Homöopathische Mittel bei überreizten Nerven: Sanfte Hilfe für innere Balance

In unserer schnelllebigen Zeit, in der Stress und Reizüberflutung allgegenwärtig sind, klagen immer mehr Menschen über überreizte Nerven. Innere Unruhe, Nervosität und eine Vielzahl damit verbundener Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Homöopathische Mittel bieten eine sanfte und natürliche Möglichkeit, diese Beschwerden zu lindern und die innere Balance wiederherzustellen.

Symptome und Ursachen überreizter Nerven

Wer über innere Unruhe oder Nervosität klagt, schildert meist Symptome wie gesteigerte Reizbarkeit, Schweißausbrüche, Konzentrationsschwäche, Schlafprobleme, verminderte Belastbarkeit, Unsicherheiten und Ängste. Hinter diesem Komplex an Beschwerden können verschiedene Ursachen stehen. Neben Dauerstress, der Einnahme von Stimulanzien und fehlenden Regenerationsphasen können auch ernsthafte körperliche und psychische Erkrankungen dafür verantwortlich sein. Mögliche Erkrankungen, die mit einer erhöhten Nervosität einhergehen können, sind zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Leberzirrhose, Herzinfarkt und Diabetes mellitus, bei dem es im Rahmen einer Unterzuckerung zur Ausprägung von Unruhesymptomen kommen kann. Bei Kindern ist hingegen das mögliche Vorliegen einer ADHS Erkrankung zu berücksichtigen. Bei Personen mit einer Suchterkrankung, können im Rahmen eines Entzuges Unruhezustände auftreten.

Homöopathie als sanfte Unterstützung

Eine Behandlung mit Globuli kann gewisse Symptome dämpfen und für mehr Ausgeglichenheit sorgen. Die Homöopathie betrachtet den Menschen als Ganzes und versucht, die Ursachen der Beschwerden auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene zu erfassen. Durch die Auswahl des passenden homöopathischen Mittels können die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und die innere Balance wiederhergestellt werden. Eine homöopathische Behandlung ist eine sinnvolle Unterstützung, wenn dabei die Grenzen der Selbstmedikation eingehalten werden.

Die Wahl des richtigen Mittels

Bei der Wahl des richtigen homöopathischen Mittels bei innerer Unruhe und Nervosität sollten deren Ursachen wie zum Beispiel Prüfungsangst oder Mobbing am Arbeitsplatz, deren Begleiterscheinungen und deren Verlauf mit den verschiedenen Mittelbildern und deren Modalitäten verglichen werden. Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben.

Wichtige homöopathische Mittel und ihre Anwendungsgebiete

  • Aconitum D12 (der Sturmhut): Ist das wichtigste Mittel nach Erleben eines Schocks mit Todesangst, zum Beispiel das Ansehen eines schweren Unfalls oder die Verwicklung darin. Es tritt eine ängstliche Unruhe auf mit Herzklopfen, angsterfülltem Blick und Blässe. Es ist das Mittel der Wahl, wenn nach schrecklichen Erlebnissen den Betroffenen die Bilder nicht aus dem Kopf gehen und im schlimmsten Fall auch Panikattacken auslösen.

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  • Argentum nitricum D12 (das Silbernitrat): Bei Unruhe und Aufregung vor besonderen Ereignissen, Lampenfieber, Herzjagen und Durchfällen kann Argentum nitricum D12 (das Silbernitrat) die Lage entspannen. Eines der besten Mittel bei Erwartungsangst, vor einer Prüfung oder einem gefürchteten Ereignis (Flugreise, öffentlicher Auftritt u. a.). Es treten Zittern und Durchfall auf, Druck im Magen, Aufstoßen, Schwindel. Die innere Unruhe führt zu hastigem Handeln, man hat das Gefühl, die Zeit vergeht zu langsam und kommt zu jedem Termin zu früh.

  • Calmvalera: Ein bewährtes Komplexmittel bei Überreizung und Nervosität. Die Globoli bringen das vegetative Nervensystem, das alle unbewussten Lebensvorgänge und damit auch den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wieder ins Gleichgewicht. CALMVALERA® Globoli sind gut verträglich, es treten keine Gewöhnungseffekte auf - auch nicht bei Anwendung über einen längeren Zeitraum. Die Streukügelchen enthalten eine bewährte Kombination von drei sorgfältig ausgesuchten naturheilkundlichen Wirkstoffen, die auf natürliche Weise effektiv wirken:

    • Avena sativa (Hafer) wird bei nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung (Neurasthenie) sowie bei Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt. Es eignet sich gut zur Anwendung bei Kindern.
    • Nux vomica (Brechnuss) beruhigt vor allem bei erhöhter Reizbarkeit, gesteigerter Empfindlichkeit sowie Nervosität, zum Beispiel auch auf Reisen. Nux vomica hilft auch bei nervösen oder stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden.
    • Zincum valerianicum (Zinkisovalerianat) fördert den Schlaf und lindert nervös bedingte Beschwerden.
  • Cocculus: Das homöopathische Mittel Cocculus soll gegen Beschwerden helfen, die mit dem zentralen Nervensystem in Verbindung stehen - besonders bei Schwindel. Angewendet wird es zur Behandlung einer harmlosen Reisekrankheit ebenso wie zur Unterstützung bei voranschreitenden neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose. Viele nervöse Symptome hängen unmittelbar mit Schlafmangel zusammen. Besonders wenn Beschwerden durch Schichtarbeit oder Nachtwachen am Krankenbett eines geliebten Menschen ausgelöst werden, soll Cocculus helfen. Eventuell lässt sich auch ein Jetlag nach einer Flugreise mit Cocculus behandeln. Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Cocculus ansprechen sollen:

    • Reisekrankheit
    • Schwindel
    • Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen / Migräne
    • Nervöse Verdauungsbeschwerden
    • Schwangerschaftserbrechen
    • Schmerzhafte Menstruation
    • Zittern von Händen, Armen und Beinen
    • Überreizung und Schwäche durch Schlafmangel und Schichtarbeit
    • Chronisches Erschöpfungs-Syndrom
    • Jetlag
  • Gelsemium D12 (der Gelbe oder Wilde Jasmin): Ist jemand nach einem Schrecken "wie gelähmt", kraftlos und völlig überfordert, kann Gelsemium D12 (der Gelbe oder Wilde Jasmin) ihn wiederaufrichten. Die Erwartungsangst führt zu einer zittrigen Lähmung, man ist zu schwach, um noch irgendetwas vorzubereiten. Die Knie zittern, die Lider werden schwer. Durchfall kann auftreten, ebenso Schwindel und Benommenheit. Besser wird es in frischer Luft und nach Entleerung der Blase.

  • Hypericum: Das „Arnica der Nerven“ kann bei allen Folgen von Nervenverletzungen wie Zahnbehandlungen o. a. Hypericum perforatum ist ein wichtiges homöopathisches Arzneimittel bei Verletzungen von nervenreichem Gewebe, die sehr schmerzhaft sind und auf Berührung sehr empfindlich reagieren. Leitsymptome von Hypericum:

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    • Schmerzen aufgrund von Nervenverletzungen, v.a. an Fingern, Zehen, Nägeln
    • Verletzungen durch Nägel, Nadeln, Splitter, Dornen
    • Quetschungen der Finger
    • alle Wunden, die besonders stark schmerzen
    • besonders berührungsempfindliche Wunden
    • starke Schmerzen nach Operationen, auch Zahnoperationen
    • Zahnschmerzen, auch nach Zahnextraktionen
    • extreme Schmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit auf Berührung
    • Kribbeln, Taubheit, Brennen
    • Verletzungen der Nerven
    • Gehirnerschütterung (Commotio cerebri)
    • Sturz auf das Steißbein
    • Tierbisse in Finger, Zehen…
  • Ignatia D12 (die Ignatiusbohne): Trennungsschmerzen - wie zum Beispiel Heimweh, enttäuschte Liebe, Verlust eines geliebten Menschen - können einen Menschen depressiv machen. Bei der Bewältigung der "Trauerarbeit" oder der "Kummersituation" unterstützt Ignatia D12 (die Ignatiusbohne) den Leidenden. Leitsymptome sind ausgesprochene Traurigkeit und der Hang zum stillen Kummer, man möchte mit seinem Kummer alleine sein. Er hat das Gefühl, einen "Kloß im Hals" zu haben. Typisch ist auch der Hang zum stillen Seufzen.

  • Natrium chloratum D12 (= muriaticum) (das Kochsalz): Ist das Kummermittel schlechthin. Es wird eingesetzt bei Depressionen als Folge von Kummer und Ärger; bei Ängsten, die durch Stress und Überlastung hervorgerufen werden. Es kann auch bei Trennungsschmerzen indiziert sein. Das Leitsymptom der Betroffenen ist allerdings, dass sie sich freiwillig zurückziehen. Sie wollen sich in ihrem Kummer, der verschiedene Gründe haben kann, nicht trösten lassen, sondern nur noch in Ruhe gelassen werden ("Regression").

  • Nux vomica D12 (die Brechnuss): Streitbare, jähzornige Menschen mit cholerischem und hypochondrischem Temperament brauchen Nux vomica D12 (die Brechnuss). Der Nux vomica-Typ hat eine geringe Reizschwelle, fühlt alles zu stark. Er arbeitet zu viel (meist im Sitzen); chronische Überlastung macht ihn unzufrieden und gereizt. Das Mittel wirkt bei Beschwerden, die durch einen zu hohen Genussmittelkonsum, Überreizung des Nervensystems oder Überforderung verursacht werden. Dazu gehören Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Magen-Darmbeschwerden.

Weitere wichtige Aspekte bei der Mittelwahl

Neben den genannten Mitteln gibt es noch viele weitere homöopathische Arzneien, die bei überreizten Nerven in Frage kommen können. Die Wahl des geeigneten Mittels hängt von den individuellen Symptomen, der Krankheitsgeschichte und der Persönlichkeit des Betroffenen ab.

Folgende Aspekte können bei der Mittelwahl hilfreich sein:

  • Begleiterscheinungen: Unsicherheit, ständiges Verlangen nach Gesellschaft, Schläfrigkeit nach geistiger Anstrengung, Gefühl von Schwäche nach geringster Anstrengung, zwanghafter Ordnungsfanatismus, Humorlosigkeit, Mangel an Lebenswärme, Ängste (vor dem Alleinsein, um die Gesundheit, vor dem Tod, vor Dunkelheit), Schwindel, Zittern, Durchfälle durch Stress, Verlangen nach Süßigkeiten, Angstvorstellungen, splitterartige Schmerzen, Schreckhaftigkeit, brennende Hitze am Körper, Geistesabwesenheit, Verwirrtheit, schlechte Orientierung, Verschlossenheit, Nachlassen der körperlichen Kraft und des Gedächtnisses, Abneigung gegen Gesellschaft, allmähliche Lähmung, Schweißausbrüche, plötzliches Aufwachen in der Nacht, Aufschrecken, Hyperventilieren, Wahnideen, Herzklopfen, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Einschlafstörungen, überscharfe Sinne, Überempfindlichkeit, geistige Überaktivität, schnelle Auffassungsgabe, übermäßiger Kaffeekonsum, bedrückende Wahnideen, Argwohn, unruhige Hände, ständige Bewegung der Finger, Abneigung gegen Kaffee, langsames Sprechen, alberne Bewegungen der Extremitäten, sexuelle Erregbarkeit, Zorn, Kurzatmig, destruktiv, Hysterie, Verlangen nach gewürzten Speisen, Ruhelosigkeit, Herpes durch Stress, Befürchtungen und Sorgen in der Nacht, zielloses Umherstreifen, emotionale Steifheit, Zurückhalten von Gefühlen, Streitlust, Gefühl von Zeitdruck, Magenbeschwerden durch Stress, Verkrampftheit, unerquicklicher Nachtschlaf, Explosivität, Böswilligkeit, Abneigung gegen enge Kleidung, großer Ehrgeiz, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit gegen Sinneseindrücke, Weinerlichkeit, großer Durst, Unhöflichkeit, Boshaftigkeit, schnippische Antworten.

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  • Auslöser: Prüfungsangst, Mobbing am Arbeitsplatz, geringste Anlässe, Fahren, geistige Anstrengung, Überanstrengung.

  • Modalitäten: Nach Mitternacht, in Ruhe, durch Überanstrengung.

Dosierung und Anwendung

Für alle aufgeführten Potenzen gilt: Säuglinge erhalten ein Drittel, Kinder bis zum 6. Lebensjahr die Hälfte und Kinder vom 6 bis zum 12. Calmvalera Globuli Streukügelchen gibt man am besten direkt auf die Zunge und lässt sie im Mund zergehen. Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene bei akuten Zuständen alle halbe bis ganze Stunde, höchstens 6-mal täglich, je 5 Streukügelchen ein. Säuglinge ab 6 Monaten erhalten nach Rücksprache mit einem Arzt nicht mehr als ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr erhalten nicht mehr als die Hälfte, Kinder zwischen dem 6. und 12. Zur Dosierung: Erwachsene nehmen 2-mal täglich 5 Globuli, nach einer dreiwöchigen Einnahme sollte eine einwöchige Pause eingelegt werden, um danach die Einnahme fortzusetzen; bei Besserung des Befindens kann das Arzneimittel abgesetzt werden.

Wann zum Arzt?

Wenn die innere Unruhe länger andauert, durch einfache entspannende Maßnahmen nicht gelindert werden kann oder wenn sie von körperlichen oder seelischen Symptomen wie starkem Durst, Magenschmerzen, Durchfall, Depressionen, Herzrhythmusstörungen oder plötzlichen Panikattacken begleitet wird, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Ergänzende Maßnahmen für mehr innere Ruhe

Neben der homöopathischen Behandlung gibt es eine Reihe weiterer Maßnahmen, die dazu beitragen können, die innere Ruhe wiederherzustellen und die Nerven zu stärken:

  • Stress reduzieren: Identifizieren Sie Stressoren und entwickeln Sie Strategien zur Stressbewältigung.
  • Ausreichend Schlaf: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Nerven stärken.
  • Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung helfen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern.
  • Entspannungstechniken: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training.
  • Soziale Kontakte: Pflegen Sie soziale Kontakte und verbringen Sie Zeit mit Menschen, die Ihnen guttun.
  • Bewusster Verzicht: Verzichten Sie bewusst auf Reize und Ablenkungen wie Fernsehen, Internet und soziale Medien.
  • Pflanzenheilkunde: Beruhigende Pflanzen sind die Baldrianwurzel, gegen Schlafstörungen sind Hopfenzapfen, Passionsblumenkraut und Melissenblätter geeignet. Gerade die Melisse, insbesondere die Zitronenmelisse, ist ein sehr wohlschmeckender Tee, der bei allen nervösen Beschwerden eingesetzt werden kann. Lavendel ist eine sehr entspannende Pflanze, insbesondere für die äußerliche Anwendung: als Körperöl, Eau de Toilette, Badezusatz oder Raumspray. Allgemein stärkend - auch auf die Psyche - wirken Bitterstoffe über die Verdauung. So ist jedem, der psychisch ein wenig "außer sich" ist, zu raten, vermehrt Bittermittel in die eigene Ernährung zu integrieren, wie z. B. Chicoree, Endiviensalat, Radicchio, Artischocken. Als aromatische Tees aus Bitterstoffen bieten sich Schafgarbentee oder Engelwurztee, vielleicht mit ein klein wenig Wermut (sehr bitter!) an, um durch diesen Bitterreiz wieder Bodenhaftung zu gewinnen und "in sich selbst hineinzurutschen".

Homöopathie und die moderne Arbeitswelt

Zeiterscheinungen auf Kosten der Menschlichen Gefühlswelt, Typische Homöopathische Konstitutionsmittel für Gegenwartsprobleme: Streß, Hektik, Leistungsdruck, Mobbing und ein weitgehendes Zurückstellen persönlicher Bedürfnisse kennzeichnen die heutige Arbeitswelt. Nicht nur ist die Arbeitsintensität in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen. Gleichzeitig hat der psychische Druck am Arbeitsplatz seit Anfang der 90er Jahre erheblich zugenommen: Konkurrenzdruck, Mobbing, Mehrarbeit und Mehrbelastung, größere Schnelligkeit, weniger angenehme Kommunikation mit Arbeitskollegen und zugleich eine latente Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes sind symptomatisch für die gegenwärtige Situation. Zunehmend mehr Menschen klagen über mangelnde Zeit und Energie für Privatleben und persönliche Bedürfnisse, der berufliche Streß und die mit ihm verbundenen Konflikte wirken oft weit bis in die Freizeit hinein. Um so mehr wird hierdurch das seelische und körperliche Gleichgewicht erheblich beeinträchtigt: nicht nur konnte in den letzten Jahrzehnten statistisch eine erhebliche Zunahme von Herz und Kreislauf Krankheiten festgestellt werden, psychische und psychosomatische Beschwerden nehmen vor allem auch unter den Patienten einer HP-Praxis einen deutlich höheren Stellenwert ein.

Nux vomica: Der gestresste Manager

Im Persönlichkeitsbild von Nux vomica finden wir den hektischen und gestressten Menschen, der ehrgeizig und leistungsorientiert seine Ziele verfolgt. Er ist ständig von Eile getrieben, verarbeitet mehrere Sinnes-Eindrücke und Wahrnehmungen gleichzeitig und mutet sich in seinen Arbeits- Aufgaben sehr viel zu. Er reagiert sehr impulsiv und zeigt seine aktuellen Stimmungen in teilweise aggressiver Form. Er ist der Dynamiker, der seine hohen Leistungs-Ansprüche tatkräftig und mit großer Geschwindigkeit umsetzt. Nux vomica setzt Maßstäbe, gibt den Ton an und reagiert auf Widerspruch sehr gereizt. Er kämpft um seine Position und ist wettbewerbsorientiert. Nux hat sehr perfektionistische Ansprüche an seine Arbeitsleistung, und er erarbeitet sich mit großer Intensität und großem Pflichtbewußtsein eine natürliche Fachautorität. Seine hohen Ansprüche treiben ihn dazu an, ständig mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen. Hierbei ist er innerlich rastlos und voller Ungeduld; die Arbeitsaufgaben müssen möglichst gut und möglichst schnell erledigt werden. Nux hat wenig Neigung, zu delegieren: denn häufig erfüllen andere Menschen weder vom Tempo noch der Qualität seine selbstgesetzten Ansprüche, zumindest aus seiner subjektiven Sicht. Und so kann Nux vomica langsameres Arbeitstempo, langsamere oder auch andersartige Herangehensweise und Denkungs-Art kaum ertragen.

Lycopodium: Der Blender

Der Bärlapp hat als Pflanze eine Evolutionsgeschichte hinter sich, die ihn von einem hohen, mächtigen, in den Himmel ragenden Baum zu einem heute kleinen Strauch mutieren ließ. Gemäß dem Ähnlichkeits-Prinzip kennzeichnet sich hierdurch in sehr charakteristischer Weise sein Persönlichkeits-Typ: Lycopodium mangelt es an Selbstvertrauen, er hat das Gefühl, für kleiner gehalten zu werden als er sich in Wirklichkeit fühlt. Nunmehr versucht er dieses Minderwertigkeits-Gefühl zu kompensieren, indem er sich nach außen stärker darstellt, als er sich innerlich fühlt. Aus Angst vor Versagen zeigt Lycopodium nach außen eine “Bluff-Mentalität”, er macht Wind, plustert sich auf, übertreibt gerne und spiegelt Tatsachen vor. Lycopodium hat die Tendenz zur Selbsttäuschung, rückt sich in teilweise diktatorischer Weise in den Mittelpunkt und möchte immer Recht haben. Er legt sogar moralischen Wert darauf, daß ihm das Rechthaben zusteht.

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