Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen), die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Diese Entzündung wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht. Typische Symptome sind starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen, manchmal auch Bewusstseinsstörungen. Eine Meningitis ist ein medizinischer Notfall, der sofort im Krankenhaus behandelt werden muss.
Was ist eine Meningitis?
Das Gehirn und das Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem. Hier werden Sinneswahrnehmungen weitergeleitet und verarbeitet, Bewegungen koordiniert und wichtige Funktionen wie Atmung und Herzschlag gesteuert. Gehirn und Rückenmark sind von schützenden Häuten umgeben, den Meningen. Bei einer Meningitis entzünden sich diese Hirn- und Rückenmarkshäute. Greift die Entzündung zusätzlich auf das Gehirn über, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vom Säugling bis zum älteren Erwachsenen.
Die Meningitis ist eine meist infektionsbedingte Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Verursacht wird eine solche Hirnhautentzündung in erster Linie durch Viren und Bakterien. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist die durch ein Virus ausgelöste Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Auch Bakterien sowie bestimmte Pilze oder Parasiten können zu einer Meningitis führen.
Die Erkrankung ist lebensgefährlich: Ca. 20 % der Betroffenen versterben, wobei der Verlauf stark abhängig ist vom zugrunde liegenden Erreger und der Konstitution des Betroffenen. Ein Drittel der Überlebenden leidet unter Dauerfolgen wie z. B. Hörschäden.
Dank Impfungen ist die Zahl der Erkrankungen durch bestimmte Bakterien wie Haemophilus influenzae und Meningokokken in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen.
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Ursachen einer Meningitis
Die Auslöser der Meningitis sind vielfältig, meist verursachen Bakterien oder Viren die Entzündung. Seltener kann eine Hirnhautentzündung auch durch Pilzinfektionen verursacht werden, vor allem bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem. Daneben sind auch nicht-infektiöse Hirnhautentzündungen bekannt, z. B. im Rahmen von Autoimmunerkrankungen.
Meist steht ein scheinbar harmloser Racheninfekt oder eine Lungenentzündung am Anfang des Geschehens. Die Erreger gelangen ins Blut und mit ihm in alle Organe des Körpers. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten setzen sich die Erreger aus unbekannten Gründen in den Hirnhäuten fest und führen dort zu einer Entzündung. Bakterien können außerdem bei schweren Entzündungen im Kopfbereich (z. B. des Ohrs) oder über eine nicht erkannte Schädelbasisverletzung direkt zu den Hirnhäuten gelangen.
Die häufigste Ursache der Meningitis sind Viren, die Zweithäufigste Bakterien. Die virale Meningitis verläuft meist milder als die bakterielle Meningitis und heilt in der Regel von selbst aus. Es gibt jedoch auch virale Meningitiden, die akut verlaufen und einer sofortigen Behandlung bedürfen. Die bakterielle Meningitis verläuft in den meisten Fällen schwerer und endet unbehandelt häufig innerhalb weniger Tage tödlich. In manchen Fällen lassen sich bei einer Meningitis keine Erreger nachweisen, Fachleute sprechen dann von einer nicht infektiösen Meningitis.
Bakterielle Meningitis
Mögliche Erreger einer bakteriellen Meningitis sind zum Beispiel:
- Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae): Vorausgehen kann eine Entzündung im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, wie eine Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung.
- Meningokokken (Neisseria meningitidis): Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und sind sehr ansteckend. Menschen mit einer Meningokokken-Meningitis müssen deshalb schnell isoliert werden.
- Listerien: Diese Bakterien kommen in tierischen Produkten wie Fleischerzeugnissen, Fisch, Milch und Milchprodukten wie Käse vor. Menschen mit einem gesunden Immunsystem zeigen bei einer Infektion mit Listerien keine Symptome. Bei Neugeborenen, älteren Menschen und immungeschwächten Personen kann sich eine Hirnhautentzündung oder eine Sepsis entwickeln.
- Haemophilus influenzae Typ B (Hib): Die Bedeutung von Hib als Erreger bakterieller eitriger Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen und Säuglingen hat durch die Routineimpfung gegen Hib stark abgenommen.
- Streptococcus agalactiae: Häufigster bakterieller Erreger einer Meningitis in den ersten Lebensmonaten ist nach wie vor ein Bakterium, das bei Mensch und Tier zur normalen Darm- und Genitalflora gehört.
- Atypische Bakterien: Zu den durch atypische Bakterien hervorgerufenen, nicht eitrigen Meningitiden gehören die tuberkulöse Meningitis und die Meningitis durch Borrelien.
Typisch für bakterielle Hirnhautentzündungen, insbesondere durch Meningokokken, ist die schnelle Entwicklung eines lebensbedrohlichen Krankheitsbilds, oft innerhalb weniger Stunden.
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Virale Meningitis
Mögliche Erreger einer viralen Meningitis sind zum Beispiel:
- Enteroviren: Sie sind die häufigste Ursache für virale Hirnhautentzündungen.
- Herpesviren: Insbesondere das Herpes-simplex-Virus (HSV) und das Varizella-Zoster-Virus (der Erreger von Windpocken und Gürtelrose) können eine schwere Meningoenzephalitis (Entzündung des Gehirns) verursachen.
- FSME-Virus: Das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus wird durch Zeckenstiche übertragen.
- Andere Viren: Auch Viren, die typische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Windpocken (Varizella-Zoster-Virus) auslösen, können zu einer Hirnhautentzündung führen. Auch bei einer Grippe, die durch Influenzaviren verursacht wird, lässt sich häufig eine leichte Begleitmeningitis feststellen.
Virusbedingte Hirnhautentzündungen setzen etwas langsamer ein, oft nach Anzeichen eines "grippalen Infekts" in den vorangegangenen Tagen, und verlaufen oft milder. Bei einigen Viren, etwa Herpesviren, sind allerdings schwere und sogar lebensbedrohliche Verläufe häufig.
Verbreitung der bakteriellen Meningitis weltweit
In einigen Regionen der Welt ist das Risiko für eine bakterielle Meningitis erheblich höher als in Deutschland. In den vergangenen Jahrzehnten traten saisonale Epidemien vor allem im asiatischen Raum sowie dem sogenannten Meningitis-Gürtel auf. Der Meningitis-Gürtel zieht sich oberhalb des Äquators von der westafrikanischen Küste bis in den Osten des Kontinents. Bei Reisen in entsprechende Länder ist eine Impfung gegen die dort vorherrschenden Meningokokken-Stämme dringend angezeigt.
Symptome einer Meningitis
Die Anzeichen einer Meningitis können sich schnell entwickeln. Allerdings treten nicht immer alle Symptome gemeinsam auf. Weitere häufige Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Lichtscheu) sowie epileptische Anfälle.
Die Symptome der Meningitis entwickeln sich oft sehr schnell, besonders bei bakteriellen Infektionen.
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Typische Symptome einer Meningitis sind zum Beispiel:
- Starke Kopfschmerzen
- Hohes Fieber
- Nackensteifigkeit (Meningismus): das bedeutet Sie können den Kopf nicht mehr nach vorne zur Brust beugen. Da entzündete Hirnhäute verstärkt schmerzen, sobald man sie unter Zugspannung setzt, kann der Arzt die Verdachtsdiagnose anhand verschiedener körperlicher Untersuchungsverfahren untermauern. Durch das Beugen des Kopfes wird das Rückenmark leicht nach unten gezogen, was bei entzündeten Meningen starke Schmerzen verursacht.
- Bewusstseinsstörungen (von leichter Verwirrtheit bis zum Koma)
Bei einer durch Meningokokken verursachten Meningitis ist ein Warnsignal ein typischer Hautausschlag, der als kleine, rote oder violette Flecken (Petechien) beginnt. Sie können sich zu größeren Einblutungen entwickeln (Purpura fulminans) und deuten darauf hin, dass die Blutgerinnung durch die Infektion gestört ist. Das kann Zeichen einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) sein.
Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft untypisch. Achten Sie auf diese Warnzeichen:
- plötzliche starke Kopfschmerzen,
- Fieber
- Nackensteifigkeit
Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome einer Meningitis oft weniger eindeutig. Sie bekommen möglicherweise Fieber, leiden unter Erbrechen, Reizbarkeit und Schläfrigkeit, verweigern die Nahrung und weinen viel. Im Gegensatz zu älteren Kindern und Erwachsenen zeigen die meisten Neugeborenen und Kleinkinder keine Nackensteifigkeit. Da die Schädelknochen von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht vollständig zusammengewachsen sind, kann eine weitere Besonderheit auftreten: Wenn sich die Meningitis verschlimmert, können sich die weichen Stellen zwischen den Schädelknochen, die sogenannten Fontanellen, wegen des erhöhten Drucks im Schädel nach oben wölben.
Bei Menschen im Seniorenalter kommt es möglicherweise weder zu Fieber noch zu Nackensteifigkeit. Stattdessen können frühzeitig unspezifische Symptome wie Verwirrtheit oder eine Beeinträchtigung des Bewusstseins auftreten.
Meningismus-Tests
Die Diagnose eines Meningismus - also einer schmerzhaften Nackensteifigkeit als Hinweis auf eine Meningitis - kann mithilfe spezifischer Tests überprüft werden. Besonders gebräuchlich sind das Brudzinski-, Kernig- und Lasegue-Zeichen.
- Brudzinski-Zeichen: Hierbei wird der Kopf der auf dem Rücken liegenden Person passiv nach vorn gebeugt. Lässt sich dadurch eine reflexhafte Bewegung von Knie- und Hüftgelenk auslösen, wird dies als positives Testergebnis gewertet.
- Kernig-Zeichen: Die betroffene Person liegt flach auf dem Rücken. Eine zweite Person beugt daraufhin ein Bein der betroffenen Person, sodass 90-Grad-Winkel in Hüft- und Kniegelenk entstehen. Dann versucht sie, das Kniegelenk bei gebeugter Hüfte zu strecken.
- Lasègue-Zeichen: Bei diesem Test liegt die betroffene Person auf dem Rücken. Eine medizinische Fachkraft hebt ein Bein der Patientin oder des Patienten an und beugt es in der Hüfte. Kommt es dabei zu Dehnungsschmerzen im Rücken, Gesäß oder Bein, gilt der Test als positiv. Das Strecken des Knies führt zur Spannung der Meningen und der Lendenwirbelsäulen-Nervenwurzeln. Beim Anheben des Beins wird der Ischiasnerv und die Meningen gedehnt. Bei einer Meningitis verursacht diese Spannung Schmerzen entlang der Rückenmarksstrukturen.
Diagnose einer Meningitis
Um eine Meningitis schnell und sicher festzustellen, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Neben der körperlichen Untersuchung wird Blut abgenommen und unter anderem auf Entzündungswerte und mögliche Erreger untersucht. Außerdem wird Nervenwasser aus dem Lumbalbereich, dem Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, entnommen (Lumbalpunktion). So kann der Arzt oder die Ärztin feststellen, ob Bakterien oder Viren die Meningitis verursacht haben - was entscheidend für die weitere Behandlung ist. In manchen Fällen kann auch ein CT oder MRT erforderlich sein, um einen erhöhten Druck im Gehirn auszuschließen.
Besteht der Verdacht auf eine Hirnhautentzündung, ist eine stationäre Einweisung meist unumgänglich.
Neben der Erhebung der Krankengeschichte, der Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, stehen eine Blutuntersuchung und die Untersuchung des Nervenwassers im Zentrum der Diagnosefindung.
Unmittelbar nach der körperlichen Untersuchung wird in der Regel mittels einer Hohlnadel Nervenwasser (Liquor) aus dem Wirbelkanal in Höhe des Beckenkamms entnommen (Lumbalpunktion). Bei Menschen mit bestimmten neurologischen Störungen wird zuvor mittels Computertomografie (CT) abgeklärt, ob eine Lumbalpunktion risikoarm möglich ist. Dabei erhärtet oft schon eine eitrig-trübe Färbung des Liquors den Verdacht auf eine bakterielle Meningitis. Für eine endgültige Diagnose und die Spezifizierung des verantwortlichen Erregers sind weiterführende Analysen des Liquors erforderlich. Im Zuge dessen werden verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt.
Oft ist schon durch die mikroskopische Untersuchung eine Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Hirnhautentzündung möglich, für manche Erreger gibt es auch Schnelltests.
Die Erreger einer Hirnhautentzündung gelangen über das Blut in die Hirnhäute, daher können entsprechende Erreger auch in einer Blutprobe nachgewiesen werden.
Insbesondere bei Bewusstseinsstörungen ist eine Untersuchung des Gehirns über MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) erforderlich. Andernfalls kann keine Lumbalpunktion durchgeführt werden. Aber auch bei Betroffenen ohne Bewusstseinsstörungen werden bildgebende Verfahren zur Differentialdiagnose eingesetzt.
Je nach Patient sowie Schweregrad und Ursache der Hirnhautentzündung können weitere Untersuchungen notwendig sein, um über die richtige Behandlungsstrategie zu entscheiden und Komplikationen zu vermeiden.
Behandlung einer Meningitis
Die Therapie hängt entscheidend vom Erreger ab. Sobald die Ärzte Blut und Liquor entnommen haben, starten sie eine intravenöse Antibiotikatherapie mit einem gegen viele Bakterienarten wirksamen Breitspektrumantibiotikum - aufgrund der drohenden Lebensgefahr auch ohne 100%ige Gewissheit, dass Bakterien die Verursacher sind. Im Zweifelsfall und beim geringsten Verdacht auf eine Herpes-Meningoenzephalitis entscheiden sie sich auch für die zusätzliche intravenöse Gabe eines Virostatikums (z. B. Aciclovir), da die Risiken bei einer - eventuell sogar überflüssigen - Medikamentengabe weit geringer sind als das einer verspäteten Behandlung.
Wenn im Blut oder Liquor ein Erregernachweis gelingt, passen die Ärzte die Therapie daran an. Bei Bakterien wechseln die Ärzte oft vom Breitspektrumantibiotikum auf einen spezifischen antibakteriellen Wirkstoff, der das diagnostizierte Bakterium besser bekämpft. Lassen sich Viren nachweisen, wird das Breitspektrumantibiotikum abgesetzt.
Patienten mit einer Hirnhautentzündung benötigen meist eine engmaschige Überwachung auf der Intensivstation oder in einer neurologischen Abteilung. Vorbeugend gegen erhöhten Hirndruck hilft die Oberkörperhochlagerung. Manchmal verordnen die Ärzte auch Infusionen mit Mannitol. Dabei handelt es sich um einen Zucker, der durch osmotischen Druck Flüssigkeiten aus dem Gehirngewebe in das Blut zieht, damit diese durch die Niere ausgeschieden werden können. In schweren Fällen legen die Ärzte auch eine Liquordrainage und leiten die Hirnflüssigkeit über einen Schlauch oder eine dünne Nadel nach außen ab. Bei Krampfanfällen sind Antikonvulsiva erforderlich. Eine Sinusvenenthrombose behandeln die Ärzte durch Hemmung der Blutgerinnung, meist mit Heparininfusionen. Gegen Schmerzen und Fieber bekommt der Patient fiebersenkende Mittel und Schmerzmitteln z. B.
Um Ansteckungen zu vermeiden, wird der Patient die ersten 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie isoliert.
Behandlung der bakteriellen Meningitis
Patienten und Patientinnen mit Verdacht auf eine bakterielle Meningitis werden sofort im Krankenhaus, meist auf einer Intensivstation, aufgenommen. Sie erhalten Antibiotika über die Vene und zusätzlich wird oft ein Kortisonpräparat gegeben. Es kann bei Pneumokokken-Meningitis die Sterblichkeit und bei einer Meningokokken-Meningitis das Risiko für Folgeschäden wie einen Hörverlust senken.
Erwachsene Patienten bekommen bei Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung zusätzlich intravenös Kortison, weil Studien ergeben haben, dass dadurch nachfolgende Hörschäden und andere neurologische Folgen seltener auftreten.
Behandlung der viralen Meningitis
Die meisten viralen Hirnhautentzündungen werden symptomatisch mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten behandelt. Eine wichtige Ausnahme ist die durch Herpesviren (Herpes-simplex-Virus, Varizella-Zoster-Virus) verursachte Enzephalitis. Hier ist eine sofortige intravenöse Therapie mit dem antiviralen Medikament Aciclovir lebensrettend und muss bereits bei Verdacht begonnen werden.
Bei einer unkomplizierten viralen Hirnhautentzündung reicht häufig die symptomatische Therapie. Bei nachgewiesenen Herpes- oder Windpockenviren wird ein Virostatikum, z. B. Aciclovir über die Vene gegeben.
Antibiotische Postexpositionprophylaxe
Personen, die im Zeitraum von einer Woche vor bis 24 Stunden nach Beginn einer wirkungsvollen antibiotischen Therapie engen Kontakt mit dem Patienten hatten, wird die vorbeugende Einnahme von Antibiotika empfohlen (z. B. Rifampicin über 2 Tage, Schwangeren stattdessen Ceftriaxon intravenös oder intramuskulär). Als enger Kontakt gilt z. B.
Isolation
Manchmal werden Betroffene mit einer bakteriellen Meningitis isoliert. Die gute Nachricht ist: In Deutschland erkranken Kinder und Jugendliche nur sehr selten an der bakteriellen Meningitis. Der Grund ist ganz einfach: Eine Impfung ist möglich.
Postexpositionelle Impfung
Auch die Impfung gegen Meningokokken ist als vorbeugende Maßnahme möglich. In Erwägung ziehen sollten das enge Kontaktpersonen, z. B.
Wie gefährlich ist eine Meningitis?
Die Überlebenschancen bei einer Meningitis hängen stark vom Erreger, der Ausprägung der Meningitis, dem Alter und Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten sowie der Schnelligkeit der Behandlung ab. Die bakterielle Meningitis hat eine Sterblichkeit von bis zu 30 %.
Die unkomplizierte virale Hirnhautentzündung verheilt meist spontan ohne weitere Folgen.
Komplikationen und Langzeitfolgen einer Meningitis
Meningitis ist eine schwere Erkrankung, die sowohl akute Komplikationen als auch bleibende Schäden verursachen kann.
Akute Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel:
- Hirnödem: Eine Schwellung des Gehirns, die zu einem lebensbedrohlichen Anstieg des Hirndrucks führen kann.
- Epileptische Anfälle
- Schlaganfälle durch Entzündungen der Blutgefäße im Gehirn.
- Systemische Komplikationen: zum Beispiel eine Blutvergiftung oder Gerinnungsstörungen.
- Hirnödem und Hirndrucksteigerung
- Septische Sinusvenenthrombose
- Hydrozephalus
- Hirnabszess
Langzeitfolgen
Auch nach überstandener Krankheit können dauerhafte Beeinträchtigungen zurückbleiben.
- Hörschäden: Hörverlust bis hin zur Taubheit ist eine der häufigsten Folgen, besonders nach einer Pneumokokken-Meningitis. Eine frühzeitige audiologische Untersuchung nach der Erkrankung ist daher sehr wichtig. Schädigung des Hörapparates mit Taubheit und Schwindel
- Neurologische Defizite: Dazu zählen Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen (Ataxie) und epileptische Anfälle. Hirnnervenlähmungen
- Kognitive Beeinträchtigungen: Viele Betroffene klagen über Probleme mit der Konzentration und der Merkfähigkeit.
Vorbeugung gegen Meningitis
Eine Hirnhautentzündung wird durch zahlreiche Erreger verursacht. Vor manchen kann man sich schützen.
Impfungen
- Meningokokkenimpfung: Die Meningokokkenmeningitis betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Laborpersonal, Immungeschwächte oder Reisende sind gefährdet. Gegen die Meningokokkentypen A, B, C, W und Y gibt es Impfstoffe, die je nach Exposition empfohlen werden.
- Impfstoff gegen Meningokokken vom Typ C als Standardimpfung für alle Kinder im 2. Lebensjahr
- Impfstoff gegen Meningokokken vom Typ A, C, W135 und Y (ACWY-Impfstoff) sowie gegen Typ B als Indikationsimpfung für Personen mit angeborener Immunschwäche oder Asplenie (ohne Milz)
- ACWY-Impfstoff sowie gegen Typ B als berufsbedingte Impfung für Laborpersonal
- ACWY-Impfstoff als Reiseimpfung bei Reisen in Endemiegebiete
- Postexpositionelle Impfung mit dem ACWY-Impfstoff für Personen, die im selben Haushalt leben wie der Erkrankte
- Pneumokokkenimpfung: Ebenfalls seit 2006 für alle Kinder im ersten Lebensjahr empfohlen ist die Pneumokokkenimpfung. Ältere und abwehrgeschwächte Menschen sowie Träger von Cochlea-Implantaten sind ebenfalls besonders gefährdet. Ihnen wird eine Impfung empfohlen, die alle sechs Jahre aufgefrischt werden muss
- Hib-Impfung: Auch eine Impfung gegen Hämophilus influenza beugt Hirnhautentzündungen vor. Empfohlen wird die sogenannte Hib-Impfung allen Kindern. Die letzte der nötigen vier Impfdosen soll im 14. Lebensmonat verabreicht werden
- FSME-Impfung: Geimpft werden kann auch gegen die in Teilen Deutschlands und Osteuropas auftretende FSME
- MMR-Impfung: Impfstoff existiert gegen die meisten Meningitis-Erreger wie Pneumokokken, Masern, Mumps und Windpocken sowie Haemophilus Influenza.
Weitere Vorbeugungsmaßnahmen
Da Meningitis ansteckend ist, ist die Übertragungsgefahr größer, wenn Menschen in einer hohen Anzahl zusammenleben. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten kann etwa das gemeinsame Benutzen von Besteck die Hirnhautentzündung verbreiten. Auch beim Husten oder Niesen können Erreger weitergegeben werden.
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