Ein Hörsturz, oft begleitet von einem Taubheitsgefühl im Gesicht, kann für Betroffene sehr beunruhigend sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten dieser plötzlichen sensorischen Beeinträchtigungen.
Was ist ein Hörsturz?
Oft tritt er über Nacht auf: Man wacht auf und ein Ohr fühlt sich taub und verstopft an, begleitet von einem klingelnden Geräusch. Ein Hörsturz ist eine Erkrankung mit vielfältigen Ursachen, aber glücklicherweise oft mit guten Heilungsaussichten. Er manifestiert sich als plötzlicher Hörverlust, der einseitig auftreten kann und sich entweder abrupt oder im Verlauf einiger Tage entwickelt. Manche Betroffene bemerken das Problem erst bei Tätigkeiten, die nur ein Ohr beanspruchen, wie beispielsweise beim Telefonieren. In einigen Fällen kündigt sich ein Hörsturz durch vorheriges Auftreten von Tinnitus oder Ohrendruck an, wobei diese Symptome auch gleichzeitig auftreten können. Die begleitenden Geräusche werden oft als klingelnd, summend oder pfeifend beschrieben, entstehen im Ohr selbst und kommen nicht von außen. Auch Gleichgewichtsstörungen und Schwindel können typische Begleitsymptome sein.
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder Hörverlust gleichbedeutend mit einem Hörsturz ist. Sogenannte "passagere Schallleitungsstörungen", die nur das Mittel- oder Außenohr betreffen, können ebenfalls zu plötzlichem Hörverlust führen, beispielsweise bei Infektionen oder durch Ohrenschmalzverstopfungen. Im Gegensatz dazu betrifft ein Hörsturz das Innenohr und kann schwerwiegendere Ursachen haben.
Mögliche Ursachen eines Hörsturzes
Die genauen Ursachen eines Hörsturzes sind bis heute nicht vollständig geklärt. Früher wurde Stress als wesentlicher Auslöser angesehen, doch scheint dieser weniger bedeutend zu sein als vermutet. In der Forschung geht man von verschiedenen Faktoren aus, die zu einer Durchblutungsstörung in den Blutgefäßen des Innenohrs führen können. Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung der Sinneshärchen mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Sinneszellen können ihre Aufgabe nicht mehr verrichten, und das ankommende Geräusch im Innenohr wird nicht mehr richtig verarbeitet. Können die Sinneshaare keine Informationen mehr aufnehmen und weiterleiten, kommt es zum Hörverlust im Frequenzbereich der geschädigten Härchen.
Weitere diskutierte Ursachen sind:
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- Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Innenohr
- Autoimmunerkrankungen
- Virusinfektionen
Da vor allem Änderungen der Durchblutungsverhältnisse als Risiko für einen Hörsturz angesehen werden, sind besonders gefährdet:
- Raucher
- Personen mit Übergewicht
- Diabetiker
- Personen mit Bluthochdruck
- Personen mit hohen Cholesterinwerten
Emotionaler Stress und dauernde Anspannung können ebenfalls eine Rolle spielen. Wer im Job und/oder Privatleben wortwörtlich zu viel um die Ohren hat, trägt das Risiko, davon krank zu werden. Der ständige Druck führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin im Körper, wodurch sich die Blutgefäße verengen. Kommt dies länger und öfter vor, wird die Blutversorgung z.B. im Innenohr gestört.
Auch chronische Erkrankungen können ein möglicher Auslöser für einen Hörsturz sein. Läuft es an anderen Stellen im Körper nicht rund, kann als Folgeerkrankung ein Hörsturz drohen. Das kann bei krankhaften Blutdruckschwankungen, Stoffwechselstörungen, Herzerkrankungen oder Gefäßveränderungen der Fall sein, aber auch bei Wirbelsäulenproblemen.
Symptome eines Hörsturzes
Das Hauptsymptom eines Hörsturzes ist eine plötzlich auftretende Hörminderung oder Taubheit, meist auf einem Ohr. Diese kann von einem dumpfen Gefühl im Ohr begleitet sein. Viele Menschen verspüren auch einen leichten Druck im Ohr. Ohrgeräusche wie Tinnitus und Schwindel können ebenfalls auftreten. Der Hörsturz selbst ist schmerzfrei. Die Hörminderung kann nur bestimmte Frequenzen betreffen. In seltenen Fällen kommt es zur Ertaubung.
Diagnose eines Hörsturzes
Bei Verdacht auf einen Hörsturz ist es wichtig, zeitnah einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des Hörverlusts abzuklären. Denn auch eine Mittelohrentzündung oder ein Pfropf im Ohr können für den Hörverlust verantwortlich sein.
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Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) erheben und den Gehörgang sowie das Trommelfell untersuchen. Hier können weitere Hinweise liegen, die für den Hörverlust eine andere Ursache als einen Hörsturz nahelegen. Spezielle Tests erleichtern es dem Arzt, zwischen einer Schallleitungs- und Schallverarbeitungsstörung zu unterscheiden. Mithilfe eines Stimmgabeltests schätzt das ärztliche Personal ein, ob die Ursache für die Schwerhörigkeit im Mittelohr oder im Innenohr zu finden ist.
Die wichtigste Untersuchung für die Diagnose eines Hörsturzes ist die Tonaudiometrie - ein Hörtest, bei dem überprüft wird, ab welcher Lautstärke der Patient Töne verschiedener Frequenzen wahrnimmt. Durch ein Audiogramm (Hörtest) beurteilt das Fachpersonal das Ausmaß der Hörminderung. Zusätzlich werden otoakustische Emissionen gemessen. Das sind sehr leise Töne, die in der Hörschnecke gebildet werden. Sie können im äußeren Gehörgang mit hochempfindlichen Mikrofonen gemessen werden.
Besteht der Verdacht eines neuronalen Problems, wird die Diagnostik häufig durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) erweitert. Dieses bildgebende Verfahren hilft, Ursachen auszuschließen, wie etwa einen Tumor, der auf den Hörnerv drücken könnte. Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung als Ursache für den Hörsturz sollte ein Cardiocheck durchgeführt werden.
Behandlung eines Hörsturzes
Je schneller ein Hörsturz behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die meisten Erfolge werden erzielt, wenn mit der Therapie innerhalb der ersten zwei Wochen begonnen wird.
Wenn der Hörsturz durch Probleme bei der Weiterleitung des Schalls entstanden ist - oder auch bei neuronalen Schallverarbeitungsstörungen, denen eine spezielle Erkrankung zugrunde liegt-, richtet sich die Therapie nach der festgestellten Ursache. Bleibt diese jedoch auch nach ausführlicher Diagnostik unklar, kann man abwarten und auf eine Spontanheilung ohne Therapie warten. Oft heilt dieser sogar von selber aus.
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Da die Mediziner hinter einem Hörsturz ohne klare Ursache meist ein entzündliches Geschehen oder eine Durchblutungsstörung vermuten, wird gerne Kortison eingesetzt, das in beiden Fällen zu helfen scheint. Allerdings trifft das nur zu, wenn die Therapie bald nach dem Hörsturz beginnt. So setzt die medizinische Fachkraft vor allem hoch dosiertes Kortison als Infusion, in Tablettenform oder mittels einer Spritze direkt ins Ohr ein. Die Substanz reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Innenohr. Darüber hinaus wirkt sie Entzündungen entgegen. Die empfohlene Dosis bei der Behandlung eines Hörsturzes hat sich durch neue Studienergebnisse verändert. Die große deutsche HODOKORT-Studie mit 325 Patienten zeigt: Eine hochdosierte Kortisontherapie wirkt nicht besser, als eine Behandlung mit niedrig dosiertem Kortison. Wenn Tabletten oder Lösungen nicht vertragen werden, kommen als Alternative Kortison-Injektionen infrage. Dabei wird das Medikament direkt hinter das Trommelfell gespritzt. Bei dieser Darreichungsform wirkt das Mittel nur im Ohr, wodurch es zu weniger Nebenwirkungen im restlichen Körper kommt.
Früher behandelte man einen Hörsturz mit einer durchblutungsfördernden Infusion. So setzte das ärztliche Personal beispielsweise Pentoxyfillin oder Polyhydroxyethylstärke ein. Doch mittlerweile geht man davon aus, dass diese Mittel bei einem Hörsturz nicht helfen.
Eine alternative Heilmethode bei Hörsturz ist die sogenannte hyperbaren Oxygenierung. Dabei handelt es sich um eine Sauerstoffbehandlung in einer Überdruckkammer, die die Durchblutung der kleinen Gefäße im Innenohr verbessern soll. Ob diese jedoch den tatsächlichen Erfolg bringt, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.
Ginkgo biloba enthält viele wertvolle Substanzen wie Flavonoide, Terpene und alicyclische Substanzen. Die medizinische Nutzung der Wirkstoffe aus den Blättern des Ginkgo-Baums ist in Asien weit verbreitet. Das wundert nicht, denn Ginkgo biloba ist ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die wertvollen Wirkstoffe unterstützen die Durchblutung und wirken antioxidativ. Hierbei spielen v. a. die Ginkgolide und die Terpenlactone eine Rolle, die zu den Terpenen gehören.
Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollten Betroffene Stress vermeiden und sich bei unvermeidbarer Lärmbelästigung von der Geräuschquelle entfernen und ihre Ohren schützen, z.B. mit Ohrenstöpseln.
Leben mit den Folgen eines Hörsturzes
Ein Hörsturz, der längere Zeit anhält, kann vom Körper aus eigener Kraft kaum mehr repariert werden. Es kommt zur dauerhaften Schädigung der Sinneshaarzellen im Innenohr. Eine solche Schallempfindungs-Schwerhörigkeit kann mit einem Hörgerät zumindest teilweise ausgeglichen werden. Moderne Hörgeräte sind dazu in der Lage, verlorene Frequenzen für den Betroffenen wieder hörbar zu machen. Dabei verstärkt es Signale nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass Störgeräusche ausgeblendet werden. Somit helfen die Hörgeräte auch gegen Belastungen, wenn ein Hörsturz in Verbindung mit einem Tinnitus auftritt.
Ist bei einem Hörsturz das Hörvermögen verloren gegangen, bauen Ärzte und Ärztinnen in den Schädelknochen ein Implantat ein. Das Gerät reizt den Hörnerv direkt über Elektroden.
Taubheitsgefühl im Gesicht: Mögliche Ursachen und Zusammenhänge
Ein Taubheitsgefühl im Gesicht, insbesondere in der linken Gesichtshälfte, kann verschiedene Ursachen haben. Es wird meist als ein besonderes und lästiges Gefühl bezeichnet, das zum Kratzen animiert und ein Kribbeln im Gehörgang verursacht. Oft handelt es sich hierbei um ein Anzeichen für eine Infektion, Läsion oder Beschädigung von Nerven.
Mögliche Ursachen für ein Taubheitsgefühl im Gesicht sind:
- Bell-Lähmung (Fazialisparese): Eine vorübergehende Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskeln.
- Schlaganfall: Ein Notfall, der sofortige medizinische Hilfe erfordert. Symptome können plötzliche Gesichtstaubheit, Sprachschwierigkeiten, Sehprobleme oder Schwäche in den Gliedmaßen sein.
- Multiple Sklerose (MS): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
- Tumor: Ein Tumor im Gehirn oder im Gesichtsbereich kann auf Nerven drücken und Taubheitsgefühle verursachen.
- Verspannungen oder Nerveneinklemmungen: Diese können durch Fehlhaltungen oder Stress verursacht werden.
- Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Probleme mit der Kiefergelenkfunktion und den umliegenden Muskeln.
- Herpes-Simplex-Virus: Kann Nerven im Gesicht beeinflussen.
- Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS): Eingeklemmte oder gereizte Nerven in der HWS können zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln führen.
- Diabetische Neuropathie: Nervenschäden aufgrund von Diabetes.
Es ist wichtig, bei anhaltendem oder wiederkehrendem Taubheitsgefühl im Gesicht einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache festzustellen und eine angemessene Behandlung zu erhalten.
Fazialisparese
Eine Fazialisparese (Gesichtslähmung) bildet sich innerhalb weniger Stunden aus, manchmal wachen Patienten damit sogar am Morgen auf. Die Beschwerden sind davon abhängig, an welchen Stellen der Nerv geschädigt ist. Mediziner teilen die Schwere der Erkrankung darüber hinaus in sechs Stufen ein. In Stufe I wirkt das Gesicht in Ruhe sowie Bewegung normal und unauffällig. Bei der peripheren Gesichtslähmung sind alle Äste im Gesicht betroffen: Der Patient kann die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge auf der betroffenen Seite kann nie völlig geschlossen werden. Bei dem Versuch dreht sich der Augapfel nach oben (Bell-Phänomen). Im Gegensatz hierzu kann bei einer zentralen Fazialisparese die Stirn gerunzelt und das betroffene Auge meist noch vollständig geschlossen werden. Beiden Typen ist der hängende Mundwinkel auf einer Seite, der sich beim Sprechen nicht bewegt, gemeinsam. Dadurch wird die Aussprache undeutlicher und Speichel rinnt aus diesem Mundwinkel. Es können ein trockener Mund sowie ein trockenes Auge, Probleme beim Essen und mit dem Schmecken sowie Schluckstörungen hinzukommen. Die Heilungschancen für eine idiopathische Gesichtslähmung sind gut. Bei etwa 90% der Patienten heilt die Lähmung unter entsprechender Therapie nach 4 bis 10 Wochen bzw. Bei einer traumatischen Fazialisparese ist die Prognose abhängig vom Grad der Schädigung bei Therapiebeginn. In etwa 10% der Fälle bleibt die Mimik dauerhaft entstellt und kann eine plastische Operation erforderlich machen.
Zusammenhang zwischen Hörsturz und Taubheitsgefühl im Gesicht
Obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen Hörsturz und Taubheitsgefühl im Gesicht nicht immer besteht, können beide Symptome auf ähnliche Ursachen oder zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen, insbesondere wenn sie gleichzeitig auftreten. In solchen Fällen ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung erforderlich, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Behandlungsmöglichkeiten bei Taubheitsgefühl im Gesicht
Die Behandlung eines Taubheitsgefühls im Gesicht hängt immer von der Ursache ab. Mögliche Behandlungsansätze umfassen:
- Medikamente: Bei Entzündungen werden oft Antibiotika eingesetzt.
- Physiotherapie: Kann bei Verspannungen und Nerveneinklemmungen helfen.
- Gesichtsübungen: Können die Gesichtsmuskulatur stärken.
- Entspannungstechniken: Können Stress reduzieren.
- Akupunktur: Kann bei Nervenproblemen helfen.
- Chirurgischer Eingriff: In seltenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Vorbeugung
Um einem Taubheitsgefühl im Gesicht vorzubeugen, sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten, Stress reduzieren, regelmäßig Sport treiben und auf eine gute Körperhaltung achten.
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