Joggen bei Migräne mit Aura: Ein umfassender Leitfaden

Migräne mit Aura ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die von visuellen, sensorischen oder motorischen Störungen, der sogenannten Aura, begleitet werden können. Die Erkrankung betrifft viele Menschen und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Bei vielen Migränekranken ist die Aufmerksamkeit erhöht, und sie nehmen Reize aus der Umwelt sehr sensibel wahr. Diese Eindrücke können manchmal zu viel werden.

Einführung

Die Frage, ob Sport, insbesondere Joggen, bei Migräne mit Aura hilfreich sein kann, ist komplex. Einerseits gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßiger Ausdauersport die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren kann. Andererseits kann Sport bei manchen Menschen auch Migräne auslösen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Joggen und Sport im Allgemeinen bei Migräne mit Aura, um Betroffenen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Die positiven Auswirkungen von Sport auf Migräne

Reduktion von Stresshormonen

Sport kann ein wirkungsvolles Mittel für Migränepatienten sein, da Bewegung den Abbau von Stresshormonen beschleunigt und den Stresshormonpegel insgesamt senkt, was die individuelle Schmerzschwelle erhöht.

Verbesserte Reizverarbeitung

Eine Studie des Universitätsklinikums Kiel hat gezeigt, dass Ausdauersport die Reizverarbeitung bei Migränepatienten verbessern kann. Die Studienteilnehmer litten im Schnitt seit 20 Jahren an chronischer Migräne. Die Häufigkeit von Migräneattacken konnte durch ein leichtes bis moderates 30-Minuten-Training (Jogging oder Walking) dreimal pro Woche gesenkt werden. Insgesamt berichteten die Patienten von durchschnittlich 14,5 % weniger Migränetagen und 20,6 % weniger Attacken pro Monat.

Ausschüttung von Endorphinen

Durch regelmäßige Bewegung produziert der Körper mehr Endorphine, auch bekannt als Glückshormone, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und Migräne durch Stress reduzieren können.

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Gewichtsreduktion

Ein weiterer positiver Effekt von Sport bei Migräne könnte dadurch erklärt werden, dass Sport zur Gewichtsreduktion beiträgt. Denn ausgeprägtes Übergewicht stellt einen Risikofaktor für chronische Migräne dar.

Veränderte Schmerzverarbeitung

Regelmäßiges Ausdauertraining kann bewirken, dass sich die Schmerzverarbeitung verändert, sodass man weniger schmerzempfindlich wird. Es wird angenommen, dass bei sportlicher Aktivität ähnliche physiologische Prozesse im Gehirn ablaufen wie bei einer Migräneattacke - nur in abgeschwächter Form. Es werden bestimmte Botenstoffe und Neuropeptide freigesetzt, wie das bei Migräne relevante Calcitonin Gene-related Peptid (CGRP). Deshalb wird vermutet, dass regelmäßiger Sport, besonders Ausdauersport, das Migränegehirn desensibilisiert, also stärkt und “abhärtet”.

Gleichgewicht des vegetativen Nervensystems

Körperliche Bewegung kann das vegetative Nervensystem wieder ins Gleichgewicht bringen. Das vegetative Nervensystem ist im Falle eines Ungleichgewichts maßgeblich an der Auslösung und Schwere der Attacke beteiligt.

Vermeidung von Schonverhalten

Durch einen aktiven Umgang mit der Schmerzerkrankung beugt man Vermeidungs- und Schon-Verhalten vor und erkennt, was man trotz Migräne alles schaffen kann. Mithilfe dieser aktiven Bewältigungsstrategie erlangt man mehr Kontrolle über die Auswirkungen der Erkrankung zurück.

Schmerzlinderung wie beim Runner’s High

Beim sogenannten Runner’s High werden unter körperlicher Belastung im schmerzhemmenden System unseres Gehirns Glückshormone ausgeschüttet. In diesem Moment fühlt man sich euphorisch, federleicht und frei von Schmerzen. Deshalb wird davon ausgegangen, dass regelmäßiger Ausdauersport zu einer Anregung unseres schmerzhemmenden Systems führt.

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Studien belegen die Wirksamkeit von Ausdauer-Sport bei Migräne

Eine Studie konnte zeigen, dass aerobes Ausdauertraining zu einer Reduktion der Migräne-Tage um etwa 14,5 % und eine Verringerung der Migräneattacken pro Monat um etwa 20,6 % führte. Eine Studie der University of Gothenburg in Schweden hat gezeigt, dass Ausdauersport (3 x wöchentlich à 40 Minuten) genauso wirksam ist, einer Migräneattacke vorzubeugen wie das prophylaktische Migränemedikament Topiramat. Laut einer deutschen Studie stellt das Steigern der eigenen Fitness eine nebenwirkungsfreie Möglichkeit dar, die Migränehäufigkeit zu reduzieren. Sportliche Übungen, die zu einer erhöhten körperlichen Kondition führen, sind somit eine alternative Form der Migränetherapie. In den Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft wird regelmäßiger Sport z.B. in Form von Ausdauertraining oder Bewegungstherapie daher auch zur Vorbeugung von Migräne und Kopfschmerzen empfohlen.

Mögliche Auslöser für Migräne durch Sport

Überlastung

Ganz wichtig ist es, sich beim Training nicht zu überlasten - sonst kann Migräne durch Sport sogar ausgelöst werden. Vermeiden Sie es daher unbedingt, die eigene Belastungsgrenze zu überschreiten. Ob dies der Fall ist, können Sie z. B. an Ihrem Puls erkennen.

Ungeeignete Sportarten

Bei Migräne ist nicht jeder Sport gleichermaßen geeignet. Krafttraining birgt z. B. gewisse Risiken, denn nach dem Stemmen schwerer Gewichte hält die Fettverbrennung in den Muskeln noch über Stunden an. Folge davon kann eine Unterzuckerung oder ein Energiedefizit des Gehirns sein, was oft Auslöser von Attacken ist.

Schnelle, ruckartige Bewegungen

Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen können sich negativ auf die Migräne auswirken. Dazu gehören Krafttraining, Tennis oder Squash, Kampfsportarten, Ballsportarten wie Fußball oder Handball und Reiten.

Energiedefizit im Gehirn

Die Muskulatur verbrennt während und noch einige Stunden nach dem Training mehr Fett als sonst. Dazu benötigt sie Energie, was wiederum zu einem Energiedefizit im Gehirn führen kann - und dadurch bei Betroffenen auch zu einer Migräne-Attacke.

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Stresshormon Cortisol

Bei einigen Menschen schüttet der Körper bei Sport das Stresshormon Cortisol aus, anstatt es abzubauen. In diesem Fall muss man herausfinden, welche Sportarten der Auslöser sind und ab welcher Belastungsstärke die Beschwerden auftreten - um dann entsprechend die Sportart zu wechseln oder die Übungen reizarmer zu gestalten.

Hohe Blutzuckerschwankungen

Hohe Blutzuckerschwankungen können Migräneattacken begünstigen.

Empfehlungen für Sport bei Migräne mit Aura

Geeignete Sportarten

Bei Migräne empfehlen sich vor allem Sportarten, welche die Ausdauer sanft trainieren. Für Betroffene sind besonders moderate Bewegungsarten geeignet, unter anderem zählen dazu:

  • Joggen
  • Nordic-Walking
  • Radfahren
  • Ski-Langlauf
  • Schwimmen

Aufwärmen

Vorher sollte man sich gut aufwärmen.

Spaß am Sport

Am wichtigsten ist, dass der gewählte Sport Spaß macht: Denn optimalerweise treibt man mindestens dreimal wöchentlich für jeweils eine halbe Stunde Ausdauersport, um einer Migräne vorzubeugen. Nur wenn man eine Sportart aussucht, die einem gefällt und zu der man sich nicht innerlich überwinden muss, ist diese die richtige für einen.

Keine Höchstleistungen

Ziel ist es, keine Höchstleistung zu erbringen, sondern in Bewegung zu kommen.

Entspannende Sportarten

Zusätzlich zum ausdauernden Sport können entspannende Sportarten gegen Migräne wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi helfen.

Bewegung im Alltag integrieren

Neben regelmäßigem Sport bei Migräne gehört viel Bewegung an der frischen Luft zu einem gesunden Leben mit Migräne dazu. Egal, ob man im Garten arbeitet, einen Spaziergang mit dem Hund macht oder mit den Kindern tobt: Migräne-Patienten sollten, wann immer es im Alltag geht, für Bewegung sorgen. Fahr lieber mit dem Rad zur Arbeit oder geh kurze Wege zu Fuß, anstatt sich ins Auto zu setzen. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.

Umstrukturierung des Alltags

Um Migränesymptome zu reduzieren, wird die Umstrukturierung des Alltags bzw. das Einführen einer Routine vielfach empfohlen. Sport kann eine wichtige Stütze sein, um dem Alltag die notwendige Struktur zu geben. Allerdings sollten dabei auch psychische Aspekte berücksichtigt werden, die mit einer solchen Umstellung einhergehen können. Der Umgang mit Migränesymptomen allein geht an die Substanz. Eine zu abrupte Umstellung der sportlichen Gewohnheiten kann auch nachteilige Effekte haben. Auch hier sollte darauf geachtet werden den Körper behutsam an die neuen Gegebenheiten heranzuführen. Geben Sie sich Zeit und achten Sie auf die Signale, die Ihnen Ihr Körper sendet.

Moderate Intensität

Nicht jede Sportart hilft bei Kopfschmerzen. Sehr anstrengende Übungen oder Sportarten mit Wettkampfcharakter werden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Migräne in Verbindung gebracht - man sollte es also nicht übertreiben. Die richtige Trainingsintensität zur Steigerung der Ausdauer sollte so abgestimmt sein, dass der Puls während des Trainings dauerhaft erhöht ist, man sich dabei aber noch problemlos unterhalten könnte. Man kann ganz einfach erkennen, ob die Ausdauer sich schon gesteigert hat: Wenn der Körper bei einer moderaten Belastung nicht mehr so schnell ermüdet und sich auch schneller wieder regeneriert, hat sich die Kondition schon erhöht!

Auf den Körper hören

Ob Migräne oder Infekt: Kopfweh signalisiert meist, dass eine Auszeit notwendig ist. Wenn man sich schwach fühlt, lichtempfindlich ist und kaum noch auf den Beinen stehen kann, ist das Fitness-Studio definitiv nicht der richtige Ort für einen - der Platz, den man jetzt braucht, ist das Bett. Sollte es einem jedoch noch genug Energie geben, vermeide intensives Krafttraining. Stattdessen wäre es besser, sich für sanften Ausdauersport an der frischen Luft zu entscheiden.

Ernährung

Wer unter Migräne leidet und auf Sport mit schweren Gewichten nicht verzichten möchte, sollte sein Ernährungsverhalten darauf einstellen. Eine hohe Zufuhr an Kohlenhydraten (Vollkornprodukte, Nudeln, Kartoffeln, Saftschorlen) kann einem Energiedefizit vorbeugen. Du solltest etwa drei Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln oder Kartoffeln essen. So kannst du eine Unterzuckerung sowie Beschwerden einer Migräne und Aura-Symptomen wie Augenflimmern oder Lichtblitze nach dem Sport vermeiden. Achte außerdem darauf, genügend Flüssigkeit zu dir zu nehmen und halt ausreichende Pausen ein. Dann musst du zum Beispiel auf gemäßigtes Krafttraining meist nicht verzichten.

Migräne-Tagebuch

Um herauszufinden, wann man nach dem Sport Migräne bekommt und welche Sportart einem dagegen gut tut, kannst das Training in deinem Migränetagebuch festhalten. Wichtig sind dabei Angaben wie:

  • Wie lange hast du sich aufgewärmt?
  • Welche Übung(en) hast du gemacht?
  • Wie lange dauerte das Workout?
  • Wie stark war das Kopfweh nach dem Sport?

Sportmediziner konsultieren

Außerdem ist es hilfreich, den Trainingsplan mit einem Sportmediziner zu besprechen.

Alternative Trainingsformen

Neue Studien zeigen, dass neben moderatem Ausdauertraining auch Krafttraining oder ein hochintensives Ausdauertraining (HIT) die Häufigkeit von Migränetagen senken können. Durch moderates Ausdauertraining konnte die Migränehäufigkeit um 2,2 Tage im Monat gesenkt werden. Durch HIT-Training sank die Frequenz um 3,1 Tage und durch Krafttraining sogar um 3,5 Tage im Monat. Die Wissenschaftler erklären die Effekte der unterschiedlichen Sportformen durch verschiedene körperliche Prozesse. Durch das Krafttraining werden die häufig bei Migräne verspannten Nackenmuskeln trainiert, sind dadurch weniger schmerzhaft und triggern seltener Migräneattacken im Gehirn an. Auch führt ein Muskelzuwachs zu einer Vermehrung der Mitochondrien („Kraftwerke der Zellen“) und möglicherweise zu einer besseren Energieversorgung des Gehirns, was prinzipiell günstig bei Migräne ist. Beim HIT-Training hingegen kommt es zu einer gesteigerten Endorphin-Ausschüttung, welche dem Gehirn bei der Unterdrückung von Schmerzen hilft. Und beim moderaten Ausdauersport spielen vor allem die Endocannabinoide eine wichtige Rolle, die zu Entspannung im Körper und Geist beitragen. Gemäß Studiendaten sollten Menschen mit Migräne 3x in der Woche ein Krafttraining durchführen und zusätzlich Ausdauertraining, entweder 150 Minuten in moderater Form oder 75 Minuten in der HIT-Version pro Woche praktizieren. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass es besonders wichtig ist, die Trainingsformen und -einheiten an die eigenen sportlichen Vorlieben und die jeweilige Kopfschmerzbelastung anzupassen.

Histamin-Intoleranz beachten

Migränepatient*innen, die an einer Histamin-Intoleranz leiden bzw. die Histamin nur schlecht oder langsam abbauen, stehen vor einem entscheidenden Problem, wenn sie Sport zur Reduzierung von Migräneattacken ausprobieren wollen. Durch Sport schüttet der Körper Histamin aus. Der Histaminspiegel steigt dadurch schnell und stark an. Ein deutlich erhöhter Histaminspiegel ist insbesondere für Personen mit einer Intoleranz problematisch. Vorsichtiges Herantasten auch bei aeroben Ausdauersportarten. Zu Beginn sollten ruhige, sehr moderate Aktivitäten wie Spazierengehen oder Walken ausprobiert werden bevor.

Besonderheiten während der Periode und Schwangerschaft

Während der Periode gelten für Migränepatient*innen zunächst auch die allgemeinen Tipps bei Migräne und Sport. Bei starken Beeinträchtigungen sollte entweder ganz auf Sport verzichtet werden. Schwangere, die unter Migräne leiden, sollten ebenfalls darauf achten, intensive sportliche Betätigungen zu vermeiden. Bei einer Risikoschwangerschaft sollte meist ganz auf Sport verzichtet werden.

Migräne-Aura: Ursachen, Symptome und Behandlung

Was ist eine Migräne-Aura?

Eine Migräne-Aura ist eine vorübergehende neurologische Funktionsstörung, die während eines Migräne-Anfalls, aber auch ohne Kopfschmerzen, auftreten kann.

Ursachen

Bei der Entstehung einer Migräne-Aura sind vermutlich mehrere Mechanismen beteiligt, die während eines Migräne-Anfalls im Gehirn ablaufen. Über eine Aktivierung der schmerzleitenden Nervenfasern und Schmerzzentren im Gehirn werden verschiedene Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, ausgeschüttet. Diese sogenannte Schmerzkaskade löst wiederum eine Entzündung der Hirngefäße und damit eine vorübergehende Durchblutungsstörung der Hirnrinde aus. Die Symptome der Migräne-Aura entstehen vermutlich durch eine Erregungswelle, die über die Hirnrinde läuft und zu einer vorübergehenden Störung führt.

Trigger

Viele Patient*innen kennen Auslöser, so genannte Trigger, die bei ihnen zu einem Migräne-Anfall führen können. Das sind zum Beispiel:

  • unregelmäßiger Schlaf
  • längere Phasen ohne ausreichend zu essen und zu trinken
  • Stress
  • starke psychische oder körperliche Belastungen
  • bestimmte Reize wie Flackerlicht oder schlechte Luft in stickigen Räumen
  • Alkohol, z.B. Rotwein, oder bestimmte Nahrungsmittel

Symptome

Typische Symptome einer Migräne-Aura sind Sehstörungen in Form von Flimmersehen, die von den Patientinnen als Blitze, Punkte, Zacken- oder wellenförmige Bewegungen wahrgenommen werden und die sich meist langsam über das Gesichtsfeld ausbreiten. Häufig kommt es auch zu fleckförmigen Ausfällen des Gesichtsfeldes, das heißt Patientinnen sehen nur noch einen Teil der Umwelt oder einer Person. Weitere, seltenere Symptome sind vorübergehende Sprachstörungen oder Sensibilitätsstörungen, sehr selten auch Lähmungen einer Körperhälfte.

Dauer

Eine typische Migräne-Aura dauert 5 bis 60 Minuten, seltener auch mal etwas länger.

Auftreten

Etwa 15 bis 25 Prozent der Patientinnen mit Migräne kennen Aura-Symptome. Die meisten Patientinnen mit einer Migräne mit Aura kennen Migräne-Anfälle mit und ohne Aura-Symptomen. Häufig tritt die Aura vor Beginn der Kopfschmerzen auf, sie kann aber auch währenddessen oder danach auftreten. Bei Vielen tritt die Aura manchmal auch ganz ohne Kopfschmerzen auf. Das nennt man dann eine „isolierte Aura“.

Behandlungsmöglichkeiten

Zur Behandlung der Migräne mit Aura werden dieselben Medikamente wie bei einer Migräne ohne Aura eingesetzt. Leichte Migräne-Anfälle lassen sich häufig gut mit Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin und ähnlichen Schmerzmitteln behandeln. Bei Unwirksamkeit dieser Medikamente kann man spezielle Migränemittel, die so genannten Triptane einsetzen. Wichtig bei einer Migräne mit Aura ist, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura-Symptome eingenommen werden sollten. Außerdem kann man die Migräne mit Aura auch vorbeugend behandeln.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Regelmäßiger Ausdauersport wie beispielsweise Joggen, Schwimmen, Radfahren, die Anwendung von Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga, progressive Muskelrelaxation und autogenes Training oder Biofeedback-Techniken können einer Migräne mit Aura wirksam vorbeugen. Auch psychologische, zum Beispiel so genannte verhaltenstherapeutische Verfahren können helfen, insbesondere wenn auch eine Depression oder eine Angststörung bestehen.

Medikamentöse Prophylaxe

Wenn nicht-medikamentöse Alternativen als Prophylaxe keine Wirkung zeigen, gibt es dafür auch Medikamente. Dazu gehören Blutdruckmittel wie Betablocker, Antidepressiva, die auch in der Behandlung von Schmerzen gut wirksam sind, und bestimmte Mittel, die eigentlich gegen Epilepsie wirken, die aber auch in der Behandlung einer Migräne wirksam sind. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Behandlung mit so genannten Antikörpern gegen einen bestimmten Botenstoff, das so genannte CGRP, das während des Migräne-Anfalls ausgeschüttet wird.

Weitere Aspekte von Migräne

Migräne und Serotonin

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der Informationen aus Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System an das Gehirn weitergibt. Im Verlauf des weiblichen Zyklus schwankt der Serotoninspiegel. Migränepatientinnen und -patienten leiden meist nicht nur unter den starken Kopfschmerzattacken, sondern zusätzlich an Problemen des Magen-Darm-Traktes, Zyklusbeschwerden oder depressiven Verstimmungen.

Symptome von Migräne

Vor allem morgens entsteht ein anfallsartiger, drückender halbseitiger Kopfschmerz. Möglich sind Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, starkes Schwitzen, Durchfall und Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen und Licht. Einige Migränepatienten berichten über Kribbelgefühle oder muskuläre Ausfallerscheinungen in den Gliedmaßen.

Differenzierung von Migräne und Spannungskopfschmerz

Ein Kopfschmerztagebuch ist bei der Diagnostik von Migräne hilfreich. Fragebögen wie der HIT-6 Headache Impact Test, der VR-12 zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität oder der NDI-G Neck Diability Index sowie die DASS Depressions-, Angst- und Stressskalen helfen bei der Abgrenzung unterschiedlicher Kopfschmerzarten.

Formen von Migräne

Man unterscheidet zwischen folgenden verschiedenen Formen der Migräne:

  • einfache Migräne mit einseitigem Kopfschmerz
  • klassischer Migräne mit Aura (Flimmern vor den Augen)
  • Basilarismigräne mit Kopfschmerzen am Hinterkopf, Missempfindungen im Gesicht und Schwindel
  • komplizierte Migräne mir neurologischen Symptomen, die auch nach Abklingen des Kopfschmerzes bleiben.

Ärzte und Therapeuten

Zum Ausschluss anderer Erkrankungen ist der Weg zum Neurologen wichtig. Ein Physiotherapeut kann bei Muskelverspannungen im Nacken- und Halswirbelsäulenbereich helfen.

Medikamente

Zur Prophylaxe von Migräne werden vor allem Betablocker und trizyklische Antidepressiva eingesetzt. Im Akutfall helfen individuell Ibuprophen, Paracetamol oder Aspirin. Triptane wie Sumatriptan, Rizatriptan und Maxalt helfen am zuverlässigsten, das Ausarten eines beginnenden Migräneanfalls einzudämmen oder zu verhindern.

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