Cortison bei Parkinson: Eine umfassende Betrachtung von Nutzen, Risiken und Alternativen

Cortison, ein Medikament mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, wird häufig bei Überreaktionen des Immunsystems, Entzündungen und Schwellungen eingesetzt. Es findet Anwendung bei Erkrankungen wie Rheuma, Asthma, entzündlichen Hauterkrankungen oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Daher ist es ein wichtiges Mittel für Allergologen, Rheumatologen und Dermatologen. Doch wie sieht es mit dem Einsatz von Cortison bei Parkinson aus? Dieser Frage soll im folgenden Artikel nachgegangen werden, wobei Wirksamkeit, Sicherheit und alternative Behandlungsansätze beleuchtet werden.

Was ist Parkinson?

Das Parkinson-Syndrom, auch Morbus Parkinson oder Parkinson-Krankheit genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralnervensystems. Es handelt sich um eine fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn absterben, insbesondere solche, die den Nervenbotenstoff Dopamin produzieren. Dies betrifft vor allem die Substantia nigra im Mittelhirn, die für die koordinierte Ausführung von Bewegungen wichtig ist.

Ein Mangel an Dopamin führt zu Bewegungsstörungen wie verlangsamten Bewegungen, Muskelsteife und Muskelzittern. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen, wobei das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Diagnose etwa 60 Jahre beträgt.

Cortison: Wirkweise und Anwendungsgebiete

Cortison wirkt schnell und kann Beschwerden lindern. Es wird bei Über- und Fehlreaktionen des Immunsystems sowie bei Entzündungen und Schwellungen eingesetzt.

Vorsicht Nebenwirkungen

Cortison ist wirksam, kann aber Nebenwirkungen haben.

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Parkinson und seine Auswirkungen

Die Parkinson-Krankheit selbst ist in der Regel nicht tödlich. Laut Statistik hat ein optimal behandelter Mensch mit Parkinson-Syndrom heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person. Die gestiegene Lebenserwartung ist darauf zurückzuführen, dass moderne Medikamente die wesentlichen Beschwerden der Betroffenen weitgehend beheben.

Da beim Parkinson-Syndrom im Laufe der Zeit immer mehr Nervenzellen absterben, verläuft die Erkrankung langsam fortschreitend. Ein schneller Verlauf ist untypisch. Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar, aber Therapien können die Symptome lindern.

Je nach Symptomatik unterscheiden Mediziner verschiedene Verlaufsformen:

  • Akinetisch-rigider Typ (Bewegungslosigkeit und Muskelsteife)
  • Tremor-Dominanz-Typ (Zittern als Hauptsymptom)
  • Äquivalenz-Typ (Bewegungslosigkeit, Muskelsteife und Zittern sind ungefähr gleich ausgeprägt)
  • Monosymptomatischer Ruhe-Tremor (Zittern in Ruhe als einziges Symptom)

Im fortgeschrittenen Verlauf werden die Betroffenen häufig pflegebedürftig.

Cortison bei Multipler Sklerose (MS)

Eine häufige Fragestellung ist, ob die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von oral und intravenös verabreichtem Kortison bei der Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) vergleichbar sind. Hierbei ist Cortison ein etabliertes Mittel zur Behandlung akuter Schübe.

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Kopfschmerzen und Cortison

Kopfschmerzen können als Nebenwirkung auftreten, insbesondere im Sitzen oder Stehen.

Medikamentöse Therapie bei Parkinson

Die medikamentöse Behandlung ist sehr individuell und muss häufig angepasst werden. Ziel ist es, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und dadurch die Beschwerden zu lindern. Die Krankheit heilen können die Mittel jedoch nicht.

Medikamente im Überblick

  • Levodopa (L-Dopa): Wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt.
  • Dopaminagonisten: Regen Bindungsstellen in den Nervenzellen (Rezeptoren) an, die für die Aufnahme von Dopamin zuständig sind.
  • MAO-B-Hemmer (Monoaminooxidase-B-Hemmer): Blockieren den Abbau von Dopamin im Gehirn.

Die Medikamente werden meist in Tablettenform eingenommen. Bestimmte Dopaminagonisten gibt es auch als Pflaster.

Therapiebeginn und Dosierung

Im Frühstadium kommen manche Menschen mit leichten Beschwerden auch gut ohne Medikamente aus. Wenn die Symptome zu belastend werden, kommen vor allem Levodopa oder Dopaminagonisten infrage. Sie wirken etwas unterschiedlich und manche Mittel führen häufiger zu Nebenwirkungen als andere.

Eine spürbare Wirkung setzt meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen nach Beginn der Behandlung ein. Das Zittern ist oft schwieriger zu behandeln und verschwindet manchmal erst nach Monaten oder Jahren der medikamentösen Behandlung.

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Zusätzliche Medikamente und Medikamentenpumpen

Häufig bleibt es nicht bei der Einnahme eines Medikaments. Die Behandlung wird oft mit nur einem Medikament begonnen. Am wirksamsten sind Levodopa und Dopaminagonisten. Beide haben jeweils Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung für eine Behandlung eine wichtige Rolle spielen.

Damit ein Mittel gleichmäßig wirkt, kann auch eine Medikamentenpumpe eingesetzt werden. Dabei kann der Wirkstoff kontinuierlich unter die Haut (subkutan) gespritzt werden oder direkt in den Dünndarm abgegeben werden.

Begleitbeschwerden und Wechselwirkungen

Im Verlauf der Erkrankung bekommen viele Menschen belastende Begleitbeschwerden wie Verdauungs- und Kreislaufprobleme, Schlafstörungen, Depressionen oder eine Demenz. Sie machen oft weitere Behandlungen nötig.

Unter Wechselwirkungen zwischen Medikamenten (Interaktionen genannt) versteht man eine gegenseitige Beeinflussung ihrer Wirkung und/oder Verträglichkeit. Sie können auftreten, wenn zwei oder mehr Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht werden, wobei das Risiko mit der Anzahl der eingesetzten Mittel steigt.

Nicht-medikamentöse Therapien

Neben der medikamentösen Behandlung spielen auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten wie Krankengymnastik, Ergotherapie und weitere übende Behandlungen eine wichtige Rolle.

Aktivierende Therapie

Mit den aktivierenden Therapien werden alle Behandlungsformen zusammengefasst, die heute die medikamentöse Behandlung unterstützen. Kernfeld der aktivierenden Therapie ist vor allem die Krankengymnastik oder auch die Physiotherapie. Die Ergotherapie fokussiert sich insbesondere auf alltagsrelevante Tätigkeiten. Die Sprach- und Sprechtherapie nimmt sich insbesondere der Lautheit der Sprache der Patienten an, aber auch der Sprechverständlichkeit.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die tiefe Hirnstimulation ist eine Methode, die bei Patienten zur Anwendung kommen kann, die nicht mehr ausreichend von der Gabe von Medikamenten profitieren.

Alltag mit THS

Prinzipiell kann ein Patient, der eine tiefe Hirnstimulation hat, alle Dinge tun, die er auch vorher gemacht hat. Es ist im Wesentlichen keine Einschränkung der Lebensqualität beziehungsweise der Möglichkeit, sich frei zu bewegen.

Weitere Aspekte der Parkinson-Behandlung

Parkinson-Klinik

Menschen mit Parkinson sollen sich möglichst in einer spezialisierten Fachklinik behandeln lassen. Die Ärzte und Therapeuten in einer Parkinson-Klinik haben die meisten Erfahrungen in der Diagnose und Therapie der Schüttel-Lähmung.

Autofahren mit Parkinson

Menschen mit Parkinson dürfen nur bei erfolgreicher Parkinson-Therapie oder im frühen Krankheitsstadium selbst ein Auto steuern. Grund sind die zum Teil schweren motorischen Beeinträchtigungen, aber auch andere Symptome wie Demenz, Seh- und Aufmerksamkeitsstörungen.

Demenz bei Parkinson

Bei etwa einem Drittel aller Parkinson-Patienten entwickelt sich eine Demenz. Sie tritt durchschnittlich zehn Jahre nach Beginn der Parkinson-Erkrankung auf. Eine Parkinson-Demenz ist nicht heilbar und schreitet langsam voran.

Parkinson vorbeugen

Da die Ursachen von Parkinson - insbesondere des Absterbens der Nervenzellen - weitgehend unbekannt sind, gibt es auch keine spezifischen Maßnahmen, um der Erkrankung vorzubeugen. Grundsätzlich ist es jedoch ratsam, sich ausgewogen zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen.

Cortison und Parkinson: Eine kritische Betrachtung

Bisher gibt es keine direkten Hinweise darauf, dass Cortison eine gängige oder empfohlene Behandlungsmethode bei Parkinson ist. Cortison wird hauptsächlich aufgrund seiner entzündungshemmenden und immunsuppressiven Eigenschaften eingesetzt, während die Parkinson-Behandlung primär darauf abzielt, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und die Symptome zu lindern.

Es ist jedoch denkbar, dass Cortison in seltenen Fällen bei Parkinson-Patienten eingesetzt wird, wennKomorbiditäten vorliegen, die eine Cortison-Behandlung erfordern, wie z.B. entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. In solchen Fällen muss der behandelnde Arzt sorgfältig abwägen, ob der Nutzen der Cortison-Therapie die potenziellen Risiken überwiegt.

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