Hohlfuß, Wadenkrämpfe und neurologische Ursachen: Ein umfassender Überblick

Der Hohlfuß (Pes cavus) ist eine Fußdeformität, die durch ein übermäßig hochgezogenes Fußlängsgewölbe gekennzeichnet ist. Diese Veränderung der Fußstruktur kann eine Vielzahl von Beschwerden verursachen, darunter auch Wadenkrämpfe. Obwohl der Hohlfuß in vielen Fällen ohne Folgen bleibt, kann er in einigen Fällen eine krankhafte Fußveränderung darstellen, die die benachbarten Fuß- und Sprunggelenke und die Wirbelsäule beeinträchtigt. Etwa 10 % der Bevölkerung haben einen Hohlfuß.

Erscheinungsbild und Diagnose des Hohlfußes

Der Hohlfuß ist leicht an der übermäßigen Wölbung des Fußlängsgewölbes zu erkennen. Im Gegensatz zum Senkfuß oder Plattfuß, bei dem das Fußgewölbe abgesenkt ist, gleicht der Hohlfuß in der Seitenansicht einem Bogen. Der Fußabdruck eines Hohlfußes zeigt nur die Abdrücke von Vorfuß und Ferse, während die Fußsohle dazwischen keinen Kontakt zum Boden hat. Im Vergleich zum normalen Fuß ist der Hohlfuß insgesamt verkürzt.

Klinische Untersuchung und Ganganalyse

Die Diagnose beginnt mit der Beobachtung des Gangbildes. Eine videogestützte orthopädische Bewegungs- und Ganganalyse kann hierfür sehr hilfreich sein. Dabei achten wir besonders auf die Position des Rückfußes. Man evaluiert die Varusfehlstellung des Fersenbeins (O-Stellung), also das Abknicken des Fersenbeins nach innen. Die Funktion der verschiedenen Sehnen, die vom Unterschenkel in den Fuß hinein verlaufen, wird untersucht. In Folge der Hohlfußfehlstellung haben die betroffenen Patienten ein häufig deutlich verändertes Gangbild. Weil sich die Wadenmuskulatur häufig zurückgebildet hat, ist die normale Koordination des Fußes verändert. Die Betroffenen mit ausgeprägtem Hohlfuß rollen ihren Fuß beim Gehen nicht mehr ab, sondern bekommen ein eher stampfendes oder staksiges Gangbild. Zugleich ist die Schrittlänge verkürzt. Zusätzlich untersuchen wir die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks, des unteren Sprunggelenks und des Vorfußes. Wenn nur eine Seite des Hohlfußes betroffen ist, sehen wir ein schaukelndes Gangbild. Bei beidseitigem Hohlfuß ist die Schrittlänge verkürzt.

Technische Untersuchungen

Je nach Art des Hohlfußes sehen wir eine verstärkte Belastung auf der Außenkante des Fußes. ist die Ferse stark, der Vorfuß dagegen kaum belastet. Mithilfe der pedobarografischen Sensorplatte kann das Fußabdruckmuster eines Hohlfußes detailliert aufgezeichnet werden. So zeigt die Pedobarografie die spezifische Funktion oder das Funktionsdefizit einzelner Sehnen und Muskeln bei der Abrollbewegung. Wie das Röntgen unter Belastung ist die Pedobarografie eine funktionelle Untersuchung des Fußes. Typisch für den Hohlfuß ist der isolierte, aber stark belastete Druckpunkt an Ferse und Vorfuß (rot).

Vor allem vor Operationen des Hohlfußes ist eine DVT-Aufnahme hilfreich, um ein vollständiges Bild der Knochen und Gelenke im Fuß zu erhalten. Auf Röntgenbilder finden wir eindeutige Hinweise auf degenerative Veränderungen von Sprunggelenk und Fußgelenken. - also im Stehen - können wir zudem eine Fehlstellung des Fersenbeines in mehreren Ebenen auf den Bildern zeigen.

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Das SPECT (Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie) stellt Stoffwechselaktivitäten im Knochen genau dar. So können bei der Planung der Therapie bereits Arthrose der Fußknochen oder Sprunggelenke bzw. die Folgen von Impingements berücksichtigt werden.

Ursachen des Hohlfußes

In den meisten Fällen entsteht der Hohlfuß durch eine Veränderung der Muskelspannung von Fuß und Wadenmuskulatur. Der Hohlfuß kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln und tritt erstmalig im Laufe des Erwachsenenalters auf.

Neurologische Ursachen

Funktionsstörung der Muskulatur oder des Nervensystems. Ursachen zurück. Erkrankungen von Muskulatur oder Nervensystem, wie z. B. Charcot-Marie-Tooth. Plötzlich auftretende einseitige Hohlfußfehlstellungen lassen die Ursache im Bereich des Rückenmarks vermuten.

Andere Ursachen

Fehlstellungen nach einer Fraktur, z. B. Verletzung. Enge Schuhe mit hohen Absätzen belasten nicht nur den Vorfuß, wodurch sie die Bildung des Spreizfußes begünstigen. Ungeeignete Schuhe begünstigen diese Entwicklung, sodass der Fuß seine Form verliert. Jede Erkrankung von Muskeln und Sehnen beeinflusst die Form des Fußgewölbes.

Auswirkungen des Hohlfußes auf den Körper

Die Fehlstellung des Fußes kann weitreichende Folgen für den gesamten Körper haben.

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Auswirkungen auf Fuß und Sprunggelenk

Durch die Fehlstellung des Fersenbeins nach innen kippt der Talus (Sprungbein) nach außen. Die Gelenkfläche wird nicht mehr gleichmäßig belastet. Im inneren (medialen) Bereich wird sie lokal überbeansprucht. Der Knorpel verschleißt. Die Verkippung des Fersenbeins nach innen führt zu einer Überlastung. Zudem kann diese Steilstellung der Ferse zu Reizungen der Weichteile führen. Resultieren. Der beim Hohlfuß sehr hochstehende Fußrist (Fußspann) schränkt die Beweglichkeit des Sprunggelenks ein. Impingement, also einer Bewegungsblockade im Sprunggelenk führen. Ein weiterer schädigender Einfluss auf das Sprunggelenk entsteht durch die Einwärtskippung des Fersenbeines. Der auf dem Fersenbein aufsitzt, steht dann nicht mehr gerade in der Gelenkgabel des Sprunggelenks. An der Fußsohle, vermehrt auftreten. Die Höhe des Fußgewölbes entscheidet über den Zug an der Plantarsehne, die zwischen Fersenbein und Zehenköpfchen verläuft, erfährt. Wenn die Plantarsehne beim Gehen gedehnt wird, erhöht sich das Fußlängsgewölbe. Ein Hohlfuß kann die Reizung der Plantarsehne verschlimmern und macht das Auftreten einer Plantarsehnenentzündung wahrscheinlich. Häufig verursacht eine Hohlfußfehlstellung Schäden an den äußeren Sehnen, den sog. Peronealsehnen. Des Fußes zuständig. Chronische Entzündungen der Sehnen sind häufig auf den Hohlfuß zurückzuführen. Dem Fuß verbunden werden, sehr weitreichende Folgen. Die Peronealsehnen (gelb) lenken den Fuß bei der Plantarflexion (vertikale Auf- und Abbewegung) und bei der horizontalen Seitwärtsbewegung. Sind die Peronealsehnen durch eine Hohlfußstellung gestört, ist auch die Motorik des Fußes entscheidend beeinträchtigt. Ganz direkt beim Kauf von Schuhen oder Tragen von Konfektionsschuhen. Häufig nicht mehr zu. Patienten bemerken den Hohlfuß meist nur durch die Schuhkonflikte. Häufig berichten Patienten mit Hohlfuß über Schmerzen an der äußeren Kante des Fußes. Wird die Außenseite des Fußes besonders stark belastet. Weitere Beschwerden durch den Hohlfuß betreffen häufig den Vorfuß. Vorfuß wird dieser besonders stark belastet. Die Patienten beobachten zudem Hornhaut bzw. Und Schwäche beim Gehen. Zusätzlich. Die obere Sprunggelenksarthrose mit instabilem Außenband wird häufig von einem Hohlfuß begleitet.

Auswirkungen auf Bein und Wirbelsäule

Je nach Hohlfußtyp können Fehlstellungen des Unterschenkels resultieren. Der Drehung des Sprungbeines in der Sprunggelenksgabel. Nach vorne, sondern ist im Gelenk seitlich rotiert. Hohlfußes die Drehfehlstellungen des Unterschenkels noch verstärken. Das beim Hohlfuß veränderte Gangbild ist nicht nur im Bereich des Fußes und Unterschenkels schmerzhaft. Hohlfuß verändert sich die Belastung der Wirbelsäule. Bandscheiben.

Hohlfuß und Wadenkrämpfe

Neben den oben genannten Beschwerden können Hohlfüße auch Wadenkrämpfe verursachen. Die genauen Mechanismen, die zu diesem Zusammenhang führen, sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass die veränderte Fußstellung und die damit verbundene Muskelungleichgewichte eine Rolle spielen.

Behandlung des Hohlfußes

Die Behandlung des Hohlfußes hängt von der Schwere der Deformierung und den verursachten Beschwerden ab.

Konservative Behandlung

Die konservative Versorgung des Hohlfußes beruht vor allem auf Schuhzurichtungen und Einlagen. Einlagen sollen die spezifischen Beschwerden von Patienten mit Hohlfuß ausgleichen. Die Hohlfußeinlagen müssen in fast allen Fällen individuell angefertigt werden. Werden. Mit Hilfe von speziellen Dehnübungen verbessern wir die die Funktion der Fußgewölbe.

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Operative Behandlung

Allerdings hat die konservative Therapie Grenzen. Notwendig. Erst wenn die konservative Therapie an ihre Grenzen gerät, sollte über eine Operation nachgedacht werden. Eine Operation ist immer nur komplikationsfrei möglich, wenn der Fuß gut durchblutet ist. Das Ziel der Hohlfußoperation ist ein stabiler, schmerzfreier Fuß, der für den Patienten im Alltag gut belastbar ist. Wollen wir auch für die absehbare Zukunft die noch beweglichen Gelenke am Fuß und Sprunggelenk erhalten. Der Hohlfuß tritt bei jedem Patienten in unterschiedlicher Form und Intensität auf. Verständnis des individuellen Hohlfußes entwickelt werden. Die Analyse der Weichteilsituation, z. B. Sehnenschäden oder Muskelschwäche, sind ein wichtiger Bestandteil der funktionellen Diagnose. Beschwerdebild und dem Stadium. Dabei wollen wir mit Hilfe der Diagnostik auch eine Prognose über die zukünftige Entwicklung des Hohlfußes entwickeln. Durch eine Prognose können wir möglichst viel der Beweglichkeit erhalten. Und erst in zweiter Linie gelenkversteifend therapieren. Die Erhaltung der Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks ist sehr wichtig. Sein, die Beweglichkeit anderer Fußgelenke zu opfern und eine Versteifung durchzuführen. Diese Versteifung z.B. Die angewandten Operationen werden sinnvollerweise auch nach dem Alter der Betroffenen differenziert. Dabei werden die beteiligten Fußgelenke erhalten. Bei älteren Patienten gelten häufig andere Kriterien. Oftmals sind Knocheneingriffe notwendig. Lediglich als Begleiteingriff durchgeführt.

Neurologische Aspekte von Wadenkrämpfen

Wadenkrämpfe entstehen, wenn sich die Muskeln in der Wade unwillkürlich stark anspannen und sich danach zunächst nicht wieder entspannen. Die Krämpfe treten meist plötzlich auf, dauern einige Sekunden bis Minuten an und gehen mit starken Schmerzen einher.

Beteiligung von Motoneuronen

Vermutlich sind Motoneuronen an der Entstehung von Wadenkrämpfen beteiligt. Das sind Nervenzellen des zentralen Nervensystems, die Kontrolle über einen Muskel ausüben. Entladen sich diese Nervenzellen unwillkürlich, entsteht der Krampf. Dafür spricht auch, dass ältere Menschen häufiger von Wadenkrämpfen betroffen sind. Denn im Alter sterben Motoneurone vermehrt ab. Dies könnte zu einer gestörten Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln führen - und somit zu Krämpfen.

Risikofaktoren für Wadenkrämpfe

Zudem gibt es verschiedene Faktoren, die Menschen anfälliger für Wadenkrämpfe machen. Dazu zählen:

  • Fußfehlbildungen (etwa Plattfüße)
  • Schwangerschaft
  • Unterforderung (z. B. durch langes Sitzen) oder Überforderung der Wadenmuskulatur (z. B. durch körperliche Anstrengung)
  • Flüssigkeitsmangel
  • Durchblutungsstörungen, etwa durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika)

Was hilft gegen Wadenkrämpfe?

Um Wadenkrämpfe zu lösen, sollte man die Wadenmuskeln dehnen und massieren. Die meisten Menschen verhalten sich bei einer Verkrampfung intuitiv richtig: Sie ziehen den Fuß hoch und strecken dadurch die Muskeln, die sich durch die heftige Anspannung verkürzt haben. Wenn die Krämpfe nachts auftreten, kann es außerdem helfen, aufzustehen und einige Schritte zu gehen.

Wann ist ärztlicher Rat nötig?

Wenn Wadenkrämpfe häufig vorkommen, sollte man ärztlichen Rat einholen. Manchmal lassen sich die Auslöser beseitigen. Wenn beispielsweise bestimmte Medikamente die Ursache sind, besteht eventuell die Möglichkeit, das Präparat zu wechseln. Falls eine Erkrankung zugrunde liegt, ist eine Behandlung nötig. In bestimmten Fällen können Ärzt*innen eine Physiotherapie verordnen oder Medikamente verschreiben.

Medikamentöse Behandlung

Treten die Wadenkrämpfe sehr häufig auf und sind sehr heftig, kann Chininpräparat zur Entspannung der Muskulatur verschrieben werden.

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