Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben erfährt. Die meisten sind harmlos und verschwinden schnell wieder, aber chronische oder starke Kopfschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sogar zur Berufsunfähigkeit führen. Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen zu verstehen, um die richtige Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die ohne bestimmte Ursache auftreten. Die häufigsten sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Die internationale Kopfschmerzgesellschaft hat ein Ordnungssystem festgelegt, das alle Arten von Kopfschmerzen in zwei große Gruppen einteilt. Wenn der Kopfschmerz durch keine anderen organischen Ursachen hervorgerufen wird, spricht man von primären Beschwerden. Wesentlich seltener sind die sogenannten sekundären Kopfschmerzen. Im Gegensatz dazu äußert sich Migräne meist als pochend-pulsierender Schmerz. Ganz neu aufgetretene, heftige Kopfschmerzen sollten ärztlich untersucht werden, denn es kann auch etwas Ernstes dahinterstecken. Die Hausärztin oder der Hausarzt ist ein kompetenter erster Ansprechpartner.
Primäre Kopfschmerzarten: Ein Überblick
Kopfschmerzen, die keine bestimmte Ursache wie zum Beispiel eine andere Erkrankung oder einen Unfall haben, werden als primäre Kopfschmerzen bezeichnet. Zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten gehören:
- Spannungskopfschmerzen: Dies ist die häufigste Form von Kopfschmerzen.
- Migräne: Migräne-Kopfschmerzen sind nicht so häufig wie Spannungskopfschmerzen. Trotzdem haben viele Erwachsene und Kinder damit zu tun. Frauen haben häufiger Migräne als Männer, oft vor oder während ihrer Menstruation. Da Migräneschmerzen deutlich stärker sind als Spannungskopfschmerzen, schränken sie auch mehr ein.
- Cluster-Kopfschmerzen: Cluster-Kopfschmerzen treten in Episoden, die einige Wochen dauern, gehäuft auf. Es kommt dann meist täglich zu Attacken. Dabei schmerzt immer nur eine Kopfseite im Bereich der Schläfe und um das Auge herum. In der Regel ist auch bei weiteren Episoden immer dieselbe Seite betroffen. Weil sich die Beschwerden in einer bestimmten Zeit häufen, spricht man auch von Cluster-Kopfschmerzen (engl. cluster = Gruppe, Häufung).
Spannungskopfschmerzen: Der "Schraubstock" im Kopf
Spannungskopfschmerzen hat fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben. Sie sind meist leicht bis mittelstark und werden oft als dumpf, drückend oder ziehend beschrieben. Viele Betroffene haben das Gefühl, einen "Schraubstock" um den Kopf zu haben oder einen zu engen Hut zu tragen. Die Schmerzen können von Stunden bis zu mehreren Tagen anhalten und den gesamten Kopf betreffen, manchmal auch den Nacken- und Schulterbereich.
Symptome von Spannungskopfschmerzen
- Leichte bis mittelstarke Schmerzen
- Dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz
- Beidseitige Lokalisation, oft den ganzen Kopf betreffend
- Keine Verstärkung durch körperliche Aktivität
- Selten Begleitsymptome wie Licht- oder Lärmempfindlichkeit
Ursachen und Auslöser von Spannungskopfschmerzen
Welche Mechanismen genau für den Spannungskopfschmerz verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Patient*innen haben häufig das Gefühl, dass Verspannungen der Nacken- oder Kaumuskulatur die Spannungskopfschmerzen verursachen. Dies konnte bisher jedoch nicht bewiesen werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Spannungskopfschmerzen von übererregbaren Nervenfasen verursacht werden. Das heißt, dass Reize, die gewöhnlich keine Schmerzen auslösen, dies plötzlich tun. Man bezeichnet dieses Phänomen auch als „Sensibilisierung“ von Schmerzfasern.
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Zu Spannungskopfschmerzen kommt es häufig bei:
- Stress
- Schlafmangel
- Schlechter Luft
- Flüssigkeitsmangel
In vielen Fällen ist aber auch kein direkter Auslöser für die Spannungskopfschmerzen zu erkennen.
Behandlung von Spannungskopfschmerzen
Wenn Spannungskopfschmerz gelegentlich auftritt, kann er meist mit gewöhnlichen Schmerzmitteln wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol gut behandelt werden. Etwas Pfefferminzöl an den Schläfen oder im Nacken kann ebenfalls lindernd auf die Spannungskopfschmerzen wirken. Wichtig ist: Schmerzmedikamente sollte man höchstens zehn Tage pro Monat nehmen. Bei häufigerer Einnahme können Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen, die sich dann ähnlich anfühlen, wie der Spannungskopfschmerz.
Weitere Maßnahmen zur Linderung von Spannungskopfschmerzen:
- Wasser trinken: Häufig steckt hinter leichten Kopfschmerzen ein Flüssigkeitsmangel. Ein großes Glas Wasser kann Abhilfe schaffen.
- Bewegung: Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann Wunder wirken, denn dadurch wird die Durchblutung verbessert.
- Wärme: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen. Dafür eignet sich ein Kirschkernkissen im Nacken oder ein Wärmepflaster.
- Pfefferminzöl: Schläfen, Stirn und Nacken großzügig mit Minzöl einreiben.
- Kräutertee: Auch andere Pflanzen können Kopfschmerzen lindern. Dazu zählen Rosenblüten, Lavendel, Weidenrinde, Melisse oder Mädesüß. In der Regel werden die getrockneten Pflanzen als Tee aufgegossen.
- Kaffee: Das Koffein im Kaffee hemmt die sogenannten Prostaglandine.
Weniger Stressbelastung bzw. Wenn das nicht hilft, kann mit Medikamenten eine Kopfschmerzprophylaxe begonnen werden. Dazu wird beim Spannungskopfschmerz vor allem der Wirkstoff Amitriptylin eingesetzt, der bei regelmäßiger Einnahme die Kopfschmerzhäufigkeit reduziert. Der Effekt tritt, anders als bei den üblichen Schmerzmitteln, erst nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme auf. Manchmal ist eine Verhaltenstherapie oder eine sogenannte multimodale Schmerztherapie angebracht. Das gilt besonders für sehr häufige Spannungskopfschmerzen mit starker Einschränkung im Alltag oder wenn man oft weitere Kopfschmerzen wie Migräne hat. Die Verhaltenstherapie hilft, Auslöser für den Kopfschmerz zu erkennen und vermeiden. Eine multimodale Kopfschmerztherapie kombiniert ausführliche Information über die Erkrankung mit Bewegung, Entspannungstechniken und Behandlung mit Medikamenten.
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Migräne: Wenn der Kopf pulsiert
Kopfschmerzen werden als Migräne eingestuft, wenn mehr als fünfmal Schmerzattacken mit den typischen Beschwerden aufgetreten sind:
- mittelstarke bis starke, als pulsierend, hämmernd oder pochend empfundene Schmerzen, meist vor allem im vorderen Kopfbereich
- oft nur halbseitige Schmerzen, wobei die Seite wechseln kann
- Schmerzattacken, die mindestens vier Stunden und bis zu drei Tage dauern (bei Kindern mindestens zwei Stunden)
- Licht-, Geräusch- und / oder Geruchsempfindlichkeit
- häufig auch Übelkeit, zum Teil mit Erbrechen und
- Beschwerden, die sich durch körperliche Aktivität verstärken.
Migräne ist eine weitverbreitete Krankheit, die Menschen aller Kulturen betrifft. Weltweit sind schätzungsweise acht von hundert Männern und 18 von hundert Frauen an einer Migräne erkrankt. Zehn bis 15 Prozent der Patient*innen mit Migräne erleben vor dem Eintreten der Kopfschmerzen eine sogenannte Aura, die mit einer veränderten Wahrnehmung einhergeht, wie beispielsweise Sehstörungen. Migräne tritt in Attacken auf, die zwischen vier Stunden und drei Tagen andauern können. Bei Kindern können die Attacken auch kürzer sein. Bei den meisten Menschen treten die Migräneattacken nur an ein paar Tagen im Monat auf. Wenn die Betroffenen an bis zu 14 Tagen im Monat an migräneartigen Kopfschmerzen leiden, spricht man von einer episodischen Migräne. Kommt es über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mehr als 15 Tagen im Monat zu migräneartigen Kopfschmerzen, handelt es sich um eine chronische Migräne.
Symptome der Migräne
Migräne verursacht starke, stechende, pochende oder pulsierende Schmerzen im Stirn- und Schläfenbereich. Anders als bei Spannungskopfschmerzen werden die Kopfschmerzen bei Migräne bei leichter körperlicher Anstrengung schlimmer. Ein wichtiger Unterschied zu den Spannungskopfschmerzen sind auch die Begleitsymptome der Migräne. Folgende Symptome und Beschwerden können die Kopfschmerzen bei einem Migräneanfall begleiten:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Ruhebedürfnis
- Lichtüberempfindlichkeit
- Geräuschüberempfindlichkeit
- Geruchsüberempfindlichkeit
Migräne mit Aura
Eine Migräne kann manchmal von Sehstörungen, Lichtblitzen, Missempfindungen der Haut (zum Beispiel Kribbeln) oder Schwindel begleitet werden. Dies wird als Aura bezeichnet. Eine Aura kann vor oder während einer Migräneattacke auftreten. Etwa jeder siebte bis zehnte Migräne-Patientin erlebt bei einer Migräneattacke vor den Kopfschmerzen eine Aura. Damit bezeichnet man eine kurze Phase, in der es zu Wahrnehmungsstörungen und Störungen verschiedener Nervenfunktionen kommt. Bei einer Migräne mit Aura kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:
- Sehstörungen (Flimmersehen)
- Kribbeln an einer Körperseite
- Leichte Sprachstörungen
- Selten Lähmungserscheinungen
Ursachen und Auslöser der Migräne
Migräne wird auf Entzündungen kleiner Blutgefäße in den Hirnhäuten zurückgeführt. Die Entzündungsreaktionen reizen Fasern des Nervensystems, die für die Weiterleitung der Schmerzempfindung und für die Regulation verschiedener Körperfunktionen, zum Beispiel des Brechreizes, zuständig sind. Während einer Migräneaura breitet sich eine Erregungswelle über die Großhirnrinde aus, und verursacht so die verschiedenen Aura-Erscheinungen.
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Für die Erkrankung gibt es wahrscheinlich eine genetische Veranlagung, denn bei 70 Prozent der Betroffen leiden auch nahe Verwandte unter Migräne. Wie es genau zu einer Migräneattacke kommt, ist nicht geklärt. Doch man kennt einige Faktoren, die bei verschiedenen Patient*innen eine Migräneattacke auslösen können. Hierzu gehören:
- Stress
- Veränderter Tagesrhythmus
- Flüssigkeitsmangel
- Auslassen einer Mahlzeit
Bei Frauen kann das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, die Entstehung und Schwere von Migräneattacken beeinflussen:
- Schwankungen des Östrogenspiegels führen während oder kurz vor der Menstruation zu besonders heftigen Attacken
- In der zweiten Hälfte einer Schwangerschaft bessert sich eine Migräneerkrankung meist vorübergehend
- Eine Migräne verschlimmert sich häufig während der Wechseljahre
- Sobald die Menopause eingetreten ist, bessert sich die Migräne meist
Augenmigräne
Augenmigräne ist eine migräneartige Erkrankung ohne oder mit geringen Kopfschmerzen. Bei der Augenmigräne kommt es vor allem zu vorübergehenden Sehstörungen wie:
- Gesichtsfeldausfälle (Skotome): hierbei ist der Wahrnehmungsbereich des Auges kleiner als üblich
- Flackern und Flimmern vor den Augen, auch bei geschlossenen Augen möglich
- Lichtblitze oder Zickzacklinien im Auge, die häufig mit Gesichtsfeldausfällen einhergehen (Flimmerskotom)
- Kurzzeitiger Sehverlust auf einem Auge
Die Sehstörungen dauern bei einer Augenmigräne bis zu einer halben Stunde an. Sie werden häufig von Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen begleitet. Kopfschmerzen können bei einer Augenmigräne aber auch völlig ausbleiben.
Behandlung von Migräne
Wenn sich eine Migräne-Attacke ankündigt, so würde ich Ihnen empfehlen, soweit es Ihnen möglich ist, sich aus dem Alltag zurückzuziehen, aus dem Beruf, falls möglich, sich reizabzuschirmen in einem dunklen, ruhigen Raum, eventuell die Stirn- und die Schläfenpartie zu kühlen und das von Ihrem Arzt verordnete Medikament einzunehmen.
Wenn Sie an einer Migräne-Attacke leiden, ist die Empfehlung, so rasch wie möglich eine Schmerztablette einzunehmen und auch in ausreichender Dosierung.
Cluster-Kopfschmerzen: Der "glühende Dolch"
Cluster-Kopfschmerzen sind sehr viel seltener als Spannungskopfschmerzen und Migräne. Von Clusterkopfschmerzen ist etwa eine von tausend Personen betroffen. Die Clusterkopfschmerzen kommen anders als Spannungskopfschmerzen und Migräne öfter bei Männern als bei Frauen vor. Die ersten Clusterkopfschmerzattacken erleiden die Betroffenen in der Regel in einem Alter von 20 bis 40 Jahren.
Cluster-Kopfschmerzen treten in Episoden, die einige Wochen dauern, gehäuft auf. Es kommt dann meist täglich zu Attacken. Dabei schmerzt immer nur eine Kopfseite im Bereich der Schläfe und um das Auge herum. In der Regel ist auch bei weiteren Episoden immer dieselbe Seite betroffen. Weil sich die Beschwerden in einer bestimmten Zeit häufen, spricht man auch von Cluster-Kopfschmerzen (engl. cluster = Gruppe, Häufung).
Symptome von Cluster-Kopfschmerzen
sind sehr stark - es sind die stärksten primären Kopfschmerzen,
- werden als brennend, stechend oder bohrend empfunden,
- dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden an,
- können über Tage oder Wochen gehäuft (in Episoden) - bei manchen mehrmals täglich - und zu gleichen Uhrzeiten auftreten, meist in den frühen Morgenstunden, und
- werden von Beschwerden wie verstopfter Nase, Augenrötung, Schwitzen auf der Stirn oder einem tränenden Auge begleitet.
Clusterkopfschmerzen treten in aktiven Phasen von vier bis zwölf Wochen stark gehäuft auf, um dann wieder für Monate oder Jahre zu verschwinden (beschwerdefreie Phasen). In den aktiven Phasen kommt es mindestens alle zwei Tage bis zu achtmal täglich zu äußerst heftigen Schmerzattacken, die von 15 Minuten bis zu drei Stunden anhalten können. Häufig treten die Attacken zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel morgens oder nach dem Einschlafen auf. Die Clusterkopfschmerzen treten immer einseitig im Bereich eines Auges und der Schläfe auf. Patient*innen beschreiben die Clusterkopfschmerzen in der Regel als stechend, pochend und bohrend. Folgende Symptome können die Clusterkopfschmerzen begleiten:
- Starker Bewegungsdrang
- Rötung des Auges
- Auge tränt
- Verengte Pupille
- Einseitig verstopfte oder laufende Nase
- Herabhängendes oder geschwollenes Augenlid
Cluster-Kopfschmerzen werden durch Bewegung manchmal etwas erträglicher. Deshalb sind Betroffene - anders als bei einer Migräne - während einer Attacke eher unruhig und gehen zum Beispiel auf und ab.
Ursachen und Auslöser von Cluster-Kopfschmerzen
Da die Symptome von Clusterkopfschmerzen auch mit Kopfschmerzen durch andere Krankheiten verwechselt werden können, werden weiterführende Untersuchungen, wie beispielsweise eine Kernspintomographie durchgeführt, um diese anderen Krankheiten sicher auszuschließen.
Als mögliche Auslöser von Clusterkopfschmerzen gelten Alkohol (auch kleine Mengen) und Aufenthalte in großer Höhe (Flugreisen, Bergsteigen über 2500 Meter).
Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen
Der stärkste Kopfschmerz ist der Cluster-Kopfschmerz.
Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch: Ein Teufelskreis
Der sogenannte Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz kann sich entwickeln, wenn Menschen mit Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum sehr häufig Kopfschmerzmittel einnehmen. Eine Faustregel besagt, dass ein Übergebrauch besteht, wenn jemand über mindestens drei Monate an mehr als zehn Tagen im Monat Medikamente gegen Kopfschmerzen einnimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Medikament ärztlich verordnet oder rezeptfrei in der Apotheke erworben wurde.
Kennzeichnend für Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch ist, dass es immer häufiger zu Kopfschmerzanfällen kommt, diese immer länger andauern und Medikamente immer schlechter gegen die Schmerzen wirken. Viele Betroffene berichten auch, dass sie zwischen den eigentlichen Kopfschmerzattacken einen andauernden leichten Kopfdruck spüren: Sie haben kaum noch einen „klaren Kopf“.
Therapie des Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerzes
Die Therapie des Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerzes beginnt mit einer mindestens zweiwöchigen Medikamentenpause unter ärztlicher Kontrolle. In dieser Zeit dürfen keine Schmerzmedikamente eingenommen werden. Bei mehr als zwei Dritteln der Betroffenen verbessert die Medikamentenpause die Symptome durch den Übergebrauchskopfschmerz deutlich. Die ersten Tage ohne Medikamente sind jedoch meist hart für die Betroffenen: Es treten mitunter sehr starke Kopfschmerzen auf, die zum Teil von Übelkeit, Schweißausbrüchen, Herzklopfen und innerer Unruhe begleitet werden können. Diese Beschwerden werden aber nach wenigen Tagen deutlich besser.
Nach der Medikamentenpause erscheint in der Regel der Kopfschmerz, der zur Einnahme der Schmerzmedikamente führte. Diese ursprünglichen Kopfschmerze…
Diagnose von Kopfschmerzen: Dem Schmerz auf der Spur
Für den Arzt und die Ärztin ist es wichtig, dass Sie Ihre Kopfschmerzen so genau wie möglich beschreiben können, da normalerweise schon allein durch das ärztliche Gespräch der Kopfschmerz diagnostiziert werden kann. „… oder sogar stechend wie ein glühendes Messer?“, wie z.B. Die Stärke der Kopfschmerzen wird meistens mittels einer Skala festgelegt. Wir verwenden dazu die Schmerzskala, die von 0 bis 10 reicht.
Die Dokumentation des Kopfschmerzes und seiner Begleiterscheinungen in einem Kopfschmerz-Tagebuch erleichtert die Identifikation der Auslöser. In einem Kopfschmerz-Tagebuch können Sie die Häufigkeit und die Ausprägung Ihrer Kopfschmerzen eintragen. Durch Einblick in Ihr Kopfschmerz-Tagebuch sieht Ihre Ärztin/Ihr Arzt, wie häufig Sie an Kopfschmerzen leiden und wie oft Sie Schmerzmittel einnehmen. Ihnen selbst kann das Kopfschmerz-Tagebuch Hinweise auf bislang noch nicht identifizierte Kopfschmerz-Trigger geben. Diese Entscheidung treffen die ÄrztInnen gemeinsam mit den PatientInnen. Ein zu langes Führen des Kopfschmerz-Tagebuchs ist nicht ratsam, da der Kopfschmerz dadurch zu sehr in den Vordergrund rücken kann.
In einem Kopfschmerz-Tagebuch oder einer Kopfschmerz-App können Sie die Häufigkeit Ihrer Kopfschmerzen und auch die Ausprägung Ihrer Kopfschmerzen dokumentieren. Ihr Kopfschmerz-Tagebuch ist für uns Ärzte insofern wichtig, da wir einerseits sehen, wie oft Sie an Kopfschmerzen leiden, wie oft Sie Schmerzmittel brauchen, ob das zu häufig ist, ob es notwendig ist, eine vorbeugende Therapie zu beginnen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie häufig an Kopfschmerzen leiden, wenn Sie an starken Kopfschmerzen leiden oder die Kopfschmerzen Sie beunruhigen, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Der erste Ansprechpartner für Ihre Kopfschmerzen soll der behandelnde Hausarzt sein, der dann entscheidet, ob er Sie weiter verweist zum Facharzt für Neurologie, deren Spezialgebiet der Kopfschmerz ist. Da kann es oft hilfreich sein, dass man sich die Fragen aufschreibt, diese Liste dann auch mitnimmt. Üblicherweise wird der Arzt bereits im Erstgespräch die Diagnose Ihres Kopfschmerzes stellen können. In unklaren Fällen wird er Sie bitten, Ihre Kopfschmerzen zu dokumentieren.
Neurologische Untersuchung
Der Neurologe wird Sie nach dem Gespräch untersuchen. Es werden die verschiedenen Funktionen des zentralen und peripheren Nervensystems geprüft. Das sind einerseits die Hirnnerven. Hier schaut man sich an, ob z.B. die Austrittspunkte des Gesichtsnerves schmerzhaft sind. Man schaut sich an, ob sozusagen die Gesichtsmimik symmetrisch ist, ob es Einschränkungen im Sichtbereich gibt, im Gesichtsfeld, ob es Probleme beim Schlucken, bei der Artikulation gibt. Dann wird er noch schauen, ob die Kraft seitengleich ist, die Muskelspannung, er wird die Reflexe prüfen, die Muskeleigenreflexe. Weiters gibt es noch Tests für verschiedene andere Bereiche des Gehirns, wie z.B. das Gleichgewichtsorgan im Kleinhirn.
Technische Zusatzuntersuchungen
Technische Zusatzuntersuchungen sind immer dann nötig, wenn der Verdacht auf eine sekundäre Kopfschmerzform besteht. Manchmal veranlassen wir aber auch bei primären Kopfschmerzsyndromen weitere Untersuchungen - immer dann, wenn sich die Art oder Häufigkeit bekannter Kopfschmerzen merklich ändert oder neue Beschwerden dazukommen. Im Gespräch mit Ihnen gehen wir Ihren Kopfschmerzen auf den Grund. Eine Zusatzuntersuchung kann Ihnen auch die Sorge nehmen, an einer schweren Erkrankung, wie einem Hirntumor oder einem Schlaganfall, zu leiden.
- CCT (Cranielle Computertomographie): Es ist eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen, die nicht lange dauert, im Schnitt einige Minuten. Sie müssen sich dafür auf eine Liege legen und werden sozusagen in eine Röhre geführt. Die Röhre ist aber eher ein Ring. Das heißt: Er ist nach hinten und vorne offen. Und gerade für Patienten mit Platzangst ist die Durchführung einer Computertomographie meist kein Problem.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei der Magnetresonanztomographie ist es so, dass die Untersuchung nicht mit Röntgenstrahlen durchgeführt wird, sondern durch Magnetfelder. Das heißt: Bei Patienten, die Metallimplantate oder Metall im Körper haben oder einen Herzschrittmacher, ist meist kein MRT möglich. Die Untersuchung dauert länger als die Computertomographie und ist sehr laut. Diese Magnetfelder machen sehr laute Geräusche. Hierfür bekommen Sie aber meistens einen Ohrenschutz, zum Teil auch Musik. Und im Unterschied zur Computertomographie ist die Röhre der Magnetresonanztomographie schon eher eng.
- EEG (Elektroenzephalogramm): Der Ausdruck EEG steht für Elektroenzephalogramm und ist eine Methode, mit der die Hirnströme gemessen werden können. Für die Diagnostik im Kopfschmerzbereich hat das EEG eigentlich kaum bis keine Berechtigung. Eine Ausnahme ist, wenn Sie zum Beispiel an Migräne-Auren leiden, die atypisch verlaufen.