Epileptische Anfälle sind seit dem Altertum bekannt, doch die Komplexität dieser neurologischen Erkrankung und ihre potenziellen Folgen sind bis heute Gegenstand intensiver Forschung. Ein epileptischer Anfall ist eine vorübergehende Störung der Gehirnfunktion, die durch eine abnorme, übermäßige oder synchrone neuronale Aktivität im Gehirn verursacht wird. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte epileptischer Anfälle, von den Ursachen und Risikofaktoren über die Klassifikation und Symptome bis hin zu den potenziellen Risiken von Hirnschäden und den verfügbaren Therapieoptionen. Darüber hinaus werden praktische Tipps für den Umgang mit Epilepsie im Alltag gegeben und die Bedeutung der Früherkennung und Behandlung hervorgehoben.
Was sind Epilepsien?
Epilepsie umfasst eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die durch eine Überaktivität der Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet sind. Diese Überaktivität kann zu anfallsartigen Funktionsstörungen führen, die von kaum merklichen geistigen Abwesenheiten bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust reichen. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein einzelner epileptischer Anfall nicht zwangsläufig auf eine Epilepsie hindeutet. Erst wenn ohne ersichtlichen Grund mindestens zwei epileptische Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden auftreten oder nach einem ersten Anfall ohne bekannten Auslöser eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre weitere Anfälle auftreten, spricht man von Epilepsie.
Klassifikation epileptischer Anfälle
Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) hat im Jahr 2017 ein Klassifikationssystem entwickelt, um die verschiedenen Formen epileptischer Anfälle zu ordnen. Die Klassifikation basiert auf den Merkmalen des Anfalls und unterscheidet zunächst nach dem Beginn:
- Fokaler Beginn: Der Anfall entsteht in einer Hirnhälfte.
- Generalisierter Beginn: Der Anfall geht von beiden Hirnhälften aus.
- Unbekannter Beginn: Es ist nicht bekannt, wie der Anfall begonnen hat.
Anfälle mit fokalem Beginn
Anfälle mit fokalem Beginn werden danach unterschieden, ob der Betroffene sie bewusst erlebt oder nicht. Anschließend werden sie nach ihrem anfänglichen Erscheinungsbild klassifiziert, wobei zwischen einem motorischen und einem nicht-motorischen Beginn unterschieden wird.
- Motorischer Beginn: Umfasst Muskelaktivitäten wie Zuckungen, Krämpfe oder Muskelerschlaffung. Spezifische Fachbegriffe beschreiben die verschiedenen motorischen Symptome, z.B. klonisch (rhythmische Zuckungen), myoklonisch (plötzliche, kurze Zuckungen) oder tonisch (zunehmende Muskelanspannung).
- Nicht-motorischer Beginn: Hierunter fallen Symptome wie Innehalten, kognitive Einschränkungen (z.B. Sprachstörungen, Halluzinationen), emotionales Verhalten (z.B. Angst, Wut), autonome Reaktionen (z.B. Erröten, Übelkeit) oder sensible/sensorische Störungen (z.B. Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen).
Anfälle mit generalisiertem Beginn
Ein generalisierter Anfallsbeginn wird von den Betroffenen niemals bewusst erlebt. Diese Anfälle werden nach ihren motorischen und nicht-motorischen Symptomen beschrieben.
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- Motorische Symptome: Neben den bereits bei fokalen Anfällen genannten Muskelaktivitäten können bei einem Anfall mit generalisiertem Beginn Kombinationen dieser Symptome auftreten, z.B. tonisch-klonisch oder myoklonisch-atonisch.
- Nicht-motorische Symptome: Anfälle mit generalisiertem Beginn und nicht-motorischen Symptomen können auch als Absencen bezeichnet werden. Absencen treten typischerweise eher bei Kindern auf als bei Erwachsenen.
Anfälle mit unbekanntem Beginn
Der Beginn eines Anfalls ist unbekannt, wenn der Betroffene ihn nicht bewusst erlebt hat und es auch keine Zeugen gibt, die den Anfallsbeginn genau beschreiben können.
Symptome eines epileptischen Anfalls
Ein epileptischer Anfall dauert meist nur 1 bis 2 Minuten. Ein Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, wird als Status epilepticus bezeichnet. Einem epileptischen Anfall kann eine sogenannte Aura vorausgehen, bei der Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Schwindelgefühle auftreten können. Allgemeine Symptome bei epileptischen Anfällen können sein:
- Bewusstseinsveränderungen, geistige Abwesenheit (Absence), Bewusstseinsverlust
- Wahrnehmungsstörungen: Sehstörungen, Geschmacks- und Geruchshalluzinationen
- Schwindelgefühle
- Übelkeit und Unwohlsein
- Kribbeln in den betroffenen Körperteilen
- ungewöhnliche Muskelaktivität, Muskelzuckungen und Krämpfe
- unwillkürliche Laute
Je nach Art des Anfalls sind die Betroffenen in der Regel zwischen den Anfällen beschwerdefrei und weisen keine neurologischen Symptome auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der Epilepsie sind noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen ist eine Form der Epilepsie schon früher in der Familie aufgetreten, was für eine erbliche Veranlagung spricht. In einigen Fällen kann man Veränderungen im Erbmaterial (Genmutation) erkennen. Manche Anfälle können sich in Folge von Unfällen (posttraumatisch) oder als Reflexantwort ereignen. Bei anderen Anfällen können Veränderungen in der Gehirnstruktur (z. B. eine fokale kortikale Dysplasie) ursächlich sein.
Auslöser (Trigger) von epileptischen Anfällen
Epileptische Anfälle können aus heiterem Himmel auftreten. In vielen Fällen sind aber auch bestimmte Trigger eines Anfalls bekannt. Die Auslöser können sich im individuellen Fall unterscheiden. Zu den häufigsten Triggern von epileptischen Anfällen gehören unter anderem:
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- Schlafmangel
- unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
- starke körperliche oder seelische Belastung (Stress)
- hohes Fieber
- Alkohol und Alkoholentzug
- Drogen oder Schlafmittelentzug
- eher selten flackerndes Licht (Computerspiele, Stroboskopbeleuchtung in Clubs)
Epileptischer Anfall und Hirnschaden: Das Risiko
Die Sorge, dass einzelne oder wiederholte epileptische Anfälle zu einem Verlust von Nervenzellen und damit zu intellektuellen Einbußen führen, beschäftigt viele Patienten und ihre Angehörigen. Während epileptische Anfälle in der Regel nicht zu bleibenden Schäden im Gehirn und auch nicht zu geistigen Behinderungen führen, kann es bei einem Status epilepticus jedoch zu bleibenden Schäden kommen.
Status Epilepticus: Ein Notfall
Der Status epilepticus ist ein gefährlicher Zustand, bei dem ein epileptischer Anfall länger als 5 Minuten anhält oder mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten, ohne dass sich der Betroffene dazwischen erholen kann. Dieser Zustand kann zu Hirnschäden und sogar zum Tod führen, wenn er nicht schnell und gezielt behandelt wird.
- Konvulsiver Status Epilepticus: Hierbei treten Krämpfe auf, die eine normale Atmung verhindern und zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen können.
- Nicht-konvulsiver Status Epilepticus: Hierbei treten keine Krämpfe auf, was die Diagnose erschwert, aber dennoch gefährlich ist.
Posttraumatische Epilepsie
Posttraumatische epileptische Anfälle gehören zu den häufigsten Komplikationen eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT). Die Wahrscheinlichkeit, nach einem SHT eine posttraumatische Epilepsie zu entwickeln, variiert je nach Schweregrad des Traumas und anderen Risikofaktoren.
- Frühanfälle: Treten innerhalb der ersten 7 Tage nach dem Trauma auf und sind oft Begleiterscheinung der unmittelbaren zytotoxischen und neuroinflammatorischen Prozesse.
- Spätanfälle: Treten später als 7 Tage nach dem Trauma auf und werden als Ausdruck eines bereits etablierten exzitatorisch-inhibitorischem Missverhältnisses sowie einer multifaktoriell bedingten und bereits eingeleiteten Epileptogenese angesehen.
Epilepsie nach Schlaganfall im Kindes- und Jugendalter
Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass etwa 20 bis 25 Prozent der schlaganfallbetroffenen Kinder und Jugendlichen eine Epilepsie entwickeln. Das Risiko ist bei Kindern, die sehr früh einen Schlaganfall erleiden (von vor der Geburt bis etwa einen Monat nach der Geburt), deutlich höher. Am häufigsten tritt die Epilepsie in den ersten sechs Monaten nach dem Schlaganfall auf, aber das Risiko bleibt bis zum 20. Lebensjahr erhöht.
Warum ist die Behandlung der Epilepsie so wichtig?
Eine aktive Epilepsie kann sich negativ auf die geistige Entwicklung des betroffenen Kindes auswirken. Untersuchungen zeigen, dass sich Kinder und Jugendliche nach einem Schlaganfall rund um die Geburt kognitiv ganz normal entwickeln können, wenn sie keine Epilepsie haben, da die gesunde Gehirnhälfte die Schäden der Gegenseite kompensiert (Neuroplastizität). Durch eine aktive Epilepsie ist diese Kompensationsfähigkeit aber deutlich verringert, denn die gesunde Hirnhälfte wird durch die Überleitung von störender epileptischer Aktivität beeinträchtigt. Ziel einer passenden Behandlung ist es, diese negativen Einflüsse auf das sich entwickelnde kindliche Gehirn zu vermindern oder zu stoppen.
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Therapiemöglichkeiten
In der Regel kommen bei einer Epilepsie nach einem Schlaganfall im Kindes- oder Jugendalter entweder eine medikamentöse oder eine operative Behandlung in Frage.
- Medikamentöse Behandlung: Einem großen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen (ca. 70 Prozent) helfen die Medikamente, die Epilepsie zu kontrollieren und dauerhaft anfallsfrei zu leben.
- Operative Behandlung: Bei ca. einem Drittel der Patientinnen und Patienten gelingt aber keine langfristige Stabilisierung der Epilepsie (therapiefraktäre Epilepsie). In einem solchen Fall ist es sinnvoll, wenn Eltern ihr Kind in einem Epilepsiezentrum vorstellen, um zu prüfen, ob eine Operation in Frage kommt.
Epilepsiechirurgie
Das Konzept der Epilepsiechirurgie verfolgt das Ziel, den anfallsauslösenden Herd im Gehirn zu entfernen und so die Epilepsie dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Nach einem kindlichen Schlaganfall sind anfallsauslösende Herde meist ausgedehnte Narben in der betroffenen Hirnhälfte. Um die Epilepsie dauerhaft zu kontrollieren und die gesunde Gehirnhälfte zu schützen, werden in der empfohlenen Operation alle Nervenverbindungen der geschädigten Hirnhälfte durchtrennt und die geschädigte Hirnhälfte sozusagen isoliert (Hemisphärenabtrennung/Hemisphärotomie).
Die langjährigen Erfahrungen aus vielen epilepsiechirurgischen Zentren zeigen, dass die Kinder nach dem Eingriff eine hohe Chance auf ein anfallsfreies Leben ohne Medikamente haben. Zwischen 80 und 90 Prozent der operierten Kinder werden anhaltend anfallsfrei, und durch die operative Unterbrechung der störenden Impulse aus der geschädigten Gehirnhälfte verbessert sich ihre kognitive Leistungsfähigkeit.
Behandlungsmöglichkeiten
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Form der Epilepsie und dem Krankheitsverlauf ab. Meist wird eine Epilepsie mit Medikamenten behandelt, sogenannten Antiepileptika. Es stehen unterschiedliche Medikamente aus verschiedenen Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Wenn ein Medikament in einer niedrigen Dosierung nicht wirkt, kann zunächst die Dosis erhöht werden. Zeigt sich kein Erfolg, probiert man ein Medikament aus einer anderen Wirkstoffgruppe oder kombiniert mehrere Wirkstoffe.
Da es oft bei einem einzigen Anfall bleibt, kann man mit einer Behandlung meist erst einmal abwarten. Die Therapie beginnt in der Regel erst nach einem zweiten Anfall. Besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für erneute Anfälle, wie etwa bei einer Gehirnerkrankung, kann bereits nach dem ersten Krampfanfall eine Behandlung sinnvoll sein. Wichtig ist, die persönliche Situation ausführlich mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.
Wer sich für eine Behandlung mit Medikamenten entscheidet, nimmt diese meist über mehrere Jahre ein. Wenn in dieser Zeit keine Anfälle aufgetreten sind, können manche Menschen versuchsweise auf Medikamente verzichten. Andere benötigen ihr Leben lang Medikamente.
Antiepileptika können Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel haben. Manchmal bestehen spezielle Risiken, zum Beispiel während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind. Eine ausführliche ärztliche Beratung ist dann besonders wichtig.
Können die Medikamente Anfälle nicht verhindern, ist ein Eingriff eine Alternative.
- Operation: Wenn sich bei fokalen Anfällen feststellen lässt, welcher Bereich des Gehirns die Anfälle auslöst, kann er entfernt werden. Das ist aber nicht immer möglich.
- Vagusnerv-Stimulation: Dabei wird ein Schrittmacher unter die Haut im Brustbereich implantiert, der elektrische Impulse abgibt. Er ist über Kontakte am Halsbereich mit dem Vagusnerv verbunden und soll die Überaktivität der Nervenzellen hemmen. Der Vagusnerv ist ein wichtiger Nerv des vegetativen Nervensystems und an der Regulierung der inneren Organe beteiligt. Für den Nutzen dieser Therapie gibt es bisher nur wenige aussagekräftige Studien. Daher wird die Vagus-Stimulation von den gesetzlichen Krankenkassen nur unter besonderen Voraussetzungen im Einzelfall erstattet.
Die Behandlung wird von einer Neurologin oder einem Neurologen begleitet. Kinder und Jugendliche werden von Kinder- und Jugendneurologinnen und -neurologen betreut. Meist findet ein Teil der Untersuchung und Behandlung im Krankenhaus statt. Manche ambulanten Einrichtungen und Kliniken haben sich auf die Behandlung von Menschen mit Epilepsie spezialisiert: Epilepsie-Zentren, Epilepsie-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen. Diese eignen sich besonders bei speziellen Problemen, einer unklaren Diagnose oder wenn es trotz Behandlung weiter zu Anfällen kommt.
Spätestens in dieser Situation sollten Sie sich in einem Epilepsie-Zentrum vorstellen. Hier gibt es besondere Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie.
Verhalten bei einem epileptischen Anfall
Wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls bei einer anderen Person wird, ist es sehr wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Vor allem sollte man überlegen, wie man die Person vor Verletzungen schützt. Alles andere hängt von der Stärke und der Art der Anfälle ab.
- Leichte epileptische Anfälle mit wenigen Symptomen: Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Danach können sich die Betroffenen unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.
- Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein oder Verhaltensänderungen: Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen (z. B. im Straßenverkehr). Gehen Sie dabei mit der Person ruhig um und fassen Sie sie nicht hart an. Hektik, Zwang oder Gewalt können zu starken Gegenreaktionen führen. Versuchen Sie dem oder der Betroffenen Halt und Nähe zu vermitteln.
- Große generalisierte epileptische Anfälle: Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollten Sie Folgendes tun:
- Wählen Sie immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe.
- Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
- Polstern Sie den Kopf des Betroffenen ab.
- Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
- Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
- Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
- Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
- Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
Das sollten Sie in keinem Fall tun:
- Die/den Betroffene/n festhalten oder zu Boden drücken
- der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt
Epilepsie im Alltag: Tipps für Betroffene und Angehörige
Epilepsie kann den Alltag der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinflussen. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren, Auslöser zu kennen und zu meiden, und sich professionelle Unterstützung zu suchen.
- Fahreignung und Arbeitssicherheit: Die Fahreignung und Arbeitssicherheit müssen ärztlich geprüft werden. In der Regel ist nach einem ersten Anfall bereits die Fahreignung (insbesondere für Fahrzeuge der Gruppe 2) nicht mehr gegeben. Auch andere Tätigkeiten, bei denen das Auftreten eines Anfalls gefährlich wäre, müssen gemieden werden.
- Soziale Aktivitäten: Epilepsie kann Auswirkungen auf das Berufsleben, die Mobilität und soziale Aktivitäten haben. Es ist wichtig, sich nicht zu isolieren, sondern weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
- Psychische Gesundheit: Die Angst vor einem Anfall kann Betroffene psychisch belasten. Darüber hinaus ist das Risiko für eine Depression bei Menschen mit Epilepsie erhöht. Eine Psychotherapie kann hilfreich sein, um mit den Folgen der Erkrankung umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
- Notfallplan: Es ist sinnvoll, einen Notfallplan zu erstellen, der im Falle eines Anfalls schnell und konsequent helfen kann. Dieser Plan sollte mit der Pflegekraft oder den Angehörigen geteilt und regelmäßig geübt werden.
Epilepsiealarme
Epilepsiealarme sind ein effektives Instrument zur schnellen Erkennung eines epileptischen Anfalls, der wichtige Minuten Vorsprung schaffen kann. Es gibt verschiedene Arten von Epilepsiealarmen, die je nach Bedarf und individuellen Anforderungen eingesetzt werden können.
Medikamente und Schwangerschaft
Prinzipiell gehen alle Antiepileptika mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko einher. Für Frauen mit Epilepsie ist daher die Planung der Schwangerschaft besonders wichtig, um die Therapie bereits im Vorfeld im Hinblick auf die Anfallskontrolle und das Fehlbildungsrisiko zu optimieren und damit die Risiken für Mutter und Kind in der Schwangerschaft zu minimieren. Medikamentöse Wechselwirkungen einiger Antiepileptika mit oralen Kontrazeptiva können zum Wirkungsverlust der Pillenpräparate führen.
Vererbung
Das Risiko der Nachkommen aller Patienten mit Epilepsie, ebenfalls an einer Epilepsie zu erkranken, liegt bei 3 - 5 % und ist damit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (1 - 2 %) etwa doppelt so hoch. Die einzelnen Epilepsieformen unterscheiden sich jedoch z. T. erheblich in ihrem Vererbungsrisiko.
Alkohol
Studien deuten darauf hin, dass der maßvolle Konsum von Alkohol keinen Einfluss auf das Auftreten von Anfällen bei Patienten mit einer Epilepsie hat. Auch sind keine relevanten Wechselwirkungen mit den antiepileptischen Medikamenten zu erwarten. Der - auch gelegentliche - Konsum größerer Mengen Alkohol, der oft mit einem Schlafdefizit verbunden ist, kann jedoch das Anfallsrisiko deutlich erhöhen.
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