Hydrojet-Therapie bei Epilepsie: Ein umfassender Überblick

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Die Anfallsauslöser und Probleme mit Medikamenten können im Alltag und besonders im Urlaub eine Herausforderung darstellen. Eine gute Planung und das Wissen um geeignete Therapieformen sind daher entscheidend. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten der Hydrojet-Therapie im Kontext von Epilepsie und gibt einen Einblick in weitere rehabilitative Maßnahmen, die das Wohlbefinden steigern können.

Einführung

Die Rehabilitation von Menschen mit Epilepsie umfasst verschiedene Bereiche, die darauf abzielen, die Lebensqualität zu verbessern und die Selbstständigkeit zu fördern. Neben der medikamentösen Behandlung spielen auch physikalische Therapien, Entspannungstechniken und psychologische Unterstützung eine wichtige Rolle. Die Hydrojet-Therapie ist eine solche physikalische Therapie, die Entspannung und Schmerzlinderung verspricht.

Was ist Hydrojet?

Bei einer Hydrojet-Massage wird erwärmtes Wasser mit Druck in gleichmäßigen Bewegungen gegen die Unterseite einer Kautschuk-Liegefläche gesprudelt. Dies massiert den Körper von Kopf bis Fuß. Die Hydrojet-Behandlung wird von den allermeisten Patienten als eine besonders angenehme und wohltuende Therapieoption empfunden. Man taucht ein in ein Meer aus Wohlbefinden und lässt sich je nach Wunsch von sanften bis intensiven Wasserstrahlen in Verbindung mit integrierten Lichtanwendungen und Sound verwöhnen, um so den Körper zu revitalisieren. Die Kombination aus warmem Wasser und massierenden Wasserstrahlen schafft ein Gefühl von Leichtigkeit und Entspannung, ohne dass man dabei nass wird.

Wirkungsweise der Hydrojet-Therapie

Die wohltuende Wärme in Kombination mit einer sanften Druckmassage wirkt entspannend und regenerierend auf den Körper. Die sanfte Therapie wirkt ausgleichend für körperliche Beschwerden und fördert gleichzeitig den Stressabbau. Nicht selten setzt während der Behandlung eine Tiefenentspannung ein, die das gesamte Nervensystem herunterfahren lässt.

Die Hydromassage nutzt Wärme und Wasserkraft für eine entspannende Ganz- oder Teilkörpermassage. Warme Wasserstrahlen treffen in gleichmäßigen Bewegungen auf die Unterseite der weichen Liegefläche aus Naturkautschuk und massieren den Körper von Kopf bis Fuß, während man fast schwerelos auf der trockenen Wasseroberfläche schwebt. Die wohltuende Wärme und die sanften Kreise des Wassers aktivieren die tieferen Gewebeschichten, fördern die Durchblutung und lockern die gesamte Muskulatur.

Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?

Hydrojet bei Epilepsie: Nutzen und Risiken

Die Hydrojetbehandlung eignet sich insbesondere, um stressbedingte Beschwerden zu lösen und den Körper gezielt zu entspannen. Stress ist ein bekannter Auslöser für epileptische Anfälle. Durch die entspannende Wirkung der Hydrojet-Therapie kann Stress reduziert und somit potenziell die Anfallshäufigkeit verringert werden.

Allerdings ist bei Epilepsie Vorsicht geboten. Die Hydrojetmassage ist für Schwangere nur bedingt geeignet, da sich die Massage und die Wärme auf den Kreislauf und den Blutdruck auswirken können. Obgleich es dazu keine expliziten Studien gibt, sollte man vorab mit dem behandelnden Arzt sprechen, ob eine alternative Entspannungstechnik sinnvoller ist. Bei Epilepsie ist Aqua-Gymnastik nicht geeignet. Es ist wichtig, die individuellen Risiken und Kontraindikationen abzuklären, bevor man mit der Therapie beginnt.

Weitere Therapieansätze bei Epilepsie

Neben der Hydrojet-Therapie gibt es eine Vielzahl weiterer Therapieansätze, die bei Epilepsie eingesetzt werden können. Diese umfassen:

Ärztlicher Dienst

Eine vertrauensvolle ärztliche Betreuung spielt eine zentrale Rolle. Regelmäßige Visiten und die ständige Anwesenheit eines Bereitschaftsarztes gewährleisten eine umfassende medizinische Versorgung.

Pflegedienst

Das Pflegeteam steht rund um die Uhr zur Verfügung und unterstützt bei der Medikamenteneinnahme, der Wundversorgung und der Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker. Ziel ist es, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Patienten zu fördern.

Lesen Sie auch: Cortison-Therapie bei Epilepsie im Detail

Sport- und Bewegungstherapie

Bewegung und Sport sind ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation. Ein Expertenteam erstellt einen persönlichen Trainingsplan, der auf den individuellen Gesundheitszustand und die Belastbarkeit abgestimmt ist. Zum Angebot gehören Ausdauertraining, Herz-Kreislauf-Gymnastik, Terraintraining, Muskelaufbautraining und spezifische Therapien bei Herzschwäche und Durchblutungsstörungen.

Physiotherapie

Nach einer Operation oder bei längerer Krankheit kann es zu körperlicher Schwäche und Einschränkungen der Mobilität kommen. Das physiotherapeutische Team hilft, Schmerzfreiheit, bestmögliche Beweglichkeit und Bewegungskontrolle zu erlangen. Zum Einsatz kommen manuelle Lymphdrainage, manuelle Therapie, Atemtherapie, Treppentraining und Gangschulung.

Ergotherapie

Ergotherapeuten unterstützen und begleiten Patienten dabei, gewohnte Sicherheit und Fähigkeiten wiederzuentwickeln und eine möglichst ungehinderte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Für Berufstätige wird ein besonderes Arbeitsplatztraining angeboten.

Ernährungstherapie

Eine herzgesunde Ernährung ist ein wichtiger Baustein der Rehabilitation. Ernährungstherapeuten informieren in Vorträgen und Seminaren über gesunde Ernährung und bieten individuelle Ernährungsberatungen an. In Lehrküchen können die Patienten unter fachlicher Anleitung herzgesunde Speisen zubereiten.

Psychologischer Dienst

Die psychologische Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Psychologen unterstützen die Patienten bei der Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen ihrer Erkrankung und bei der Bewältigung ihrer neuen Lebenssituation. Es werden Einzel- und Gruppengespräche, Seminare zu den Themen Krankheits- und Stressbewältigung, Nichtrauchertraining und Entspannungstraining angeboten.

Lesen Sie auch: Ein umfassender Leitfaden zur idiopathischen generalisierten Epilepsie

Sozialdienst

Der soziale Dienst bietet im Rahmen des Entlassmanagements unterstützende Begleitung an. Themen können hier u.a. sein: Allgemeine Unterstützung bei Fragen zum Reha-Ablauf, Beratung zu sozialrechtlichen Fragen, Beratung zur beruflichen Wiedereingliederung/berufsfördernde Maßnahmen, Beratung zu Renten-/Pflegeversicherung und Vermittlung an Selbsthilfe-Gruppen.

Massagen

Massagen sind, vor allem im Wellnessbereich der Inbegriff von Erholsamkeit. Dabei können sie sich bei fachgerechter Anwendung positiv auf Körper, Geist und Seele auswirken. Allerdings müssen entspannende Massagen nicht zwingend zum ganzheitlichen Wohlbefinden beitragen. Im Gegenteil, es gibt genauso Situationen, in denen Nebenwirkungen in Erscheinung treten.

Wichtige Hinweise für Menschen mit Epilepsie

  • Planung ist entscheidend: Gute Planung eines Urlaubs bzw. einer Reise und eine gezielte Auswahl des Urlaubsorts und der Aktivitäten im Urlaub können bekannte Anfallsauslöser vermeiden.

  • Neurologie-Termin: Menschen mit Epilepsie sollten rechtzeitig vor dem Urlaub bzw. der Reise einen Neurologie-Termin vereinbaren und dort z.B. abklären, ob die nötigen Reiseimpfungen erforderlich sind.

  • Flugtauglichkeitsbescheinigung: Eine ärztliche Flugtauglichkeitsbescheinigung (MEDA-Formular oder MEDIF-Formular der Fluggesellschaft) und ggf. ein Attest für den Reiseanbieter bzw. die Fluggesellschaft sind wichtig.

  • Medikamente: Medikamente immer in der Originalverpackung mitnehmen, wegen Zollkontrollen und um ggf. Krankenversicherungsschutz im Ausland zu gewährleisten.

  • Reiserücktrittsversicherung: Je nach Anfallsart und -häufigkeit kann eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll sein.

  • Medizinische Versorgung: Menschen mit erhöhter Anfallswahrscheinlichkeit sollten klären, ob nötige medizinische Versorgung am Urlaubsort gewährleistet ist.

  • Internationaler Epilepsie Notfallausweis (IENA): Bei Epilepsie ist es gut, den Internationalen Epilepsie Notfallausweis (IENA) mitzunehmen.

  • Sport: Sport ist auch bei Epilepsie zu empfehlen. Auch Sportarten mit hohem Unfallrisiko bei Anfällen sind mit besonderen Sicherheitsmaßnahmen und Aufsicht oder bei langer Anfallsfreiheit ggf. möglich.

Risikobetrachtung beim Sport

  • Anfallsrisiko: Das Anfallsrisiko ist beim Sport und bei sportlich aktiven Menschen normalerweise nicht höher als sonst.

  • Anfallsart: Manche bewusst erlebte fokal beginnende Anfälle sind so ungefährlich, dass damit sogar Autofahren sicher möglich ist. Am gefährlichsten sind die früher als Grand-Mal bezeichneten Anfälle (Anfälle mit Sturz, Krämpfen, Zuckungen und Bewusstseinsverlust), die plötzlich und ohne Vorahnung oder Ankündigung kommen.

  • Geeignete Sportarten: Sportarten in großer Höhe mit Absturzgefahr, Sportarten mit hohen Geschwindigkeiten, Helme und andere Protektoren sind wichtig.

  • Schwimmen und Tauchen: Rettung bei Krampfanfällen in offenen Gewässern ist meist unmöglich, trotz Begleitung durch eine im Rettungsschwimmen geschulte Person. Beim Tauchen sind auch bewusst erlebte fokal beginnende Anfälle lebensgefährlich.

  • Eigenverantwortung: Erwachsene mit Epilepsie können Risiken für sich selbst beim Sport eingehen, wenn Ihnen die eigene Lebensqualität wichtiger ist als ihre Sicherheit. Allerdings müssen sie Fremdgefährdung durch Anfälle während des Sports vermeiden.

Verhalten bei Nebenwirkungen von Massagen

Wenn Nebenwirkungen einsetzen, die über eine erträgliche Form der Erstverschlimmerung hinausgehen und Grund zur Besorgnis geben, sollte sich die betroffene Person immer an einen Arzt wenden. Selbst dann, wenn der Masseur keine Schuld daran trägt, ist es immer sehr sinnvoll, mit demjenigen Rücksprache zu halten, damit er bei der nächsten Anwendung auf eventuelle Empfindlichkeiten eingehen sowie sein Massagekonzept entsprechend anpassen kann.

tags: #hydrojet #und #epilepsie