Ein Schlaganfall kommt oft unerwartet und stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden für Angehörige, um die bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten und die Zeit nach dem Schlaganfall zu meistern.
Die erste Phase: Akutversorgung und Krankenhausaufenthalt
Wenn ein Angehöriger einen Schlaganfall erleidet, ist dies ein einschneidendes Erlebnis. Der Anruf, der einen aus dem Alltag reißt, die Fahrt ins Krankenhaus, der Anblick des geliebten Menschen mit Schläuchen und medizinischen Geräten - all das kann überwältigend sein. In dieser Situation ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Zuversicht auszustrahlen.
Ruhe und Zuversicht ausstrahlen
Bereits beim ersten Besuch im Krankenhaus sollten Angehörige Ruhe ausstrahlen. Durch Berührung können sie dem Patient ihre Liebe, Anteilnahme, Verständnis und Fürsorge zeigen. Im Falle einer Sprachstörung können einfache Zeichen der Verständigung dienen. Versuchen Sie, Ihren Angehörigen jeden Tag im Krankenhaus zu besuchen, wenn es Ihre Umstände erlauben. Je öfter, desto besser.
Kommunikation im Krankenhaus
Konzentrieren Sie sich darauf, dass Ihr Angehöriger Sie und Ihre Fürsorge jetzt mehr denn je braucht. Halten Sie die Hand, sprechen Sie ruhige Worte und verströmen Sie Zuversicht. Wenn der Patient nicht selbst reden kann, stellen Sie einfache Fragen, die sich mit einem Kopfschütteln oder Nicken beantworten lassen. Erzählen Sie von positiven Erlebnissen, auch wenn sie belanglos erscheinen. Auch wenn der Patient bewusstlos oder sediert ist, bekommt er mehr mit, als Sie vermuten.
Unterstützung der Genesung
Wenn der Patient bereits ansprechbar und bewegungsfähig ist, unterstützen Sie die Genesung, indem Sie ihn zu beliebten Aktivitäten ermuntern, etwa einem kleinen Spaziergang im Krankenhauspark oder das Hören von Lieblingsliedern. Berücksichtigen Sie dabei den gegenwärtigen Gesundheitszustand: Aufgrund der geistigen und motorischen Einbußen ist wahrscheinlich nichts mehr, wie es vorher war. Trotzdem hilft jede Form der Aktivierung und Zuwendung bei der Regeneration.
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Frühzeitige Planung der Rehabilitation
Erkundigen Sie sich bei den Ärzten frühzeitig nach einer anschließenden Rehabilitation. Je früher diese beantragt wird, desto eher kann sie nahtlos nach dem Klinikaufenthalt erfolgen. Das ist für die Erholung besonders wichtig. Mit dem Antrag hilft Ihnen der Sozialdienst des Krankenhauses. Üblicherweise übernehmen bei Berufstätigen die Kranken- oder die Rentenversicherung die Kosten für die Rehabilitation. Sie können sich auch direkt an diese Einrichtungen wenden.
Begleitung während der Rehabilitation
Vielleicht können Sie Ihren Angehörigen auch in einen stationären Reha-Aufenthalt begleiten, etwa wenn Sie selbst nicht mehr berufstätig sind oder Urlaub nehmen können. Es kann sehr hilfreich sein, wenn er Sie bei sich hat und Sie sich für ihn einsetzen, da Sie im besten Fall die Arztbriefe und Befunde im Detail kennen. Wurden etwa spezifische sprachliche und motorische Defizite bei Ihrem Angehörigen festgestellt, ist es wichtig, dass diese auch in der Klinik oder in den Praxen der ambulanten Rehabilitation trainiert werden.
Aktive Unterstützung während der Rehabilitation
Während der Rehabilitation können und sollen Angehörige die therapeutischen Maßnahmen aktiv unterstützen. Dies ist ein entscheidender Punkt, um Fortschritte bei dem Patient zu erzielen und fördert zudem sein Selbstwertgefühl. Im Gespräch mit den Therapeuten erfahren Angehörige, was sie im Umgang mit dem Schlaganfall-Betroffenen beachten sollten und welche Übungen sinnvoll sind, um den Rehabilitationsprozess zu fördern.
Hartnäckigkeit bei der Kostenübernahme
Manchmal wehren die Kostenträger, nachdem eine erste Rehabilitation erfolgt ist, Anträge zur weiteren Kostenübernahme von Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie ab. Ihr Angehöriger hat jedoch bis zu zwei Jahre nach dem Schlaganfall darauf Anspruch und auch darüber hinaus muss der Bedarf lediglich begründet werden. Bleiben Sie hartnäckig, auch gegenüber dem Neurologen oder behandelnden Arzt, der die Rezepte ausstellt.
Vorbereitung auf die Rückkehr nach Hause
Noch während der ersten Phase der Rehabilitation können Sie sich Gedanken machen, ob das Zuhause Ihres Angehörigen unter Umständen umgebaut werden muss. Vielleicht zeichnet sich bereits ab, dass er keine Treppen mehr steigen kann. Ein Treppenlift könnte hierbei helfen. Auch ein Badewannenlift kann notwendig werden. Türschwellen lassen sich mit einer Rampe überdecken. Wenn Teppiche eine Stolpergefahr darstellen, sollten sie lieber weichen. Neben der Toilette und über der Badewanne lassen sich Haltegriffe montieren. Unter Umständen müssen Sie Hilfsmittel wie einen Rollstuhl oder einen Rollator beantragen.
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Anpassung des Wohnraums
Zudem sollten Angehörige die Zeit nach der Rehabilitation vorbereiten. Dazu gehört die rechtzeitige Beantragung und Beschaffung von Hilfsmitteln ebenso wie Vorbereitungen zu Hause auf die neue Situation. Ist der Patient wieder zu Hause, sollte die Wohnung so gestaltet sein, dass er sich möglichst selbstständig bewegen und agieren kann. Das ist natürlich auch abhängig vom Ausmaß seiner Behinderung.
Gefahrenquellen beseitigen
Zu den größten Gefahrenquellen gehören hohe Türschwellen. Über sie sollten Rampen mit rutschfesten Bodenbelegen gelegt werden. Im Bad sind Haltgriffe am Waschbecken, in der Dusche und an der Toilette wichtig. Das Toilettenpapier muss mit der gesunden Hand erreichbar sein und auf den Boden gehören rutschfeste Matten.
Orientierungshilfen schaffen
Leidet der Patient als Folge des Schlaganfalls unter schweren Hirnleistungsstörungen, sollten möglichst viele Einrichtungsgegenstände an ihrem alten Platz stehen. Pflegebedürftige Patienten sollten alle wichtigen Dinge in ihrer unmittelbaren Nähe haben. Um das Bett herum muss ausreichend Platz sein, um ihn in den Rollstuhl zu heben.
Stimulation der betroffenen Seite
Liegt eine Halbseitenschwäche vor, ist es wichtig, die betroffene Seite zu stimulieren. Der Nachtisch und der Fernseher sollten sich deshalb vorzugsweise auf der durch die Lähmung beeinträchtigten Seite des Patienten befinden. Er wird dadurch automatisch dazu angehalten, mit der geschwächten Seite aktiv zu werden. Nähern Sie sich dem Bett bevorzugt von dieser Seite.
Hilfsmittel und Unterstützung beantragen
Wichtige Tipps haben die Ärzte, die Therapeuten und die Pfleger, aber auch andere Angehörige von Schlaganfallpatienten parat. Auf Antrag des Versicherten stellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung fest, ob der Angehörige pflegebedürftig ist und ermittelt, welche Pflegestufe zutrifft. In diesem Fall können Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen überlegen, wer pflegen kann und soll. Vielleicht können und wollen Sie selbst diesen Dienst an Ihrem Nächsten übernehmen.
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Selbstständigkeit fördern
Kann Ihr Angehöriger weiterhin in den eigenen vier Wänden bleiben, sollte die Wohnung nach seiner Heimkehr im besten Fall so eingerichtet sein, dass er darin selbstständig leben kann. Ist er kognitiv beeinträchtigt, belassen Sie die Einrichtungsgegenstände möglichst an ihrem Ort, das hilft, Erinnerungen wachzurufen und somit eine Brücke zwischen der Zeit vor und nach dem Schlaganfall zu schlagen. Dadurch kann sich der Patient leichter in der alten Umgebung zurechtfinden.
Platz schaffen für die Pflege
Muss er gepflegt werden, sollte es um das Bett herum ausreichend Platz geben, um das Essen zu bringen und ihn in den Rollstuhl zu heben oder anzukleiden. Wenn eine Seite oder einzelne Gliedmaßen einer Seite teilweise oder ganz gelähmt sind, sollten diese angeregt, berührt und bewegt werden. Dabei hilft, Nachttisch, Blumen und das Fernsehgerät auf diese Seite zu stellen, weil dann intuitiv die beeinträchtigte Körperseite angesprochen wird.
Der Alltag zu Hause: Pflege, Unterstützung und Motivation
Eine wichtige Aufgabe der Angehörigen ist es, auf die regelmäßige Einnahme der vom Arzt verordneten Medikamente zu achten. Hilfreich ist dabei, jeden Morgen die über den Tag benötigten Medikamente in Schälchen für die Einnahme morgens, mittags und abends zu legen. Auch Blutdruck, Puls und Blutzucker sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Ernährung sollte fettarm und die Flüssigkeitszufuhr ausreichend sein. Empfohlen werden mindestens 2 Liter am Tag. Zigaretten sind für die Patienten tabu.
Medikamenteneinnahme und Gesundheitskontrolle
Eine wichtige Aufgabe der Angehörigen ist es, auf die regelmäßige Einnahme der vom Arzt verordneten Medikamente zu achten. Hilfreich ist dabei, jeden Morgen die über den Tag benötigten Medikamente in Schälchen für die Einnahme morgens, mittags und abends zu legen. Auch Blutdruck, Puls und Blutzucker sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Ernährung sollte fettarm und die Flüssigkeitszufuhr ausreichend sein. Empfohlen werden mindestens 2 Liter am Tag. Zigaretten sind für die Patienten tabu.
Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
Beim Essen ist eine gerade Sitzhaltung wichtig. Ein Kissen oder eine Decke im Rücken kann dabei die richtige Sitzposition unterstützen und stabilisieren. Gefüttert werden sollte der Patient nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Allerdings ist sicher zu stellen, dass er genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich nimmt, da Austrocknung das Wiederholungsrisiko erhöht.
Förderung von Bewegung und Sport
Wenn es der körperliche Zustand des Patienten zulässt, sollten die Angehörigen ihn motivieren, sich sportlich zu betätigen. Sport führt zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes des Patienten, indem er anregt, Selbstvertrauen schafft und die Lebensfreude steigert. Zudem hilft sportliche Aktivität dabei, die Muskulatur zu stärken und Bewegungsabläufe zu verbessern. Regelmäßig Sport treiben verringert die Risiken für weitere Schlaganfälle.
Reisen mit Schlaganfallpatienten
Auch Reisen sind für Schlaganfall-Patienten möglich. Sie sollten allerdings keinen Extremsituationen ausgesetzt werden. Länder, in denen sehr hohe oder niedrige Temperaturen herrschen, sollten gemieden werden. Vor jeder Reise sollte man sich vergewissern, ob am Urlaubsort eine gute ärztliche Versorgung gewährleistet ist.
Sexualität und Partnerschaft
Für den Lebenspartner ist es wichtig zu wissen, dass ein Schlaganfall die sexuellen Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit des Patienten nicht beeinträchtigt. Allerdings können sich spezielle Medikamente potenzmindernd auswirken. Ist der Blutdruck des Patienten gut eingestellt, besteht keine Gefahr, durch sexuelle Aktivität einen Schlaganfall zu erleiden.
Psychische Unterstützung und Akzeptanz
Ein Schlaganfall kommt für die meisten aus heiterem Himmel und verändert vieles. Diese schwierige Situation darf nicht verdrängt werden, weder von dem Patienten noch von den Angehörigen. Die Krankheit und ihre Folgen müssen angenommen werden und alle Beteiligten müssen sich mit ihr auseinandersetzen.
Hilfe und Unterstützung suchen
Wird der Patient pflegebedürftig oder ist er im alltäglichen Leben durch eine bleibende Behinderung beeinträchtigt, müssen sich auch die Angehörigen an ein neues Leben unter veränderten Bedingungen gewöhnen. Um mit dieser neuen, schwierigen Situation zurecht zu kommen, sollten sich Patienten und Angehörige nicht scheuen, die Hilfe und Unterstützung anderer in Anspruch zu nehmen. Neben dem behandelnden Arzt und den an der Rehabilitation beteiligten Therapeuten sind dies insbesondere auch die Selbsthilfegruppen. Neben Gruppen, in denen sich Schlaganfall-Betroffene und Angehörige getrennt treffen, gibt es auch solche, in die Angehörige und Patienten gemeinsam gehen. In Deutschland gibt es mehr als 350 Selbsthilfegruppen. Sie dienen dem Austausch von Erfahrungen, ermöglichen die gegenseitige Unterstützung bei Problemen und bieten häufig Angebote für die gemeinsame Freizeitgestaltung an.
Kommunikation fördern
Ein Schlaganfall kann die Kommunikationsfähigkeiten beeinträchtigen. Nehmen Sie sich Zeit, um sich mit Ihrem Angehörigen zu unterhalten. Geduld und Verständnis sind dabei besonders wichtig. Fördern Sie soziale Interaktionen, indem Sie Freunde und Familienmitglieder einladen und aktivierende Aktivitäten anbieten. Nehmen Sie dem Angehörigen die Wörter nicht vorweg. Warten Sie stattdessen, bis Ihr Familienmitglied seine Gedanken formuliert hat, auch wenn das einige Zeit dauert. Denken Sie daran: Jeder sprachliche Erfolg motiviert den Patienten dazu, seine Sprache wiederzuerlangen. Reden Sie langsam und deutlich. Ihrem Angehörigen hilft es, wenn Sie Ihr Anliegen in klare Worte packen - Mimik und Gestik sind sinnvolle Sprachbegleiter. Geben Sie Ihrem Angehörigen eine positive Rückmeldung. Lassen Sie Fehler, Fehler sein. Animieren Sie Freunde, Bekannte und Angehörige.
Pflegegrad und Leistungen
Hat die betroffene Person einen Pflegegrad, kann sie möglicherweise Pflegegeld sowie Sachleistungen in Anspruch nehmen. Weiterhin besteht der Anspruch auf Pflegeberatung sowie auf Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung. Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Pflegebetten gehören ebenfalls dazu. Erste Anlaufstelle für die Beantragung eines Pflegegrades ist die Pflegekasse. Auch Pflegestützpunkte oder Pflegedienste können informieren. Die behandelnde Ärztin oder Arzt sowie Therapeutinnen und Therapeuten bleiben wichtige Ansprechpersonen. Haben Sie keine Angst davor, bei Fragen und Problemen ihren Rat einzuholen. Hier ist es wichtig, dass ihr offen über Alltagsherausforderungen sprecht.
Prophylaktische Maßnahmen
Bei der Pflege von Patienten mit Schlaganfall ist es besonders wichtig, erneuten Schlaganfällen vorzubeugen. Vermeiden Sie Bluthochdruck bei Ihrem Angehörigen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig die Blutdruckwerte - ein optimaler Wert liegt bei maximal 135/85 mmHg. Motivieren Sie Ihren Angehörigen mit dem Rauchen aufzuhören. Lassen Sie die Zuckerkrankheit überwachen. Helfen Sie Ihrem Angehörigen dabei, Übergewicht zu verlieren.
Die Rolle der Angehörigen: Selbstfürsorge und Unterstützung
Dass sich von einer Minute auf die andere alles ändert, erleben nicht nur die Betroffenen. Auch für die Angehörigen steht das Leben nach einem Schlaganfall ihres Liebsten plötzlich Kopf. Angehörige von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten müssen viel leisten. Dabei ist wichtig, sich ausführlich zu informieren und auf sich selbst zu achten.
Eigene Grenzen erkennen
Wer nicht auf sich selbst Rücksicht nimmt, kann auf Dauer auch niemand anderen versorgen. Achten Sie also auch auf Ihre eigenen Grenzen, um sich nicht selbst zu überfordern. Anderen Hilfe zu leisten ist löblich und wichtig, doch die Unterstützung einer Person, die einen Schlaganfall erlitten hat, kann allein aufgrund von Terminorganisationen und Antragsstellungen viel Zeit einnehmen und sich als sehr anspruchsvoll herausstellen, gerade wenn Sie all diese Herausforderungen auch noch neben der Arbeit bewältigen müssen.
Hilfe annehmen
Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, alles selbst zu machen. Vielleicht ist es Ihnen unangenehm, fremde Menschen in Ihre Wohnung zu lassen, doch es ist nie ein Zeichen mangelnder Kompetenz, Fachleute hinzuzuziehen. Das gilt auch für die Pflege von Familienmitgliedern. Selbst als ausgebildete Fachkraft ist es etwas anderes, Angehörige zu versorgen - noch dazu, wenn man im gleichen Haushalt lebt.
Psychische Belastung
Es ist nachvollziehbar, eine nahestehende Person komplett selbst versorgen zu wollen, doch im Gegensatz zum Beruf gibt es bei der Vollzeitpflege keinen Feierabend. Zusätzlich zu den eigentlichen pflegerischen Tätigkeiten muss man sich ohne fachliche Distanz mit den neuen Einschränkungen und Veränderungen im Alltag eines geliebten Menschen auseinandersetzen, der zuweilen vielleicht auch die eigene Frustration an einem auslässt. All das kann psychisch sehr belastend sein.
Ausgleich schaffen
Wenn Sie Ihren Angehörigen selbst pflegen, gebührt Ihnen der größte Respekt für Ihre Hingabe. Allerdings sind Sie je nach Ausmaß der Behinderung sehr in Ihrer Lebenskraft gefordert. Wichtig ist es dabei, die eigenen Bedürfnisse nicht völlig aus den Augen zu verlieren und sich vollkommen aufzuopfern. Wenn Sie am Ende in ein Burn-out abgleiten, benötigen Sie selbst therapeutische Hilfe. Damit es soweit erst gar nicht kommt, sorgen Sie auch für einen Ausgleich. Vernachlässigen Sie Ihre Freunde und Hobbys nicht ganz.
Unterstützung für pflegende Angehörige
Übernehmen Sie als berufstätiges Familienmitglied die häusliche Pflege, können Sie außerdem gesetzliche Freistellungsansprüche geltend machen. Das bedeutet, dass Sie z.B. bis zu zehn Tage Ihre Arbeit ruhen lassen können, um kurzfristig eine Pflege zu organisieren. Als Lohnersatz erhalten Sie dann von der Pflegekasse ein Pflegeunterstützungsgeld.
Nützliche Adressen und Anlaufstellen
Angehörige von Schlaganfall-Betroffenen müssen sich meist von einem Tag auf den anderen um zahlreiche Angelegenheiten kümmern. Viele pflegen die Betroffenen auch langfristig. Hier sind einige nützliche Adressen und Anlaufstellen, die Unterstützung bieten:
- Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Bietet zahlreiche Informationen auf der Internetseite, Broschüren und Kontaktdaten zu Selbsthilfegruppen und Regionalbüros. Telefonberatung: 05241 9770 0, www.schlaganfall-hilfe.de
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Viele Informationen rund die Pflege: www.wege-zur-pflege.de
- Bundesministerium für Gesundheit: Online-Ratgeber Pflege und ein Pflegeleistungs-Helfer: www.bundesgesundheitsministerium.de, Bürgertelefon: 030 340606602 (Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr)
- Stiftung Warentest: Themenspecial für pflegende Angehörige: www.test.de, Buch „Schlaganfall - Gemeinsam zurück ins Leben. Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde“
- BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen): Beratung zu Themen wie „Pflege zu Hause“ und „Pflege im Heim“
- Pflegekassen: Gesetzliche Verpflichtung zur persönlichen Pflegeberatung: www.pflegeberatung.de (Initiative Gesetzlicher Krankenversicherungen), www.compass-pflegeberatung.de (Initiative Privater Krankenversicherungen)
- Pflegestützpunkte: Kombinieren die Beratungsangebote von Kommunen und Pflegekassen
- Telefonseelsorge: Rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, www.telefonseelsorge.de
- Psychologische Onlineberatung: Anonyme und kostenfreie Hilfe und Unterstützung: www.pflegen-und-leben.de
- Notruftelefon: „Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e.V.“
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