Neurowissenschaften: Ein umfassender Überblick über Studium, Forschung und Karriere

Die Neurowissenschaften haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und bieten spannende Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns und des Nervensystems. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über das Neurowissenschaften Studium, die verschiedenen Studieninhalte, Karrieremöglichkeiten und Gehaltsaussichten.

Einleitung: Die Dekade des Gehirns

Die Neurowissenschaften sind ein interdisziplinäres Feld, das Biologie, Medizin, Psychologie und Technik vereint. Die rasanten Entwicklungen in der Technik und der medizinischen Forschung haben dazu geführt, dass unsere Zeit oft als die "Dekade des Gehirns" bezeichnet wird. Dieser Trend erfordert ein neues Fachgebiet, das die verschiedenen Disziplinen integriert, um ein umfassendes Verständnis des Gehirns zu ermöglichen.

Das Neurowissenschaften Studium: Interdisziplinär und Forschungsorientiert

Das Studium der Neurowissenschaften, oft auch als Neuroscience oder Cognitive Science bezeichnet, ist stark forschungsorientiert und befasst sich mit der Struktur und Funktionsweise des Gehirns. Dabei geht es meist um das menschliche Gehirn sowie das von Säugetieren. Es ist ein interdisziplinärer Studiengang, bei dem Biologie, Medizin, Philosophie, Informatik und Psychologie zusammenspielen.

Bachelor-Studium: Grundlagen und Spezialisierung

Da das Bachelor-Studium Neurowissenschaften noch relativ neu ist, bieten nur wenige Universitäten diesen Studiengang an. Als Master-Spezialisierung ist es jedoch schon weiter verbreitet. Der Bachelor bietet eine Kombination aus theoretischen Modulen und praktischen Arbeiten im Labor oder an Projekten.

In den ersten Semestern werden vor allem Grundlagenfächer wie Biologie, Chemie und Mathematik behandelt. Später spezialisiert man sich auf Themen wie Neurobiologie oder Neuropsychologie. Auch praktische Inhalte erwarten dich.

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Master-Studium: Vertiefung und Forschung

Das Master-Studium Cognitive Neuroscience vermittelt vertiefte theoretische Kenntnisse und methodische Kompetenzen im Bereich der kognitiven Neurowissenschaften. Studierende erwerben das nötige Hintergrundwissen in einer Vielzahl von Arbeitsgebieten wie Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Entscheidungsfindung, Bewusstsein und Sprache, unter besonderer Berücksichtigung neuer neurowissenschaftlicher Forschung und Entwicklungen.

Auf der anderen Seite lernen sie eine große Bandbreite methodischer Fertigkeiten kennen, wie z.B. das Planen und Programmieren von neurokognitiven Experimenten, die Durchführung neurowissenschaftlicher Experimente mittels funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT), Elektroenzephalographie (EEG) und Transkranialer Magnetstimulation (TMS) sowie die statistische Auswertung experimenteller Daten.

Studieninhalte: Eine vielfältige Mischung

Die Studieninhalte im Neurowissenschaften Studium sind sehr vielfältig. Von Biologie über Chemie bis hin zu Informatik ist alles dabei. In den ersten Semestern stehen vor allem Grundlagenfächer auf dem Plan. Zum Ende des Studiums steht dann die Bachelorarbeit an, in der du dich auf ein Thema spezialisierst. Anschließend kannst du einen Masterstudiengang absolvieren, der weitere 2 bis 4 Semester in Anspruch nimmt.

Einige der typischen Fächer, die im Studium behandelt werden, sind:

  • Klinische Psychologie
  • Klinische Neuropsychologie
  • Neurobiologische Grundlagen
  • Emotions- und lernpsychologische Grundlagen
  • Wissenschaftliche Analysen und Methoden

Voraussetzungen für das Studium

Für das Neurowissenschaften Studium solltest du ein gutes Verständnis in naturwissenschaftlichen Fächern mitbringen, vor allem in Biologie, Chemie und Mathematik. Entscheidest du dich für den Bachelorstudiengang, brauchst du ein Abitur mit einem guten Notendurchschnitt. Um in den Master zu starten, brauchst du ein abgeschlossenes Studium in einem passenden Fach. Zudem verlangen viele Hochschulen gute Englischkenntnisse, da ein Großteil der Fachliteratur in englischer Sprache verfasst ist.

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Tierversuche im Studium

Bei manchen Projekten oder Versuchen wirst du eventuell in Kontakt mit Tiermodellen kommen. Deswegen solltest du dir bewusst sein, dass im Labor zu arbeiten nicht nur bedeutet, Viren zu untersuchen, sondern auch manchmal Tierversuche beinhaltet.

Spezialisierungen und Teildisziplinen

In den Neurowissenschaften gibt es viele verschiedene Teildisziplinen, zum Beispiel:

  • Neurobiologie
  • Neurophysiologie
  • Neuroinformatik
  • Neurophilosophie
  • Neuroethik

Da es sehr viele Spezialisierungen gibt und das Studienangebot an den Hochschulen variiert, solltest du dich an deiner Wunschhochschule vor Studienbeginn ausreichend über deine Optionen informieren.

Karriereperspektiven nach dem Studium

Nach dem Neurowissenschaften Studium stehen dir viele Karrierewege offen. Du kannst in der Forschung tätig werden, zum Beispiel an Universitäten, in Kliniken oder in der pharmazeutischen oder chemischen Industrie. Alternativ bieten sich Jobs in der Neuroinformatik, im Gesundheitswesen oder in der Medizintechnik an.

Mögliche Arbeitsbereiche

Die meisten Absolventen eines Studiums der Neurowissenschaften gehen in die Forschung. Andere mögliche Arbeitsbereiche sind die Pharmaindustrie, das Bildungswesen oder die Wissenschaftspublizistik. Außerdem besteht die Möglichkeit, nach dem Bachelor einen Master-Abschluss zu machen und anschließend sogar noch zu promovieren.

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Der Erwerb von einer breiten theoretischen und methodischen Kompetenz zur Analyse und Vorhersage der neurokognitiven Grundlagen von Erleben und Verhalten qualifiziert für wissenschaftliche Tätigkeiten im Bereich der Grundlagen- und der angewandten Forschung mit neurokognitiven Verfahren und für eine akademische Laufbahn im Bereich der Allgemeinen und Neurokognitiven Psychologie, der Biologischen Psychologie sowie den kognitiven Neurowissenschaften.

Berufsaussichten

Die Berufsaussichten nach dem Neurowissenschaften Studium sind vielversprechend. Durch den Fortschritt in der Medizin und Technik steigt die Nachfrage nach Fachkräften, die sich mit dem Nervensystem und dem Gehirn auskennen. Auch in der Neuroinformatik und der klinischen Forschung ergeben sich zahlreiche Karrieremöglichkeiten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Bereich der Neuro-Start-ups tätig zu werden und innovative Therapien oder Technologien zu entwickeln.

Gehaltsaussichten

Das Gehalt nach einem Neurowissenschaften Studium variiert je nach Branche und Berufserfahrung. Einsteiger verdienen in der Forschung und Entwicklung etwa 3.500 bis 4.500 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Erfahrung und Spezialisierung sind auch deutlich höhere Gehälter möglich. In der pharmazeutischen Industrie oder in der Medizintechnik kannst du später Gehälter von über 6.000 Euro brutto monatlich erreichen. Auch eine akademische Karriere als Professor oder Dozent an der Universität bietet lukrative Verdienstmöglichkeiten. Besonders in leitenden Positionen oder mit einer Promotion kannst du sogar ein monatliches Einkommen von über 8.000 Euro erzielen.

Studienorte: Wo kann man Neurowissenschaften studieren?

Neurowissenschaften kann in insgesamt 24 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Münster. Einige der Universitäten, die Neurowissenschaften Studiengänge anbieten, sind:

  • Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Freie Universität Berlin
  • Technische Universität Berlin
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Universität Bielefeld
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Universität Bremen
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Universität zu Köln

Der Masterstudiengang Neuro-cognitive Psychology

Die Neuro-kognitive Psychologie bezeichnet ein interdisziplinäres Forschungs- und Ausbildungsfeld, bei dem klassische Fragen der kognitiven Psychologie zu den psychischen Grund- und Leistungsfunktionen des Menschen und deren neuronaler Implementierung beantwortet werden sollen. Dabei kommen experimentalpsychologische Methoden in Kombination mit etablierten Verfahren aus den Neurowissenschaften wie beispielsweise Blickbewegungsmessung, Elektroenzephalographie, funktionelle Bildgebung, transkranielle Magnetstimulation und Computermodellierung zur Anwendung.

Der stärker forschungsorientierte und konsekutive Masterstudiengang Neuro-cognitive Psychology fokussiert diesen integrativen Ansatz in Richtung einer neurowissenschaftlich-orientierten, experimentellen Psychologie zur Untersuchung von Hirn-Verhaltens-Zusammenhängen. Folglich liegt der Lehrschwerpunkt im Bereich der Allgemeinen und Experimentellen Psychologie mit entsprechenden Lehr- und Forschungsbeiträgen aus den Nachbardisziplinen der Medizin (Neurophysiologie und -anatomie, Psychiatrie, Neurologie), Mathematik (computationale Modellierung) sowie Philosophie (Neurophilosophie).

Zulassungsvoraussetzungen

Für die Aufnahme in den Masterstudiengang Neuro-cognitive Psychology wird neben einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses im Umfang von mindestens 180 ECTS-Punkten oder eines gleichwertigen Abschlusses aus dem Inland oder Ausland der Fachrichtungen Psychologie, Neurowissenschaften, Biologie, Medizin oder eines verwandten Faches die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungsverfahren vorausgesetzt. Die Anmeldung zum Eignungsverfahren ist jeweils bis zum 15. Februar (Zulassung zum folgenden Wintersemester) möglich.

Anforderungen an Studierende

Das Neurowissenschaften Studium ist anspruchsvoll und forschungsorientiert. Du solltest ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Themen und biologischen Prozessen haben. Geduld und Sorgfalt sind ebenfalls wichtig, da du viel Zeit im Labor verbringst und dich intensiv mit Forschungsfragen auseinandersetzt.

Wenn Sie Neurowissenschaften studieren möchten, sollten Sie über vertiefte Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Schulfächern Biologie, Chemie, Physik und natürlich Mathematik verfügen. Gute Kenntnisse in Informatik sind hilfreich, gute bis sehr gute Englischkenntnisse Voraussetzung, um englische Fachliteratur lesen und ggf. nächste Seite.

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