In der heutigen schnelllebigen und oft stressigen Welt suchen viele Menschen nach Wegen, um mit den Herausforderungen des Alltags besser umzugehen. Innere Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit sind weit verbreitete Beschwerden, die das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen können. Die Homöopathie bietet hier einen ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
Was ist innere Unruhe?
Innere Unruhe ist ein Zustand gesteigerter Aktivität im psychischen und physischen Bereich. Sie wird oft synonym mit Nervosität verwendet. Betroffene erleben schnell wechselnde Gedankengänge, Konzentrationsschwierigkeiten und einen inneren Drang, aktiv zu werden, ohne dass diese Aktivität zielgerichtet ist.
Symptome innerer Unruhe
Die Symptome innerer Unruhe können vielfältig sein und sich sowohl psychisch als auch physisch äußern. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schnelle Bewegung der Augen
- Auf- und Abgehen
- Vegetative Symptome wie Schweißausbrüche oder Herzrasen
- Zucken in Muskeln oder Augen
- Herzrasen und Schweißausbrüche
- Zitternde Hände
- Angst und Unsicherheit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Hohe Reizbarkeit
- Hohe Stimmlage und schnelle Sprache
Ursachen innerer Unruhe
Die Ursachen für innere Unruhe können vielfältig sein. Sowohl körperliche als auch psychische Auslöser sind denkbar, ebenso wie Umwelteinflüsse.
Physische Ursachen:
- Wechseljahre (Klimakterium)
- Akute Lungenembolie
- Kreislaufstörungen, die zu niedrigem Blutdruck führen
- Funktionelle Herzbeschwerden (Herzneurose)
- Vegetative Dystonie
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Psychische Ursachen:
- Schizophrenie
- Persönlichkeitsstörung
- Depressionen
Genussmittel & Medikamenteneinnahme:
- Übermäßiger Konsum von Koffein, Nikotin oder Alkohol
- Suchterkrankung (Entzugssymptome)
- Bestimmte Drogen (LSD, Stechapfel, "Magic Mushrooms", Cannabis)
- Medikamente (Theophyllin, Amantadin, Antidepressiva wie Bupropion, SSRI)
Homöopathische Behandlung von innerer Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit
Die Homöopathie betrachtet den Menschen als Ganzes und versucht, die Ursachen von Beschwerden auf einer tieferen Ebene zu erkennen und zu behandeln. Bei innerer Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit kann die Homöopathie eine sanfte und wirksame Unterstützung bieten.
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Auswahl des homöopathischen Mittels
Die Wahl des geeigneten homöopathischen Mittels erfolgt individuell nach den spezifischen Symptomen und der Persönlichkeit des Betroffenen. Ein erfahrener Homöopath oder Heilpraktiker wird eine ausführliche Anamnese durchführen, um das passende Mittel zu finden.
Häufig verwendete homöopathische Mittel
Einige der häufiger verwendeten homöopathischen Mittel bei innerer Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit sind:
- Chamomilla: Bei innerer Unruhe und Reizbarkeit.
- Arsenicum Album: Bei von Angst und Schwäche begleiteter innerer Unruhe.
- Kalium Arsenicum: Bei innerer Unruhe und unruhigen Extremitäten.
- Nux Vomica: Bei innerer Unruhe, die durch Stress im Beruf ausgelöst wird.
- Aurum metallicum: Bei Erschöpfungszuständen, Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl, versagt zu haben.
- Ignatia: Bei Kummer, Trauer und dem Bedürfnis nach Rückzug.
- Kalium phosphoricum: Bei Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche.
- Lycopodium: Bei mangelndem Selbstvertrauen und Versagensängsten, oft verbunden mit dem Bedürfnis nach Anerkennung.
- Acidum picrinicum: Bei Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten, oft in Verbindung mit Überarbeitung.
- Calcium carbonicum Hahnemanni: Bei Erschöpfung, Ängstlichkeit und dem Gefühl, überfordert zu sein.
- Calcium phosphoricum: Bei Reizbarkeit, nervöser Niedergeschlagenheit und Ermüdung.
- Kalium bromatum: Bei Verlust von Interessen und Antrieb, sowie bei Schlafstörungen.
Schüßler-Salze
Auch die Schüßler-Salze können bei der Behandlung von innerer Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit eine unterstützende Rolle spielen. Besonders das Schüßler-Salz Nr. 5, Kalium phosphoricum, gilt als wichtiges Nervenmittel.
Kalium phosphoricum (Schüßler-Salz Nr. 5):
- Wird traditionell als "Salz der Nerven und Psyche" bezeichnet.
- Soll bei Stress, Ängsten und depressiven Verstimmungen helfen.
- Soll den Energiehaushalt stärken und im Alltag leistungsfähiger machen.
- Wird oft bei geistiger und körperlicher Erschöpfung eingesetzt.
Symptome bei Mangel an Kalium phosphoricum:
- Platzangst
- Allgemeine Nervenschwäche
- Burn-out
- Depressive Verstimmungen
- Schlafstörungen
- Muskelschwäche, Muskellähmungen, Muskelschwund
- Herzrasen
- Gewebeschäden mit unangenehm riechenden Ausscheidungen
- Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Zahnfleischschwund
- Ständiges Hungergefühl nach dem Essen
- Hohes Fieber (über 38,5°C)
- Nagel- und Hautpilz
Aurum/Apis regina comp.
Aurum/Apis regina comp., Globuli velati, ist ein anthroposophisches Arzneimittel, das zur Harmonisierung des Wesensgliedergefüges bei seelisch bedingten, funktionellen Organstörungen eingesetzt wird. Dazu gehören:
- Kopfschmerzen
- Magenbeschwerden
- Schwindelgefühle
- Kreuzschmerzen
- Nervöse Erschöpfungszustände
- Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren
- Depressive Verstimmung
- Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
Ergänzende Maßnahmen
Neben der homöopathischen Behandlung können folgende Maßnahmen helfen, innere Unruhe, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit zu reduzieren:
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- Pflanzliche Präparate: Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Lavendel und Melisse haben eine beruhigende Wirkung.
- Hausmittel: Baldriantee, Hopfenzapfentee, Vollbäder mit beruhigenden Zusätzen.
- Entspannungsübungen: Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen.
- Bewusste Ablenkung und Tagträume.
- Regelmäßige körperliche Aktivität.
- Stimulation des Druckpunktes "Herz 7".
- Ruhige Lebensweise und regelmäßige Möglichkeiten zur Entspannung.
- Ausreichend Schlaf.
- Vermeidung von übermäßigem Konsum von Koffein, Nikotin und Alkohol.
- Psychotherapie: Um die individuellen Probleme, die zu den Beschwerden geführt haben, zu bearbeiten.
- Einleiten eines „Umdenk“-Prozesses, insbesondere im Beruf.
Burnout-Syndrom
Das Burnout-Syndrom oder Erschöpfungssyndrom beschreibt einen Zustand des „Ausgebranntseins“, der durch anhaltende Stressreaktion, meist durch Überbelastung im beruflichen Sektor, verursacht wird. Typische Symptome sind Hoffnungs- und Hilflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Nervosität, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Appetitverlust, Übelkeit und sexuelle Funktionsstörungen. Die Homöopathie mit ihrem ganzheitlichen Ansatz ist eine gängige Möglichkeit, diesen Erschöpfungszustand mit seinen vielfältigen Symptomen zu behandeln.
Wichtiger Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Anwendung homöopathischer Mittel sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Therapeuten erfolgen.
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