Der Schlaganfall ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die jeden treffen kann, unabhängig vom Alter. Die Geschichte von HSE24-Moderatorin Elke Hofmann verdeutlicht dies auf eindrückliche Weise. Im Jahr 2019 erlitt sie im Alter von nur 37 Jahren einen Schlaganfall während eines Zahnarztbesuchs. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, den Verlauf und die Folgen dieses Ereignisses, um das Bewusstsein für Schlaganfälle zu schärfen und aufzuzeigen, wie wichtig schnelles Handeln ist.
Der plötzliche Schlaganfall beim Zahnarzt
Elke Hofmanns Leben veränderte sich schlagartig an einem Tag im Jahr 2019. Während einer Routineuntersuchung beim Zahnarzt bemerkte sie plötzlich, dass sie ihre Hand nicht mehr spüren konnte. Zunächst dachte sie, die Zahnarzthelferin würde an ihrem Arm manipulieren. Doch es war ihre eigene, taube Hand, die auf ihrem Arm lag. Sie versuchte aufzustehen, um zu ihrer damals acht Monate alten Tochter zurückzukehren, aber ihre Jacke rutschte ihr immer wieder von der Schulter. Zudem bemerkte sie, dass sie undeutlich sprach und etwas von niedrigem Blutdruck faselte.
Glücklicherweise erkannten die Zahnarzthelferinnen die Situation schnell und führten die üblichen Schlaganfalltests durch: Zunge rausstrecken, Arme nach vorne halten. Elke Hofmanns Mann wurde informiert und eilte sofort herbei. Er war entsetzt, da ihre linke Gesichtshälfte immer wieder herunterhing und sie komische Witze machte. Ein Rettungshubschrauber wurde gerufen, der sich jedoch verflog, sodass sie mit Verspätung in die Klinik kam.
Die Diagnose: Kryptogener Schlaganfall
In der Klinik wurde bei Elke Hofmann ein sogenannter kryptogener Schlaganfall diagnostiziert. Das bedeutet, dass die genaue Ursache des Schlaganfalls trotz intensiver Untersuchungen nicht geklärt werden konnte. Festgestellt wurde, dass ein Blutgerinnsel in einer mittleren Hirnarterie stecken geblieben war und es so zum Hirnschlag kam.
Die Diagnose warf viele Fragen auf, insbesondere da Elke Hofmann einen gesunden Lebensstil pflegte: Sie rauchte nicht, trank während der Schwangerschaft keinen Alkohol und trieb regelmäßig Sport. Umso unverständlicher war es für sie, warum es gerade sie getroffen hatte.
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Die Bedeutung von "Time is Brain"
Elke Hofmanns Fall verdeutlicht die Wichtigkeit des Mottos "Time is Brain" (Zeit ist Gehirn). Je schneller ein Schlaganfall erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu verhindern. Im Idealfall sollte die Behandlung innerhalb von viereinhalb Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome beginnen.
Im Fall von Elke Hofmann dauerte es jedoch mehrere Stunden, bis sie im MRT untersucht wurde. Der Hubschrauber hatte sich verflogen, und im Krankenhaus wurde sie zunächst auf Station gelegt, ohne dass weitere Maßnahmen ergriffen wurden. Diese Verzögerung warf bei ihr die Frage auf, ob in dieser Situation nicht mehr hätte getan werden müssen.
Körperliche Genesung, psychische Belastung
Körperlich hat sich Elke Hofmann wieder vollständig von dem Schlaganfall erholt. Die psychischen Folgen sind jedoch bis heute spürbar. Sie leidet unter dem traumatischen Gefühl, dass alles jeden Moment vorbei sein könnte. Im Supermarkt führt sie manchmal unwillkürlich den Nasentest durch, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Sie reagiert hypersensibel auf Kleinigkeiten, die ihr früher unwichtig erschienen.
Die Angst vor einem erneuten Schlaganfall ist allgegenwärtig und belastet die ganze Familie. Elke Hofmann hat ihrem Mann gesagt, er solle sie nachts wecken und überprüfen, ob sie noch atmet. Anfangs wollte sie am liebsten in einem Loch verschwinden.
Risikofaktoren und Prävention
Obwohl die genaue Ursache für Elke Hofmanns Schlaganfall nicht bekannt ist, gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen können. Dazu gehören:
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- Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutgerinnseln.
- Übergewicht: Übergewicht kann zu Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten führen, die allesamt Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind.
- Hoher Cholesterinspiegel: Ein hoher Cholesterinspiegel kann zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen, die diese verengen und das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen.
- Bluthochdruck: Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutungen im Gehirn.
- Zu viel Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und anderen Gesundheitsproblemen führen, die das Schlaganfallrisiko erhöhen.
- Mangelnde Bewegung: Bewegungsmangel erhöht das Risiko von Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Risikofaktoren für einen Schlaganfall.
Neben diesen allgemeinen Risikofaktoren gibt es auch spezifische Faktoren, die bei jüngeren Menschen eine Rolle spielen können, wie z.B. hormonelle Veränderungen, Blutgerinnungsstörungen oder ein persistierendes Foramen ovale (PFO), eine kleine Öffnung zwischen den beiden Herzvorhöfen.
Um einem Schlaganfall vorzubeugen, ist es wichtig, diese Risikofaktoren zu minimieren. Dazu gehört ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und dem Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Der FAST-Test: Schlaganfall schnell erkennen
Der FAST-Test ist ein einfacher Test, mit dem man die Symptome eines Schlaganfalls schnell erkennen kann:
- F (Face): Bitte die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
- A (Arms): Bitte die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.
- S (Speech): Lasse die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
- T (Time): Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, zögern Sie nicht und rufen Sie sofort den Notruf 112.
Weitere Schicksalsschläge: Knoten in der Brust
Nachdem Elke Hofmann den Schlaganfall überstanden hatte, folgte ein weiterer Schock: Sie ertastete einen Knoten in ihrer Brust. Da sie aufgrund alter Brustimplantate keine Mammografie durchführen lassen konnte, waren weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob es sich um einen bösartigen Tumor oder eine Zyste handelte.
Diese erneute gesundheitliche Belastung verstärkte ihre Angst und Verzweiflung. Sie äußerte den Wunsch, sich die Brüste abnehmen zu lassen, sobald es im Krankenhaus wieder freie Plätze gäbe.
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Elke Hofmann: Eine Kämpferin
Trotz der schweren Schicksalsschläge hat Elke Hofmann ihren Lebensmut nicht verloren. Sie bezeichnet sich selbst als Kämpferin und engagiert sich weiterhin in ihrem Beruf als Moderatorin bei HSE24. Zudem kümmert sie sich um ihre Familie und ihre zahlreichen Tiere auf ihrem Hof bei Nürnberg.
Sie möchte ihre Erfahrungen teilen, um andere Menschen für das Thema Schlaganfall zu sensibilisieren und ihnen Mut zu machen. Ihr Beispiel zeigt, dass ein Schlaganfall das Leben zwar verändern kann, aber nicht das Ende bedeuten muss.
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