Herzfehler, Hirnblutung und deren Zusammenhang: Symptome und Risikofaktoren

Ein Schlaganfall ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die oft mit Herzproblemen in Verbindung steht. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Herzfehlern, insbesondere Vorhofflimmern, und dem Risiko einer Hirnblutung oder eines Schlaganfalls. Außerdem werden Symptome, Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen erläutert, um das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen.

Einführung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Es ist daher wichtig, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Herzerkrankungen und ihren potenziellen Auswirkungen auf das Gehirn zu verstehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Vorhofflimmern, einer häufigen Herzrhythmusstörung, die oft unentdeckt bleibt und das Schlaganfallrisiko erheblich erhöhen kann.

Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko

Ein Viertel der Schlaganfälle in Deutschland ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Viele Betroffene wissen jedoch nichts von ihrer Herzrhythmusstörung, da sie nicht immer mit spürbaren Beschwerden einhergeht. Nur etwa die Hälfte der 1,8 Millionen Patienten mit Vorhofflimmern verspürt Symptome wie Herzstolpern, Herzrasen, Druckgefühl im Brustkorb, Angst, Luftnot, Schwindel oder Leistungsschwäche. Bei der anderen Hälfte verläuft Vorhofflimmern untypisch oder symptomlos.

Risikogruppen und Prävention

Ältere Menschen ab 60 Jahren, insbesondere mit zusätzlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und koronarer Herzkrankheit, haben ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern. Regelmäßige Pulsmessungen werden empfohlen, um Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen. Ein Puls über 100 Schläge pro Minute oder ein unregelmäßiger Puls sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Symptome und Warnsignale

Nicht immer kündigt sich ein Schlaganfall plötzlich an. Oft treten bereits Tage oder Wochen vorher einzelne Symptome auf, die jedoch nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Diese "Vorboten", sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA), äußern sich meist durch ähnliche Symptome wie ein Schlaganfall, verschwinden aber schnell wieder. Zu den Warnsignalen gehören:

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  • Lähmungserscheinungen auf einer Körperhälfte
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen

Wer eines dieser Symptome bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Behandlung und Risikovorsorge

Die wichtigste Maßnahme nach der Diagnose Vorhofflimmern ist die Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten ("Blutverdünner"), um die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen zu verhindern. Diese Gerinnsel können andernfalls ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall verursachen.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie ist es wichtig, die Grunderkrankungen, die das Vorhofflimmern verursachen können, konsequent zu behandeln. Dazu gehören:

  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzklappenerkrankungen
  • Herzschwäche
  • Myokarditis
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Fettleibigkeit/Übergewicht

Eine gute Einstellung des Blutdrucks ist besonders wichtig, da Bluthochdruck das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zusätzlich erhöht.

Pulsmessung als Präventionsmaßnahme

Herz-Kreislauf-Patienten und gesunde Menschen ab 60 Jahren sollten regelmäßig ihren Puls messen, um ihr Schlaganfallrisiko zu senken. Moderne Blutdruckmessgeräte zeigen oft Unregelmäßigkeiten des Pulses an. Auch "Wearables" oder "Smartwatches" mit Pulsmess- und EKG-Funktion können hilfreich sein, sollten aber von einem Arzt beurteilt werden.

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Persistierendes Foramen Ovale (PFO) und Schlaganfall

Ein persistierendes Foramen ovale (PFO) ist eine angeborene Öffnung zwischen den beiden Herzvorhöfen, die bei etwa einem Viertel der Bevölkerung besteht. Normalerweise verschließt sich diese Öffnung nach der Geburt, bleibt aber bei manchen Menschen offen.

Funktion des Herzens und PFO

Bei einem gesunden Herzen fließt das Blut vom Körper durch den rechten Vorhof in die rechte Herzkammer und dann in die Lunge, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Das sauerstoffreiche Blut gelangt dann in den linken Vorhof, die linke Herzkammer und schließlich in den Körper.

Bei einem offenen Foramen ovale kann sauerstoffarmes Blut direkt vom rechten Vorhof in den linken Vorhof gelangen und sich mit sauerstoffreichem Blut vermischen. Dadurch können auch Blutgerinnsel von der rechten in die linke Herzseite gelangen und ins Gehirn transportiert werden, wo sie einen Schlaganfall verursachen können.

Risikoreduktion bei PFO

Das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit PFO lässt sich durch Medikamente, die die Entstehung von Blutgerinnseln hemmen, oder durch den Verschluss der Öffnung reduzieren. Der PFO-Verschluss erfolgt minimalinvasiv mit einem Implantat (Okkluder), das über einen Katheter in das Herz eingebracht wird.

Indikation für PFO-Verschluss

Ein PFO-Verschluss wird in der Regel nur bei Patienten zwischen 16 und 60 Jahren empfohlen, die bereits einen Schlaganfall unbekannter Ursache erlitten haben. Der Verschluss dient also der Sekundärprävention, um das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu senken.

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Herzinfarkt und Kognitive Beeinträchtigungen

Ein Herzinfarkt kann nicht nur das Herz schädigen, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten haben. Durch die eingeschränkte Blutversorgung des Herzens kann es zu einem hypoxischen Hirnschaden kommen, bei dem Gehirnzellen absterben.

Langzeitfolgen für die Kognition

Auch wenn sich Patienten von einem Herzinfarkt gut erholen, kann es in den folgenden Jahren zu einem beschleunigten geistigen Abbau kommen. Betroffen sind vor allem:

  • Gedächtnisleistung
  • Exekutive Funktionen (Konzentrationsfähigkeit)
  • Globale Kognition (Gesamtleistung des Gehirns)

Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und vaskulärer Demenz, die durch eine unzureichende Blutversorgung des Gehirns entsteht.

Stille Schlaganfälle und Herzstruktur

Stille Schlaganfälle, die oft unbemerkt bleiben, können das Gehirn dauerhaft schädigen. Auch Veränderungen der Herzstruktur nach einem Herzinfarkt können dazu führen, dass kleine Blutgerinnsel ins Gehirn gelangen und die Sauerstoffversorgung verringern.

Prävention und Diagnose

Ab dem 40. Lebensjahr sollte der Blutdruck regelmäßig gemessen werden, insbesondere bei Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder erhöhten Cholesterinwerten. Neurologische Schäden nach einem Herzinfarkt können durch kognitive Tests und bildgebende Verfahren wie CT oder MRT erkannt werden.

Herzgeräusche und Herzfehler im Kindesalter

Herzgeräusche sind zusätzliche Geräusche, die beim Abhören des Herzens mit dem Stethoskop hörbar sind. Sie können harmlos sein, aber auch auf einen Herzfehler oder eine Erkrankung der Herzklappen hinweisen.

Zyanotische Herzfehler

Bei zyanotischen Herzfehlern fließt sauerstoffarmes Blut direkt in den Körperkreislauf, was zu einer Blaufärbung der Haut (Zyanose) führt. Kinder und Jugendliche mit Zyanose sollten daher von einem Kinderkardiologen untersucht werden.

Brustschmerzen im Kindesalter

Brustschmerzen sind bei Kindern und Jugendlichen meist nicht herzbedingt, sondern werden oft durch Probleme der Wirbelsäule, Rippen oder Muskulatur verursacht. Warnsignale, die auf eine Herzerkrankung hindeuten könnten, sind jedoch Fehlanlagen der Herzkranzgefäße, Herzentzündungen und Herzmuskelerkrankungen.

Schwindel und Ohnmachtsanfälle

Plötzlich auftretender Schwindel mit oder ohne Ohnmachtsanfall (Synkope) kann auch durch Herzerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen verursacht werden. Eine Synkope ist ein vorübergehender Bewusstseinsverlust aufgrund einer Mangeldurchblutung des Gehirns. Häufige Ursachen sind Kreislaufprobleme, aber auch Herzerkrankungen können eine Synkope auslösen.

Herzklopfen und Herzrasen

Herzklopfen, Herzstolpern und unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) sind häufige Beschwerden, die zur Vorstellung beim Kinderkardiologen führen. Viele dieser Beschwerden sind harmlos, aber bei bestimmten Symptomen wie Herzrasen aus der Ruhe heraus, Herzstolpern unter Belastung oder Herzstolpern mit Schwindelgefühl sollte eine weitere Abklärung erfolgen.

Bluthochdruck im Kindesalter

Erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) wird bei Kindern und Jugendlichen anhand von alters-, geschlechts- und größenabhängigen Referenzwerten definiert. Die Diagnose sollte durch eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung bestätigt werden. Ein erhöhter Body-Mass-Index (Übergewicht) ist der stärkste Risikofaktor für Hypertonie bei Jugendlichen.

Eingeschränkte Belastungsfähigkeit

Beschwerden, die mit einer Verringerung der Belastungsfähigkeit einhergehen, wie Luftnot unter Belastung, können ebenfalls auf eine Herzerkrankung hindeuten. Eine eingeschränkte Herzfunktion wird als Herzinsuffizienz bezeichnet. Die Ursache kann durch eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) und ein EKG festgestellt werden.

Schlaganfall-Schnelltest (FAST)

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall, der tödlich enden oder zu schweren Behinderungen führen kann. Der Schlaganfall-Schnelltest (FAST) hilft, die Symptome schnell zu erkennen:

  • Face (Gesicht): Hängt ein Mundwinkel herab?
  • Arms (Arme): Kann die Person beide Arme gleichmäßig heben?
  • Speech (Sprache): Ist die Sprache verwaschen oder undeutlich?
  • Time (Zeit): Wenn eines dieser Symptome auftritt, sofort den Notruf 112 wählen!

Ursachen und Arten von Schlaganfällen

Ärzte unterscheiden zwei Hauptarten von Schlaganfällen:

  • Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall): Wird durch einen Gefäßverschluss ausgelöst, der die Durchblutung des Gehirns unterbricht. Ursachen können Thromboembolien oder Arteriosklerose sein.
  • Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall): Wird durch eine Blutung im Gehirn verursacht, entweder direkt im Hirngewebe (intrazerebral) oder zwischen den Hirnhäuten (subarachnoidal). Ursache ist meist ein gerissenes Aneurysma oder Bluthochdruck.

Genetische Ursachen für Herzerkrankungen

Angeborene Herzrhythmusstörungen können genetisch bedingt sein. Etwa jede oder jeder Fünfhundertste wird mit der genetischen Veranlagung für eine Herzerkrankung geboren. Bei familiär gehäuften Ohnmachtsanfällen oder plötzlichen Herztoden ist eine genetische Beratung ratsam.

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