Hirntumoren stellen eine komplexe Herausforderung dar, die eine interdisziplinäre Herangehensweise erfordert. Das Klinikum Aschaffenburg bietet in enger Kooperation mit neurochirurgischen und neurologischen Kliniken in Frankfurt, Würzburg und Heidelberg eine umfassende Behandlung von Hirntumoren und anderen Erkrankungen des Nervensystems an. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Hirntumoren im Klinikum Aschaffenburg.
Was sind Hirntumoren?
Tumore des Gehirns oder der umgebenden Strukturen, wie Meningeome (Tumore der Hirnhaut), können vielfältige Symptome verursachen. Dazu gehören Kopfschmerzen, Lähmungen, Sprachstörungen, Schwindel oder epileptische Anfälle. In manchen Fällen werden sie auch als Zufallsbefunde entdeckt.
Diagnostik von Hirntumoren im Klinikum Aschaffenburg
Die Diagnostik von Hirntumoren im Klinikum Aschaffenburg umfasst verschiedene Verfahren, die eine präzise Beurteilung der Art, Lage und Ausdehnung des Tumors ermöglichen.
Bildgebung
Die Bildgebung spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose von Hirntumoren. Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie verfügt über alle wesentlichen apparativen Möglichkeiten, insbesondere eine hochmoderne MRT-Ausstattung mit allen technischen Finessen. Diese ermöglicht eine Diagnostik auf höchstem Niveau.
- Computertomographie (CT): Die CT ist eine schnelle und zuverlässige Methode zur Darstellung von Hirntumoren und zur Beurteilung ihrer Ausdehnung.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT bietet eine detailliertere Darstellung des Hirngewebes und ermöglicht eine präzisere Beurteilung der Tumorart und -lage. Insbesondere die so wichtige MRT ist hier mit allen technischen Finessen ausgestattet und ermöglicht Diagnostik auf höchstem Niveau.
Elektrophysiologische Untersuchungen
Die Elektrophysiologie ist ein wichtiger diagnostischer Teilbereich der Neurologie. Hier beschäftigt man sich mit der elektrochemischen Signalübertragung des Nervensystems.
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- Elektroenzephalographie (EEG): Bei der Elektroenzephalographie wird mittels an der Kopfhaut angebrachter Elektroden die elektrische Aktivität des Gehirns untersucht. Durch die definierten Positionen der Elektroden können pathologische Veränderungen anatomischen Gehirnarealen zugeordnet werden. Bei Schädigungen des Gehirns kommt es zu einer Veränderung der elektrischen Aktivität, was sich wiederum in veränderten Kurven im Elektroenzephalogramm widerspiegelt.
- Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP, MEP): Evozierte Potentiale sind Potentialunterschiede im Elektroenzephalogramm, die durch die Reizung unterschiedlicher Nerven hervorgerufen werden können.
- Visuell evozierte Potentiale (VEP): Bei dieser Messung wird ein visueller Reiz verwendet und es kann so die Funktion der Sehbahn untersucht werden.
- Akustisch evozierte Potentiale (AEP): Mittels akustischer Signale (Klicklaute über Kopfhörer) kann die Hörbahn untersucht werden.
- Somato-sensibel evozierte Potentiale (SEP): Mittels geringer Stromimpulse an Händen oder Füßen wird ein sensibler Reiz gesetzt. Es wird dann gemessen wie schnell und wie stark das Signal im Gehirn ankommt.
- Motorisch evozierte Potentiale (MEP): Im Gegensatz zu den anderen evozierten Potentialen wird der Reiz bei den MEPs über die transkranielle Magnetstimulation in motorischen Arealen des Nervensystems gesetzt. Dadurch werden Muskelzuckungen in den Füßen, den Händen oder im Gesicht ausgelöst.
- Elektroneurographie: Die Elektroneurographie dient dazu, den Funktionszustand von peripheren Nerven zu untersuchen. Dabei wird der zu untersuchende Nerv mit einem leichten Stromimpuls gereizt und die anschließende Reizweiterleitung untersucht. Man interessiert sich dabei vor allem für die Nervenleitgeschwindigkeit und die Stärke (Amplitude) mit der ein Reiz ankommt.
- Elektromyographie (EMG): Bei der Elektromyographie wird die elektrische Aktivität des Muskels untersucht. Dabei wird eine dünne Nadel zur Messung in den Muskel eingebracht. Diese ist vergleichbar mit einer Akkupunkturnadel, so dass die Untersuchung nicht besonders schmerzhaft ist. Bei manchen Fragestellungen ist dies aber die einzige Möglichkeit, um eine Muskelerkrankung oder eine Nervenschädigung nachzuweisen.
Ultraschalluntersuchung
Die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße ist eine schnell verfügbare Methode, um die Blutversorgung des Gehirns zu beurteilen. Dabei ist es möglich, sowohl Gefäße am Hals als auch Blutgefäße im Schädelinneren darzustellen. Es können so Veränderungen der Gefäßwände (Ablagerungen und Verkalkungen) sowie Gefäßverengungen (Stenosen) zuverlässig festgestellt werden. Deshalb ist der Gefäßultraschall in der Ursachenabklärung eines akuten Schlaganfalls von essentieller Bedeutung. Durch moderne Ultraschallgeräte mit besserer Auflösung ist es möglich, auch Nerven und Muskeln darzustellen. Dies ist insbesondere bei Nerven-Engpass-Syndromen (z.B. Karpaltunnel-Syndrom oder Sulcus ulnaris Syndrom) für die Diagnosefindung hilfreich. In vielen Fällen ist es möglich, durch den Schädelknochen die Struktur des Hirngewebes mittels Ultraschall zu untersuchen. Dabei können die inneren Hirnhöhlen (Ventrikel), aber vor allem die Basalganglien und hier im Besonderen die Substantia nigra beurteilt werden. Bei Patienten mit Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann mittels Ultraschall auch die Augenhöhle und hier im Besonderen der Sehnerv beurteilt werden. Dabei können indirekte Hinweise auf einen erhöhten Hirndruck und bestimmte Erkrankungen (intrakranielle Hypertension, Stauungspapille, etc.) gefunden werden.
Liquoruntersuchung
Der Liquor cerebrospinalis (Hirnwasser) ist normalerweise klar und farblos und umgibt das gesamte Gehirn und das Rückenmark. Daher ist es auch nicht überraschend, dass es bei vielen neurologischen Erkrankungen zu einer Veränderung der Zusammensetzung des Liquors kommt. Über eine dünne Nadel kann der Liquorraum im Bereich der Lendenwirbelsäule punktiert und wenige Milliliter Liquor für diagnostische Zwecke entnommen werden. Diese sog. Lumbalpunktion ist deutlich weniger schmerzhaft oder unangenehm als es von den meisten Patienten angenommen wird. Da diese Punktion im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule und damit deutlich unterhalb des unteren Endes des Rückenmarkes durchgeführt wird, handelt es sich um eine risikoarme Untersuchung. Alle Ärztinnen und Ärzte an der Klinik führen diese Untersuchung regelmäßig durch und haben die notwendige Erfahrung. Der diagnostische Nutzen ist bei vielen Erkrankungen enorm.
Gewebeprobe
Um die Diagnose zu erhärten, bedarf es weiterhin einer Gewebeprobe. Diese kann entweder über eine wenig eingreifende Biopsie oder, wann immer mit vertretbarem Risiko möglich, mittels einer Entfernung (Resektion) des Tumors gewonnen werden. Auch die Neurochirurgische Klinik im Hause verfügt hierbei über die notwendige Expertise, Erfahrung und technische Ausstattung. Am Institut für Pathologie erfolgt dann die pathologische Untersuchung des Gewebes und letztlich die Diagnosestellung.
Therapie von Hirntumoren im Klinikum Aschaffenburg
Die primäre Behandlung von Hirntumoren erfolgt in enger Kooperation mit neurochirurgischen und neurologischen Kliniken im Klinikum Aschaffenburg und in den Universitätsklinika Frankfurt, Würzburg und Heidelberg. Abhängig von der Art und Lage des Tumors kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz. Die Therapie kann sich heutzutage aus 4 Bausteinen zusammensetzen.
Operation
Wann immer risikoarm möglich, sollte eine Entfernung (Resektion) des Tumors angestrebt werden. Die Neurochirurgische Klinik bietet das gesamte Spektrum der Chirurgie ab, von hirneigenen Tumoren und Metastasen bis zu Tumoren der Hirnhäute.
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Die Behandlung erfolgt ausschließlich in mikrochirurgischer Technik mit hochwertigen Operationsmikroskopen. Zur Lokalisation bestimmter Tumoren kann die Neuronavigation eingesetzt werden. Die postoperative Überwachung erfolgt auf einer eigenen neurochirurgisch-neurologisch ausgerichteten Intensivstation.
Strahlentherapie
Anschließend kommen, je nach genauer Diagnose, eine Strahlentherapie in Betracht. Die Strahlentherapie kann direkt am Klinikum Aschaffenburg in der Praxis für Strahlentherapie durchgeführt werden.
Chemotherapie
Je nach Art des Tumors kann eine Chemotherapie erforderlich sein.
Kombinationstherapie
In manchen Fällen wird eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt.
Tumortherapiefelder
Bei bestimmten Tumoren kommen die elektrischen Wechselfelder (Tumortherapiefelder) in Betracht.
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Spezialsprechstunden und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Behandlung und Therapie von Hirntumoren ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden und braucht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Spezialsprechstunde dient als zentrale Anlaufstelle für alle PatientInnen mit Hirntumoren oder dem Verdacht auf einen Hirntumor. Gerne können Sie sich in der Sprechstunde zur Abklärung, Behandlung oder Mitbeurteilung im Sine einer Zweitmeinung vorstellen. Hierfür sollten Sie alle Vorbefunde, Arztbriefe, etc. sowie eventuell durchgeführt Bildgebung (MRT, CT, etc.) in Form einer CD zum Termin mitbringen.
In wenigen Bereichen der Medizin ist eine so intensive Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen notwendig, um für die Patienten eine ideale Behandlung zu erreichen. Alle dafür erforderlichen Disziplinen stehen am Klinikum Aschaffenburg für Patienten mit Hirntumoren zur Verfügung.
Psychoonkologische Betreuung
Darüber hinaus bietet am Klinikum Aschaffenburg die Psychoonkologie für alle Tumorpatienten eine fachliche Begleitung an.
Neuro-Intensivstation
Einen weiteren Schwerpunkt und ein Alleinstellungsmerkmal am Klinikum Aschaffenburg stellt die interdisziplinäre, neurologisch-neurochirurgische Intensivstation dar. Mit insgesamt 10 Intensivbetten (High-Care) kümmert sich ein erfahrenes und hoch qualifiziertes Team aus Pflegekräften und Ärzt*innen um schwersterkrankte Patientinnen und Patienten. Die Neuro-Intensivstation (N.ITS) steht unter gemeinsamer Leitung der Neurologischen Klinik und der Neurochirurgischen Klinik. Diese Form der Interdisziplinären Zusammenarbeit hebt die Qualität der Versorgung von neurologischen und neurochirurgischen Patienten auf ein exzelentes Niveau. Wir versorgen hier rund um die Uhr Patienten mit besonders schwerwiegenden neurologischen oder neurochirurgischen Erkrankungen und Patienten nach einer größeren neurochirurgischen Operation. An allen Plätzen ist deshalb eine künstliche Beatmung möglich. Die Herz-Kreislauf-Funktion und die Atmung werden kontinuierlich überwacht. Trotz der vielen aber meist notwendigen technischen Ausstattung und Überwachung steht auch auf unserer Intensivstation der Patient im Mittelpunkt unseres Handelns. Nicht alles was medizinisch möglich ist, muss zwangsläufig auch sinnvoll und im Sinne des Patienten sein.
Weitere neurologische Schwerpunkte im Klinikum Aschaffenburg
Neben der Behandlung von Hirntumoren bietet das Klinikum Aschaffenburg auch eine umfassende Versorgung von Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen.
Vaskuläre Neurologie (Schlaganfallmedizin)
In der vaskulären Neurologie („Schlaganfallmedizin“) befasst man sich mit allen neurologischen Erkrankungen, welche die Blutgefäße des Nervensystems betreffen. Dafür existiert am Klinikum Aschaffenburg eine spezialisierte Schlaganfallstation mit 12 Überwachungsbetten, die durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft als überregional "Stroke Unit“ zertifiziert ist. Mit über 1.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr gehören wir zu den größten Schlaganfallversorgern in Bayern. Dadurch verfügen wir über eine große Erfahrung und Routine in der Behandlung von Patienten mit einem Schlaganfall. Außerdem kümmert sich ein großes interdisziplinäres und berufsgruppenübergreifendes Team von besonders geschulten Mitarbeitern um unsere Patienten. Uns stehen alle Möglichkeiten der Akutdiagnostik und Akutbehandlung zur Verfügung, durch die Folgeschäden vermieden oder zumindest reduziert werden können. Damit wir diese Möglichkeiten auch anwenden können, ist es erforderlich, dass sich betroffene Patient unmittelbar und ohne jeglichen Zeitverzug bei uns vorstellen. Beim plötzlichen („schlagartigen“) Auftreten von Symptomen die auf einen Schlaganfall hindeuten, sollten Sie über die 112 direkt den Rettungsdienst alarmieren. Nur in den ersten Stunden können wir die Ursache eines Schlaganfalls erfolgreich behandeln. Einige der typischen Symptome eines Schlaganfalls sind die halbseitige Lähmung eines Arms und/oder eines Beins, eine Sprachstörung, Sehstörungen und die halbseitige Gesichtslähmung („hängender Mundwinkel“). Am häufigsten behandeln wir Patienten mit akutem Schlaganfall, wobei zwischen „ischämischem“ und „blutigem“ Schlaganfall unterschieden wird. Beim viel häufigeren ischämischen Schlaganfall kann man zwischen einem Hirninfarkt mit in der Regel dauerhaften neurologischen Ausfällen und einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA) mit nur flüchtigen neurologischen Ausfällen unterscheiden. Auch flüchtige Symptome die auf einen Schlaganfall hinweisen, sollte man sehr ernst nehmen und sich unmittelbar bei uns vorstellen. Beim „blutigen“ Schlaganfall kommt es zu einer Einblutung ins Gehirngewebe oder die umliegenden Strukturen. Auch hier ist eine sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes über 112 erforderlich. Allein anhand der klinischen Symptome kann ein ischämischer Schlaganfall nicht von einer Hirnblutung unterschieden werden. Da sich die Therapie dramatisch unterscheidet, muss zeitnah festgestellt werden was im Einzelfall vorliegt. In einigen Fällen mit Hirnblutung können oder müssen operative Maßnahmen durch unsere Kollegen der Neurochirurgie erfolgen.
Neuromuskuläre Erkrankungen
Für neuromuskuläre Erkrankungen besteht am Klinikum ebenfalls eine besondere Expertise. Nerven und Muskeln können hier ausführlich elektrophysiologisch untersucht werden. Zusätzlich erfolgt die Bildgebung von Nerven und Muskeln mittels Ultraschall (Nervensonographie) und Kernspintomographie (MRT). Aufgrund unserer Erfahrung und unseren diagnostischen Möglichkeiten sind wir als zertifiziertes neuromuskuläres Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. Unter neuromuskulären Erkrankungen versteht man Krankheiten, die zu Störungen der Beweglichkeit der Muskulatur oder zu Gefühlsstörungen führen. Dabei können zum einen Nervenzellen oder Nervenfasern betroffen sein, die für die Steuerung der Muskulatur (Motoneurone) oder für sensible Wahrnehmungen (Sensibilität) verantwortlich sind.
Neuroimmunologie
Es besteht auch eine besondere Erfahrung im Bereich der Neuroimmunologie. Ein besonderes Augenmerk legen wir auch auf Patienten, bei denen zunächst nur der Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung des Nervensystems oder der Muskulatur besteht. Für den Fall, dass eine neuroimmunologische Erkrankung festgestellt wird, stehen alle therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung.
Spezialsprechstunden
Das Klinikum Aschaffenburg bietet für verschiedene neurologische Krankheitsbilder ambulante Sprechstunden an. Neben der regulären klinischen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten beteiligen wir uns an verschiedenen neurologischen Forschungsprojekten. Neben Zuverlässigkeit und Empathie ist unsere medizinische Kompetenz für eine optimale Patientenversorgung von entscheidender Bedeutung.
- Myasthenia gravis: Die Myasthenia gravis ist eine seltene neurologische Autoimmunerkrankung, die einer besonderen Diagnostik und häufig auch einer komplexen Therapie bedarf. Bei der Myasthenia gravis ist die Signalübertragung von Nervenenden auf die Muskulatur gestört und dadurch kommt es zu einer gesteigerten Ermüdbarkeit der Muskulatur. Wir bieten die gesamte Palette der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für die Myasthenia gravis an.
- Neurosarkoidose: Die Neurosarkoidose ist ein seltenes und hoch komplexes Krankheitsbild. In einigen Fällen liegt bei einer systemischen Sarkoidose eine zusätzliche Beteilgung des Nervensystems vor und bedarf dann einer besonderen Diagnostik und Therapie. Wir bieten eine der wenigen Spezialsprechstunden für diese Erkrankung in Deutschland an. Gerne können Sie sich in unserer Sprechstunde zur Abklärung oder Mitbeurteilung im Sine einer Zweitmeinung vorstellen. Hierfür sollten Sie alle Vorbefunde, Arztbriefe, etc., sowie eventuell durchgeführt Bildgebung (MRT, CT, etc.) in Form einer CD zum Termin mitbringen.
- Privatsprechstunde: Patienten, die privat versichert sind, können sich mit allen neurologischen Krankheitsbildern in unserer Privatsprechstunde vorstellen. Nach ausführlicher Anamneseerhebung und klinischer Untersuchung wird besprochen, welche Zusatzdiagnostik im jeweiligen Fall erforderlich ist. Nachdem diese durchgeführt wurde, erfolgt eine eingehende Befundbesprechung. Je nach Ergebnis wird dann auch eine entsprechende Therapie eingeleitet. Die allermeisten Fälle lassen sich ambulant abklären.
Kinderneurochirurgie
Die Therapie neurochirurgisch zu behandelnder Kindererkrankungen oder Fehlbildungen obliegt der pädiatrischen Neurochirurgie, einer Unterspezialität der Neurochirurgie. Einerseits handelt es sich hier um spezifische Krankheitsbilder, andererseits ist ein spezieller kindgerechter Umgang erforderlich. Kinder können genauso wie Erwachsene an einem Hirntumor erkranken. Die kindlichen Tumore unterscheiden sich bei Lokalisation und Pathologie vom Erwachsenenalter. Die neurochirurgische Behandlung ist jedoch identisch. Nur bei Kindern unter drei Jahren ist das perioperative Management unterschiedlich.
- Craniostenosen: Hierbei sind eine oder mehrere Schädelnähte verschlossen.
- Arachnoidalzysten: Es handelt sich um Liquoransammlungen zwischen den arachnoidalen Blättern, so dass sich eine Zyste entwickelt.
- Spina bifida: Diese Entwicklungsstörung der Wirbelsäule und des Spinalkanals stellt die häufigste angeborene Störung in der pädiatrischen Neurochirurgie dar. Mehrere Formen mit entsprechend unterschiedlichen neurologischen Ausfällen können vorkommen. Bei der Spina bifida occulta (occulte spinale Dysraphie) fehlt der Processus spinosus eines oder mehrerer lumbaler Wirbel. Die darüberliegende Haut ist intakt. Der neurologische Untersuchungsbefund ist normal. Die Meningocele und Meningomyelocele (Offener Rücken) ist erkennbar als dorsale Masse, die in der Mittellinie liegt und mit Haut oder einer Membran überdeckt ist. Sie enthält Liquor und Dura (Meningocele) bzw. zusätzlich die unentwickelte neurale Platte (Meningomyelocele). Bei der Lipocele ist der Hohlraum mit Fett ausgefüllt.
- Arnold-Chiari-Malformation: Bei der Arnold-Chiari-Malformation handelt es sich um eine congenitale Fehlbildung, die mit Einsenkung von cerebellären Strukturen in das Hinterhauptsloch einhergeht. Syringomyelie (mit Liquor gefüllte Höhlenbildung im Rückenmark) und Hydrocephalus (Erweiterung des Ventrikelsystems mit intrakranieller Druckerhöhung) können assoziiert vorkommen.
- Dandy-Walker-Malformation: Die Dandy-Walker-Malformation stellt eine Entwicklungsstörung mit Hypoplasie des Kleinhirnwurms und der medialen Aspekte der zerebellären Hemispheren dar. Der 4. Ventrikel wirkt hierbei als eine große Zyste. Die Dandy-Walker-Malformation ist häufig mit einem Hydrocephalus assoziiert.
Hydrocephalus
Ihnen liegt entweder eine Störung der Produktion, Zirkulation und/oder Regeneration des Liquors zugrunde. Der Hydrocephalus kann angeboren sein (ca. Beim Neugeborenen gibt der wachsende Schädelknochen dem gesteigerten Druck nach. Der Kopfumfang nimmt zu. Bei der Sonderform des chronischen Erwachsenenhydrocephalus (sog. „Normaldruckhydrozephalus“) sind die klassischen Symptome Hirnleistungsstörung, Gangstörung und Harninkontinenz, was häufig diagnostisch große Schwierigkeiten in der Abgrenzung zu anderen neurologischen Erkrankungen (z.B. Zur operativen Primärversorgung der Schädelhirntraumata stehen alle nach internationalen Standards gebräuchlichen Mittel zur Verfügung. An der Halswirbelsäule reichen die Verfahren von der Uncoforaminotomie über die dorsale Foraminotomie (Frykholm-Operation) bis zur ventralen Diskektomie (Bandscheibenentfernung) und ggf. Korporektomie (Wirbelkörperentfernung) mit Einsetzen einer Beilagscheibe aus Kunststoff oder Titan und ggf. In unserer Klinik behandeln wir alle spinalen Tumorarten, die nicht die knöcherne Wirbelsäule betreffen.
Eine Behandlung des Hydrocephalus mit Medikamenten ist nicht möglich. Falls die Ursachen nicht direkt operativ angegangen werden können (Verlegung der Liquorabflusswege, z. B. durch Tumoren oder Blutungen), muss ein künstlicher Abfluss des Liquors (Nervenwasser) in ein anderes Organsystem geschaffen werden (sogenannte Shunt-OP). Am gebräuchlichsten ist die Ableitung in die Bauchhöhle oder in den rechten Herzvorhof. Dies geschieht durch ein dünnes Schlauchsystem. Es enthält ein Ventil, das erst ab einem bestimmten Öffnungsdruck den Liquor ableitet. Viele der zwischenzeitlich verwendeten Ventile sind so weit entwickelt, dass sie auch nach der Operation elektronisch programmiert werden können; so lässt sich der Öffnungsdruck den aktuellen Bedürfnissen anpassen. Die Ventile verfügen in der Regel über eine Kammer, die es erlaubt, zu Untersuchungen Liquor zu punktieren bzw. die Durchgängigkeit des Schlauchsystems zu überprüfen.
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