Angstzuständen, innerer Unruhe oder depressiven Verstimmungen leiden und leichte Symptome auf natürliche Weise lindern möchten. Viele Betroffene schwören auf die Wirkung von Helmkraut. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Helmkraut, seine potenziellen Auswirkungen auf Epilepsie, seine beruhigenden Eigenschaften und seine Verwendung in verschiedenen Kulturen und medizinischen Traditionen.
Helmkraut: Eine Pflanze mit vielfältigen Anwendungen
Helmkraut, wissenschaftlich als Scutellaria lateriflora bekannt, ist eine Pflanze, die traditionell zur Linderung von Angstzuständen und Stress eingesetzt wird. Eine Doppelblindstudie der University of Westminster untersuchte die Wirkung von Helmkraut auf gesunde Probanden. Obwohl die Studie keinen signifikanten Unterschied in der Ängstlichkeit nach dem Beck Anxiety Inventory (BAI) feststellen konnte, wurde eine deutliche Besserung der allgemeinen Stimmung beobachtet, ohne negative Auswirkungen auf Antrieb oder Kognition.
Helmkraut in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) seit fast zweitausend Jahren verwendet. Es wird als entgiftend, harntreibend, antibakteriell, kühlend, beruhigend, krampflösend, zerteilend und verdauungsfördernd beschrieben. Auch das bärtige Helmkraut spielt dort eine Rolle in der ergänzenden Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten wie Krebs und Hepatitis.
Weitere Einsatzbereiche von Helmkraut
- Angst und Unruhe: Helmkraut kann bei Angst- und Unruhezuständen eine Besserung des Allgemeinbefindens bewirken.
- Epilepsie: Helmkraut wird oft bei Epilepsie eingesetzt, da es beruhigend auf das Zentralnervensystem wirkt.
- Schlafstörungen: Helmkraut kann bei Schlafstörungen helfen.
- Muskelkrämpfe: Helmkraut kann Muskelkrämpfe und -zuckungen reduzieren.
- Stress: Helmkraut kann bei Stresssituationen helfen und bei Hunden, die zu Übersprungshandlungen oder aggressivem Verhalten neigen, eingesetzt werden.
Die Inhaltsstoffe von Helmkraut
Baikal-Helmkraut enthält viele Wirksubstanzen, besonders in den Wurzeln, aus denen ein Extrakt gewonnen werden kann. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Krauts sind die Flavonoide Scutellarin, Baicalin, Wogonin sowie ätherische Öle, Gerbstoffe und Harze.
- Scutellarin: Ein gelber Pflanzenfarbstoff.
- Wogonin: Hat entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften.
- Baicalin: Ebenfalls ein gelber Pflanzenfarbstoff in der Wurzel des Krauts. Bei Laborexperimenten wurde eine antioxidative Wirkung von Baicalin auf freie Radikale in den Zellen von Fadenwürmern nachgewiesen.
Helmkraut und Epilepsie
Helmkraut wird traditionell bei Epilepsie eingesetzt. Die beruhigende Wirkung auf das Zentralnervensystem und die krampflösenden Eigenschaften könnten potenziell dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von epileptischen Anfällen zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Helmkraut bei Epilepsie begrenzt ist und weitere Forschung erforderlich ist, um diese traditionelle Anwendung zu bestätigen.
Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?
Helmkraut als Teil eines umfassenden Therapieansatzes
Es ist entscheidend zu betonen, dass Helmkraut bei Epilepsie nicht als alleinige Therapie betrachtet werden sollte. Epilepsie ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die in der Regel eine umfassende medizinische Behandlung erfordert, die von einem Arzt oder Neurologen verschrieben wird. Helmkraut kann jedoch in Absprache mit einem Arzt als ergänzende Therapie in Betracht gezogen werden, um die konventionelle Behandlung zu unterstützen und möglicherweise die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie zu verbessern.
Weitere Heilkräuter für die Psyche
Neben Helmkraut gibt es noch weitere Heilkräuter, die positive Auswirkungen auf die Psyche haben können:
- Safran: Wirkt antidepressiv, antioxidativ, entzündungshemmend, modulierend auf die HPA-Achse und neuroprotektiv. Kann bei leichten bis mittelschweren Depressionen helfen.
- Baldrian: Verhilft zu mehr innerer Ruhe und Konzentration. Die Inhaltsstoffe wirken auf den Botenstoff GABA.
- Hopfen: Regt den Stoffwechsel an und steigert das Wohlbefinden.
- Johanniskraut: Reguliert die Verfügbarkeit der Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Melatonin.
- Kava Kava: Wirkt angsthemmend ohne die Nebenwirkungen von Benzodiazepinen.
- Lavendel: Fördert die Entspannung durch seine ätherischen Öle.
- Melisse: Wirkt mental ausgleichend und hilft, sanft zu mehr innerer Ruhe und Entspannung zu finden.
- Passionsblume: Wird bei Ängsten, innerer Unruhe, Erschöpfungssymptomen und Schlafproblemen eingesetzt.
- Rosmarin: Stärkt die Gehirnfähigkeiten, wirkt gedächtnisfördernd und unterstützt die Stressresistenz.
Homöopathische Mittel und ihre Anwendung
Homöopathische Mittel werden aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere empfohlen. Für die Selbstbehandlung werden meist die Potenzen D6 - D12 empfohlen. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Beispiele für homöopathische Mittel
- Passiflora incarnata Globuli: Wird aus der Tinktur der Passionsblume hergestellt und wirkt auf das Gehirn und das Nervensystem.
- Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat): Hat eine starke Wirkung auf das Nervensystem und hilft bei nervlicher Schwäche und Erschöpfung.
- Avena sativa (Hafer): Besitzt eine besondere Wirkung auf das Gehirn und das Nervensystem und wird bei Schwächezuständen und Schlafstörungen eingesetzt.
- Alfalfa (Echte Luzerne): Eine Arznei bei Verminderung der geistigen und körperlichen Spannkraft.
- Scutellaria laterifolia (Helmkraut): Eine Arznei bei nervöser Furcht, Schlaflosigkeit und Muskelzucken.
Pfingstrose (Paeonia) als Heilpflanze
Die Pfingstrose, insbesondere Paeonia lactiflora, hat eine lange Tradition als Heilmittel. Sie enthält Gerbstoffe, Phenole, Flavonoide und Isoflavone. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das Monoterpenester-Glykosid Paeoniflorin. Studien haben gezeigt, dass Paeoniflorin eine nervenschützende Wirkung bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer hat. Es hemmt Entzündungen und den programmierten Zelltod im Gehirn. Zudem kann es bei Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Durchblutungsstörungen und diabetischer Neuropathie eingesetzt werden.
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Heilkräutern
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Heilkräutern individuell unterschiedlich sein kann. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Heilkräuter sollten nicht als Ersatz für eine konventionelle medizinische Behandlung betrachtet werden, sondern können diese ergänzen.
Lesen Sie auch: Cortison-Therapie bei Epilepsie im Detail
Vorsicht bei Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sollten bestimmte Heilkräuter, wie z.B. Helmkraut, vermieden werden. Es ist ratsam, vor der Einnahme von Heilkräutern während der Schwangerschaft immer einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
Lesen Sie auch: Ein umfassender Leitfaden zur idiopathischen generalisierten Epilepsie