Hirntumor, Bleivergiftung und ihre Ursachen: Ein umfassender Überblick

Die Diagnose Krebs, insbesondere ein Hirntumor, ist für viele Menschen ein Schock. Bei der Suche nach den Ursachen für diese Erkrankung tauchen oft viele Fragen auf. Dieser Artikel beleuchtet mögliche Ursachen von Hirntumoren und Krebserkrankungen im Allgemeinen, wobei auch die Rolle von Umweltfaktoren wie Bleivergiftung und Lebensstilfaktoren berücksichtigt wird.

Krebs: Eine komplexe Erkrankung

Krebs wird definiert als eine bösartige Neubildung von Gewebe (Malignom), die zur Zerstörung von umliegendem Gewebe führt. Hierbei spielen Störungen des Zellwachstums und der Zellteilung, der Zelldifferenzierung und des programmierten Zelltods (Apoptose) eine wesentliche Rolle. Im weiteren Sinne zählen hierzu auch bösartige Veränderungen der Blutzellen (Hämoblastosen) wie Leukämie.

Ein Tumor im engeren Sinne beschreibt eine krankhafte Gewebeneubildung (Neoplasie), die auf einer Fehlregulation des Zellwachstums beruht. Unterschieden werden dabei gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumore.

Gutartige Tumore (benigne)

Benigne Tumore sind gutartige Geschwulste, die umliegendes Gewebe lediglich durch ihr unkontrolliertes Wachstum langsam verdrängen, aber nicht in dieses hineinwachsen. Hierbei handelt es sich um differenzierte Zellen, die deutlich gegen das umgebende Gewebe abgegrenzt sind (z.B. durch Einkapselung). Eine chirurgische Entfernung verspricht meist gute Heilungschancen. Trotz deren Einteilung als „gutartig“ können diese in operativ schwer zugänglichen Körperregionen wie Gehirn oder Rückenmark dennoch erhebliche Schäden verursachen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Ein Beispiel hierfür ist der gutartige Hirntumor Meningiom, der, wie im Fall von Sabine K. beschrieben, auf weibliche Hormone anspricht und durch Hormontherapien oder Schwangerschaft zu schnellem Wachstum animiert werden kann.

Bösartige Tumore (maligne)

Maligne Tumore sind bösartige Geschwulste, die die Fähigkeit besitzen, andere Gewebe aktiv zu infiltrieren und zu zerstören. Hierbei handelt es sich um unreife Zellen mit einer hohen Zellteilungs- und Mutationsrate, die zudem die Fähigkeit besitzen, sich über die Blut- oder Lymphbahn im Körper zu verbreiten (Metastasierung). Metastasen stellen Tochtergeschwüre dar.

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Die Entstehung von Krebs

Die Entstehung von Krebs ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Umwelteinflüsse, Stoffwechselveränderungen und genetischer Umstände. So führt eine Mutation noch lange nicht zu einer Krebszelle, sondern erst verschiedene Mutationen in bestimmten Genen. Das natürliche Zellleben umfasst die Teilung der Zelle zu Tochterzellen, die Differenzierung von Stammzellen zu spezialisierten Gewebezellen sowie den programmierten Zelltod (Apoptose) einer jeden Zelle nach einer bestimmten Lebenszeit. Jeder dieser Vorgänge ist streng kontrolliert und durch fördernde sowie hemmende Signale reguliert.

Die Krebsentstehung (Kanzerogenese) vollzieht sich in mehreren Stufen:

  1. Tumorinitiation: Das Genom einer Zelle erfährt eine erste entscheidende Mutation, die ihr einen Wachstumsvorteil gegenüber anderen Zellen verschafft. Der Auslöser, in diesem Fall Initiator genannt, kann eine Substanz (z.B. aus Tabakrauch oder aus Nahrungsmitteln), ein Tumorvirus oder auch energiereiche Strahlung sein.
  2. Tumorpromotion: Faktoren, die selbst nicht kanzerogen sind, fördern die Teilung der entarteten Zelle, so dass vermehrt Tochterzellen mit der initialen Mutation entstehen.
  3. Progression: Die endgültige Umwandlung von gutartigen Tumoren zu bösartigem Krebsgewebe. Um alle Eigenschaften einer Krebszelle (unkontrolliertes Wachstum, Langlebigkeit, Metastasierungsfähigkeit usw.) zu erhalten, sind mindestens sechs bis zehn Mutationen in bestimmten Genen nötig.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Während Wissenschaftler und Mediziner lange Zeit davon ausgingen, dass Krebserkrankungen hauptsächlich auf genetische Faktoren und Schadstoffe am Arbeitsplatz zurückzuführen sind, zeigten Doll und Peto 1981 mit ihrer Studie, dass das größte Risiko vorrangig von Lifestylefaktoren ausgeht. Neben dem bekannten Risikofaktor Rauchen spielen vor allem Ernährungsfaktoren eine wesentliche Rolle. Die Entwicklung eines Krebsleidens ist jedoch in den seltensten Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen, sondern ist meist ein Zusammenspiel verschiedener nicht-beeinflussbarer Umstände mit einer Reihe von nicht veränderbaren Risikofaktoren, ungünstigen Umweltfaktoren bzw.

Umweltfaktoren

Die Belastung der Umwelt mit Schadstoffen kann die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Einige Stoffe wirken sich möglicherweise sogar auf das Krebsrisiko aus. Im Vergleich zu "hausgemachten" und lebensstilabhängigen Risiken halten die meisten Fachleute den Einfluss von Giften in der Umwelt für eher gering.

Luftverschmutzung: Luftschadstoffe erhöhen das Risiko für Lungenkrebs und für Blasenkrebs. Studien zur aktuellen Belastung, aber auch zu den Auswirkungen von Luftschadstoffen werden kontinuierlich weiter geführt.

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Wasser und Böden: Was durch Landwirtschaft, Industrie, private Haushalte oder aus anderen Quellen in die Umwelt gelangt, findet sich häufig irgendwann auch im Oberflächen- oder Grundwasser wieder. Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist auch im internationalen Vergleich sehr gut. Probleme mit den Trinkwasser entstehen jedoch nicht selten erst im eigenen Haus oder der Wohnung: Wo alte Bleirohre vorhanden sind oder Kupferleitungen zu viele Moleküle abgeben, sollte nachgebessert werden. Reste von Chemikalien sind oft auf die derzeitige oder frühere Nutzung von Flächen als Industriestandort zurückzuführen.

Strahlung: Immer wieder diskutiert wird das Risiko, das von Kernkraftwerken oder Endlagerstätten für radioaktive Abfälle ausgeht. Eine eigentlich altbekannte Risikoquelle rückt erst in jüngerer Zeit ins Blickfeld: das natürliche Edelgas Radon. Es kann Lungenkrebs verursachen.

Schadstoffe in Lebensmitteln: In Stichproben finden sich aber gelegentlich Überschreitungen beim Nitratgehalt oder bei Pestiziden. Das zeigen die Ergebnisse des bundesweiten Lebensmittelmonitorings. Ein großes Problem stellen häufig gar nicht "chemische" Schadstoffe dar, sondern zum Beispiel die Verunreinigung mit Schimmelpilzgiften, häufig in Gewürzen oder in Pistazien.

Bleivergiftung

Demenzähnliche Symptome können auch durch zu große Mengen Blei oder anderer Schwermetalle im Körper ausgelöst werden. Blei ist ein bekanntes Neurotoxin, das bei chronischer Exposition zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen kann. Während akute Bleivergiftungen selten sind, können niedrige, chronische Expositionen über Jahre hinweg das Nervensystem schädigen und möglicherweise das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen erhöhen.

Es wird oft behauptet, dass unser Trinkwasser gesund ist, aber es werden nur ca. 50 Stoffe in unserem Leitungswasser analysiert, während sich ca. 1400 verschiedene Stoffe im Wasser befinden, z.B. Blei, Bor, Arsen, Cyanid, Antrazien, Pestizide, Hormonpräperate (Antibabypille), Antibiotika, Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, Blutdruckmittel, Röntgenkontrastmittel, Epileptikum.

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Lebensstilfaktoren

Ernährung: Die Ernährungsempfehlungen bei Krebs sind je nach verwendeten Quellen und Literatur zum Teil sehr widersprüchlich. Im Idealfall entscheidet die ErnährungstherapeutInnen in Zusammenarbeit mit ihren PatientInnen, welche Ernährung unter Berücksichtigung der Krebsform, des Stadiums, des Ernährungszustandes und der Symptome angezeigt und umsetzbar ist.

Insulin und Krebs: Insulin ist als Hormon ein bedeutendes Signalmolekül, das in den Körperzellen eine Reihe von stoffwechselmodulierenden Veränderungen auslöst. Es fördert nicht nur die Glukoseaufnahme in verschiedene Zelltypen, sondern hat darüber hinaus eine Reihe von zellwachstumsfördernden Effekten. Eine Insulinresistenz scheint besonders für die Entstehung von Dickdarmkrebs eine Rolle zu spielen. Ein möglicher Einfluss hoher Insulinspiegel ist für die Entwicklung von Dickdarm- und Pankreaskrebs sowie für Brustkrebs wahrscheinlich.

Weitere Faktoren

Sekundäre Demenzerkrankungen: Sekundären Demenzerkrankungen sind solche, die nicht in erster Linie hirnorganisch bedingt sind. Sie sind die Folge einer anderen Grunderkrankung. Sie sind zum Teil behandelbar und hier ist in manchen Fällen sogar eine Rückbildung der Demenzsymptomatik möglich.

Vitaminmangel: Vor allem Vitamin B12-Mangel kann neurologische Schädigungen verursachen wie Gangunsicherheit, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen.

Vergiftungen: Die meisten Vergiftungen werden durch Drogen, Alkohol oder unvorsichtigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verursacht. Zu den Hauptverdächtigen gehören Psychopharmaka wie Amitriptylin oder auch Mittel gegen Schlaf- oder Blasenfunktionsstörungen Medikamente, die Senioren zum Beispiel durchaus in eine Pseudo-Demenz treiben können.

Hirntumore und Demenz: Hirntumore sind keine Demenzkrankheit, können aber dennoch ähnliche Symptome auslösen, da die Tumoren die Gehirnzellen zerstören.

Fallbeispiele und Forschung

Richard Scolyer: Der australische Arzt Richard Scolyer, der selbst an einem Glioblastom erkrankte, wurde als „Patient Null“ mit einem Immuntherapie-Ansatz behandelt, der im Rahmen seiner eigenen Melanomforschung entwickelt worden war. Seine Forschungspartnerin adaptierte die Forschung zur Behandlung von Melanomen für die Behandlung von Hirntumoren.

Marlene: Marlene steckt mitten im Abitur, als sie erfährt, dass sie einen Hirntumor hat. Stattdessen teilt sie ihre Geschichte auf Instagram.

Symptome und Diagnose

Eine Krebserkrankung kann auf unterschiedliche Weise diagnostiziert werden. Dies ist vom betroffenen Organ und dem Wachstumsfortschritt des Krebses abhängig. Blutuntersuchungen zeigen, ob Tumormarker im Blut erhöht sind.

Einige Symptome, die auf einen Hirntumor hindeuten können, sind:

  • Ständige Gereiztheit
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Verhaltensänderungen
  • Seh- und Riechstörungen
  • Demenzähnliche Symptome

Therapieoptionen

Die gebräuchlichsten Therapieoptionen sind, neben der operativen Entfernung des Tumors, die Strahlen- und die Chemotherapie.

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