Ibuprofen ist ein weit verbreitetes Medikament, das zur Linderung von Schmerzen, zur Senkung von Fieber und zur Bekämpfung von Entzündungen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Obwohl es für seine Wirksamkeit bekannt ist, ist es wichtig, sich der potenziellen Nebenwirkungen und Risiken bewusst zu sein, insbesondere bei Kindern. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Aspekte von Ibuprofen, einschließlich seiner Auswirkungen auf das Gehirn, untersuchen.
Wie Ibuprofen wirkt
Ibuprofen wirkt, indem es die Produktion von Prostaglandinen hemmt, Botenstoffe, die eine Rolle bei Schmerzen, Entzündungen und Fieber spielen. Es hemmt die Cyclooxygenase (COX), ein Enzym, das für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich ist. Indem Ibuprofen die COX-Enzyme blockiert, reduziert es die Schmerzempfindlichkeit, senkt das Fieber und wirkt entzündungshemmend.
Anwendungsgebiete von Ibuprofen
Ibuprofen wird zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Es wird häufig bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Akute und chronische Gelenkentzündungen
- Reizzustände bei Arthrose
- Schmerzhafte Schwellungen nach Verletzungen
- Kopfschmerzen
- Zahnschmerzen
- Fieber
Darreichungsformen und Dosierung
Ibuprofen ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Granulat, Infusionen, Säfte, Zäpfchen, Cremes und Pulver. Die Dosierung hängt vom Alter, dem Gewicht und der zu behandelnden Erkrankung ab.
Für Kinder gibt es Ibuprofen als Saft, der je nach Alter und Gewicht dosiert werden kann. Es ist wichtig, die empfohlene Dosierung genau einzuhalten und die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum anzuwenden, der zur Symptomkontrolle erforderlich ist.
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Mögliche Nebenwirkungen von Ibuprofen
Wie alle Medikamente kann auch Ibuprofen Nebenwirkungen verursachen. Die meisten Nebenwirkungen sind jedoch selten und treten nur bei einem kleinen Teil der Anwender auf.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung
- Geringfügige Blutverluste aus Magen und Darm
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Schlafstörungen
- Erregungszustände
- Reizbarkeit
- Müdigkeit
- Hautausschlag
- Juckreiz
Seltene Nebenwirkungen sind:
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch
- Schwere Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen
- Ohrgeräusche und Hörstörungen
- Bluthochdruck
- Leber- und Nierenschäden
- Blutbildungsstörungen
Auswirkungen auf das Gehirn
Jüngste Studien haben gezeigt, dass Ibuprofen möglicherweise Auswirkungen auf das Gehirn haben kann. Eine Studie der SRH University und der Universität des Saarlandes ergab, dass Ibuprofen den Stoffwechsel bestimmter Fette im Gehirn beeinflusst, die in enger Verbindung mit der Alzheimer-Krankheit stehen.
Die Studie zeigte, dass Ibuprofen die Konzentration bestimmter Lipide erhöht, die entscheidend für die Gesundheit der Hirnzellen sind, wie Phosphatidylcholin und Sphingomyelin. Andererseits führte Ibuprofen auch zu einem Anstieg der Triacylglyceride und einer Abnahme der Plasmalogene, was potenziell nachteilige Auswirkungen haben könnte.
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Weitere Studien haben gezeigt, dass Ibuprofen die menschliche Wahrnehmung von Süße verändern und möglicherweise Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel haben könnte. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Ibuprofen bei langfristiger Einnahme das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Alzheimer und Darmkrebs verringern könnte.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Studien noch vorläufig sind und weitere Forschung erforderlich ist, um die Auswirkungen von Ibuprofen auf das Gehirn vollständig zu verstehen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Ibuprofen sollte nicht eingenommen werden, wenn:
- Ihr Kind allergisch gegen Ibuprofen oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels ist
- Ihr Kind schon einmal auf die Einnahme von Acetylsalicylsäure oder einem anderen NSAR mit Bronchospasmus, Asthmaanfällen, Schwellung der Nasenschleimhaut, Angioödem oder Hautausschlag reagiert hat
- Ihr Kind an ungeklärten Blutbildungsstörungen leidet
- Ihr Kind an bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen/Zwölffingerdarm-Geschwüren oder Blutungen im Magen-Darm-Bereich leidet
- Ihr Kind schon einmal im Zusammenhang mit der Einnahme von NSAR eine Blutung oder einen Durchbruch im Magen oder Darm hatte
- Ihr Kind an einer Gehirnblutung oder an anderen aktiven Blutungen leidet
- Ihr Kind unter einer schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörung leidet
- Ihr Kind unter einer schweren Herzschwäche leidet
- Ihr Kind unter schwerer Austrocknung leidet
- Ihr Kind sich in den letzten drei Monaten einer Schwangerschaft befindet
- Ihr Kind weniger als 10 kg wiegt (oder jünger als 1 Jahr ist)
- Ihr Kind an bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen leidet
- Ihr Kind an bestimmten Erkrankungen des Immunsystems leidet
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn:
- Ihr Kind eine Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion hat
- Ihr Kind an Austrocknung leidet
- Ihr Kind an Bluthochdruck oder Herzschwäche leidet
- Ihr Kind an Allergien, Nasenpolypen, chronischen Schwellungen der Nasenschleimhaut oder chronischen, die Atemwege verengenden Atemwegserkrankungen leidet
- Ihr Kind sich direkt nach einer größeren Operation befindet
- Ihr Kind eine Infektion hat
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Ibuprofen kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen oder von diesen beeinflusst werden. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Ihr Kind andere Arzneimittel einnimmt/anwendet, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet hat oder beabsichtigt, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
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Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:
- Gerinnungshemmenden Arzneimitteln
- Methotrexat
- Acetylsalicylsäure und anderen entzündungshemmenden Schmerzmitteln
- Glucocorticoiden
- Blutplättchen-Aggregationshemmern und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern
- Wassertabletten (Diuretika) und Arzneimitteln, die den Blutdruck senken
- ACE-Hemmern
- Zidovudin
- Ciclosporin
- Tacrolimus
- Kaliumsparenden Entwässerungsmitteln
- Sulfonylharnstoffen
- Probenecid und Sulfinpyrazon
- Chinolon-Antibiotika
- Voriconazol und Fluconazol
Ibuprofen und Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sollte Ibuprofen nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Ibuprofen nicht eingenommen werden, da es die Entwicklung des Babys negativ beeinflussen kann.
Ibuprofen und Stillzeit
Ibuprofen geht in die Muttermilch über. In der Regel kann Ibuprofen während der Stillzeit eingenommen werden, da die Menge, die in die Muttermilch übergeht, gering ist und keine negativen Auswirkungen auf das Kind zu erwarten sind.