Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, von der etwa 20 Prozent der Frauen betroffen sind. Die Ursachen sind noch nicht abschließend erforscht, jedoch spielen hormonelle Faktoren eine wesentliche Rolle. Besonders in der Perimenopause, der Zeit vor der letzten Regelblutung, kann sich die Migräne bei etwa jeder zweiten Frau verschlimmern.
Hormonelle Einflüsse auf Migräne
Ein sinkender Östrogenspiegel in der Perimenopause kann zu einem verminderten Serotoninspiegel führen, einem zentralen Neurotransmitter in der körpereigenen Schmerzhemmung. Auch die Bildung des Botenstoffs Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP), der bei Migräne eine Schlüsselrolle spielt, scheint durch hormonelle Einflüsse gesteuert zu werden.
Eine Hormonersatztherapie zur Anhebung des Östrogenspiegels kann die Migräne lindern, muss jedoch sorgfältig abgewogen werden, da sie auch Risiken birgt, wie z.B. ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.
Alternative Behandlungsansätze
Neben der Hormonersatztherapie gibt es zahlreiche andere Behandlungsansätze für Migräne. Dazu zählen:
- Entspannungsverfahren: Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder achtsamkeitsbasierte Programme wie MBSR.
- Ausdauersport: Regelmäßiger Ausdauersport, beispielsweise dreimal wöchentlich Joggen, wirkt nachweislich günstig.
- Stressmanagement: Da sich im Alter bei Frauen oft Belastungen häufen, ist Stressmanagement wichtig. Häufige Migräneanfälle wirken sich auf das soziale Leben und den Arbeitsplatz aus.
- Medikamentöse Behandlung: Es gibt neue und spezifische Therapien, die sehr gut helfen, sowohl bei der Prophylaxe als auch im akuten Fall. Erster Anlaufpunkt ist dabei der Hausarzt.
- Magnesium als Prophylaxe: Migräne-Patienten können Magnesium als Prophylaxe ausprobieren und testen, ob die Vermeidung einzelner Nahrungsmittel hilft.
Die Bedeutung eines stabilen Alltags
Migräne-Patienten brauchen Stabilität, auch in ihrem Alltagsablauf. Viel Wasser trinken, Bewegung, regelmäßiger Schlaf sind wichtig.
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Homöopathie bei Migräne
Homöopathie ist eine alternative Behandlungsmethode, die auf dem Ähnlichkeitsprinzip basiert. Das bedeutet, dass ein Mittel eingesetzt wird, das ähnliche Symptome hervorrufen kann wie die Krankheit selbst.
Sulfur als homöopathisches Mittel
Sulfur (Schwefel) ist ein homöopathisches Arzneimittel, das bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt wird, darunter auch Migräne. Es eignet sich bei akuten Beschwerden, die also noch nicht lange bestehen, zur Selbstbehandlung bei Personen aller Altersstufen. Sulfur wirkt auf den gesamten Organismus, jedoch sind seine Wirkungen auf die Haut, den Verdauungstrakt und die Venen (venöses System) am stärksten und daher hat Sulfur auch in diesen Organsystemen seine Hauptanwendungsgebiete.
Leitsymptome für Sulfur:
- Schwindel auf hohen Plätzen oder beim Gehen über Brücken
- Erkrankungen, die nie völlig verschwinden oder immer wiederkehren (rezidivierend)
- Schwacher Rücken, sodass die betreffende Person nicht gerade sitzen oder lange stehen kann
- Rote und juckende Hautausschläge
- Rötungen an Körperöffnungen, vor allem am After, die dort oft mit Juckreiz auftritt
- Stinkender Stuhl und stinkende Flatulenzen
Charaktermerkmale der Sulfur-Persönlichkeit:
- Chaotisch, faul und unordentlich
- Abneigung gegen Waschen und Baden
- Immense Empfindlichkeit gegen schlechte Gerüche
- Starker Materialismus und Besitzorientierung
- Egoistisch, besitzorientiert
- Dominant und einschüchternd
- Neugierig, intellektuell
- Philosoph, Besserwisser
Verbesserung der Beschwerden:
- Frische oder kühle Luft
- Bewegung
- Schwitzen
Verschlechterung der Beschwerden:
- Baden und feuchte Anwendungen
- Hitze und Bettwärme
- Zugluft
- Winter
- Nach zu langem Schlaf
Dosierung und Anwendung:
Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen. Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen gibt- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
Ähnliche homöopathische Mittel
Neben Sulfur gibt es weitere homöopathische Mittel, die bei Migräne in Frage kommen können, wie z.B. Arsenicum album, Sepia officinalis und Thuja occidentalis. Die Wahl des richtigen Mittels hängt von den individuellen Symptomen und der Persönlichkeit des Patienten ab.
- Arsenicum album: Ähnlich wie Sulfur bei Allergien, Asthma, Ekzemen und Durchfall angewandt. Der Arsenicum album-Patient hat genau wie der Sulfur-Patient Furcht vor Krankheit, darüber hinaus gehört zu Arsenicum album die panische Angst, wenn Symptome auftreten. Auch die Angst um andere Personen gehört sowohl zu Sulfur als auch zu Arsenicum album.
- Sepia officinalis: Die typische Sepia-Person ist überlastet durch alltägliche Pflichten, ist perfekt und pedantisch, opfert sich auf und fühlt sich dann aber ausgenutzt. Zudem ist sie unzufrieden und nörglerisch, reizbar und streitsüchtig. Sie sieht oft nur das Negative, empfindet Ekel, genau wie Sulfur, bekommt grundlose Wutanfälle, schreit vor Wut und wird zornig durch Widerspruch.
- Thuja occidentalis: Ebenso wie Sulfur indiziert bei Allergien, Asthma und Arthritis. Ekzeme, Konjunktivitis und Kopfschmerzen sind auch wie bei Sulfur typisch für Thuja occidentalis. Der Thuja occidentalis-Patient kann nicht vor 01.00 Uhr einschlafen, schläft mit den Armen über dem Kopf, erwacht schreiend um 03.00-04.00 Uhr und träumt zu fallen oder von Toten und hat anhaltende Angst durch Träume.
Kritische Betrachtung der Homöopathie
Es gibt auch kritische Stimmen zur Homöopathie. So hat eine Meta-Analyse australischer Mediziner 234 Studien zur Wirksamkeit von Homöopathie angesehen und festgestellt, dass Homöopathie bei zahlreichen Krankheiten (etwa Asthma, Angststörungen, Migräne, Durchfall bei Kindern, Erkältungen, Warzen) nicht wirksamer ist als ein Placebo. Sämtliche untersuchten Studien, die der Homöopathie eine gewisse Wirksamkeit nachweisen wollten, waren nicht nach allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Grundsätzen geplant oder durchgeführt.
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Weitere Faktoren, die Migräne beeinflussen können
Neben hormonellen Faktoren und Stress können auch andere Faktoren Migräne beeinflussen, wie z.B.:
- Ernährung: Nahrungsmittelunverträglichkeiten können eine Rolle spielen.
- Umweltfaktoren: Schadstoffe im Trinkwasser oder in der Luft können Migräne begünstigen.
- Schlaf: Regelmäßiger Schlaf ist wichtig, sowohl zu viel als auch zu wenig Schlaf können Migräne auslösen.
Die Bedeutung von sauberem Trinkwasser
Sauberes Trinkwasser ist für die Gesundheit von großer Bedeutung. Schadstoffe im Trinkwasser können verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen, darunter auch Migräne.
Schadstoffe im Trinkwasser
Einige Schadstoffe, die im Trinkwasser vorkommen können, sind:
- Blei: Die giftige Wirkung von Blei ist medizinisch/toxikologisch hinlänglich bekannt. Aufnahme kleiner Bleimengen kann zu Immunsystems, Leber- und Nierenschäden führen.
- Kupfer: Kupfer ist inzwischen das Rohrmaterial der Wahl.
- Asbest: Der Zusammenhang von eingeatmeten Asbestfasern und Krebs ist unstrittig.
- Arzneimittel: Viele Arzneimittelwirkstoffe tauchen bundesweit im Trinkwasser auf.
Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um die Trinkwasserqualität zu verbessern:
- Wasser ablaufen lassen: Bis heute wird immer noch empfohlen, das Wasser vor Entnahme ablaufen zu lassen.
- Wasserfilter: Ein Filter muß das Wasser qualitativ verbessern. Die enthaltenen Schadstoffe sollten möglichst vollständig entfernt werden. Der Filter selbst sollte keine Schadstoffe an das Wasser abgeben und selbst nicht verkeimen oder verpilzen.
- Destillation: Bei der Destillation wird das Wasser abgekocht und der Wasserdampf wieder zu Wasser abgekühlt (kondensiert). Das Wasser wird dabei von einem Teil der Schadstoffe befreit.
- Umkehrosmose: Ein weiteres System ist das in den USA sehr gängige System der Umkehrosmose.
Energetisierung des Wassers
In der naturheilkundlichen Behandlung ist energiereiches Wasser absolut unverzichtbar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wasser energetisch aufzuwerten, z.B. durch japanische Keramiken oder die "Seimeiba" Lebensenergiekeramik.
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Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen
Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und stellen für die Betroffenen und deren Umfeld eine enorme Belastung im Alltag dar. Insbesondere wenn ein Therapieerfolg ausbleibt und sich die Symptome chronifizieren, bedarf es einer intensiven, multi-professionellen Behandlung in einem spezialisierten Zentrum. Abhängigkeitserkrankungen sollten die Betroffenen eine stationäre Therapie dahingehend nutzen, Abstand zu bekommen, um einmal genauer hinzusehen und ihre Gefühlswelt näher kennenzulernen, um sich dann drei - entscheidende - Fragen ehrlich zu beantworten:
- Was hat mir meine Sucht gebracht? Welche sind die positiven Aspekte?
- In welchen Lebensbereichen hat mir meine Sucht schon geschadet?
- Was muss ich ändern, damit es mir auch ohne meinen favorisierten Suchtstoff wieder gut geht?
Spielsucht, Internetsucht, Kaufsucht und Sexsucht („Hypersexualität“), die wir ebenfalls in unserer Oberberg Fachklinik behandeln, sind nicht stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen - aber das macht diese Erkrankungen nicht weniger problematisch für die Betroffenen einerseits und ihre Lebenspartner und Familien andererseits. Denn die Wirkung dieser Süchte auf die Konsumenten ist im Prinzip dieselbe wie die Wirkungsweise von Drogen oder Alkohol.
Shared Decision Making
Die Grundlage ihrer Behandlung in unserer Klinik basiert auf dem Konzept des Shared Decision Making. Shared Decision Making (SDM) ist ein Ansatz im Gesundheitswesen, bei dem Patienten und ihre Ärzte gemeinsam Entscheidungen über die Behandlung treffen. Dieser Ansatz basiert auf der Anerkennung, dass Patienten einzigartige Bedürfnisse, Werte und Präferenzen haben, die bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten.