Hyperkeratose und Sklerose: Ursachen, Diagnose und Behandlungsansätze

Hyperkeratose und Sklerose sind Begriffe, die im Zusammenhang mit verschiedenen Hauterkrankungen auftreten können, insbesondere bei Lichen Sclerosus. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und verschiedene Behandlungsansätze von Hyperkeratose und Sklerose, insbesondere im Kontext von Lichen Sclerosus, und bietet einen umfassenden Überblick über diese komplexen Themen.

Einführung in Hyperkeratose und Sklerose

Hyperkeratose bezieht sich auf eine Verdickung der Hornschicht der Haut, während Sklerose eine Verhärtung des Gewebes durch Zunahme des Bindegewebes beschreibt. Beide Zustände können einzeln oder zusammen auftreten und sind oft Symptome einer zugrunde liegenden Erkrankung.

Ursachen von Hyperkeratose und Sklerose

Die Ursachen für Hyperkeratose und Sklerose sind vielfältig und können genetische, umweltbedingte oder entzündliche Faktoren umfassen. Im Zusammenhang mit Lichen Sclerosus, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die vor allem den Genitalbereich betrifft, spielen Autoimmunprozesse eine wichtige Rolle.

Lichen Sclerosus: Eine Autoimmunerkrankung als häufige Ursache

Lichen Sclerosus ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch weißliche Veränderungen, Verdünnung (Atrophie) und Verhärtung (Sklerose) der Haut gekennzeichnet ist. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass eine Autoimmunreaktion eine zentrale Rolle spielt. Dabei greift das Immunsystem körpereigene Hautzellen an, was zu Entzündungen und den charakteristischen Hautveränderungen führt. Eine familiäre Häufung deutet auf eine genetische Prädisposition hin.

Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Neben Autoimmunprozessen und genetischer Veranlagung werden auch hormonelle Einflüsse und Umweltfaktoren als mögliche Ursachen für Lichen Sclerosus diskutiert. Humane Papillomviren (HPV) stehen ebenfalls im Verdacht, die Krankheit auszulösen. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte HLA-Antigene mit Lichen Sclerosus assoziiert sind, was auf einen genetischen Zusammenhang hindeutet.

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Andere Erkrankungen und Faktoren, die zu Hyperkeratose und Sklerose führen können

Hyperkeratose und Sklerose können auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten, darunter:

  • Ekzeme: Chronische Ekzeme können zu einer Verdickung der Haut (Lichenifikation) und Sklerose führen.
  • Psoriasis: DieseAutoimmunerkrankung kann ebenfalls Hyperkeratose verursachen.
  • Chronische Entzündungen: Lang anhaltende Entzündungen der Haut können zu Sklerose führen.
  • Mechanische Reizung: Wiederholte Reibung oder Druck auf die Haut kann Hyperkeratose verursachen, z.B. durch schlecht sitzende Schuhe (Hühneraugen).

Symptome von Hyperkeratose und Sklerose

Die Symptome von Hyperkeratose und Sklerose variieren je nach Ursache und betroffenem Bereich. Im Allgemeinen umfassen sie:

  • Verdickung der Haut: Die betroffene Hautstelle fühlt sich rau und verdickt an.
  • Verhärtung des Gewebes: Das Gewebe unter der Haut kann sich fest und unelastisch anfühlen.
  • Weißliche Verfärbung: Insbesondere bei Lichen Sclerosus kann die Haut weißlich oder porzellanartig erscheinen.
  • Juckreiz und Brennen: Diese Symptome sind häufig, insbesondere im Genitalbereich bei Lichen Sclerosus.
  • Schmerzen: Schmerzen können auftreten, insbesondere bei Rissen oder Geschwüren in der Haut.
  • Einrisse und Fissuren: Die Haut kann einreißen und schmerzhafte Fissuren bilden.
  • Narbenbildung: Im Laufe der Zeit kann es zu Vernarbungen und Verklebungen kommen.
  • Funktionseinschränkungen: Im Genitalbereich können Verengungen des Scheideneingangs oder der Vorhaut auftreten, was zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen führen kann.

Symptome von Lichen Sclerosus im Detail

Lichen Sclerosus manifestiert sich oft mit spezifischen Symptomen, die den äußeren Genitalbereich betreffen. Bei Frauen sind dies:

  • Juckreiz und Brennen im Intimbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Probleme beim Wasserlassen
  • Hautveränderungen wie weißliche Flecken und pergamentartige Haut
  • Einreißen der Haut, das teilweise durch unbewusstes Kratzen entsteht
  • Verklebungen und Narbenbildung an den Vulvalippen

Männer können folgende Symptome aufweisen:

  • weißliche, verhärtete Stellen an Vorhaut und Eichel
  • Vorhautverengung
  • Probleme beim Wasserlassen
  • schmerzhafte Erektionen

In schweren Fällen kann es zu einer Verengung der Vaginalöffnung und einer Umstrukturierung der Vulvalippen kommen, sodass die typischen Strukturen des weiblichen Genitals nicht mehr zu erkennen sind. Unbehandelt besteht außerdem ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs im betroffenen Bereich. Der Lichen Sclerosus kann bei beiden Geschlechtern auch den Damm, den Harnröhrenausgang und die Anusregion sowie die Gesäßfalte betreffen.

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Diagnose von Hyperkeratose und Sklerose

Die Diagnose von Hyperkeratose und Sklerose basiert in erster Linie auf einer körperlichen Untersuchung der betroffenen Hautstellen. Der Arzt wird die Haut auf Verdickungen, Verhärtungen, Verfärbungen und andere Auffälligkeiten untersuchen. Eine detaillierte Anamnese, einschließlich der Erfassung von Symptomen, Vorerkrankungen und familiärer Veranlagung, ist ebenfalls wichtig.

Weitere diagnostische Verfahren

In einigen Fällen können zusätzliche diagnostische Verfahren erforderlich sein, um die Ursache der Hyperkeratose und Sklerose zu bestimmen oder andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu gehören:

  • Hautbiopsie: Eine kleine Hautprobe wird entnommen und unter dem Mikroskop untersucht, um die Diagnose zu bestätigen und andere Erkrankungen auszuschließen.
  • Kolposkopie: Bei Verdacht auf Lichen Sclerosus im Genitalbereich kann eine Kolposkopie durchgeführt werden, um die Haut genauer zu untersuchen und gegebenenfalls eine Biopsie zu entnehmen.
  • Allergietests: Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion als Ursache können Allergietests durchgeführt werden.
  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, Autoimmunerkrankungen oder andere systemische Erkrankungen zu identifizieren.

Differenzialdiagnosen bei Lichen Sclerosus

Es ist wichtig, Lichen Sclerosus von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen. Zu den häufigsten Differentialdiagnosen gehören:

  • Vulvodynie: Eine oft chronische, funktionelle Schmerzerkrankung der Vulva, bei der die genauen Ursachen meist unklar sind.
  • Andere Formen von Lichen: Lichen planus und Lichen simplex chronicus können ähnliche Hautveränderungen verursachen.
  • Pilz- und Blaseninfektionen: Können ebenfalls Juckreiz und Schmerzen im Genitalbereich verursachen, führen jedoch nicht zu sichtbaren Hautveränderungen.
  • Vulvovaginale Atrophie: Tritt häufig in den Wechseljahren auf und führt zu Schmerzen durch Hautverdünnung und Trockenheit.

Behandlung von Hyperkeratose und Sklerose

Die Behandlung von Hyperkeratose und Sklerose zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Komplikationen zu vermeiden. Die spezifische Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab.

Konservative Behandlungsmethoden

  • Feuchtigkeitsspendende Cremes und Salben: Regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und Salben kann helfen, die Haut geschmeidig zu halten und Juckreiz zu lindern.
  • Topische Kortikosteroide: Kortikosteroid-Cremes und -Salben sind dieStandardtherapie bei Lichen Sclerosus. Sie wirken entzündungshemmend und können Juckreiz und andere Symptome lindern.
  • Calcineurin-Inhibitoren: In einigen Fällen können Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus oder Pimecrolimus als Alternative zu Kortikosteroiden eingesetzt werden.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Es ist wichtig, Reizstoffe wie aggressive Seifen,Waschmittel und enge Kleidung zu vermeiden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Lasertherapie: In einigen Fällen kann Lasertherapie eingesetzt werden, um die Haut zu glätten und Narben zu reduzieren.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei schweren Verengungen des Scheideneingangs oder der Vorhaut kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um die Funktion wiederherzustellen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie zur Lockerung des Beckenbodens kann Verspannungen lösen und Schmerzen verringern.

Behandlung von Lichen Sclerosus im Detail

Die Behandlung von Lichen Sclerosus erfolgt in der Regel mit hochdosierten kortisonhaltigen Salben, die ein bis zwei Mal täglich direkt auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden. Dabei kann ein Handspiegel hilfreich sein, gerade zu Beginn der Therapie. Alternativ können Kortisonpräparate auch direkt vom Arzt in die betroffenen Hautareale injiziert werden. Nach etwa drei Monaten sollte der Behandlungserfolg kontrolliert und die Therapie angepasst werden.

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Neben Kortisonpräparaten kommen bei der Behandlung auch Wirkstoffe wie Tacrolimus und Pimecrolimus (Calcineurinhemmer) zum Einsatz, die entzündungshemmend wirken und das Immunsystem modulieren. Bei Jungen und Männern führt die Beschneidung der Vorhaut (Zirkumzision) als Therapie oft zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden. Seit einigen Jahren wird bei Patientinnen auch die vaginale Lasertherapie gegen Lichen Sclerosus eingesetzt. Die Lichtenergie des Lasers führt dabei zur Reizung der Vaginalschleimhaut, auf die diese mit der Produktion von neuem Gewebe reagiert - das frische Gewebe ist weicher und elastischer als das erkrankte. Meistens sind mehrere Sitzungen notwendig und nicht allen Betroffenen hilft die Lasertherapie.

Neben der medikamentösen Therapie mit Kortison, lindern auch fettreiche Salben, Öle oder Vaseline den Juckreiz und machen die Haut weicher.

Unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungen können folgende Maßnahmen ergriffen werden, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern:

  • Ernährungsumstellung: Eine entzündungshemmende Ernährung kann helfen, die Symptome zu lindern.
  • Immununterstützende Maßnahmen: Wenig Alkohol/Nikotin, Bewegung, guter Schlaf und Stressreduktion können das Immunsystem stärken.
  • Psychologische Unterstützung: Chronische Hauterkrankungen können psychische Belastungen verursachen. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit der Erkrankung umzugehen.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.

Gynäkologische Krebsfrüherkennung

Im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung, wird bei Frauen jeweils ein Zellabstrich vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen, um Veränderungen in diesem Bereich frühzeitig zu erkennen. Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren bekommen eine jährliche zytologische Untersuchung, Frauen ab dem Alter von 35 Jahren bekommen alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung - bestehend aus einem Test auf genitale Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV-Test) und einer zytologischen Untersuchung (PAP-Abstrich).

Nach dem Termin beim Frauenarzt mit Abnahme des Abstrichs werden Sie informiert, wenn Auffälligkeiten bestehen sollten. Allerdings kann man nicht immer nach Erhalt des Abstrich-Ergebnisses entscheiden, welche weiteren Maßnahmen getroffen werden sollten. Deshalb muss in manchen Fällen eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Kolposkopie

Die Kolposkopie umfasst die Inspektion der Scheide und des sichtbaren Teils des Gebärmutterhalses, des Muttermundes (Portio) sowie des äußeren Genitale und gilt als Goldstandard zur Abklärung auffälliger Ergebnisse bei der Früherkennungsuntersuchung (zytologischer Befunde und / oder HPV-Infektionen).

Mit einem speziellen Lupeninstrument, dem Kolposkop, kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt die Scheide und den Gebärmutterhals sowie die Vulva in verschiedenen Vergrößerungen betrachten und dreidimensional beurteilen. Um Auffälligkeiten zu erkennen wird zunächst verdünnte Essigsäure und anschließend ggf. Jodlösung auf das zu untersuchende Gebiet aufgetragen: verändertes Gewebe reflektiert mehr Licht und erscheint daher weiß, während normales Gewebe annähernd unverändert bleibt. Je schneller dieser Effekt auftritt und je intensiver er ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Veränderung vorliegt, die einer weitergehenden Untersuchung bedarf.

Dies wäre zum Beispiel eine Knipsbiopsie: hier wird mit einer kleinen Zange eine oder mehrere Gewebeproben von den verdächtigen Arealen am Gebärmutterhals genommen.

Die Gewebeprobe wird anschließend zur histologischen Untersuchung in ein Labor gebracht und dort begutachtet. Ziel ist es, die vermeintlichen Zellveränderungen näher zu bestimmen und den weiteren Behandlungsplan festzulegen. Wird eine Gewebeveränderung (Dysplasie) festgestellt, wird diese je nach Schweregrad in eine CIN 1 bis CIN 3 eingeteilt. CIN steht für „zervikale intraepitheliale Neoplasie“, also Zell- bzw. Gewebeveränderungen im Bereich des Gebärmutterhalses.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich diese Veränderungen von alleine zurückbilden, ist umso größer, je geringgradiger die Zellveränderungen ausfallen. Bei einer CIN 1 ist dies also sehr viel wahrscheinlicher, als bei einer CIN 2 oder gar einer CIN 3. Dennoch kann langfristig aus einer leichten Zellveränderung (einer CIN 1) eine mittelschwere (CIN 2) bis schwere Gewebeveränderungen (CIN 3) entstehen.

In einem Teil der Fälle kann also zunächst einmal abgewartet und kurzfristig kontrolliert oder antientzündlich therapiert werden. Manchmal sind aber auch ein weiteres Vorgehen und eine operative Therapie, wie zum Beispiel eine Lasertherapie oder eine Konisation (kegelförmiges Ausschneiden des Gebärmutterhalses) notwendig.

Sollte bei dieser Untersuchung ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) festgestellt werden, sollte die Vorstellung in einem onkologischen Zentrum einer Frauenklinik zur weiteren Behandlungsplanung erfolgen.

Schutzmöglichkeiten vor einer HPV-Infektion und Dysplasie

Neben einer dauerhaften sexuellen Enthaltsamkeit oder lebenslangen monogamen Beziehung mit einem HPV-negativen Partner(in) ist es vor allem die HPV-Impfung, die wirksam vor einer Infektion mit HPV und damit auch vor Dysplasien sowie vor Genitalwarzen schützen kann.

Zusätzlich wirkt sich auch der Verzicht auf Rauchen und eine gesunde Lebensweise positiv aus. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt und eine mögliche Infektion mit HPV kann schneller von alleine ausheilen.

Weitere Erkrankungen der Vagina und Vulva

Auch im Bereich der Vagina und der Vulva (äußeres Genital) können Zellveränderungen entstehen. Diese sind ebenfalls oft HPV-assoziiert und über eine Kolposkopie beurteilbar.

Weitere Erkrankungen, bei denen eine Kolposkopie zur weiteren Abklärung durchgeführt wird:

  • Kondylome (Feigwarzen): eine weitere durch Humane Papillomviren verursachte Erkrankung. Auslöser sind hier so genannte Niedrigrisiko-HPV-Typen (low risk HPV). Die Warzen sind oft im Bereich der Schamlippen, aber auch in der Analregion oder in der Vagina lokalisiert. Zwar sind diese Hautanhängsel gutartig, aber häufig juckend und unangenehm und sie bringen oft eine große psychische Belastung mit sich. Die Therapie richtet sich hier nach dem Ausmaß und der Lokalisation und reicht von der lokalen Anwendung einer Creme oder Tinktur bis hin zu einer Laservaporisation.
  • Lichen sclerosus et atrophicus: eine chronische, entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut, vorwiegend im Anal- und Genitalbereich. Durch das körpereigene Immunsystem kommt es zu einer Entzündungsreaktion, welche sich durch (chronischen) Juckreiz oder Brennen an den betroffenen Hautarealen bemerkbar macht. Typisch ist zwar ein schubartiger Verlauf, die Häufigkeit der Schübe sowie die Ausprägungen der damit einhergehenden Veränderungen der Haut sind jedoch unterschiedlich. Sie reichen von Rötungen, typischen weißlichen Hautveränderungen (wie Hyperkeratose und Sklerose), Einrissen und Wunden über Vernarbungen bis hin zu Gewebe-Rückbildungen der Vulva und Verengung des Scheideneingangs.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapie sowie Verlaufsbeobachtungen sind wichtig, denn nicht zuletzt ist bei dieser Erkrankung auch das Krebsrisiko im betroffenen Bereich erhöht.

  • Lichen ruber mucosae: ebenfalls eine entzündliche Hauterkrankung, bei welcher die juckenden und häufig auch schmerzhaften Veränderungen nicht nur im Genitalbereich, sondern auch im Mundbereich vorkommen können.

Aktinische Keratose: Eine Vorstufe von Hautkrebs

Aktinische Keratosen sind Hautveränderungen, die sich in den chronisch sonnenexponierten Hautarealen ausbilden. Sie stellen eine Vorstufe eines Hautkrebses dar und gehen von der Oberhaut, der sogenannten Epidermis, aus. Aktinische Keratosen treten häufig bei hellhäutigen Menschen auf, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Menschen, die über lange Zeit direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, sind besonders häufig betroffen. Häufigste Lokalisationen sind der Kopf, vor allem die Stirn und Glatze, der Nasenrücken, die Ohrmuscheln, Wangen und der Handrücken. Hier können sich einzeln oder in Mehrzahl zunächst rote Flecken mit leichter Schuppung bilden. Im Laufe der Zeit werden die Auflagerungen von Schuppen bzw. Hornmaterial immer stärker und die Herde fühlen sich rau bis derb an.

Diagnose und Behandlung der aktinischen Keratose

Aktinische Keratosen sind in der Regel durch den Hautarzt schon allein durch das genaue Ansehen zu diagnostizieren. Durch die Lage ganz an der Hautoberfläche können aktinische Keratosen mit verschiedenen Methoden behandelt werden. Das Auftreten einer aktinischen Keratose ist ein wichtiger Hinweis auf eine übermäßige Sonnenbelastung über einen längeren Zeitraum. Die Gefahr, dass sich nach der Entfernung aktinischer Keratosen an anderer Stelle ähnliche Herde neu entwickeln, ist nicht gering. Deshalb ist in den Jahren nach der Therapie eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle anzuraten.

Angiosarkome: Seltene, bösartige Tumoren der Haut

Die Gruppe der Angiosarkome fasst verschiedene bösartige Tumoren des Gefäßsystems der Haut zusammen. Hierzu gehören:

  • Angiosarkom der Kopf- und Gesichtshaut
  • Angiosarkom auf dem Boden nach Strahlentherapie
  • Lymphangiosarkom multizentrisch
  • Kaposi-Sarkom

Angiosarkom der Kopf- und Gesichtshaut

Es handelt sich um einen hochmalignen, von Blutgefäßen ausgehendem Tumor im Kopfbereich älterer Menschen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Der Tumor ist meist am Kopf lokalisiert. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Zunächst treten rote, später blaurote Verfärbungen auf, die Blutergüssen ähneln, später entwickeln sich Knoten, die geschwürig zerfallen können. Die Therapie der ersten Wahl ist die radikale Exzision des Tumors mit Sicherheitsabstand. Anschließend erfolgt eine Strahlentherapie und daraufhin eine Chemotherapie (liposomales Doxorubicin). Zusätzlich kann eine Immuntherapie (Interferone) durchgeführt werden. Die Prognose des multizentrischen Kopfhautendothelioms ist schlecht. Es muss eine engmaschige Nachsorge erfolgen, zunächst alle drei Monate, später können die Abstände ggf. verlängert werden.

Lymphangiosarkom

Dieser Tumor tritt häufig mit chronischen Lymphödemen der Beine sowie in ödematös geschwollenen Armen, z.B. nach Operation eines Mamma-Karzinoms mit Nachbestrahlung, auf. Es kommt zunächst zu flacherhabenen rötlichen Veränderungen und schließlich zu Knoten, die bluten und Geschwüre entwickeln können. Auch hier wird eine radikale Operation mit anschließender Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt. Es sollten engmaschige Nachkontrollen erfolgen. Metastasen können über die Lymphbahnen und Blutgefäße entstehen. Die Prognose dieses Tumors ist ungünstig, deshalb muss eine gute Betreuung und Therapie frühzeitig erfolgen.

Kaposi-Sarkom

Das Kaposi-Sarkom tritt in verschiedenen Formen auf:

  • Klassisches Kaposi-Sarkom
  • Afrikanisches Kaposi-Sarkom
  • Kaposi-Sarkom bei iatrogener Immunsuppression
  • Kaposi-Sarkom bei HIV/Aids

Zu Beginn finden sich rötliche Flecken ähnlich einer entzündlichen Hautreaktion. Danach entstehen hell- bis dunkelrote leicht glänzende sowie oval-livide Knoten, die dunkelviolett bis braunschwarz werden können und sich teilweise zu großflächigen, harten Tumoren entwickeln. Alle Typen können gleichzeitig bestehen. Beim HIV-assoziierten Kaposi-Sarkom ist die Primärmanifestation häufig die Mundschleimhaut, Glans penis und die Fußsohle. Besonders an den Unterschenkeln und den Füßen könnnen insbesondere beim afrikanischen aber auch beim HIV-assoziierten Kaposi-Sarkom ausgeprägte hyperkeratotische Plaques auftreten, die oft ulzerieren. Ferner zeichnet sich das Spätstadium durch ausgedehnte Ödeme aus, die vor allem Extremitäten und Gesicht betreffen.

Die Behandlung des Kaposi-Sarkoms umfasst verschiedene Optionen, darunter:

  • Exzision
  • Laser-Therapie
  • Kryotherapie
  • Intraläsionale Gabe von Interferon
  • Intraläsionale Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Photodynamische Therapie
  • Immunmodulierende Therapie
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie
  • Angiogeneseinhibition
  • Antivirale Therapie

Basalzellkarzinom: Ein häufiger Hautkrebs

Das Basalzellkarzinom ist ein Hautkrebs, der von der Oberhaut (Epidermis) ausgeht. Es tritt bevorzugt in Arealen auf, die einer verstärkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dementsprechend finden sich Basalzellkarzinome in 80 Prozent der Fälle am Kopf und am Hals. Genetische Grundlage ist oft eine geringe Hautpigmentierung und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung. Seltener wird das Tumorwachstum durch Arsen oder langfristige medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems ausgelöst. Das Durchschnittsalter der Patienten, bei denen ein Basalzellkarzinom auftritt, liegt in Mitteleuropa bei 60 Jahren. In den letzten Jahren sind jedoch zunehmend auch jüngere Patienten mit Basalzellkarzinomen zu beobachten.

Diagnose und Behandlung des Basalzellkarzinoms

Das Basalzellkarzinom, auch Basaliom genannt, ist zwar ein Hautkrebs, eine Absiedlung kommt jedoch praktisch nicht vor. Hingegen wächst es kontinuierlich an der Stelle, wo es zuerst aufgetreten ist und zerstört die dort vorhandenen Gewebestrukturen. Basalzellkarzinome beginnen oft als kleine flache Knötchen, die eine glänzende Hautoberfläche haben und von erweiterten Äderchen überzogen sind. Mit zunehmendem Wachstum bildet sich oft in der Mitte eine Kruste und nach leichten mechanischen Irritationen kann der Tumor bluten, es bildet sich auch ein perlschnurartiger Randsaum aus.

Am häufigsten erfolgt die Behandlung durch eine Operation, bei der die befallene Haut herausgeschnitten und anschließend feingeweblich untersucht wird. Da das Basalzellkarzinom jedoch an sehr unterschiedlichen Körperstellen auftreten und sehr unterschiedliche Wuchsformen entwickeln kann, muss in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden, ob nicht ein anderes Behandlungsverfahren als das Herausschneiden eingesetzt werden kann.

Lichen Sclerosus in der Primärversorgung

Daten der AOK in Baden-Württemberg (AOK-BW) zeigen, dass in 2014 Lichen Sclerosus (L90.0) zu 69 % von Gynäkologen, 14 % von Hautärzten, 12 % von Allgemeinmedizinern und 5 % von Urologen kodiert wurde. Über den Lichen Sclerosus wird in der Primär- beziehungsweise hausärztlichen Versorgung wenig berichtet, gelegentlich wird er differenzialdiagnostisch bei Juckreiz erwähnt. Dies lässt eine geringe Beachtung des Lichen Sclerosus in der Primärversorgung vermuten. Daten der AOK-BW weisen weiterhin darauf hin, dass die Krankheit in Deutschland unterdiagnostiziert und somit wahrscheinlich untertherapiert ist.

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