Histamin, ein körpereigener Botenstoff, spielt eine vielseitige Rolle in unserem Körper, insbesondere im Gehirn. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für eine erhöhte Histaminausschüttung im Gehirn, die daraus resultierenden Symptome und die verschiedenen Behandlungsansätze, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Einführung in Histamin und seine Funktionen
Histamin ist ein biogenes Amin, das Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde. Es ist an einer Vielzahl biologischer Prozesse beteiligt. Es wirkt im Immunsystem, im Magen-Darm-Trakt, im Nervensystem und im Kreislaufsystem. Histamin gelangt auf zwei Wegen in den Körper:
- Exogen: Durch die Nahrung, wobei die meisten Nahrungsmittel mehr oder weniger viel Histamin enthalten. Reifung, Fermentation und Gärung steigern den Gehalt. Deshalb haben langgereifter Käse, Sauerkraut, Sojasauce oder Wein die höchsten Histamin-Werte. Je frischer die Nahrungsmittel, desto geringer der Histamingehalt.
- Endogen: Durch die körpereigene Produktion, wobei das Histamin aus der Aminosäure L-Histidin hergestellt wird. Als Cofaktor wird Vitamin B6 benötigt. Das Histamin wird dann in den Mastzellen und basophilen Granulozyten gespeichert, welche zum unspezifischen Immunsystem gehören.
Histaminabbau im Körper
Für den Abbau von Histamin sind hauptsächlich zwei Enzyme verantwortlich: Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT). Für eine optimale Funktion benötigt die DAO verschiedene Cofaktoren, insbesondere Vitamin B6, Kupfer und Vitamin C. Liegt eine genetische Schwäche vor, etwa durch DAO-Polymorphismen, wird die Aktivität des Enzyms verlangsamt, was den Histaminabbau erschwert.
- DAO (Diaminoxidase): Baut Histamin außerhalb der Zellen ab, beispielsweise im Blut. Das Enzym DAO ist maßgeblich für den Abbau von Histamin aus Lebensmitteln verantwortlich.
- HNMT (Histamin-N-Methyltransferase): Ist für den intrazellulären Abbau von Histamin verantwortlich, zum Beispiel in der Leber und im Gehirn. Es benötigt den Methylgruppen-Donor SAMe (S-Adenosylmethionin). Damit SAMe gebildet werden kann, ist der Körper auf eine ausreichende Versorgung mit Methionin, aktiver Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B12, Vitamin B6, Cholin, Betain, Magnesium und Zink angewiesen. Auch genetische Schwächen können den Abbauprozess beeinflussen: HNMT-Polymorphismen verlangsamen den Histaminabbau direkt, während MTHFR-Genvarianten die SAMe-Produktion beeinträchtigen und somit den Histaminabbau indirekt behindern.
- Monoaminooxidase (MAO-B): Das Enzym Monoaminooxidase (MAO-B) ist am letzten Schritt des Histamin-HNMT-Abbauwegs beteiligt. Es baut die entstehenden Methylhistamin-Verbindungen weiter ab und entfaltet seine Wirkung vor allem in der Leber und im Nervensystem. Ein genetische SNP, der die Aktivität von MAO-B reduziert, kann dazu führen, dass diese Abbauprodukte langsamer verarbeitet werden.
Was ist Histaminintoleranz?
Der Begriff „Histaminintoleranz“ wird in der Ernährungsmedizin und Allergologie häufig verwendet. Er beschreibt einen Zustand, bei dem der Abbau von Histamin - insbesondere durch die DAO - eingeschränkt ist. Wichtig ist jedoch: Histaminintoleranz ist keine Intoleranz im klassischen Sinn, wie z. B. eine Laktoseintoleranz, bei der ein Enzym vollständig fehlt. Stattdessen handelt es sich um eine verminderte Abbaukapazität oder eine vorübergehende Überlastung der histaminabbauenden Systeme. Daher wird häufig vorgeschlagen, den Begriff Histaminose zu verwenden. Diese liegt vor, wenn die Zufuhr oder die Bildung von Histamin im Körper in einem gestörten Verhältnis zum Abbau durch die Enzyme DAO und HNMT steht. Es gibt viele Stellschrauben, die dazu beitragen können, das es zu einer Histaminose kommt.
Ursachen für eine erhöhte Histaminausschüttung
Eine erhöhte Histaminausschüttung kann verschiedene Ursachen haben:
Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben
- Erhöhte Histaminzufuhr: Durch den Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel.
- Erhöhte körpereigene Histaminfreisetzung: Diese tritt beispielsweise bei Allergien, chronischen Infektionen und Entzündungen, bei Parasitosen, mechanischer Reizung, Stress oder bei einer Dysbiose mit vermehrter Histaminproduktion durch Darmbakterien auf.
- Verminderte Enzymaktivität: Individuell verminderte Enzymaktivitäten von DAO und HNMT können eine Rolle spielen. Auch hormonelle Einflüsse, beispielsweise ein Missverhältnis zwischen Östrogen und Progesteron, können relevant sein.
- Beeinträchtigung der Enzymaktivität: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Leberfunktionsstörungen oder toxische Metalle können die Aktivität der Enzyme beeinträchtigen, da sie diese blockieren, oxidativen Stress fördern und Mastzellen destabilisieren.
- Mangel an Cofaktoren: Ein Mangel an Cofaktoren, die für das Enzym DAO notwendig sind. DAO ist ein kupferhaltiges Enzym, das den Abbau von Histamin im Darm übernimmt. Auch das Enzym Histamin-N-Methyl-Transferase (HNMT), das Histamin intrazellulär abbaut, benötigt bestimmte Cofaktoren. Damit es Histamin zu N-Methyl-Histamin umwandeln kann, ist es auf eine ausreichende Versorgung mit Methylgruppen angewiesen.
- Chronische Entzündungen im Darm und Leaky Gut: Chronische Entzündungen im Darm sowie ein sogenanntes Leaky Gut die Aktivität von DAO verringern. Eine entzündete Darmschleimhaut, wie sie zum Beispiel bei Reizdarm, Infektionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorkommt, beeinträchtigt die Enzymfunktion deutlich. Hinweise auf solche Entzündungen liefern Marker wie Calprotectin, sIgA, EPX oder Lysozym im Stuhl sowie die Leaky-Gut-Parameter Zonulin und Alpha-1-Antitrypsin.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente fördern die Histamin-Freisetzung. Meistens tritt dieser Effekt als unerwünschte Nebenwirkung auf. Außerdem beeinflussen bestimmte Medikamente den Histaminhaushalt: Diaminoxidase (DAO) ist nicht nur für den Abbau von Histamin, sondern auch für den Abbau von anderen Stoffwechselprodukten verantwortlich. Fallen durch eine medikamentöse Behandlung mehr dieser Produkte an, baut das Enzym weniger Histamin ab. Infolgedessen steigt die Histaminkonzentration an. Andere Medikamente hemmen direkt die Funktion der Diaminoxidase. Das treibt die Histaminkonzentration ebenfalls in die Höhe.
Histaminausschüttung im Gehirn
Histamin wird im Gehirn hauptsächlich von Neuronen im posterioren Hypothalamus, genauer gesagt im Bereich des Tuberomamillarkerns (TMN) produziert. Von dort aus breitet sich das Histamin in andere Regionen des Gehirns aus. Im Gehirn ist das Enzym HNMT für den Abbau von Histamin verantwortlich. Es ist erwiesen, dass Histamin eine intakte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann, d.h. egal wie viel Histamin dein Körper produziert, nichts davon kann in dein Gehirn gelangen. Also wie kommt es nun zu einem Histaminüberschuss im Gehirn? Die Antwort ist ganz einfach: Das Gehirn produziert sein eigenes Histamin.
Auswirkungen von Histamin im Gehirn
Histamin wirkt im Gehirn auf verschiedene Weise:
- Wachsamkeit und Schlaf-Wach-Rhythmus: Histamin fördert die Wachsamkeit und verhindert Schlaf. Es ist eng mit der Regulation des Wachseins verbunden, weshalb Histamin-Neuronen während der Wachphase aktiv sind und während des Schlafs fast komplett inaktiv. Daher wundert es nicht sehr, dass erhöhte Histaminlevel nachts wachhalten und wir keinen Schlaf finden.
- Gedächtnis und Lernen: Histamin beeinflusst kognitive Funktionen wie Gedächtnis und Lernen. Es wird vermutet, dass es durch Interaktionen mit anderen Neurotransmittersystemen wie Acetylcholin und Glutamat zu einer Verbesserung der Gedächtnisfunktion beiträgt.
- Stimmung und emotionale Regulation: Histaminrezeptoren im Gehirn sind mit der emotionalen Verarbeitung verbunden. Dysregulation des Histaminsystems könnte mit Angststörungen und Depressionen in Zusammenhang stehen.
- Neurotransmitter-Regulation: Histamin selbst ist ein wichtiger Neurotransmitter, der andere Neurotransmitter beeinflusst, wie z.B. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin. Alle teilen sich denselben H3 Rezeptor. Histamin arbeitet auch eng mit unseren Gute-Stimmungs-Neurotransmittern wie GABA, Dopamin und Serotonin zusammen. Ein hohes Entzündungslevel (das durch Histamin entstehen kann) kann die Produktion dieser Neurotransmitter verhindern. Histamin hat damit also eine große Wirkung im Hinblick auf neuropsychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und sogar ADHS.
- Stressreaktion: Stress erhöht die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen und verursacht somit lästige Symptome wie z.B. Juckreiz. Die Anzahl der Mastzellen fluktuiert mit Stress und verschiedenen Verhaltensweisen. Dies deutetet darauf hin, dass Mastzellen in der Lage sind, die neuralen Systeme zu beeinflussen, die für Stress und unser Verhalten verantwortlich sind.
- Ängste und Panik: Anhand dieser Information können wir nun auch verstehen, dass Ängste und Panikattacken aus dem Nichts heraus entstehen können. Es wurde auch festgestellt, dass dadurch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse aktiviert wird. Mastzellen können das Signalmilieu im Gehirn verändern und so unser Verhalten beeinflussen. Eine weitere Studie hat gezeigt, dass Entzündungen im Gehirn ebenso mit Ängsten in Verbindung gebracht werden.
Symptome einer Histaminose
Da sich Histaminrezeptoren in nahezu allen Organsystemen befinden, sind die Symptome der HIT sehr heterogen. Die Symptome einer (chronischen) Histaminintoleranz sind nicht eindeutig, sondern überwiegend unspezifisch und passen zu verschiedenen Krankheitsbildern. In der Regel wird eine Histaminose durch einen DAO-Mangel verursacht. Die DAO baut das schubweise von außen kommende Histamin der Nahrung sowie auch das in Intervallen auftretende Histamin allergischer Prozesse ab. Das erklärt, dass neben den klassischen akuten Leitsymptomen Flush, Übelkeit, Kopfschmerzen, Hitzegefühl und Atemnot vor allem auch Diarrhoe auftreten kann. Es werden aber auch Ekzeme der Haut, Rhinitis, Urtikariaschübe, Hypertonie, Colitis und Asthma beschrieben. Ein HNMT-Mangel hat stattdessen eher Auswirkungen auf den Abbau des vergleichsweise konstant anfallenden intrazellulären körpereigenen Histamins. Das bewirkt eher chronische Formen der HIT, bei denen oft auch das Nervensystem betroffen ist. Als typische Symptome sind zu nennen Unruhe, Muskelzuckungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Schwindel und Angstzustände.
Psychische Auswirkungen
Schon der US Arzt Dr. med. Carl Pfeiffer vom „Princeton Brain Bio Center“ ist Ende der 60er Jahre der Frage nachgegangen, ob nicht die Ursache von bestimmten psychischen Störungen in einem gestörten Stoffwechsel liegen könnte. Und wie wir wissen, ist die Histaminintoleranz eine Stoffwechselstörung, also eine metabolische Erkrankung. Seine jahrzehntelange Forschung kam dann genau zu diesem Ergebnis. Dr. Carl Pfeiffer prägte in seiner Arbeit den Begriff der Histadelie. Personen mit einer Histadelie haben oft die folgenden Eigenschaften (es muss nicht alles zutreffen):
- Tendenz zur Hyperaktivität
- Hohes Energielevel
- Impulsives Verhalten
- Hoch motiviert, intelligent
- Tendenziell erfolgreiche Menschen
- Perfektionistisch, kreative Macher
- Oft kontrollierend
- Kommen nie richtig zur Ruhe
- Depressionen, Suizidgedanken
- Dopen sich oft mit Kaffee, Zucker oder anderen Suchtmitteln
- Sind oft nicht die einfachsten Personen
- Wollen schnelle Lösungen und Antworten
- Tendenz zu starkem sexuellem Verlangen
Steigt das Histaminlevel zu sehr an, sind Ängste, chronische Depressionen, Stress sowie eine geringe Stressresilienz die Folge.
Lesen Sie auch: Lesen Sie mehr über die neuesten Fortschritte in der Neurowissenschaft.
Diagnose einer Histaminintoleranz
Menschen mit Histaminintoleranz haben häufig etliche Besuche bei verschiedenen Ärztinnen und Ärzten hinter sich, ohne die Ursache für ihre Beschwerden gefunden zu haben. Die Symptome einer (chronischen) Histaminintoleranz sind nicht eindeutig, sondern überwiegend unspezifisch und passen zu verschiedenen Krankheitsbildern. Untersuchungsergebnisse ergeben oft keinen krankhaften Befund. Eine Histaminintoleranz diagnostizieren Fachleute meistens nur dann, wenn ihnen dieses Krankheitsbild häufiger begegnet. Gezielte Fragen oder verschiedene Histaminintoleranz-Tests erhärten die Vermutung. Verschiedene aufeinander aufbauende Diagnoseschritte helfen jedoch, eine Histaminintoleranz als Ursache zu identifizieren.
Diagnoseschritte
Arzt-Patient-Gespräch (Anamnese): Der Arzt oder die Ärztin wird sich mit Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) beschäftigen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen zu Ihren aktuellen Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen.
Ausschluss anderer Ursachen (Differenzialdiagnosen): Die Symptome, die bei einer Histaminintoleranz auftreten, können auch andere Ursachen (Differenzialdiagnosen) haben.
Test mittels Ernährungsumstellung: Zunächst können Betroffene mithilfe eines Ernährungs- und Symptomtagebuchs beobachten, welche Lebensmittel und/oder Medikamente bei ihnen Beschwerden hervorrufen. Mithilfe eines testweisen Ernährungsumstellung lässt sich der Verdacht auf Histaminintoleranz bestätigen oder entkräften. Eine Ernährungsumstellung zur Ermittlung der persönlichen Toleranzschwelle für Histamin besteht aus drei Phasen: Karenzphase, Testphase und Dauerernährung.
Weitere Histaminintoleranz-Tests: Es gibt weitere Histaminintoleranz-Tests, die eine Unverträglichkeit von Histamin nachweisen sollen. Allerdings ist die Aussagekraft solcher Untersuchungen begrenzt. Dazu zählen:
Lesen Sie auch: Tinnitus und Gehirnaktivität: Ein detaillierter Einblick
- Messung der DAO-Aktivität im Blutserum
- Messung der Histamin-Menge im Blutplasma
- Messung der Histamin-Menge im Stuhl
- Messung der Methylhistamin-Menge im Urin
- Histamin-50-Pricktest
- Messung von Enzymaktivitäten im Darm
Labordiagnostik: Sprich mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, dass er die folgende Labordiagnostik durchführt. Bestimmung von:
- Histamin im Stuhl
- Totale Histaminabbaukapazität
- DAO im Serum (zentrifugiert)
- Histamin im Blut
- Kupfer, SAMe bzw. Darmsanierung
Behandlungsansätze
Viele Betroffene mit Histaminproblemen profitieren von einer gezielten Unterstützung der Enzyme, die am Histaminabbau beteiligt sind.
- Histaminarme Ernährung: Gerade in der Anfangszeit einer Therapie hat sich eine histaminarme Ernährung bewährt, um den Organismus zu entlasten und Beschwerden zu lindern. Besonders kritisch sind stark gereifte, lange gelagerte oder mehrfach aufgewärmte Speisen, da sie meist große Mengen an Histamin enthalten. Frisch zubereitete Mahlzeiten sind in dieser Phase besonders empfehlenswert.
- Nährstoffzufuhr: Damit diese optimal arbeiten können, benötigen sie bestimmte Mikronährstoffe wie Vitamin B6 (P5P), Kupfer, Vitamin C, Zink, Magnesium und aktive Folsäure.
- Antioxidantien: Auch eine gezielte Gabe von Antioxidantien, wie z.B. Quercetin wird im Zusammenhang mit Histaminabbau diskutiert.
- Weitere Maßnahmen: Wenn sich der Histaminspiegel trotz Nährstoffzufuhr nicht ausreichend reguliert, können weitere Maßnahmen helfen. In akuten Situationen kommen Antihistaminika infrage, die die Histaminrezeptoren blockieren. Auch Vitamin C hat sich als hilfreich erwiesen, da es Histamin abbaut; besonders gut verträglich sind liposomale Präparate. Ergänzend kann das Enzym DAO in Kapselform vor den Mahlzeiten eingenommen werden, um Histamin im Darm abzubauen. Naturbasierte Bindemittel wie Zeolith, Humin- oder Fulvinsäuren (z. B. Mumijo) binden überschüssiges Histamin im Darm und verhindern, dass es ins Blut gelangt. Auch Verdauungsenzyme, wie z.B. Die Flora kann auch durch Histamin abbauende Bakterienstämme versorgt werden, um so eine Histaminbildung im Darm zu reduzieren. Darüber hinaus spielt die Stabilisierung von Mastzellen eine wichtige Rolle. Neben schulmedizinischen Präparaten wie Cromoglicinsäure, gibt es aber auch natürliche Produkte, welche die Mastzellen hervorragend stabilisieren wie z.B. im NatuGena HistaStabil.
- Therapeutische Maßnahmen: Heilpraktiker und Ärzte haben festgestellt, dass ein Histaminüberschuss im zentralen Nervensystem oft Ausdruck einer Methylierungsstörung ist (nach Dr. W. J. Walsh). Dr. Carl Pfeiffer geht weiterhin davon aus, dass das chronische Energiedefizit im Nervensystem zur Aktivierungen der C-Nervenfasern führt und es bei Reizungen zur verstärkten Histaminfreisetzung aus den Mastzellen kommt. Bei Betroffenen einer Histaminintoleranz wird dieser Überschuss nicht ausreichend abgebaut. Ein gestörter Histaminabbau könne durch Mangel an Vitamin B6, B12, Folsäure und Methionin verursacht werden. Die genannten Stoffe werden zum einen für das Enzym DAO sowie im Gehirn im Rahmen des Histaminabbaus für Methylierungsreaktionen benötigt.
- Infusionstherapie: Infusionstherapie (z.B. C. Pfeiffer, Nutrition and Mental Illness. Carl Pfeiffer und Heilpraktikerin Kyra Kaufmann (Kyra Kaufman hat als eine von sehr wenigen zertifizierten Therapeuten in Deutschland eine Ausbildung bei Dr. William Walsh absolviert, der als Pionier der orthomolekularen Gehirnforschung wegweisende Erkenntnisse über die Zusammenhänge psychischer Erkrankungen mit Nährstoffmängeln und Histamin-/Methylierungsstörungen geliefert hat.)
Ernährungsumstellung als Schlüssel
Eine histaminarme Diät kann dein Histamingehalt im Körper senken. Fange jetzt gleich an und lade unsere Ernährungsliste herunter.
Mikronährstoffausgleich
Mikronährstoffausgleich je nach Befund vornehmen (Vitamin B12, Kupfer Mangan, Methionin, Zink, B6, SAMe, Calcium). Vitamin C (oral oder als Infusion). Folsäure ist bei einer Histadelie zu vermeiden, da histaminfördernd!
Medikamente
Bestimmte Medikamente können die Histaminfreisetzung fördern oder den Histaminabbau hemmen. Ein Überblick über häufige Medikamente, die den Histaminhaushalt beeinflussen können:
- Alle Röntgenkontrastmittel
- Bestimmte muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxantien wie Suxamethonium)
- Bestimmte Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Metamizol, Morphin etc.)
- Prilocain (örtliches Betäubungsmittel)
- Bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen wie Rhythmusstörungen (Dihydralazin, Alprenolol, Verapamil etc.)
- Furosemid (harntreibendes Mittel = Diuretikum)
- Bestimmte Antibiotika (Neomycin, Vancomycin etc.)
- Metoclopramid (Mittel gegen Übelkeit und Verdauungsbeschwerden)
- Bestimmte Schleimlöser (Acetylcystein, Ambroxol)
- Bestimmte Mittel gegen Asthma (Aminophyllin, Theophyllin)
- Amitriptylin (Antidepressivum)
- Cyclophosphamid (Krebs- und Rheumamittel)
- Cimetidin (Mittel gegen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden)
Histaminintoleranz und andere Erkrankungen
Bei einigen entzündlichen Darmerkrankungen kommt es unter Umständen zu einem Mangel an Diaminoxidase, wodurch insgesamt weniger Histamin abgebaut wird. Darüber hinaus bringen Fachleute weitere Erkrankungen mit einer Histaminose in Zusammenhang. Auch bei ihnen ist das Enzym Diaminoxidase nicht aktiv genug. Zu diesen Erkrankungen zählen:
- Chronisches Nierenversagen
- durch Viren ausgelöste Leberentzündung (Virus-Hepatitis)
- Leberzirrhose
- Nesselsucht (Urtikaria)
- Seekrankheit
tags: #histaminausschuttung #gehirn #mindern