Hirnhautentzündung beim Hund durch Zeckenbiss: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Eine Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, ist eine Entzündung der Häute, die Rückenmark und Gehirn umgeben. Bei Hunden können verschiedene Formen der Meningitis auftreten, die unterschiedliche Ursachen haben können. Eine davon ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Zecken übertragen wird.

Was ist eine Hirnhautentzündung?

Bei einer Hirnhautentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Häute in Rückenmark und Gehirn. Es gibt verschiedene Formen von Meningitis, an denen Hunde erkranken können. Die häufigsten Auslöser sind Viren, Parasiten oder Bakterien. Die Symptome sind für den Hund sehr unangenehm und oft verschieden ausgeprägt. Der Hund muss unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Bei früher Therapie stehen die Prognosen gut.

Ursachen einer Hirnhautentzündung beim Hund

Eine Hirnhautentzündung kann bei Hunden unterschiedliche Ursachen haben. Zu den möglichen Auslösern zählt zum Beispiel eine Infektion mit Viren, Parasiten oder Bakterien. So ist es zum Beispiel möglich, dass Ihr Hund durch den Biss einer infizierten Zecke an FSME erkrankt, was unter anderem zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Darüber hinaus kommen allerdings auch chemische Schadstoffe als Ursache in Betracht.

FSME als Ursache

Zecken können verschiedene Infektionserreger beherbergen. Unter anderem können sie Viren übertragen, die bei Menschen und Tieren Gehirnentzündungen auslösen können. In der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) wurde die sogenannte zentraleuropäische Zeckenenzephalitis (auch Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME) im vergangenen Halbjahr bei zwei Hunden diagnostiziert. Die Behandlung der beiden Hunde führten Professorin Dr. Andrea Tipold und Tierärztin Dr. Jasmin Nessler, Klinik für Kleintiere, durch. Professorin Tipold sagt: „Das ist sehr bemerkenswert, weil bisher nicht vermutet wurde, dass Zecken mit entsprechendem Virusbefall im hannoverschen Raum vorkommen.“ Beide Hunde hatten den norddeutschen Raum nie verlassen. Sie infizierten sich vermutlich im Raum Hannover. Bei den Hunden handelt es sich um einen zwölf Jahre alten Mischlingsrüden und einen dreijährigen Bernhardiner. Beide Hunde hatten eine schwere Enzephalomyelitis, für beide endete die Erkrankung tödlich.

Der Überträger der Krankheit ist der Gemeine Holzbock (Ixodes Ricinus). Die Zeckenart kommt in ganz Deutschland vor und nutzt den Menschen, Hunde und Katzen, aber auch Rinder, Schafen und Ziegen als Wirte. Die Infektion mit dem Virus erfolgt nach einem Zeckenbiss, die Übertragung über den Speichel der Zecke.

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Steril-eitrige Meningitis-Arteriitis (SRMA)

Die häufigste Form der Hirnhautentzündung, die bei Hunden auftritt, ist die sogenannte steril-eitrige Meningitis-Arteriitis (SRMA). Bei dieser ist der genaue Auslöser bislang unbekannt. Es wird vermutet, dass eine Kombination verschiedener Faktoren, zu denen unter anderem auch Gendefekte sowie Fehlfunktionen des Immunsystems zählen, zu einer Erkrankung an SRMA führt. Die steril-eitrige Meningitis-Arteriitis tritt vor allem bei jungen Hunden bis zum 18. Lebensmonat auf. Obwohl an ihr prinzipiell jeder Hund erkranken kann, besteht bei bestimmten Rassen ein erhöhtes Risiko.

Symptome einer Hirnhautentzündung beim Hund

Unabhängig von der genauen Ursache sind die Beschwerden, unter denen ein Hund mit Hirnhautentzündung leidet, stets dieselben. Zu den dokumentierten Krankheitsanzeichen bei Hunden, die Symptome zeigen, gehören:

  • Fieber
  • Gleichgültigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Depression
  • Neurologische Symptome wie Krämpfe, Lähmungen, Verhaltensänderungen, Benommenheit und eine Überempfindlichkeit auf Berührungsreize

Erste Symptome der FSME können hohes Fieber, Schwäche sowie Bewegungsstörungen sein.

Diagnose einer Hirnhautentzündung beim Hund

Sofern Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund unter einer Meningitis leidet, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Eine Hirnhautentzündung ist eine ernste Angelegenheit und kann unbehandelt lebensgefährlich sein. Das Stellen einer Diagnose gestaltet sich jedoch meist schwierig. Zunächst wird der Veterinär den Allgemeinzustand des Tieres untersuchen und dabei prüfen, inwieweit sich die genannten Symptome einer Hirnhautentzündung feststellen lassen.

Diagnose von SRMA

Für die Diagnose einer steril-eitrigen Meningitis-Arteriitis ist es notwendig, das Blut des Hundes auf bestimmte Werte, wie zum Beispiel die Anzahl weißer Blutkörperchen, zu überprüfen.

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Diagnose von FSME

  • Blutuntersuchung: Mithilfe eines Antikörpernachweises kann der Tierarzt den Hund auf Infektionskrankheiten wie FSME hin untersuchen. Mit einer Blutuntersuchung kann zwar getestet werden, ob die Hunde Antikörper gegen das Virus gebildet haben, da Hunde nach einer Infektion aber nicht unbedingt Symptome zeigen, ist diese Nachweismethode nur bedingt aussagekräftig. Antikörper können allerdings auch bei Hunden auftreten, die schon asymptomatisch am FSME-Virus erkrankt waren, und sind nicht unbedingt aussagekräftig.
  • Liquoruntersuchung: Darüber hinaus kann eine Entnahme von Nervenwasser für die Diagnose einer Hirnhautentzündung erforderlich sein. „Ein genetischer Virusnachweis im Liquor cerebrospinalis (Gehirnflüssigkeit, Hirnwasser) kann aber einen Hinweis geben - wie in einem der beschriebenen Fälle“, sagt Dr. Nessler. Die Überprüfung des Liquors auf FSMEV mittels ELISA ergab mit 133 Vienna Units (VIEU)/ml einen positiven Antikörpertiter (RB < 63 negativ). Eine PCR-Untersuchung auf FSMEV-RNA verlief hingegen negativ. Bei allen bisher beschriebenen FSME-Fällen ließen sich deutliche Auffälligkeiten bei der Liquoruntersuchung feststellen. Typische Veränderungen sind, wie auch im beschriebenen Fall, eine ausgeprägte Pleozytose und erhöhte Proteinkonzentration. Die Pleozytose ist meist von einer erhöhten Anzahl von Lymphozyten und Monozyten geprägt. Der Nachweis von FSMEV-RNA aus dem Liquor erfolgt mittels PCR-Untersuchung, gelingt jedoch aufgrund der kurzen Virämie (1-7 Tage) nur sehr selten. Erschwerend für den Nachweis ist außerdem, dass die Virämie der klinischen Symptomatik vorausgehen kann.
  • Obduktion: Bei bereits verstorbenen Hunden kann eine Obduktion Klarheit verschaffen, wie sie auch für die beiden Hunde, die in der Klinik für Kleintiere vorgestellt wurden, durchgeführt wurde. Die Bestätigung der Diagnose erfolgte im Institut für Pathologie der TiHo.

Differenzialdiagnosen

Der Ausschluss möglicher Differenzialdiagnosen ist zwingend erforderlich. In Betracht kommen:

  • Staupe
  • Tollwut
  • Toxoplasmose
  • Neosporose
  • Bartonellose
  • Botulismus
  • Tetanus
  • Borreliose
  • Aujeszky‘sche Krankheit
  • bakterielle und granulomatöse Meningoenzephaltis
  • steroidresponsive Meningitis-Arteriitis (SRMA)
  • Intoxikationen.

Einige dieser Erkrankungen können mittels Blut- und Liquoruntersuchungen sowie bildgebender Diagnostik (MRT/CT von Gehirn und Halswirbelsäule) ausgeschlossen werden.

Behandlung einer Hirnhautentzündung beim Hund

Die Behandlung der Hirnhautentzündung Ihres Hundes richtet sich nach der genauen Form, beziehungsweise nach ihrer Ursache. Das ist wichtig, da die falsche Medikation sehr leicht zu einer deutlichen Verschlechterung des Krankheitsbildes führen kann.

Behandlung von SRMA

Handelt es sich zum Beispiel um die bei Hunden besonders verbreitete steril-eitrige Meningitis-Arteriitis, ist über mehrere Monate die Gabe von Corticosteroiden, wie zum Beispiel Prednisolon, notwendig. Da das Prednisolon die Abwehrkräfte des Hundes schwächt, sollte die Therapie zusätzlich mit Antibiotika begleitet werden.

Behandlung von bakterieller Meningitis

Handelt es sich um eine bakterielle Meningitis, erfolgt die Behandlung des kranken Hundes in der Regel mit Antibiotika, das in sehr hohen Dosen verabreicht werden muss.

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Behandlung von FSME

Eine gezielte Therapie gegen FSME gibt es nicht, so dass die Therapie symptomatisch auf den einzelnen Fall abgestimmt erfolgt. Der Behandlungserfolg und die Behandlungsdauer hängt vom einzelnen Patienten, dessen individuellen Verlauf und dem Beginn der Behandlung im Verlauf der Erkrankung ab. Die Behandlung basiert auf symptomatischen Maßnahmen, da gegen das FMSEV keine spezifische antivirale Therapie zur Verfügung steht. Der Einsatz von Kortikosteroiden wird in der Literatur kontrovers diskutiert. In diesem Fall wurde aufgrund der hochgradigen Symptomatik und der Möglichkeit des Vorliegens einer steril-eitrige Meningitis-Arteriitis (SRMA) der Einsatz von Kortikosteroiden in Form von Prednisolon frühzeitig begonnen. Auf die Applikation nicht steroidaler Antiphlogistika zur Fiebersenkung konnte verzichtet werden, da der Rüde bereits durch die Gabe von Prednisolon nach 24 Stunden normotherm war.

Prognose

Die Heilungschancen sind vor allem davon abhängig, wann die Hirnhautentzündung bei Ihrem Hund erkannt wird und wie stark die Symptome zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeprägt sind. Die Hirnhautentzündung stellt für Ihren Hund eine immense Belastung dar und ist mit starken Schmerzen verbunden. Ist Ihr Vierbeiner an Meningitis erkrankt, sollten Sie daher Ihr Bestes tun, um ihn zu unterstützen. Achten Sie auf ausreichend Ruhe und zeigen Sie Ihrem Hund durch regelmäßige Streicheleinheiten, dass Sie für Ihn da sind.

Vorbeugung

Der Gefahr einer Ansteckung mit diesen Krankheiten können Hundehalter vorbeugen, indem sie ihr Tier generell vor Zeckenbissen schützen.

Zeckenschutz

Um das Risiko einer FSME-Infektion zu minimieren, ist ein effektiver Zeckenschutz unerlässlich.

  • Kontakt-Antiparasitika: Sogenannte Kontakt-Antiparasitika schützen vor Zecken. Die Zecken sterben spätestens, wenn sie die Wirkstoffe beim Blutsaugen aufnehmen. So wird die Übertragung der Erreger auf die Haustiere verhindert. Das Risiko der Erregerübertragung wird so deutlich vermindert.
  • Absuchen nach Zecken: Auch sollten Hundebesitzer ihre Tiere nach dem Spaziergang nach Zecken absuchen.
  • Zeckenmittel: Dein Tierarzt kann zur Abwehr von Zecken Produkte empfehlen, die Zecken fernhaltend oder zu einem schnellen Absterben der anhaftenden Zecke führen. Besonders effektiv sind Spot-On Präparate und Parasitenhalsbänder.
  • Hausmittel: Als kurzfristiges Hausmittel bei Zecken hilft Kokosöl oder Kokosfett. Einfach deinen Vierbeiner vor dem Spaziergang mit etwas davon einreiben, riecht gut, schmiert natürlich. Deswegen empfehlen wir dir dem Ganzen mit unseren Zistrose Plus Tabletten vorzubeugen Die Cistus Pflanze kann durch Ihre anti-oxidative Kraft bewirken, dass Hunde u.a. für Zecken einen abwehrenden Geruch entfalten. Dies liegt in dem überdurchschnittlich hohen Gehalt an Polyphenol und Harz und ist damit nicht so eine Chemiecocktail, wie herkömmliche Zeckenhalsbänder.

Zecken richtig entfernen

Zum Entfernen von Zecken solltest du eine Zeckenzange verwenden, den Blutsauger kurz über der Haut an den Mundwerkzeugen packen und Drehbewegungen beim Herausziehen vermeiden. Auf diese Weise entfernst du die Zecke im Ganzen und beugst Entzündungen vor, die durch Rückstände in der Haut verursacht werden können.

Kosten

Selbstverständlich entstehen Ihnen durch die Behandlung der Hirnhautentzündung Ihres Hundes Kosten. Denn sowohl die Untersuchungen durch den Tierarzt als auch die für die Heilung erforderlichen Medikamente kosten Geld. Insbesondere die Therapie einer bakteriellen Meningitis ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer. Um sich in Zukunft vor hohen Tierarztrechnungen zu schützen, ist der Abschluss eine Hundekrankenversicherung sinnvoll.

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