IKK Migration Informationen: Integrationskurse und mehr in Deutschland

Die Integration von Zuwanderern in die deutsche Gesellschaft ist ein wichtiges Anliegen. Integrationskurse, gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), spielen dabei eine zentrale Rolle. Diese Kurse helfen bei der sprachlichen und interkulturellen Eingliederung und vermitteln Wissen über Leben und Arbeiten in Deutschland. Doch Integration geht über den Spracherwerb hinaus und umfasst auch Aspekte wie Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Integrationskurse: Sprachliche und kulturelle Eingliederung

Integrationskurse bestehen aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 100 Unterrichtsstunden. Im Orientierungskurs wird Wissen über Geschichte, Politik und Kultur in Deutschland vermittelt. Es gibt verschiedene Kursmodelle, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind:

  • Allgemeiner Integrationskurs: Dieser Kurs ist der Standardkurs für Erwachsene.
  • Intensivkurs Integration: Für besonders schnelle Lerner bietet dieser Kurs die Möglichkeit, das B1-Niveau in 400 Unterrichtsstunden zu erreichen. Der Orientierungskurs umfasst hier 30 Unterrichtsstunden.
  • Jugendintegrationskurs: Dieser Kurs richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren und vermittelt in 900 Stunden das Zielniveau B1 (oder B1+). Eine erste berufliche Orientierung ist inklusive.

Die Beratung und Anmeldung zu den Kursen erfolgt in der Regel direkt bei den jeweiligen Bildungsinstituten. Ein Einstufungstest ermittelt das Sprachniveau des Teilnehmers. Zur Anmeldung sind in der Regel folgende Dokumente erforderlich:

  • Berechtigung/Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs
  • Pass oder Personalausweis

Mit einer Berechtigung/Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs übernimmt das BAMF die Hälfte der Kursgebühren (2,29 € pro Unterrichtseinheit). Die zweite Hälfte der Gebühren sind von dem Teilnehmer zu tragen. Bei finanzieller Bedürftigkeit kann ein Antrag auf Kostenbefreiung gestellt werden, dann werden die kompletten Kursgebühren vom BAMF übernommen. Einige Berechtigungen/Verpflichtungen befreien automatisch von den Kosten.

Interkulturelle Kompetenz und Kommunikation

Neben dem Spracherwerb ist interkulturelle Kompetenz ein Schlüsselfaktor für eine gelungene Integration. Interkulturelle Kommunikation wird verstanden als die Kommunikation zwischen Akteuren, die unterschiedlichen Kulturen zugehören bzw. zugerechnet werden. Kommunikation und Kultur werden dabei in einem gegenseitigen Bedingungsverhältnis gesehen: Kommunikation erzeugt Kultur, die wiederum die Voraussetzung für Kommunikation ist.

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Der Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation an Universitäten und Hochschulen befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Sprache, Kommunikation und Gesellschaft. Studierende bekommen so die Gelegenheit, ihre interkulturelle Handlungs- und Problemlösekompetenz zu verbessern und sich für Aufgaben im Bereich interkultureller Beziehungen und Begegnungen zu qualifizieren. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen institutionelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit, Dolmetschen sowie Angewandte Linguistik.

Gesundheitliche Aspekte der Migration

Über 22 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Aufgrund sprachlicher, kultureller und sozialer Barrieren finden Menschen mit Migrationsbiografie oftmals schwerer Zugang zu Gesundheitsinformationen. Außerdem sind sie im Vergleich zur restlichen Bevölkerung überdurchschnittlich von Armut bedroht, was sich auch auf ihre gesundheitliche Situation auswirkt.

Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Initiativen und Projekte, die sich der Gesundheitsförderung für Migranten widmen. Ziel ist es, über kultursensible und lebensweltbezogene Ansätze einen Beitrag zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit zu leisten. Ein wesentliches Kriterium für das Gelingen solcher Projekte ist der dialogorientierte Austausch mit den Menschen mit Migrationshintergrund. So können Zugangswege geschaffen und bedarfsbezogene Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung konzipiert und umgesetzt werden, beispielsweise Informationsveranstaltungen zum Thema Gesundheit und Bewegungsangebote.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat einen umfassenden Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende veröffentlicht, der in mehreren Sprachen verfügbar ist. Dieser Ratgeber beantwortet Fragen rund um das Gesundheitssystem und die Gesundheitsversorgung in Deutschland, Erstuntersuchung und Versorgung, Notfallversorgung, Schutzimpfungen, Schwangerschaft, Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie Hygiene als Infektionsschutz.

Planetary Health: Gesundheit von Mensch und Erde

Ein wichtiger Aspekt, der im Zusammenhang mit Migration und Integration oft übersehen wird, ist die Gesundheit des Planeten. Planetary Health (planetare Gesundheit) ist ein wissenschaftliches Konzept, das beschreibt, wie die Gesundheit des Menschen unmittelbar mit der Gesundheit unserer Erde verbunden ist. Nur, wenn unsere Ökosysteme gesund sind, können auch wir Menschen es sein.

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Umwelt- und Klimaveränderungen können unsere Gesundheit massiv beeinträchtigen. Wir spüren diese Veränderungen bereits jetzt in Form von Hitze, Wetterextremen und Pandemien. Deshalb ist Umwelt- und Klimaschutz auch Gesundheitsschutz.

Der Einfluss des Menschen auf die Natur hat durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen in den letzten 50 bis 80 Jahren zu einem sprunghaften Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre geführt. Steigende CO2-Emissionen führen dazu, dass sich Land, Luft und Ozeane erwärmen. Schmelzendes Meereis und Gletscher sind die Folge. Dadurch steigt der Meeresspiegel und es kommt zu extremen Wetterlagen wie übermäßiger Hitze, Starkregenfällen und Stürmen. Auch die Zunahme von Umweltgiften, die Vernichtung natürlicher Lebensräume und die zunehmende Verschmutzung von Luft, Land und Meer haben massive Folgen für unseren Planeten und für uns Menschen.

Um unsere Gesundheit weiterhin zu sichern und zu fördern, ist es notwendig, die Gesundheit des Planeten zu schützen. Im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung ist eine Lösung, dass wir Co-Benefits nutzen. Klima- und umweltbewusst zu leben, bedeutet nicht, drastische Maßnahmen ergreifen und ständig verzichten zu müssen.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Integration von Migranten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die viele verschiedene Bereiche berührt. Neben dem Spracherwerb und der interkulturellen Kompetenz spielen auch gesundheitliche Aspekte und der Schutz des Planeten eine wichtige Rolle.

Es ist wichtig, dass Zugangswege geschaffen und bedarfsbezogene Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung konzipiert und umgesetzt werden. Dabei kommt der Netzwerkbildung eine zentrale Bedeutung zu. Die GKV kann diese Fragen nicht allein klären. Hier sind Bund, Länder und Gemeinden auch in der Verantwortung.

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Die Forschung zur Migration und Mobilität beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wer wohin wandert, sondern vor allem, warum manche Menschen sich frei bewegen dürfen - und andere nicht. Es wird untersucht, wie über Migration gesprochen wird, welche Bilder dabei entstehen - und wie diese Vorstellungen unser Denken prägen. Besonders interessiert, wie Unterschiede in Herkunft, Klasse, Geschlecht oder Race Einfluss darauf nehmen, ob Menschen als „Migrant:innen“ gesehen - oder problematisiert - werden.

Jena als Beispiel für Integration und Wissen

Jena, die Geburtsstadt der optischen Industrie, prägt das Gesicht der Stadt bis in unsere Gegenwart und ist eng mit den Namen von Carl Zeiss, Ernst Abbé und Otto Schott verbunden. Das IIK e.V. Jena ist seit 1991 im Bereich Erwachsenenbildung tätig. Die wichtigste Aufgabe des Instituts besteht in der sprachlichen Aus- und Fortbildung in Gestalt von Sprachkursen. Darüber hinaus werden am IIK e.V. im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge additive Zusatzqualifizierungen für Lehrkräfte in Integrationskursen, in Orientierungskursen und in Alphabetisierungskursen, seit 2020 auch in Berufssprachekursen durchgeführt.

Maßnahmen für Betriebe und Institutionen

Auch Betriebe und Institutionen können einen Beitrag zur Integration leisten. Sie können beispielsweise klima- und umweltbewusster aufgestellt werden, die Gesundheit der Mitarbeitenden fördern und mehr über Präventionsmöglichkeiten erfahren. Die IKK classic bietet hierzu Beratung an.

Maßnahmen zum Klimaschutz können mit gesundheitlichen Vorteilen einhergehen, sogenannten Co-Benefits. Betriebe können ein körperlich aktives Mobilitätsverhalten und eine pflanzenbasierte Ernährungsweise am Arbeitsplatz fördern. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz - besonders in der Arbeitswelt: Vor und während der Sommermonate müssen Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um Beschäftigte vor Hitze zu schützen. Beschäftigte sollten befähigt werden, die gesundheitlichen Risiken von Hitze einzuschätzen und Symptome bei sich und bei Kolleginnen bzw. zu erkennen. Bündnisse mit Betrieben in räumlicher Nähe oder mit ähnlichen Wertschöpfungsketten können geschlossen werden.

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