Hirntumor und erhöhter Augendruck: Ursachen und Zusammenhänge

Hirntumoren sind Geschwülste, die im Gehirngewebe oder den Hirnhäuten entstehen. Sie können gutartig oder bösartig sein und sind insgesamt selten. Etwa einer von 10.000 Menschen ist betroffen. Die frühzeitige Erkennung ist entscheidend für die Heilungschancen.

Symptome von Hirntumoren

Hirntumoren können sich durch vielfältige Symptome äußern, die je nach Größe und Lage des Tumors variieren. Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Kopfschmerzen: Diese treten oft nachts und am frühen Morgen auf und verstärken sich im Liegen. Sie können innerhalb weniger Tage oder Wochen heftiger werden.
  • Übelkeit und Erbrechen: Diese Symptome treten häufig zusammen mit Kopfschmerzen auf und werden ebenfalls innerhalb kurzer Zeit stärker. Typisch ist Übelkeit auf nüchternem Magen.
  • Papillenödem (Stauungspapille): Eine Schwellung an der Einmündung des Sehnervs in die Netzhaut, die durch erhöhten Hirndruck verursacht wird.
  • Lähmungserscheinungen: Je nach betroffenem Gehirnareal kann es zu Muskelschwäche oder Lähmungen in Armen, Beinen oder anderen Körperregionen kommen.
  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln auf der Haut oder Berührungsempfindlichkeiten können auftreten.
  • Sehstörungen: Insbesondere bei Hypophysenadenomen kann es zu Gesichtsfeldausfällen oder Doppelbildern kommen, wenn der Tumor auf den Sehnerv drückt. Skotome (Gesichtsfeldausfälle) können in verschiedenen Formen auftreten, wie Lichtblitze, dunkle Flecken oder Farbveränderungen.
  • Hormonelle Störungen: Hypophysenadenome können zu einer Überproduktion von Hormonen führen, was bei Männern zu Funktionsstörungen der Hoden und bei Frauen zu Zyklusstörungen und Milchfluss aus den Brüsten führen kann.
  • Schwerhörigkeit: Einseitige Schwerhörigkeit, oft begleitet von Ohrgeräuschen (Tinnitus), kann auf einen Hirntumor hindeuten.
  • Sprach- und Schluckstörungen: Sprachstörungen (Aphasie) und Schluckbeschwerden (Dysphagie) können auftreten.
  • Epileptische Anfälle: Rund die Hälfte aller Menschen mit Hirntumor erleiden im Verlauf epileptische Anfälle.
  • Wesensveränderungen: Plötzliche Reizbarkeit, Ablenkbarkeit oder Rückzug können Anzeichen sein.
  • Psychische Probleme: Einige Betroffene entwickeln Depressionen.

Erhöhter Augendruck und Hirntumor

Ein erhöhter Augendruck kann im Zusammenhang mit einem Hirntumor auftreten, insbesondere wenn dieser zu einem erhöhten Hirndruck führt. Der normale intrakranielle Druck liegt bei Erwachsenen im Liegen bei etwa 8-10 mmHg. Ursachen für einen erhöhten Hirndruck können sein:

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirntumor, Zyste oder Abszess
  • Entzündung oder Infektion des Gehirns (Meningitis)
  • Hirnblutungen oder Blutungen im Bereich der Hirnhaut
  • Missbildungen des Schädels
  • Erhöhter Blutdruck (hypertensive Krise)
  • Abflussstörung des Hirnwassers (Pseudotumor cerebri)

Stauungspapille als Folge erhöhten Hirndrucks

Ein erhöhter Hirndruck kann zu einer Stauungspapille führen, einer Schwellung der Papille (Einmündung des Sehnervs in die Netzhaut). Die Stauungspapille entsteht, weil der erhöhte Druck im Schädelinneren sich auf die Augen auswirkt und eine Schwellung der Papille verursacht. Die Blutgefäße, die durch die Papille führen, weiten sich, und es sammelt sich Wasser im Gewebe der Papille an, wodurch ein Ödem entsteht. Dies kann zu einer Kompression des Sehnervs führen, die bei längerem Bestehen die Nervenfasern des Sehnervs schädigen kann.

Symptome einer Stauungspapille

Die Symptome einer Stauungspapille können sein:

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  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Vorübergehende optische Veränderungen wie:
    • Grauwerden des Blickfeldes
    • Flackern
    • Verschwommen- oder Doppeltsehen
    • Kurzzeitiger Verlust des Sehvermögens

Diese Symptome dauern üblicherweise nur wenige Sekunden an.

Diagnose und Behandlung der Stauungspapille

Die Diagnose einer Stauungspapille erfolgt durch eine Augenhintergrundspiegelung, bei der die Sehnervenpapille auf Unschärfen, Rötungen und Vorwölbungen untersucht wird. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT) eingesetzt, um die Ursache des erhöhten Hirndrucks zu ermitteln.

Die Behandlung zielt darauf ab, den Hirndruck zu senken. Dies kann durch Medikamente, die die Flüssigkeitsansammlung verringern, oder durch einen neurochirurgischen Eingriff erfolgen, bei dem angestautes Hirnwasser durch eine Drainage abgelassen wird. Bei bakteriellen Infektionen wie Meningitis oder Abszessen erfolgt eine Therapie mit Antibiotika. Ist ein Hirntumor oder eine Zyste ursächlich für den erhöhten Hirndruck, muss dieser operativ entfernt oder mit einer Chemotherapie behandelt werden.

Skotom (Gesichtsfeldausfall)

Ein Skotom bezeichnet einen Ausfall im Gesichtsfeld. Dieser kann sich unterschiedlich bemerkbar machen:

  • Lichtblitze
  • Kleine, tanzende Punkte (Mouches volantes)
  • Farbveränderungen
  • Dunkle Flecken
  • Bis hin zur totalen Erblindung

Mediziner unterscheiden zwischen:

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  • Relativem Skotom: Objekte im Bereich des Skotoms sind abgeschwächt.
  • Absolutem Skotom: Objekte werden nicht erkannt.
  • Positivem Skotom: Der Patient sieht zusätzliche Formen und Strukturen wie Lichtblitze oder dunkle Flecken.
  • Negativem Skotom: Das Skotom ist nur durch augenärztliche Untersuchungen feststellbar.

Ursachen für Skotome

Skotome können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Migräne mit Aura
  • Makuladegeneration
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Erkrankungen des Sehnervs (Entzündungen, Tumore, erhöhter Augeninnendruck, Durchblutungsstörungen)
  • Netzhautablösung
  • Schlaganfall
  • Gehirntumore

Diagnose und Behandlung von Skotomen

Bei einem erstmaligen Gesichtsfeldausfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Die Diagnose umfasst in der Regel:

  • Ausführliches Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
  • Bestimmung der Sehschärfe
  • Spaltlampenuntersuchung
  • Augenspiegelung (Funduskopie)
  • Optische Kohärenztomografie (OCT)
  • Perimetrie (Gesichtsfeldmessung)

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Skotoms.

Augenflimmern

Augenflimmern ist ein visuelles Phänomen, bei dem sich kleine leuchtende Punkte vor dem Auge hin und her bewegen. Es kann dauerhaft oder kurzfristig und in unterschiedlicher Intensität auftreten.

Ursachen für Augenflimmern

Die Ursachen für Augenflimmern können vielfältig sein:

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  • Netzhautablösung
  • Krankhafte Veränderungen des Auges
  • Schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel bei Diabetikern
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn (möglicherweise im Zusammenhang mit einem Schlaganfall)
  • Grüner Star
  • Aderhautentzündung
  • Stress und Überanstrengung
  • Einnahme bestimmter Rausch- und Arzneimittel (z.B. Migränepräparate)
  • Migräne mit Aura (Flimmerskotom)
  • Augenmigräne
  • Hoher Blutdruck

Diagnose und Behandlung von Augenflimmern

Bei Augenflimmern sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären. Die Diagnose umfasst in der Regel:

  • Ermittlung der Sehschärfe
  • Untersuchung des Glaskörpers (nach Pupillenerweiterung)

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Augenflimmerns. In Notfällen wie einer Netzhautablösung muss sofort eine Laserbehandlung erfolgen.

Fallbeispiele und Erfahrungen von Patienten

Ein Fallbericht beschreibt eine 53-jährige Patientin, die sich mit plötzlicher Visusminderung und Gesichtsfeldausfall am linken Auge vorstellte. Nach Ausschluss anderer Ursachen wurde eine idiopathische intrakranielle Hypertension (Pseudotumor cerebri) festgestellt, die mit Acetazolamid behandelt wurde.

Ein anderer Patient berichtete von der Diagnose eines atypischen Meningeoms und den Folgen von Operationen und Gamma Knife Behandlungen. Er erlitt Gesichtsfeldausfälle und eine Optikusatrophie.

Diese Beispiele verdeutlichen die Komplexität der Diagnose und Behandlung von Hirntumoren und den damit verbundenen Sehstörungen.

Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen

Die Behandlung von Augenhöhlenerkrankungen, die im Zusammenhang mit Hirntumoren auftreten können, erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Gesichtschirurgen, Neurochirurgen, HNO-Ärzten und Radiologen.

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