Viele Menschen leiden unter Nervenschmerzen im Fuß, oft im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Polyneuropathie. Dieser Artikel untersucht die Anwendung von Igelbällen zur Linderung dieser Schmerzen und zur Förderung der Entspannung. Wir werden die Ursachen von Nervenschmerzen, die Vorteile der Massage, die richtige Anwendung von Igelbällen und ergänzende Übungen betrachten.
Nervenschmerzen im Fuß: Ursachen und Zusammenhänge
Nervenschmerzen im Fuß können verschiedene Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist die Polyneuropathie, eine Erkrankung, bei der periphere Nerven geschädigt werden. Dies kann zu Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln, Taubheit, stechenden Schmerzen und sogar zum Verlust der Feinmotorik führen. Die Behandlung mit einer Chemotherapie kann die Schädigung von Nervenzellen zur Folge haben. An Händen und Füßen fängt es meistens an: Es kribbelt, die Haut fühlt sich taub oder pelzig an. Die Missempfindungen können sich steigern zu Nadelstichen und Schmerzen. Bei allen diesen Beschwerden handelt es sich um Sensibilitätsstörungen, die durch eine Schädigung von Nerven in der Körperperipherie zustande kommen. Der Fachbegriff lautet Polyneuropathie.
Schmerzen bei Polyneuropathie entstehen nicht immer direkt in den geschädigten Nerven. Sehr oft kommen Schmerzen aus überlasteter Muskulatur hinzu. In vielen Fällen verursachen die beschädigten Nerven Schmerzen, die durch Muskelverspannungen verstärkt werden. Es kommt zu kleinen Krämpfen an bestimmten Stellen in den Muskelfasern, die sich von alleine nicht mehr auflösen können. Diese Minikrämpfe stören die Arbeit des Muskels und der Nerven. Durch die Erkrankung funktioniert das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln nicht mehr wie bei gesunden Menschen. Die Bewegungsmuster verändern sich und häufig müssen Schonhaltungen oder unnatürliche Bewegungen genutzt werden. In der Folge kommt es zu immer mehr solcher Verkrampfungen.
Die Vorteile der Massage bei Nervenschmerzen
Wenn man Schmerzen hat, neigt man automatisch dazu, die betroffenen Stellen zu massieren. Das kann auch bei Polyneuropathie sinnvoll sein. Leider lassen sich durch eine Massage keine geschädigten Nerven heilen. Allerdings kann die Massage häufig trotzdem helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Ob eine Massage tatsächlich hilft, kann man allerdings auch nur dadurch herausfinden, dass man die Muskeln massiert. Denn eine klare verlässliche Diagnostik gibt es wie gesagt nicht. Allerdings hat man auch nichts zu verlieren, denn es ist mit keinen schweren Nebenwirkungen der Massage zu rechnen. Wenn man die Muskelverkrampfungen allerdings behandelt, erreicht man häufig Verbesserungen der Schmerzen. Ich hatte sogar mehrere Patienten, bei denen die Schmerzen nach einer Behandlung der Muskulatur ganz verschwanden. In diesen Fällen war die Schmerzursache also nicht die Polyneuropathie, sondern die Verkrampfung der Muskulatur. In vielen Fällen lassen sich die Schmerzen auch auf kleinere Areale beschränken.
Die Massage mit einem Igelball fördert die Entspannung von Körper und Geist. Die Anwendung des Balls auf verkrampften und verspannten Muskeln kann dabei helfen, diese zu lockern und zu entspannen. Eine regelmäßige Anwendung kann somit auch das allgemeine Stressniveau reduzieren.
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Der Igelball: Ein vielseitiges Hilfsmittel zur Schmerzlinderung
Der Igelball ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel zur Schmerzlinderung. Die Noppen des Balls stimulieren die Nervenenden und fördern so die Freisetzung von Endorphinen, den körpereigenen Schmerzmitteln. Durch das Massieren von Muskeln und Faszien können Verspannungen gelöst und Schmerzen gelindert werden. Besonders bei Fußschmerzen, Plantarfasziitis und Schmerzen im Fußballen kann der Igelball effektive Linderung bringen. Die Noppen auf den Igelbällen stimulieren die Haut und können die Durchblutung anregen.
Auswahl des richtigen Igelballs
Igelbälle sind in verschiedenen Größen und Materialien erhältlich. Kleinere Bälle eignen sich besser für die gezielte Massage von kleineren Muskelpartien, während größere Bälle besser für größere Muskelgruppen geeignet sind. Bezüglich des Materials können Igelbälle aus weichem PVC oder festerem Gummi bestehen. Der Härtegrad des Igelballs beeinflusst die Intensität der Massage. Weichere Bälle eignen sich besser für eine sanfte Massage und Entspannung, während härtere Bälle besser für die gezielte Behandlung von Verspannungen und Verklebungen geeignet sind. Die Auswahl des richtigen Igelballs hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Probieren Sie verschiedene Größen, Materialien und Härtegrade aus, um den perfekten Igelball für Sie zu finden.
Richtige Anwendung des Igelballs
Sehr häufig verwenden Patienten zur Massage sogenannte Igelbälle. Diese haben zahlreiche Stacheln aus Hartgummi, die in die Haut piksen. Massagen mit einem solchen Ball sind leider wenig wirksam. Man erreicht dadurch nur punktuellen Druck. Dadurch kann zwar möglicherweise die Durchblutung gesteigert werden und manchmal fühlt sich das auch gut an. Das liegt insbesondere daran, dass man mit den Igelbällen nicht fest genug drücken kann um eine Wirkung in der Tiefe des Gewebes zu erzeugen. Für die hier vorgestellte Form der Massage sind Igelbälle deshalb nicht geeignet.
Bei der Anwendung von Igelbällen ist es wichtig, dass langsam und vorsichtig vorgehen und nicht zu großen Druck ausüben. Hören sie mit der Übung direkt auf, wenn Sie Schmerzen oder Unbehagen verspüren. Wenn Sie die Noppenbälle zur Massage verwenden, sollten Sie die Übung immer auf einer bequemen und stabilen Unterlage durchführen.
Spezifische Übungen mit dem Igelball für den Fuß
- Massage der Fußsohle: Setze dich auf einen Stuhl oder eine stabile Unterlage und lege den Igelball unter die Füße. Man stellt dann den Fuß auf den Ball und rollt über die schmerzhaften Stellen, geht dann ohne Druck an den Ausgangspunkt zurück und beginnt von neuem. Auch hier ist es sehr wichtig, nicht allzu großen Druck anzuwenden. Das richtige Maß an Druck können Sie selbst also besser steuern als jeder andere - leichter Schmerz, aber gerade noch angenehm, der sogenannte Wohlschmerz. Daran sehen Sie: wie fest die Massage sein darf und wo genau Ihre Schmerzen sind fühlen Sie selbst am besten.
- Massage der Zehen: Verwende den Igelball, um die Zehen zu massieren.
- Massage bei Fersenschmerzen: Um Fersenschmerzen mit einem Igelball zu lindern, können Sie ihn zum Beispiel unter die Ferse legen und langsam darüber rollen oder ihn zwischen den Zehen rollen, um die Muskeln in den Füßen zu lockern.
Ergänzende Maßnahmen und Übungen
Neben der Massage mit dem Igelball gibt es weitere Maßnahmen und Übungen, die zur Linderung von Nervenschmerzen im Fuß beitragen können:
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- Manuelle Therapie: In meiner eigenen Praxis verwende ich osteopathische Methoden, um die schmerzenden Muskeln zu behandeln. Das ist in der Regel für den Patient nahezu schmerzfrei und die Muskulatur spricht sehr gut darauf an. Allerdings kommen die Triggerpunkte, und damit die schmerzen häufig zurück, denn die Polyneuropathie und damit der Kern der Problematik bleibt ja bestehen.
- Dehnübungen: Spezielle, aber einfache Dehnübungen nach der Massage sorgen für länger anhaltende Entspannung. Besonders bei Dehnübungen gilt, dass Sie selbst am besten spüren, was Ihnen gut tut und was zu viel ist. Deshalb ist es dabei besonders wichtig, zu erlernen wie man die Dehnung selbst zu Hause durchführt.
- Massage der Wadenmuskulatur: Wenn die Zehen schmerzen ist es besonders sinnvoll, die Muskeln die die Zehen bewegen zu massieren (Musculus Flexor Digitorum Longus und Musculus Flexor Hallucis Longus). Diese werden sehr häufig übersehen, denn sie befinden sich weit entfernt von den Zehen in der Wade.
- Fußgymnastik: Bewegung kann die Durchblutung anregen, die Muskulatur stärken. Durch gezielte Bewegungen wird die Durchblutung in der Plantarfaszie gesteigert, was die Regeneration fördert. Dehnen und Mobilisieren helfen, Spannungen zu reduzieren. Faszienrollen und Trigger-Produkte helfen, Verklebungen und Verspannungen in der Fußmuskulatur zu lösen.
- Barfußlaufen: Laufe zum Beispiel regelmäßig barfuß auf unebenen Böden wie Sand, Gras oder Kies.
- Geeignetes Schuhwerk: Setze auf gut gedämpfte Modelle, die dein Fußgewölbe stützen und deinen Füßen Stabilität geben. Schuhe mit guter Dämpfung, einer stabilen Fußgewölbestütze und ausreichend Platz für die Zehen sind ideal. Schuhe, die deine Ferse leicht erhöhen, können zusätzlichen Druck auf die Plantarfaszie reduzieren und somit dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit für Fersenschmerzen zu senken.
Triggerpunktmassage
Ziel der Massage bei Polyneuropathie sind sogenannte Myofasziale Triggerpunkte, hier der Einfachheit halber Triggerpunkte genannt. Trigger bedeutet auf Englisch Auslöser. Diese Punkte sind quasi das Zentrum von Muskelverkrampfungen. Es sind Knötchen von der Größe einer Erbse, die sehr schmerzempfindlich sind und auch ausstrahlende Schmerzen verursachen können. Das heißt, wenn sich ein solcher Triggerpunkt in der Wadenmuskulatur befindet, kann das Schmerzen im Fuß verursachen. Glücklicherweise finden sich diese Punkte meist an den gleichen Stellen und verursachen auch Schmerzen an vorhersagbaren Stellen. Ob man die richtige Stelle gefunden hat merkt man übrigens sehr schnell, indem man in die Muskeln drückt. Dabei findet man häufig Stellen, an denen der Druck Schmerzen verursacht. Man sucht nun mit den Fingerspitzen weiter und versucht, die schmerzhafteste Stelle zu finden. Diese massiert man dann mit langsamem, aber festem Druck, wobei ein leichter Schmerz spürbar werden sollte. Dieser darf allerdings lediglich so stark sein, dass er sich gerade noch gut anfühlt. Es sollte sich also um einen Wohlfühlschmerz handeln.
Bei dieser Massage sollte man zunächst versuchen, den Triggerpunkt möglichst genau zu finden. Der Triggerpunkt befindet sich an der Stelle im Muskel, die bei Druck am meisten wehtut. Dabei wird die Haut mitbewegt. Das heißt die Finger gleiten NICHT über die Haut, sondern bleiben immer an derselben Stelle auf der Haut haften. Die Massage soll schließlich nicht in der Haut wirken, sondern in der Tiefe der Muskulatur. Dieser Vorgang wird 10-20 mal wiederholt. Danach sollte man den Triggerpunkt einige Zeit lang in Ruhe lassen, um eine schmerzhafte Überreizung zu verhindern.
Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?
Wenn die Fußschmerzen trotz Selbsthilfemaßnahmen anhalten, du stark eingeschränkt bist oder Schwellungen und Rötungen auftreten, solltest du einen Arzt konsultieren, um ernsthafte Ursachen deiner Beschwerden auszuschließen. Unbehandelte Beschwerden an der Ferse können langfristig bestehen bleiben, daher ist es sinnvoll, frühzeitig Maßnahmen zur Entlastung und Unterstützung zu ergreifen. Dauerhafte Entzündungen oder Überlastungen führen zu anhaltenden Beschwerden. Daher raten wir zu einer frühzeitigen Behandlung deiner Fersenschmerzen und ermuntern dich, deine Lebensweise zu ändern, um potentielle Probleme reduzieren zu können.
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