Migräne vs. Schlaganfall: Symptome erkennen und richtig handeln

Die Unterscheidung zwischen Migräne und Schlaganfall kann lebensrettend sein, besonders für Frauen. Während bei ersten Anzeichen eines Schlaganfalls sofortiges Handeln erforderlich ist, können die Symptome, insbesondere bei Frauen mit Migräne, schwer zu deuten sein. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Migräne und Schlaganfall, um eine schnelle und korrekte Reaktion zu ermöglichen.

Einführung

Sowohl Migräne als auch Schlaganfälle können beängstigende Symptome verursachen, die sich manchmal ähneln. Es ist entscheidend, die Unterschiede zu kennen, um im Notfall richtig zu handeln. Besonders Frauen, die unter Migräne leiden, sollten aufmerksam sein, da sie bei einem Schlaganfall oft zusätzliche Beschwerden zeigen, die die typischen Anzeichen verdecken können.

Schlaganfall: Symptome und Besonderheiten bei Frauen

Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird, entweder durch ein Blutgerinnsel (ischämischer Schlaganfall) oder eine Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall). Die Symptome können plötzlich auftreten und umfassen:

  • Lähmungen: Hängender Mundwinkel, Schwäche oder Taubheit einer Körperseite.
  • Sprachstörungen: Verwaschene Sprache, Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder zu verstehen.
  • Sehstörungen: Plötzliche Sehverschlechterung oder Doppelbilder.
  • Gleichgewichtsstörungen: Schwindel, Unsicherheit beim Gehen.

Frauen zeigen beim Schlaganfall häufig zusätzliche Beschwerden, die die typischen Anzeichen verdecken können. Eine Studie von 2025 bestätigt die Unterschiede bei Schlaganfallsymptomen zwischen Frauen und Männern. Vor allem Neglect und Blickabweichung sind bei Frauen starke Hinweise - wenn sie auftreten, muss unbedingt ein Schlaganfall ausgeschlossen werden. Ein Grund für die oft unterschiedlichen Schlaganfall-Symptome bei Männern und Frauen könnte sein, dass Frauen häufiger Schlaganfälle durch Blutgerinnsel aus dem Herzen erleiden. Bei diesen sogenannten kardioembolischen Schlaganfällen bildet sich ein Blutgerinnsel im Herzen - meist bei einer Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern. Frauen sollten deshalb ihr Herz regelmäßig untersuchen lassen, insbesondere auf Vorhofflimmern.

Migräne: Symptome und Formen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen auszeichnet. Es gibt verschiedene Formen von Migräne:

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  • Migräne ohne Aura: Hier treten Kopfschmerzen ohne neurologische Begleiterscheinungen auf.
  • Migräne mit Aura: Bei dieser Form gehen den Kopfschmerzen neurologische Symptome voraus, die als Aura bezeichnet werden.

Migräne mit Aura: Symptome und Risiken

Bei Migräne mit Aura treten vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die meist visuell sind. Häufige Symptome einer Aura sind:

  • Sehstörungen: Lichtblitze, Flimmern, Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder.
  • Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln in Armen oder Beinen.
  • Sprachstörungen: Wortfindungsstörungen.
  • Schwindel: Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen.

Vorsicht ist gerade bei Migräne mit Aura geboten, wo Anfällen oft Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Sehstörungen vorausgehen. Hat man diese Form der Migräne, erhöht das nachweislich das Risiko einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn.

Menschen, die regelmäßig unter einer Migräne mit Aura leiden, wissen meist schon genau, wie sich ihre Beschwerden ankündigen und äußern. Wenn die Aura-Symptome jedoch länger als sonst dauern oder abrupt eintreten, kann das ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein.

Migränöser Infarkt

Ein migränöser Infarkt kann als Komplikation bei einer Migräne mit Aura auftreten und gefährlich sein. Dabei kommt es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn, die schließlich in einen Schlaganfall münden. Personen, die unter Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Hingegen stellt Migräne ohne Aura kein oder nur ein geringes Risiko dar. Insbesondere bei Frauen unter 45 Jahren mit Migräne mit Aura konnte, im Vergleich zur restlichen Bevölkerung, ein doppelt so hohes Risiko für einen Schlaganfall festgestellt werden.

Weitere Faktoren, die einen migränösen Infarkt wahrscheinlicher machen, sind:

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  • Rauchen
  • Einnahme östrogenhaltiger Empfängnisverhütungsmittel (Anti-Baby-Pille)
  • Mindestens eine Migräneattacke mit Aura im Monat
  • Persistierendes Foramen ovale (angeborene Fehlbildung des Herzens, bei der eine Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof besteht)

Besonders, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, erhöht sich die Gefahr eines gefährlichen Hirninfarktes. Daher sollten Frauen mit Migräne mit Aura auf Rauchen und eine Verhütung durch die Pille mit Östrogenen verzichten.

Welche Prozesse bei einem migränösen Infarkt im Gehirn ablaufen, konnte bisher noch nicht abschließend geklärt werden. Möglicherweise tragen eine erhöhte Blutgerinnungsneigung, krampfhafte Verengungen von Blutgefäßen (Vasospasmen) oder ein örtlich verminderter Blutfluss in bestimmten Hirnregionen dazu bei.

Diagnose und Behandlung eines migränösen Infarktes

Damit ein Schlaganfall als migränöser Infarkt gewertet werden kann, gibt die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) in ihrer Klassifikation folgende Kriterien an:

  • Der Patient hatte schon früher Migräne-Attacken mit Aura.
  • Ein oder mehrere Aurasymptome bleiben über 60 Minuten bestehen.
  • Eine bildgebende Untersuchung (zum Beispiel ein MRT) zeigt einen Hirninfarkt in einem bestimmten Areal.
  • Die Symptome lassen sich nicht durch eine andere Erkrankung erklären.

Sobald alle diese Punkte zutreffen, stellt der Arzt die Diagnose migränöser Infarkt. Stellt ein Mediziner einen migränösen Infarkt fest, leitet er schnell die Behandlung ein. Oberstes Ziel ist es, die Durchblutung im betroffenen Hirnbereich wiederherzustellen. Dafür spritzt der Arzt dem Patienten über eine Vene ein Medikament, welches Blutgerinnsel auflöst (Thrombolyse).

Folgen eines migränösen Infarktes

Die Folgen eines Schlaganfalls hängen stark davon ab, welche Bereiche des Gehirns betroffen und wie groß diese waren. Lag zum Beispiel das Sprachzentrum im unterversorgten Bereich, muss der Patient möglicherweise das Sprechen neu erlernen. In manchen Fällen kann das Gehirn verlorengegangene Funktionen durch andere Bereiche übernehmen. Ein gezieltes Training und umfassende Reha-Maßnahmen tragen dazu bei, möglichst viele Fähigkeiten wiederzuerlangen.

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Behandlung der Migräne mit Aura zur Risikominimierung

Das Risiko für einen migränösen Infarkt beeinflusst die Behandlung der Migräne mit Aura. Welche Konsequenzen ergeben sich?

  • Triptane gelten als geeignete Therapie. Sie sollten allerdings erst nach Abklingen der Aura eingenommen werden.
  • Patienten, die häufig Migräne-Attacken oder anhaltende Auren haben, können sich über eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe informieren. Diese kann der Arzt bei entsprechenden Voraussetzungen verschreiben.
  • Frauen verzichten besser auf das Rauchen und die Einnahme von östrogenhaltigen Verhütungsmitteln.
  • Generell trägt ein gesunder Lebensstil dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie häufige Migräne-Attacken zu senken.

Risikofaktoren bei jungen Menschen

Bluthochdruck, Adipositas, Typ-2-Diabetes, ein ungesunder Lebensstil, Herz- und Gefäßerkrankungen, insbesondere Vorhofflimmern - diese Faktoren tragen bekanntermaßen wesentlich zur Entstehung eines Schlaganfalls (Apoplex) bei. Eine Studie von 2023 zeigt aber: Besonders für junge Menschen scheinen andere Kriterien relevanter. Migräne war einer der bedeutsamsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall.

Rund 15 Prozent der Schlaganfälle in Deutschland ereignen sich bei Personen im Alter unter 55 Jahren - das sind sogenannte juvenile Schlaganfälle. 2,4 von 100.000 Menschen im Alter von 20-24 Jahren erleiden einen Schlaganfall. In der Altersgruppe 35-44 Jahre sind es 20 von 100.000.

Bei den Schlaganfällen junger Menschen scheinen die Ursachen und Risikofaktoren nicht so eindeutig wie in höheren Altersgruppen. Eine Studie von 2023 aus den USA verglich traditionelle Risikofaktoren für einen Schlaganfall mit nicht traditionellen. Das Ergebnis: Besonders bei Menschen unter 45 Jahren fielen die nicht traditionellen Faktoren (teilweise) stärker ins Gewicht.

Nicht-traditionelle Risikofaktoren

  • Migräne
  • Krebserkrankungen
  • HIV-Infektion
  • Hepatitis
  • Thromboseneigung
  • Autoimmunerkrankung
  • Vaskulitis
  • Sichelzellanämie
  • Herzklappenfehler
  • Nierenversagen
  • Hormonelle Risikofaktoren (wie Einnahme oraler Kontrazeptiva und Schwangerschaft)

Traditionelle Risikofaktoren

  • Hypertonie
  • Typ-2-Diabetes
  • Erhöhtes LDL-Cholesterin
  • Schlafapnoe
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Vorhofflimmern
  • Koronare Herzkrankheit
  • Alkoholmissbrauch
  • Drogenmissbrauch
  • Tabakkonsum
  • Adipositas
  • Herzinsuffizienz

Personen im Alter von 18 bis 34 Jahren mit Migräne, Nierenversagen, Autoimmunerkrankungen oder Herzklappeninsuffizienz hatten signifikant häufiger einen Schlaganfall als jene ohne diese untypischen Risikofaktoren. Bei den Männern wurden 31 % der Fälle den nicht traditionellen Risikofaktoren und nur 25 % der Fälle den traditionellen Risikofaktoren zugeschrieben. Bei den Frauen waren es sogar 43 % der Schlaganfälle, die durch einen oder mehrere der nicht traditionellen Risikofaktoren ausgelöst wurden, im Vergleich zu rund 33 % der Fälle, die durch die typischen Faktoren bedingt waren.

Besonders stark war die Assoziation bei den unter 35-Jährigen. In dieser Probandengruppe hatten die nicht traditionellen Faktoren einen größeren Einfluss als die traditionellen: Migräne war der wichtigste untypische Risikofaktor, vor allem bei jungen Frauen. Diese Vorerkrankung wurde bei den 18- bis 34-Jährigen bei rund 20 % der Männer und bei 35 % der Frauen mit dem aufgetretenen Schlaganfall in Verbindung gebracht. Als mögliche Gründe für Migräne als starken Risikofaktor werden unter anderem eine durch Migräne bedingte Gefäßhypoperfusion, eine Endothel-Dysfunktion, der Einsatz von Migräne-Medikamenten, eine Thromboseneigung und genetische Faktoren diskutiert.

Ab einem Alter von 45 Jahren scheint die Bedeutsamkeit der untypischen Risikofaktoren ab- und die der klassischen Faktoren zuzunehmen.

Verwechslungsgefahr: Symptome im Vergleich

Kopfschmerzen und Sehstörungen: Die Symptome einer Aura bei Migräne und eines Schlaganfalls können ähnlich sein. Wie erkennt man den Unterschied?

Im Gegensatz zu einer Migräneattacke kann ein Schlaganfall schwere Folgen für die Betroffenen haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, genau auf die Symptome zu achten, die während einer Attacke auftreten.

"Da sich die Aurasymptome und die Schlaganfallsymptome stark ähneln, sind Migräne-Betroffene oft verunsichert und haben Angst, einen Schlaganfall zu erleiden. Sehr selten kann es während eines schweren, lang andauernden Migräneanfalls zu einem Schlaganfall kommen. Mediziner sprechen dann von einem migränösem Infarkt."

Symptome einer Migräne mit Aura

  • Neurologische Störungen wie Tinnitus und Schwindel
  • Visuelle Störungen wie Flimmern, Lichtblitze, Doppelbilder oder eine vorübergehende Erblindung
  • Motorische Störungen wie eine Muskelschwäche, Taubheitsgefühle bis zur halbseitigen Lähmung oder Sprachstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Einer Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Gerüchen und Licht
  • Mittelstarken bis starken, pochenden oder pulsierenden Schmerzen in einer oder beiden Kopfhälften

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome einer Migräne mit Aura von der Migräneform abhängen.

Symptome eines Schlaganfalls

  • Plötzlich einsetzende Beschwerden
  • Taubheit, Schwäche oder Lähmungserscheinungen
  • Plötzliche Sprachstörung und/oder Gleichgewichtsstörungen

FAST-Test zur Erkennung eines Schlaganfalls

Einem Verdacht auf einen Schlaganfall können auch medizinische Laien mit einem einfachen Test nachgehen. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich die wichtigsten dieser Anzeichen mit dem sogenannten FAST-Test überprüfen, der aus dem englisch-sprachigen Raum stammt:

  • F (Face): Man sollte die Person bitten zu lächeln. Wenn das Gesicht einseitig verzogen ist, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin.
  • A (Arms): Dabei bittet man die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken wieder herunter oder drehen sich.
  • S (Speech): Ist der Betroffene nicht in der Lage, einen einfachen Satz nachzusprechen oder klingt seine Stimme dabei verwaschen, ist das ein Zeichen für Sprachstörungen.
  • T (Time): Zeit ist entscheidend! Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie eines dieser Symptome bemerken.

Migräne verstehen und behandeln

Bei der Migräne handelt es sich um mittelstarke bis starke, pulsierende oder pochende Kopfschmerzen, die sich auf einer oder beiden Kopfhälften lokalisieren lassen. Zur Migräne können sich zusätzlich Übelkeit und Erbrechen gesellen sowie eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen. Eine Migräne mit Aura kündigt sich zusätzlich durch Vorboten in Form von Wahrnehmungsstörungen an.

Eine Migräne verläuft in bis zu fünf Phasen, die nicht alle Patientinnen und Patienten bei einer Attacke durchlaufen muss:

  • Prodromalphase: Noch vor der Migräne mit Aura kündigt sich diese bei etwa 30 Prozent der Migränepatienten durch weitere Vorboten an. Hierzu gehören beispielsweise Heißhunger oder ein Appetitverlust, Übelkeit, Nackenschmerzen oder Stimmungsschwankungen. Dieses Prodrom dauert zwischen 4 Stunden und mehreren Tagen.
  • Auraphase: 15 bis 20 Prozent der Patientinnen und Patienten sind von einer Aura vor den eigentlichen migränetypischen Kopfschmerzen betroffen. Die Auraphase dauert, je nach Auratyp, zwischen 5 Minuten und 72 Stunden an. Die meisten Betroffenen erleben während dieser Zeit visuelle, neurologische oder motorische Störungen, die nach der Auraphase wieder verschwinden, bspw. Störungen im Gesichtsfeld.
  • Migränephase: In der Migränephase erleiden die Patientinnen und Patienten die für eine Migräne typischen einseitigen oder beidseitigen Kopfschmerzen, die mittelstark oder stark pochen und pulsieren. Zusätzlich können Übelkeit und Erbrechen sowie eine Überempfindlichkeit auftreten. Manche Menschen erleben nur eine Auraphase ohne Kopfschmerzen, andere nur leichte Kopfschmerzen. Doch in den meisten Fällen fallen diese derart stark aus, dass diese den Alltag der Betroffenen stark einschränkt oder diese ihrem Alltag gar nicht mehr nachgehen können.
  • Auflösungsphase: In dieser Phase lassen die Symptome zunehmend nach.
  • Erholungsphase: Die letzte Phase ähnelt der Prodromalphase. Die Betroffenen fühlen sich angeschlagen und benötigen Zeit, um sich vollständig von ihrer Migräne mit Aura zu erholen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Migräne mit Aura kann zwar nicht geheilt, aber mit einigen Maßnahmen gut behandelt werden:

  • Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong oder Meditationen können Stress reduzieren und das Risiko auf eine durch Stress ausgelöste Migräneepisode reduzieren.
  • Tagebuch führen: In einem Tagebuch können die Patientinnen und Patienten die Häufigkeit, Dauer, den Zeitpunkt und weitere Faktoren wie mögliche Auslöser und Behandlungsergebnisse protokollieren. Dies kann sie dabei unterstützen, ihre Migräneattacken langfristig besser zu kontrollieren und beispielsweise Auslöser für die Migräne zu vermeiden.
  • Technische Geräte: Inzwischen können auch Geräte, die am Handgelenk, der Stirn oder am Hinterkopf bestimmte Nerven stimulieren, Migräneanfälle lindern oder verhindern.
  • Medikamente: Verschiedene Medikamente können eine einsetzende Migräne unterdrücken (beispielsweise Triptane, Ditane und Geptane) oder das Verschlimmern bestehender Symptome aufhalten (unter anderem Dihydroergotamin und Antiemetika). Leiden die Betroffenen unter Übelkeit, Schwindel und starken Schmerzen, können diese ebenfalls medikamentös behandelt werden, etwa mit Schmerzmitteln oder Medikamenten gegen die Übelkeit und den Schwindel. Um einer Migräne mit Aura vorzubeugen, können ebenfalls Medikamente verschrieben werden, darunter Antiepileptika, Betablocker und trizyklische Antidepressiva.

Diese Medikamente und Schmerzmittel wie Triptane sollten bei einer Migräne mit oder ohne Aura jedoch nicht regelmäßig eingesetzt werden, da ein Zuviel an diesen Medikamenten langfristig zu einer chronischen Migräne mit täglichen Attacken führen kann.

Chronische Migräne

Üblicherweise tritt Migräne in unregelmäßigen Abständen als anfallsartiger Kopfschmerz auf. Diese gut voneinander abgrenzbaren Kopfschmerzattacken werden auch Episoden genannt. Wird die Migräne immer häufiger und geht eine Migräneattacke nahezu ohne Pause in die nächste über, kann aus der Episodischen Migräne eine Chronische Migräne werden.

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist eine schwere Migräne eine der am stärksten einschränkenden Erkrankungen. Bei einer chronischen Migräne bestehen seit 3 Monaten oder länger Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat, davon 8 oder mehr Tage mit Migräne. Haben Sie im Monat mehr Tage mit Kopfschmerzen als ohne, kann das ein Hinweis auf Chronische Migräne sein.

Symptome der Chronischen Migräne

  • Wiederholte Kopfschmerzattacken, die unbehandelt 4-72 Stunden anhalten
  • Meist nur eine Kopfseite betroffen, wobei der Schmerz die Seite wechseln kann
  • Dumpfer, drückender Schmerz
  • Bewegung (Aufstehen, Gehen, Bücken, Treppensteigen) verschlimmert den Schmerz, er wird stechend, pulsierend oder pochend
  • Mittlere bis starke Schmerzintensität, die zu Beeinträchtigung im Alltag führt
  • Typische Begleiterscheinungen
    • Übelkeit und/oder Erbrechen
    • Lichtempfindlichkeit
    • Geräusche wie Musik oder Straßenlärm werden unerträglich
    • Geruch von z.B. Parfüm oder Blumenduft wird als störend empfunden
    • Allgemeines Krankheitsgefühl
    • Erhöhtes Ruhebedürfnis und der Wunsch, sich zurückzuziehen
    • Appetitlosigkeit

Mögliche Vorboten und Auslöser

Mögliche Vorboten einer Migräne ohne Aura sind Stimmungsschwankungen, häufiges Gähnen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, extremer Durst sowie Verdauungsprobleme.

Mögliche Vorboten einer Migräne mit Aura sind Zickzack-Formen, Blitze oder Wortfindungsstörungen.

Mögliche Auslöser (Trigger) sind:

  • Aufregung oder Stress
  • Entspannungsphasen nach Stresssituationen
  • Schlafmangel oder veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Körperliche Anstrengung
  • Nackenschmerzen
  • Hormonelle Veränderungen
  • Auslassen von Mahlzeiten
  • Lebensmittel (Käse, Alkohol, Kaffee, Cola, Schokolade)
  • Wetterumschwünge und Klimawechsel
  • Düfte und Gerüche (Parfüm, Zigarettenrauch)
  • Licht (Blendende Scheinwerfer, Helles oder flackerndes Licht, Neonlicht)

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