Ein vorgeburtlicher Schlaganfall kann schwerwiegende Folgen für das betroffene Kind haben, darunter die Entwicklung einer Hemiparese. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Hemiparese nach einem vorgeburtlichen Schlaganfall, um Betroffenen und ihren Familien ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Erkrankung zu ermöglichen.
Was ist eine Hemiparese?
Die Hemiparese, abgeleitet von den griechischen Wörtern "hemi" (halb) und "páresis" (Erschlaffung), beschreibt eine unvollständige oder leichte Halbseitenlähmung. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das als Folge verschiedener Grunderkrankungen auftritt. Betroffen ist jeweils eine Körperseite, entweder die rechte oder die linke, was zu erheblichen Bewegungseinschränkungen führt. Im Deutschen wird Epilepsie häufig auch als „Fallsucht“ oder als „Krampfleiden“ beschrieben, weil dies treffend beschreibt, wie sich die Krankheit meistens äußert: Die Muskeln ziehen sich krampfartig zusammen, der Betroffene zuckt und hat vorübergehend keine Kontrolle mehr über seinen Körper bzw. einzelne Gliedmaßen. Es gibt allerdings auch Anfallsformen, die von Außenstehenden oft nicht als solche erkannt werden. Bei der sogenannten „Absence“ (dt. Abwesenheit) wirkt der Betroffene zum Beispiel ruhig, ist aber in diesem Augenblick nicht bei normalem Bewusstsein und nicht ansprechbar.
Ursachen eines vorgeburtlichen Schlaganfalls und Hemiparese
Jede Hemiparese ist auf eine Schädigung eines begrenzten Areals in einer Gehirnhälfte zurückzuführen. Dabei ist immer die der betroffenen Körperseite gegenüberliegende Gehirnhälfte geschädigt. Die spiegelverkehrten Ausfälle sind dadurch erklärbar, dass eine Gehirnhälfte immer die Muskulatur der gegenüberliegenden Körperseite steuert.
Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn, meist aufgrund eines Blutgerinnsels oder einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dadurch wird das betroffene Hirngewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zum Absterben der Nervenzellen und damit zu einer Hemiparese führt. Ein weiterer möglicher Auslöser sind Hirnblutungen, bei denen es durch das Platzen eines Blutgefäßes zu einer Einblutung ins Gehirngewebe kommt. Diese Blutansammlungen erhöhen den Druck im Schädel und können ebenfalls die Funktion der Nervenzellen stören oder zerstören.
Genetische Faktoren können die Entstehung von unvollständigen Halbseitenlähmungen ebenso begünstigen. Solche Hemiparesen entwickeln sich bereits während der Schwangerschaft und sind daher angeboren. Die betroffenen Babys kommen dann mit einem gelähmten Arm oder Bein zur Welt. Auch vorgeburtliche Komplikationen sowie Gehirnblutungen und entzündliche Erkrankungen des Embryos können eine angeborene Hemiparese verursachen.
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Risikofaktoren und mögliche Ursachen im Mutterleib
Die Ursachen für einen Schlaganfall im Mutterleib sind vielfältig und oft nicht eindeutig zu klären. Einige mögliche Faktoren umfassen:
- Gerinnungsstörungen der Mutter: Diese können zu Blutgerinnseln in der Plazenta oder im kindlichen Kreislauf führen.
- Infektionen während der Schwangerschaft: Bestimmte Infektionen können Entzündungen im Gehirn des Fötus verursachen und so einen Schlaganfall auslösen.
- Plazentainsuffizienz: Eine unzureichende Versorgung des Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen kann zu Hirnschäden führen.
- Herzfehler beim Kind: Angeborene Herzfehler können das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
- Traumatische Ereignisse: Selten können auch Unfälle oder andere traumatische Ereignisse während der Schwangerschaft einen Schlaganfall beim Kind verursachen.
Symptome und Diagnose
Eine Hemiparese manifestiert sich in erster Linien in Lähmungen der Extremitäten der rechten oder linken Körperhälfte. Abhängig von der Lokalisation des geschädigten Hirnareals ist entweder ein Bein oder ein Arm betroffen. Die Lähmung führt zu erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit, da Gehen und Laufen oder das Heben und Bewegen von Gegenständen nicht mehr möglich sind. In rund dreißig Prozent aller Fälle entwickeln die Patienten auch Spastiken in den betroffenen Extremitäten. Die Bewegungen finden dann überschießend oder unkoordiniert statt, da die Muskelspannung der betroffenen Körperhälfte durch die Störungen der Reizweiterleitung zu schwach oder zu stark ausgeprägt ist. Ist nur der Arm betroffen, kann der Patienten weiterhin stehen und sich fortbewegen. Dennoch leiden viele Menschen mit einer Hemiparese an erheblichen Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsproblemen. Hinzu kommen oft Sensibilitätsstörungen in den betroffenen Gliedmaßen. Die Patienten können dann Schmerzen oder Temperatureinwirkungen auf der Haut nur mehr ungenau wahrnehmen. Vor allem nach einem Schlaganfall sind oft nicht nur Extremitäten, sondern auch die Gesichtsmuskeln betroffen. Bei dieser Ausprägung handelt es sich um eine sogenannte Faszialisparese, die sich in Lähmungen einer Gesichtshälfte bemerkbar macht. Die Betroffenen können die Muskeln in bestimmten Gesichtsbereichen nicht mehr kontrollieren, wodurch es zu Einschränkungen in der Mimik kommt. Diese sind in Form von eingefallenen oder hängenden Gesichtszügen deutlich zu erkennen. Sind auch die Lippen und die Zunge beteiligt, können Probleme in der Artikulation die Folge sein. Neben Sprachstörungen, einem verlangsamten Sprechen und der Unfähigkeit, zu lächeln und beide Mundwinkel symmetrisch zu bewegen, leiden die Patienten auch daran, dass ihnen Speichel aus dem Mund tropft, ohne dass sie dies bemerken oder kontrollieren können. Es ist zudem möglich, dass auch jene Muskeln, die für die Bewegungen der Augäpfel zuständig sind, nicht mehr ausreichend funktionieren. Dies kann zu verschwommenem Sehen oder Doppelbildern führen. Sind größere Hirnareale geschädigt, geht eine Hemiparese mitunter auch mit Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit einher. Kinder, die unter einer angeborenen Hemiparese leiden, entwickeln sich jedoch in geistiger Hinsicht meist völlig normal.
Erkennung erster Anzeichen
Die Diagnose einer Hemiparese beginnt meist mit einer ausführlichen klinischen Untersuchung, bei der der Arzt die Muskelkraft, Koordination und Reflexe testet. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) sind entscheidend, um die genaue Ursache der Hemiparese zu identifizieren und den Ort sowie das Ausmaß der Hirnschädigung festzustellen. Zusätzlich können weitere Tests wie Blutuntersuchungen, Elektroenzephalographie (EEG) oder Lumbalpunktion durchgeführt werden, um Infektionen, Entzündungen oder andere begleitende Erkrankungen auszuschließen.
- Verzögerte motorische Entwicklung: Kinder mit Hemiparese erreichen möglicherweise bestimmte motorische Meilensteine später als ihre Altersgenossen.
- Einseitige Nutzung der Hände: Eine bevorzugte Nutzung einer Hand gegenüber der anderen kann ein Hinweis sein.
- Ungewöhnliche Körperhaltung: Eine asymmetrische Körperhaltung oder Bewegungsmuster können auf eine Hemiparese hindeuten.
- Muskelsteifigkeit oder -schwäche: Betroffene Extremitäten können steif oder schwach erscheinen.
Diagnostische Verfahren
- Neurologische Untersuchung: Beurteilung der Muskelkraft, Reflexe, Koordination und Sensibilität.
- Bildgebende Verfahren: MRT und CT-Scans des Gehirns, um Schädigungen zu erkennen und die Ursache der Hemiparese zu identifizieren.
- Elektroenzephalographie (EEG): Messung der Hirnströme, um epileptische Aktivität auszuschließen oder zu bestätigen.
- Entwicklungsdiagnostik: Beurteilung des Entwicklungsstandes des Kindes, um den Förderbedarf zu ermitteln.
Behandlungsmöglichkeiten
Wird im Rahmen einer neurologischen Untersuchung eine unvollständige Halbseitenlähmung diagnostiziert, kommen abhängig von den Auslösern verschiedene Behandlungsmethoden zur Anwendung. Nach einem Schlaganfall muss zunächst eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, um die Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Dazu stehen blutverdünnende Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen wie etwa Tenecteplase zur Verfügung. Liegt der Hemiparese eine entzündliche Erkrankung zugrunde, erfolgt deren medikamentöse Behandlung abhängig vom Erreger als Gabe von Virostatika oder Antibiotika. Operative Maßnahmen kommen zum Einsatz, wenn verletzungsbedingte Blutungen im Gehirn vorliegen oder ein Tumor Auslöser der Halbseitenlähmung ist. Bei Tumorerkrankungen können die behandelnden Ärzte auch eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie einleiten. Im Anschluss an die Akutbehandlung wird ein interdisziplinäres Rehabilitationsprogramm konzipiert, das darauf abzielt, die Bewegungsfähigkeit des Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen. Abhängig von den Einschränkungen und den betroffenen Körperbereichen stützt sich die Behandlung auf physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen. Das ganzheitliche und interdisziplinäre Bobath-Konzept ist heute die Therapieform erster Wahl. Es bewirkt bei vielen Patienten eine Anbahnung angepasster beidseitiger Bewegungsabläufe, eine Normalisierung des Muskeltonus und der Wahrnehmung der eigenen Körperfunktionen sowie die Wiederherstellung einer intakten Mund-, Schluck-, Zungen- und Gesichtsmotorik. In vielen Fällen zeigt eine Bewegungstherapie vor allem nach Schlaganfällen bereits innerhalb einiger Monate deutliche Erfolge. Die Betroffenen lernen durch gezielte Übungen, die Muskulatur im Rahmen alltäglicher Bewegungen bewusst zu trainieren. Auch die Forced Used Therapie und die Anwendung von Orthesen haben sich in der Behandlung von Hemiparesen erfolgreich bewährt. In der Ergotherapie steht das Trainieren der Feinmotorik im Vordergrund, damit alltägliche Handlungen geübt und dadurch ein gewisses Maß an Selbständigkeit wiedererlangt werden. Eine intensive logopädische Betreuung ermöglicht den Patienten, die Lippen- und Zungenmuskulatur wieder gezielt zu nutzen, um Laute zu bilden und sich sprachlich verständigen zu können. Eine Hemiparese, die von einer Spastik begleitet wird, erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Medizinern. Zusätzlich zum individuell erarbeiteten Therapie-Konzept können die behandelnden Ärzte Botox in die betroffenen Muskelregionen injizieren. Dies führt zu einer Entspannung der Muskulatur, bewirkt eine Linderung der spastischen Schübe und erleichtert die Arbeit der Ergotherapeuten. Menschen, die aufgrund einer Hemiparese Depressionen oder Ängste entwickeln, werden zusätzlich psychotherapeutisch betreut. Dies ist nicht nur für die Wiederherstellung der seelischen Gesundheit notwendig, sondern fördert auch die Motivation der Patienten und beeinflusst dadurch den Erfolg des interdisziplinären Therapie-Konzeptes.
Frühintervention
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen, die Auswirkungen der Hemiparese zu minimieren. Frühintervention umfasst in der Regel:
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- Physiotherapie: Förderung der motorischen Entwicklung, Verbesserung der Muskelkraft und Koordination.
- Ergotherapie: Training von Alltagsfähigkeiten, Verbesserung der Feinmotorik und sensorischen Integration.
- Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
- Bobath-Therapie: Ein spezielles Therapiekonzept, das darauf abzielt, normale Bewegungsabläufe zu fördern und Spastiken zu reduzieren.
- Vojta-Therapie: Eine weitere Therapieform, die Reflexbewegungen nutzt, um die Muskelaktivität zu verbessern.
Weitere therapeutische Ansätze
- Orthesen: Spezielle Schienen oder Bandagen, die die betroffenen Gliedmaßen stabilisieren und unterstützen.
- Botulinumtoxin-Injektionen (Botox): Zur Reduktion von Spastiken.
- Neuropsychologische Therapie: Bei Bedarf, zur Behandlung von kognitiven oder emotionalen Problemen.
- Elternberatung und -schulung: Unterstützung der Eltern im Umgang mit der Erkrankung ihres Kindes.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Begleiterkrankungen und Komplikationen der Hemiparese.
- Antiepileptika: Bei Auftreten von Epilepsie, um Anfälle zu kontrollieren. Studien zeigen, dass etwa 20 bis 25 Prozent der schlaganfallbetroffenen Kinder und Jugendlichen eine Epilepsie entwickeln. Wichtig zu wissen: Das Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie ist bei Kindern, die sehr früh einen Schlaganfall erleiden, deutlich höher. Gemeint ist damit die Zeit von vor der Geburt bis etwa einen Monat nach der Geburt. Am häufigsten tritt die Epilepsie in den ersten sechs Monaten nach dem Schlaganfall auf. Allerdings bleibt das Epilepsie-Risiko nach einem Schlaganfall im Kindes- oder Jugendalter bis zum 20. Lebensjahr erhöht. Eine aktive Epilepsie kann sich auf die geistige Entwicklung des betroffenen Kindes negativ auswirken. Untersuchungen zeigen, dass sich Kinder und Jugendliche nach einem Schlaganfall rund um die Geburt kognitiv ganz normal entwickeln können, wenn sie keine Epilepsie haben. Denn die gesunde Gehirnhälfte kompensiert die Schäden der Gegenseite (Neuroplastizität). Durch eine aktive Epilepsie ist diese Kompensationsfähigkeit aber deutlich verringert, denn die gesunde Hirnhälfte wird durch die Überleitung von störender epileptischer Aktivität beeinträchtigt. Ziel einer passenden Behandlung ist es, diese negativen Einflüsse auf das sich entwickelnde kindliche Gehirn zu vermindern oder zu stoppen. In der Regel kommen bei einer Epilepsie nach einem Schlaganfall im Kindes- oder Jugendalter entweder eine medikamentöse oder eine operative Behandlung in Frage. Einem großen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen (ca. 70 Prozent) helfen die Medikamente, die Epilepsie zu kontrollieren und dauerhaft anfallsfrei zu leben. Bei ca. einem Drittel der Patientinnen und Patienten gelingt aber keine langfristige Stabilisierung der Epilepsie. Hier spricht die Medizin von einer sogenannten therapiefraktären Epilepsie. Therapierefraktär bedeutet, dass sich eine Epilepsie auch nach dem Einsatz von zwei passend ausgewählten und ausreichend hoch dosierten Medikamenten nicht stabilisieren lässt. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, wenn Eltern ihr Kind in einem Epilepsiezentrum vorstellen. Hier wird geprüft, ob eine Operation in Frage kommt.Vereinfacht gesagt, verfolgt das Konzept der Epilepsiechirurgie das Ziel, den anfallsauslösenden Herd im Gehirn zu entfernen und so die Epilepsie dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Anfallsauslösende Herde sind nach einem kindlichen Schlaganfall meist ausgedehnte Narben in der betroffenen Hirnhälfte. Um die Epilepsie dauerhaft zu kontrollieren und die gesunde Gehirnhälfte zu schützen, werden in der empfohlenen Operation alle Nervenverbindungen der geschädigten Hirnhälfte durchtrennt und die geschädigte Hirnhälfte sozusagen isoliert. Daher nennt man diesen Eingriff Hemisphärenabtrennung (Hemisphärotomie). Die langjährigen Erfahrungen aus vielen epilepsiechirurgischen Zentren zeigen, dass die Kinder nach dem Eingriff eine hohe Chance auf ein anfallsfreies Leben ohne Medikamente haben. Zwischen 80 und 90 Prozent der operierten Kinder werden anhaltend anfallsfrei. Und durch die operative Unterbrechung der störenden Impulse aus der geschädigten Gehirnhälfte verbessert sich ihre kognitive Leistungsfähigkeit. Die Abschätzung der genauen Chancen und Risiken vor einer geplanten Operation ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von spezialisierten pädiatrischen epilepsiechirurgischen Zentren.
- Muskelrelaxantien: Zur Linderung von Muskelspastiken.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf, zur Schmerzkontrolle.
Leben mit Hemiparese
Die Diagnose Hemiparese kann das Leben von Betroffenen stark verändern. Über effektive Behandlungsansätze und wie Sie den Alltag meistern. Die Prognose bei Hemiparese hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache, dem Schweregrad der Schädigung und dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab. Bei frühzeitiger und intensiver Rehabilitation können viele Patienten deutliche Fortschritte erzielen und teilweise ihre Selbstständigkeit wiedererlangen. Die Erholung kann jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern. Genetische Faktoren, das Alter des Patienten, die allgemeine Gesundheit und die Motivation spielen eine wichtige Rolle bei der Genesung. Jüngere Patienten und solche mit einer hohen Therapietreue haben oft bessere Chancen auf eine vollständige oder teilweise Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit.
Herausforderungen im Alltag
Menschen mit Hemiparese können im Alltag mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sein:
- Eingeschränkte Mobilität: Schwierigkeiten beim Gehen, Laufen und Treppensteigen.
- Probleme bei der Feinmotorik: Schwierigkeiten beim Greifen, Halten und Manipulieren von Gegenständen.
- Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten: Probleme beim Sprechen, Verstehen und Ausdrücken von Gedanken.
- Soziale und emotionale Belastungen: Isolation, Frustration und Depressionen.
Unterstützung und Hilfsmittel
- Gehhilfen: Gehhilfen, Rollstühle, Treppenlifte und spezielle Bestecke können den Alltag erheblich erleichtern.
- Wohnraumanpassungen: Das Entfernen von Stolperfallen und der Einbau von Haltegriffen im Bad erhöhen die Sicherheit.
- Ergotherapeutische Hilfsmittel: Spezielle Geräte und Werkzeuge, die die Selbstständigkeit im Alltag unterstützen.
- Kommunikationshilfen: Bei Sprachschwierigkeiten können elektronische Kommunikationsgeräte oder Gebärdensprache hilfreich sein.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Mut machen und praktische Tipps liefern.
- Psychologische Begleitung: Professionelle Unterstützung kann helfen, die psychischen Belastungen zu bewältigen.
Fortschritte in der Forschung
Neueste therapeutische Ansätze nutzen die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen, um verlorene Funktionen wiederzuerlangen. Roboter und KI-basierte Systeme unterstützen die Physiotherapie und ermöglichen gezieltes, intensives Training. Exoskelette helfen Patienten, stehende und gehende Bewegungen zu üben und zu verbessern. Kontinuierliche Forschung und klinische Studien tragen dazu bei, die Behandlungsmöglichkeiten für Hemiparese zu erweitern und zu verbessern. Neue Ansätze wie Stammzelltherapien und fortschrittliche Rehabilitationsmethoden bieten Hoffnung für die Zukunft.
Erfahrungen von Betroffenen und Familien
Die Geschichten von Familien, die mit einem vorgeburtlichen Schlaganfall und Hemiparese konfrontiert sind, zeigen die Herausforderungen, aber auch die Erfolge und die Stärke, die aus dieser Situation erwachsen können.
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Annikos Geschichte
Anniko, die Mutter eines 10-jährigen Sohnes, berichtet, dass ihr Sohn einen intrauterinen Schlaganfall erlitt. Dies geschah etwa 3 Wochen vor der Geburt und wurde erst zur Geburt festgestellt. Die Diagnose lautete spastische Hemiparese links. Trotz allem entwickelte sich ihr Kind altersgerecht und besuchte Regel-Krippe, Regel-Kita, die Grundschule und ist mittlerweile stolzer Realschüler. Im Alter von 8 Jahren erhielt er die Diagnose „strukturelle Epilepsie“. Seitdem ist er auf das Medikament Apydan extent 300mg eingestellt.
Ramo's Geschichte
Ramo's Tochter hatte 2017 im Alter von 11 Jahren eine Hirnblutung aufgrund einer Anomalie der Blutgefäße im Gehirn und anschließend noch einen Schlaganfall. Sie leidet ebenfalls an einer spastischen Hemiparese links, ist aber dank intensiver Therapie und Eigentraining in der Lage, Daumen und Zeigefinger bewusst anzusteuern. Leider hat sie 2021 eine fokale Epilepsie entwickelt, die medikamentös eingestellt wurde.
Nicks Geschichte
Nick hatte auch einen vorgeburtlichen Schlaganfall und dadurch eine rechtsseitige Hemi. Nach mehreren nächtlichen Krampfanfällen im Kleinkindalter ist er nun schon seit Jahren auf Apydan eingestellt.
Diese Geschichten machen Mut und zeigen, dass ein erfülltes Leben mit Hemiparese möglich ist.
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