Hühner sind im Allgemeinen ruhige und freundliche Tiere. Sie können jedoch unfreiwillig zu Wirten von Parasiten werden, die sich auf oder in ihnen ausbreiten. Diese Parasiten können lästig und im schlimmsten Fall tödlich sein. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Hühner vor diesen ungebetenen Gästen zu schützen.
Arten von Hühnerparasiten
Parasiten, die auf oder in Hühnern leben, lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:
- Endoparasiten: Dies sind Organismen, die im Inneren des Wirtes leben und parasitisch Nahrung entnehmen. Meist handelt es sich um Würmer, die beispielsweise im Darm oder in den Geweben leben.
- Ektoparasiten: Diese Parasiten treiben ihr Unwesen im Federkleid oder auf der Haut der Hühner. Sie ernähren sich von Blut (z. B. Rote Vogelmilbe, Hühnerflöhe) oder von abgestorbener Haut und Federn (z. B. Federlinge, Kalkbeinmilben).
Häufige Hühnerparasiten und ihre Bekämpfung
Würmer
Würmer kommen in verschiedenen Formen vor und schaden den Hühnern nicht immer, da das Immunsystem der Hühner ziemlich gut damit fertig wird. Würmer können durch die Hühner selbst oder verschiedene Wildtiere übertragen werden, aber nicht durch den Kot. Bei einem Befall sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Regelmäßige Entwurmung alle 3-4 Monate und trockene Einstreu sind essenziell.
Kokzidien
Gerade bei sommerlichen Temperaturen kommen auch die Kokzidien so richtig in Fahrt. Über infiziertes Wasser, Futter, Kot oder Einstreu ist flugs ein ganzer Hühnerbestand befallen. Gefährlich werden Kokzidien vor allem für immunologisch naive Tiere, also Jungtiere, deren Immunabwehr noch nicht vollständig entwickelt ist. Betroffene Küken erkennt man daran, dass sie sich plustern, an Durchfall leiden, sterben oder Auseinanderwachsen. Auseinanderwachsen bedeutet, dass Tiere trotz gleichen Alters unterschiedlich groß sind. Sogenannte „Kümmerer“ bleiben kleiner und leichter.
Federlinge
Die hellbraunen Federlinge leben permanent auf den Hühnern und ernähren sich dort vor allem von Hornsubstanzen wie Federbestandteilen und Zellresten. Sie legen ihre Eier in Klumpen rund um die Kloake an die Federkiele ab. Ein Befall mit Federlingen ist für Hühner nur unmittelbar lebensbedrohend. Die Tiere werden aber (durch den Juckreiz) beunruhigt, weshalb mit einem Abfall der Legeleistung zu rechnen ist. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier.
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Kalkbeinmilben
Die klitzekleinen Kalksteinmilben leben permanent in der Epidermis von Beinen und Füßen der Hühner. Zu erkennen sind sie am Juckreiz, der ausgeprägten (verdickten) Hornschuppenbildung (Borkenbildung) und - im fortgeschrittenen Stadium - der Bewegungsstörung. Der Name Kalkbeinmilbe rührt von den weißlichen Ausscheidungen der Milben her. Das auch als Fußräude bezeichnete Krankheitsbild wird von Tier zu Tier übertragen. Bei hartnäckigem Befall sollte eine fachärztliche Behandlung über das Trinkwasser für alle Tiere erfolgen. Denn auch wenn es manchmal nur bei einem Huhn Anzeichen gibt, ist es ein Bestandsproblem und alle sollten behandelt werden. Medikamente sind nur über die Tierärztin bzw.
Rote Vogelmilbe
Kommen wir zur Roten Vogelmilbe, die als bedeutendster Außenschmarotzer für Geflügel weltweit einen zweifelhaften Ruhm genießt. Eigentlich sind sie blass und grau, jedoch nach dem „Saugakt“ rot. Durch den massiven Blutverlust (selten mit Todesfolge), den ein starker Befall mit der Roten Vogelmilbe bringen kann, gelten sie als gefährlich. Deshalb zählt die Rote Vogelmilbe auch als tierschutzrelevant. Das heißt, dass Halter*innen unter Umständen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen müssen, wenn sie nichts dagegen unternehmen. Die Rote Vogelmilbe lebt meist nur temporär auf dem Huhn. Genauer gesagt nachts, um bei ihrer arg- und wehrlosen Beute ungestört Blut saugen zu können. Tagsüber lebt sie in der Umgebung (Stall) und nur bei hochgradigem Befall auch dann auf den Tieren. Wahrscheinlich findet die Rote Vogelmilbe auch in einen perfekt abgedichteten Stall, aber es lohnt sich trotzdem, ihnen möglichst keine Spalten und Ritzen als Einfallstor zu bieten. Eine Behandlung der Roten Vogelmilbe findet entweder direkt am Huhn, aber weitaus häufiger - da sich der Ektoparasit meist nur zeitweise auf dem Körper aufhält - im Umfeld statt. Als besonders wirksam hat sich erwiesen 1. auf ein konstant trockenes - und damit milbenunfreundliches Stallklima zu achten - und 2. Wieder neu entdeckt als ein natürliches Mittel für einen trockenen Stall hat man das Urgesteinsmehl Diabas, das in der traditionellen Landwirtschaft vielerorts Standard war. Kieselgur ist ein biotaugliches ungiftiges Puder auf Silikatbasis, das die Rote Vogelmilbe allein mit ihren biophysikalischen Eigenschaften bekämpft: Letztlich werden die Milben ausgetrocknet und sterben ab. Kieselgur kann trocken ausgebracht werden oder als Kieselgur-Wasser-Gemisch gestrichen oder staubarm aufgesprüht werden. Wichtig ist, den gesamten Stall inklusive aller „Einrichtungsgegenstände“ gründlich zu behandeln: Boden, Wände, Sitzstangen, Legenester, Ritzen, Unterseiten. Bei starkem Befall kann auch das Abflammen der Nester bzw. Ergänzend dazu kann Kieselgur als Zusatz in der Einstreu oder im Staubbad direkt am Tier wirken. Antiparasitikum Fluralaner als Medikament welches zweimalig in das Trinkwasser gegeben wird, ähnlich wie der Zeckenschutz bei Hunden wirkt. Wichtig: richtige Anwendung! Reinigung des Stalls erst ca. 5 Tage nach 2. Gabe!
Hühnerflöhe
Auch für Flöhe sind Hühner sehr anfällig, da sie meist in Populationen leben und engen Kontakt zu ihren Artgenossen haben. Hühnerflöhe sind sehr hartnäckig und vermehren sich rasant. Ein einzelnes Weibchen legt bis zu 50 Eier am Tag. Während die ausgewachsenen Flöhe sich von dem Blut des Wirtes ernähren, nutzen Larven oder frisch geschlüpfte Tiere den getrockneten Kot erwachsener Hühnerflöhe. Allerdings können Flöhe auch eine längere Zeit ohne Wirt überleben. Dabei sind die Hühner- bzw. Hühnerflöhe werden meist durch Kontakt zu anderen infizierten Tieren übertragen. Auch Wildvögel können die lästigen Ektoparasiten verbreiten. Sie werden aber auch durch CO2 Ausstoß beim Atmen, Körperwärme und natürlich durch Bewegung angelockt. Die meisten Flöhe, ob im Larvenstadium, als Floheier oder ausgewachsene Tiere, finden sich im Einstreu, Nistmaterial und an Schlafplätzen von Hühnern wieder. Zwar ist ein massenhafter Flohbefall bei Hühnern heute eher selten geworden, nichtsdestotrotz können die Quälgeister für die Tiere sehr unangenehm werden. Hühnerflöhe kann man manchmal sogar mit bloßem Auge erkennen. Die hüpfenden Parasiten sind jedoch sehr flink und schwer zu fassen. Die lästigen Parasiten sind sehr hartnäckige Zeitgenossen. Eine effektive Bekämpfung von Hühnerflöhen kostet jede Menge Zeit und Energie. Sind die Hühner erst einmal befallen, müssen sowohl die Tiere als auch der Stall und Gehege gründlich behandelt werden. Um den Hühnerstall von Flöhen zu befreien, sollte auch hier ein Bunsen- oder Gasbrenner eingesetzt werden. Die Eier werden so auch an schwer zugänglichen Stellen wie Ritzen oder Spalten effektiv vernichtet. Auch die Einstreu sollte verbrannt werden. Neben der Gehegereinigung müssen auch die Tiere behandelt werden.
Auswirkungen von Parasiten auf die Gesundheit von Hühnern
Ein Befall mit Parasiten kann verschiedene gesundheitliche Probleme bei Hühnern verursachen, darunter:
- Müdigkeit und Blässe: Ektoparasiten, die Blut saugen, können zu Blutverlust und Anämie führen, was sich in Müdigkeit und blasser Haut (Kamm, Haut) äußert.
- Unruhe und Leistungsminderung: Parasiten können Juckreiz und Unbehagen verursachen, was zu Unruhe und einer verminderten Legeleistung führt.
- Gefiederschäden: Federlinge ernähren sich von Federn und können so das Gefieder der Hühner schädigen.
- Bewegungsstörungen: Kalkbeinmilben können zu Entzündungen und Schwellungen an den Füßen führen, was die Bewegungsfähigkeit der Hühner einschränkt.
- Tod: Ein starker Befall mit bestimmten Parasiten, wie z. B. der Roten Vogelmilbe, kann zu massivem Blutverlust und im schlimmsten Fall zum Tod der Hühner führen.
Toxoplasmose: Ein Parasit im Gehirn?
Neben den üblichen Hühnerparasiten gibt es auch den Einzeller Toxoplasma gondii, der möglicherweise das Gehirn beeinflussen und anfälliger für neuropsychiatrische Störungen machen kann.
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Was ist Toxoplasmose?
Machen wir es kurz und schmerzlos: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Sie einen Parasiten in Ihrem Gehirn haben. Unauffällig ist er in Ihren Körper gelangt und versteckt sich nun unter anderem in Ihren Nervenzellen. Der Eindringling, Toxoplasma gondii, dürfte vielen Eltern ein Begriff sein - wenn Schwangere sich anstecken, birgt das Gefahren für das ungeborene Kind. Eine Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine Fehlgeburt oder Missbildungen bedingen. Tritt sie später auf, führt das bei manchen Kindern zu Folgeschäden wie Taubheit oder Epilepsie. Gefährlich ist der Erreger auch für Menschen mit Immunschwäche, etwa Aids.
Daneben kann der Einzeller eine latente Erkrankung auslösen. Quasi unbemerkt dringt er dabei ins zentrale Nervensystem ein und überdauert im Anschluss dort jahrzehntelang. Langsam mehren sich Hinweise darauf, dass er selbst in dieser ruhenden Form alles andere als harmlos ist. Vermutlich kann er sogar dauerhaft das Verhalten, das Denken und die Persönlichkeit seines Wirts verändern.
T. gondii ist einer der erfolgreichsten Parasiten weltweit. Aktuellen Schätzungen zufolge trägt knapp ein Drittel der Menschheit den Mikroorganismus in sich. In manchen Regionen Afrikas sind es bis zu 90 Prozent der Bevölkerung, in Brasilien 80 Prozent und in Deutschland immerhin rund 50 Prozent. Die meisten Menschen bemerken die Infektion gar nicht. Nur bei einem von zehn treten unspezifische Beschwerden wie leichtes Fieber, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf.
Wie infiziert man sich mit Toxoplasmose?
Der Mensch ist für den Parasiten ein Zwischenwirt. Vorrangig befällt T. gondii verschiedene Katzenspezies - nur in ihnen kann er sich geschlechtlich vermehren und seinen Lebenszyklus vollenden. Stubentiger scheiden nach der Ansteckung ein bis drei Wochen lang Parasiteneier aus, manche Wildkatzen tun dies ihr Leben lang. Sobald diese in die Umwelt gelangen, reifen sie aus, verteilen ihre Sporen und verunreinigen damit Wasserquellen, Boden und Feldfrüchte. Neben Menschen befallen die Parasiten unter anderem Nagetiere, Hühner, Schweine und Rinder. Nicht durcherhitztes Fleisch dieser Tiere stellt für uns eine weitere Infektionsquelle dar. Hier zu Lande geht vermutlich sogar ein Großteil der Ansteckungen auf den Konsum von kontaminiertem Rohfleisch zurück.
Wie gelangt Toxoplasma ins Gehirn?
Vom Magen-Darm-Trakt aus gelangt der Schmarotzer bis in unser Gehirn - und das, obwohl das Organ durch die Blut-Hirn-Schranke vor Krankheitserregern geschützt wird. Wie T. gondii das gelingt, ist noch unklar. Eine Theorie ist, dass er sich im Inneren von Immunzellen ins zentrale Nervensystem einschleust. Durch die Infektion werden sie beweglicher, und das befähigt sie mitunter, die Endothelzellschicht der Schutzbarriere zu durchwandern. Sind die Parasiten erst einmal im Gehirn angelangt, nisten sie sich in Neuronen und Gliazellen ein. Untersuchungen von verstorbenen Tieren und Menschen haben gezeigt, dass sie in fast allen Hirnregionen vorkommen können. Vor allem findet man sie in der Amygdala, dem Thalamus, dem Striatum, dem Hippocampus, dem Kleinhirn sowie in der Großhirnrinde.
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Kann Toxoplasmose das Verhalten beeinflussen?
Offenbar kann T. gondii seinen Zwischenwirt zu seinen Gunsten manipulieren. Sein Ziel: Dieser soll sich möglichst von einer Katze fressen lassen. Den Mechanismus haben Fachleute ausgiebig an Nagetieren untersucht. Infizierte Tiere wirken äußerlich gesund und fit. Sie verhalten sich jedoch anders als ihre nicht infizierten Artgenossen. Ein Team um Manuel Berdoy von der University of Oxford wies im Jahr 2000 die so genannte Fatal Feline Attraction bei Ratten nach. 23 Labornager, die mit T. gondii angesteckt worden waren (und daraufhin entsprechende Antikörper im Blutserum gebildet hatten), zeigten keine Scheu gegenüber dem Geruch von Katzenurin. Einige Tiere schien der Duft nun sogar anzuziehen. Die 32 Kontrolltiere verhielten sich normal; sie bevorzugten jene Ecken eines Labyrinths, in denen ihr eigener Körpergeruch vorherrschte. Dem Katzenurin blieben sie tunlichst fern. Gegenüber Hasenurin verhielten sich beide Gruppen gleich.
In weiteren Studien stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest, dass Ratten und Mäuse mit Toxoplasmose aktiver waren als nicht infizierte Tiere. Sie hatten zudem weniger Angst vor neuen Reizen, reagierten langsamer und hielten sich lieber in offenem Gelände auf. All diese Verhaltensweisen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sie einer Katze zum Opfer fallen.
2011 berichtete eine Arbeitsgruppe um den Parasitologen Jaroslav Flegr von der Karls-Universität Prag über eine Form der Fatal Feline Attraction bei Menschen. Die Forscherinnen und Forscher hielten 168 Freiwilligen mehrere Geruchsproben unter die Nase: Urin von Katzen, Pferden, Tigern, Hyänen und Hunden. Die 15 positiv auf Toxoplasmose getesteten Männer empfanden den Katzenurinduft im Schnitt als angenehmer, die 17 toxoplasmapositiven Frauen dagegen als unangenehmer. Wie die Geschlechterunterschiede zu Stande kamen, klärte die Arbeit nicht. Sie ließ zudem offen, ob der Parasit Menschen gezielt manipuliert oder ob es sich um einen Nebeneffekt der Infektion handelt.
Die Verhaltensbiologin Clémence Poirotte vom Centre d'Ecologie Fonctionnelle et Evolutive in Montpellier interessierte sich ebenfalls für die Fatal Feline Attraction. Mit ihrem Team untersuchte sie 2016 das Phänomen bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich, den Schimpansen. Deren einziger Fressfeind ist der Leopard. 9 Affen, die positiv auf Toxoplasma getestet worden waren, näherten sich in Experimenten dem Urin der Großkatze viel häufiger als ihre 24 nicht infizierten Artgenossen. Der Effekt blieb bei Urinproben von Tigern und Löwen aus - diese kommen, im Gegensatz zu Leoparden, nicht im natürlichen Lebensraum der Schimpansen vor. Poirotte schlussfolgerte, dass es sich bei der Fatal Feline Attraction beim Menschen um ein evolutionäres Überbleibsel aus einer Zeit handeln könnte, als unsere Vorfahren noch von Angehörigen der Katzenfamilie gejagt wurden.
Inzwischen gibt es hunderte wissenschaftliche Arbeiten über den Einfluss von T. gondii auf menschliches Verhalten und Denken. Dennoch lassen die gesammelten Daten kaum eindeutige Aussagen zu. Mehrere Faktoren erschweren die Forschung. Zum einen verbietet es die Ethik, Menschen gezielt mit einem nicht behandelbaren Parasiten zu infizieren. Fachleute sind daher auf serologische Untersuchungen angewiesen, die zeigen, welche Testpersonen Antikörper gegen T. gondii gebildet haben - sich also bereits infiziert haben. Sie vergleichen dann das Verhalten von seropositiven und seronegativen Menschen. Solche Versuche liefern nur Korrelationen; aus den Ergebnissen kann man keine Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen ziehen. Des Weiteren kommen verschiedene Arbeitsgruppen häufig zu widersprüchlichen Schlussfolgerungen. Wie und ob sich eine Infektion bemerkbar macht, scheint sich von Person zu Person zu unterscheiden.
Einige Arbeiten fanden Hinweise darauf, dass eine latente Toxoplasmose die Mimik und Gestik verlangsamt. Betroffenen falle es zudem schwerer, sich zu konzentrieren. Der Parasit könnte auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen, wie eine Arbeitsgruppe um Thomas Cook von der Mercyhurst University in Erie 2015 zeigte. Seropositive Frauen, die an der Untersuchung teilnahmen, waren nach eigener Aussage aggressiver als nicht infizierte Personen. Männer beschrieben sich hingegen im Vergleich als impulsiver.
Ergebnisse einer 2019 veröffentlichten Studie geben Hinweise darauf, dass eine Infektion mit T. gondii risikofreudiger macht. Forschende um Mieszko Olczak von der Medizinischen Universität Warschau untersuchten das Gehirn von 97 Männern, die mit durchschnittlich 49 Jahren verstorben waren. 42 der Personen waren durch besonders riskantes, unvernünftiges Verhalten zu Tode gekommen - die meisten hatten einen Verkehrsunfall verursacht. Bei ihnen fanden die Forscher häufiger Parasiten-DNA als bei jenen, deren Tod nicht im Zusammenhang mit waghalsigen Aktionen stand. Auf Grund ihrer Befunde empfahlen die Autoren sogar Toxoplasmose-Screenings für Piloten, Fluglotsen und Berufskraftfahrer.
In einer aktuellen Studie werteten Arjen Sutterland und seine Kollegen von der Universität Amsterdam 24 Arbeiten über den Zusammenhang zwischen T. gondii und unnatürlichen Toden aus. Ihrer Analyse zufolge könnten bis zu 17 Prozent der Verkehrsunfälle und 10 Prozent aller Suizidversuche auf das Konto des Parasiten gehen. Die Autoren merken jedoch an, dass die meisten Arbeiten den Einfluss der Lebensumstände nicht miteinbezogen hatten. Menschen aus ärmeren Haushalten kommen nämlich häufiger durch Unfall und Suizid ums Leben und infizieren sich zugleich eher mit T. gondii. Es sei also nicht auszuschließen, dass es sich um Scheinkorrelationen handelt.
Toxoplasmose und psychische Erkrankungen
Die erste Studie zum Thema erschien 1953 und befasste sich mit einem gesteigerten Schizophrenierisiko infolge der Infektion. Mittlerweile untermauern zahlreiche Arbeiten diesen Zusammenhang. So erkranken Menschen, die T. gondii in sich tragen, fast dreimal so häufig an der psychischen Störung. Eine Hochrechnung des Epidemiologen Gary Smith von der University of Pennsylvania führt knapp 21 Prozent der Fälle auf den Parasiten zurück. Ob Katzenhalter häufiger betroffen sind, wird kontrovers diskutiert.
Für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Toxoplasmose spricht, dass die Infektion häufig dem Krankheitsausbruch vorangeht. Das zeigte 2008 ein Team um David Niebuhr von der Uniformed Services University in Bethesda mit einer Langzeitstudie. Auch das Ausmaß beobachteter Hirnveränderungen deutet auf einen Einfluss von T. gondii hin. Forscherinnen und Forscher um Jiri Horacek von der Karls-Universität Prag verglichen im Jahr 2012 MRT-Aufnahmen von 44 Schizophrenen mit denen von 56 Kontrollprobanden. In mehreren Regionen zeigten Erstere weniger graue Substanz. Die 12 Patienten, die Antikörper gegen Toxoplasma im Blut hatten, wiesen im Schnitt noch stärkere Veränderungen auf.
Eine Toxoplasmose wirkt sich etwa auf die Konzentration von Signalmolekülen im Gehirn aus. Sie erhöht zum Beispiel den Dopaminspiegel im zentralen Nervensystem. T. gondii stellt nämlich ein Enzym namens Tyrosin-Hydroxylase her, das an der Produktion des Neurotransmitters mitwirkt, und scheidet es innerhalb der durch ihn entstandenen Gehirnzysten aus. Bei Menschen mit Schizophrenie findet man ebenfalls ein Zuviel des Stoffs im Zentralnervensystem; bei der Behandlung psychotischer Symptome kommen unter anderem Medikamente zum Einsatz, die den Dopaminsignalweg hemmen.
Darüber hinaus senkt die Infektion die Konzentration von Serotonin und erhöht den Testosteronspiegel. Ansammlungen der Aminosäure Kynurenin haben Fachleute sowohl im Gehirn von Toxoplasma-positiven Nagetieren als auch in denen von Menschen mit Schizophrenie nachgewiesen. Ein Stoffwechselprodukt dieses Moleküls verhindert die Neurotransmitterausschüttung am synaptischen Spalt.
Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine Verbindung zur bipolaren Störung: Bei Betroffenen lässt sich überdurchschnittlich oft eine T.-gondii-Infektion nachweisen, wie João Luís Vieira Monteiro de Barros vom College of Idaho 2017 in einer Übersichtsarbeit feststellte. Einige Untersuchungen weisen auf einen möglichen Kausalzusammenhang hin. So stehen Entzündungsreaktionen, die infolge der Erkrankung auftreten, im Verdacht, die psychischen Beschwerden aufflammen zu lassen. Aktivierte Immunzellen im Gehirn können das Organ schädigen und so psychotischen Zuständen oder affektiven Störungen den Weg bereiten.
Einen ähnlichen Mechanismus vermutet man bei Depression. Es gibt Hinweise darauf, dass Entzündungsprozesse an ihrer Entstehung beteiligt ist - als mögliche Auslöser wurden bereits verschiedene Krankheitserreger ins Visier genommen, etwa Chlamydien und Herpesviren. Ein Team um Tooran Naye-ri Chegeni vom Toxoplasmosis Research Center im Iran analysierte 2019 die bisher veröffentlichten Studien zu T. gondii, fand allerdings keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Depression und Antikörpern gegen den Parasiten im Blutserum.
Der Mikrobentheorie geht man auch schon seit Längerem bei neurodegenerativen Erkrankungen nach. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die einen möglichen Zusammenhang zwischen T. gondii und Parkinson sowie Alzheimer untersuchten, kamen bisher zu gemischten Schlussfolgerungen. Eine Arbeitsgruppe um Masomeh Bayani von der Babol University of Medical Sciences im Iran hat 2019 die vorliegenden Studien zu dem Thema neu ausgewertet und systematisch zusammengefasst. Sie fand zwar keinen Anhaltspunkt für einen Zusammenhang mit Parkinson, aber manches deutete auf eine Verbindung zu Alzheimer hin. Laut der Studienautorin braucht es weitere Untersuchungen, um eine eindeutige Aussage treffen zu können.
Vorbeugung und Behandlung von Hühnerparasiten
Hühner-Halterinnen (und die geplagten Hühner) müssen angesichts von Parasiten wie Würmern, Milben und Flöhen nicht verzweifeln. Gegen alles ist ein Kraut gewachsen bzw. gibt es medizinische Behandlungsmöglichkeiten durch Tierärztinnen. Aber auch du kannst bereits viel bewirken und deine Hühner vor größerem Leid schützen: Durch das Wissen um typische Symptome oder Stallchecks von Kotproben lässt sich der Parasitenbefall frühzeitig erkennen.
Gezielte Hygienemaßnahmen und ein trockenes, „unfreundliches“ Stallklima helfen vorzubeugen bzw. einen Befall einzudämmen. Ebenso wirksam sind natürliche und freiverkäufliche Mittel wie Kieselgur oder Diabas. Fragen über Fragen? Regelmäßige Kotuntersuchungen, Entwurmung alle 3-4 Monate und trockene Einstreu sind essenziell.
Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Hühnerparasiten:
- Regelmäßige Stallreinigung: Reinigen und desinfizieren Sie den Hühnerstall regelmäßig, um die Ausbreitung von Parasiten zu verhindern.
- Trockene Einstreu: Verwenden Sie trockene Einstreu, da feuchte Einstreu ein idealer Nährboden für Parasiten ist.
- Sandbad: Stellen Sie den Hühnern ein Sandbad zur Verfügung, da dies ihnen hilft, Parasiten aus ihrem Gefieder zu entfernen.
- Natürliche Mittel: Verwenden Sie natürliche Mittel wie Kieselgur oder Diabas, um Parasiten abzuwehren.
- Tierärztliche Behandlung: Konsultieren Sie einen Tierarzt, um eine Diagnose zu erhalten und geeignete Medikamente gegen Parasiten zu erhalten.