Die Polyneuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, kann vielfältige Ursachen haben und sich in unterschiedlichen Symptomen äußern. Das Immanuel Krankenhaus Berlin bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung dieser komplexen Erkrankung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Polyneuropathie-Behandlung im Immanuel Krankenhaus Berlin, von der Diagnosestellung bis hin zu den verschiedenen Therapieansätzen.
Was ist Polyneuropathie?
Polyneuropathie ist ein Oberbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems, also der Nerven, die vom Rückenmark in die Arme, Beine und den Körperrumpf ziehen. Diese "Nervenkabel" können durch verschiedene Faktoren geschädigt werden, was zu einer Vielzahl von Beschwerden führen kann. Entsprechend der unterschiedlichen Funktionen der Nerven können dabei verschiedenartige Beschwerden auftreten. Am häufigsten finden sich Sensibilitätsstörungen der Haut (Taubheits- und Kribbelgefühle, Schmerzen) und Lähmungen im Bereich der Extremitätenmuskulatur.
Ursachen von Polyneuropathie
Die Ursachen für Polyneuropathien sind vielfältig. Häufige Auslöser sind:
- Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Ursachen für Polyneuropathie. Auch andere Stoffwechselerkrankungen können Nervenschäden verursachen.
- Genussgifte: Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu einer alkoholtoxischen Polyneuropathie führen.
- Erbliche Veränderungen: Seltenere Ursachen sind erbliche Veränderungen wie die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT) bzw. hereditäre motorisch-sensible Neuropathie (HMSN).
- Autoimmunerkrankungen: Autoimmun-bedingte Entzündungen der Nerven, wie beim Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder dessen chronischer Variante, der chronisch inflammatorisch demyelinisierenden Polyradikuloneuritis (CIDP), können ebenfalls Polyneuropathien verursachen.
- Vitaminmangelzustände und Fehlernährung
- Autoimmunologische oder Krebserkrankungen
- Hepatitis
- Nervenschäden durch Chemotherapie
- Nervenverletzungen, z. B. nach Unfall oder Operationen
- Druckschädigungen an Gelenken und Wirbelsäule
Diagnostik im Immanuel Krankenhaus Berlin
Die Diagnostik einer Polyneuropathie ist oft aufwendig, da dabei viele mögliche Ursachen der Erkrankung zu berücksichtigen sind. Im Immanuel Krankenhaus Berlin steht ein erfahrenes Team von Neurologen zur Verfügung, das eine umfassende Diagnostik durchführt, um die Ursache der Polyneuropathie zu ermitteln.
Bei Erstvorstellung wird das weitere diagnostische Procedere besprochen. Nach Sichtung der Vorbefunde erfolgt weiterführende elektrophysiologische, kardiopulmonale, laborchemische und Schluckdiagnostik in der Regel über die neurologische Tagesklinik. Auch eine Gewebeentnahme mittels Muskel- und/oder Nervenbiopsie kann in Zusammenarbeit mit der Chirurgie im Hause geplant werden.
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Zu den diagnostischen Verfahren gehören:
- Anamnese und neurologische Untersuchung: Eine ausführliche Anamnese und neurologische Untersuchung sind die Grundlage für die Diagnosestellung.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) kann helfen, die Art und das Ausmaß der Nervenschädigung zu bestimmen. Allerdings hilft die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit allein nicht besonders, vor allem dann nicht, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und die Interpretation der Nervenmessung erschwert ist. Dagegen kann die Ableitung der Muskelpotenziale - eine invasive Methode - tatsächlich den weiter aktiven Entzündungsprozess und auch im weiteren Verlauf den Verlust von Muskeleinheiten erkennen. Im Vergleich zu den Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit werden oft zu wenige Muskelpotenzialuntersuchungen gemacht.
- Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen oder andere Ursachen der Polyneuropathie liefern.
- Bildgebende Verfahren: Neuere bildgebende Verfahren (Ultraschall oder MRT-Techniken) sind in der Neurologie leider nach wie vor nicht flächendeckend etabliert, auch wenn die Ultraschalluntersuchung der Nerven in wenigen Kliniken, wie bei uns in Hattingen, routinemäßig schon gemacht wird.
- Muskel- und Nervenbiopsie: In einigen Fällen kann eine Muskel- oder Nervenbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu sichern.
Therapieansätze im Immanuel Krankenhaus Berlin
Die Behandlung der Polyneuropathie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einigen Formen der Polyneuropathie kann eine gezielte Therapie mit Ausschaltung der Ursache der Nervenschädigung erfolgen. Häufig ist dies aber nicht oder nicht mehr möglich, sodass lediglich eine sogenannte symptomatische, die Beschwerden unterdrückende Therapie, eingesetzt werden kann. Durch regelmäßige Verlaufsuntersuchungen wird bei gesicherter Diagnose die Therapie überprüft und ggfs. angepasst. Auch in der Hochschulambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen erfolgt die Ausrichtung der Behandlung krankheitsspezifisch.
Kausale Therapie
Bei den häufigen erworbenen neuromuskulären Erkrankungen wie diabetischer- oder alkoholtoxischer Neuro- bzw. Myopathien stehen das Auffinden bzw. die Behandlung der Ursache im Vordergrund. Bei autoimmunbedingten Nerven- und Muskelerkrankungen kommen Immuntherapeutika zum Einsatz, bei erregerbedingten Entzündungen Antibiotika.
Symptomatische Therapie
Die symptomatische Therapie zielt darauf ab, die Beschwerden des Patienten zu lindern. Dazu gehören:
- Medikamentöse Therapie: Durch bestimmte Medikamente werden störende Missempfindungen und Nervenschmerzen unterdrückt. Neuropathische Schmerzsyndrome wie zum Beispiel die Polyneuropathie sind konventionell oftmals nicht zufriedenstellend zu behandeln.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Durch Ergo- und Physiotherapie können Muskelgruppen gekräftigt und die Mobilität erhalten werden.
- Naturheilkundliche und komplementärmedizinische Verfahren: Die Naturheilkunde und Komplementärmedizin hat einige Verfahren, die sich, sowohl in der ärztlichen Erfahrung als auch in wissenschaftlichen Studien, als wirksam oder vielversprechend erwiesen haben.
- lokale Behandlung mit Spanischem Pfeffer bzw. Capsaicin (täglich 2 - 4 mal über 4 - 6 Wochen)
- Lidocain Pflaster (5 %)
- Akupunktur
- Traditionelle Chinesische Medizin: Kräuter- und Ernährungstherapie der chin. Medizin wird nur in besonderen Fällen und im Rahmen wissenschaftlicher Fragestellungen eingesetzt.
- Infusionstherapie mit a-Liponsäure
- Elektrotherapie mit TENS
- Lymphdrainage, Bindegewebsmassage und andere manuelle Verfahren
- Laserakupunktur
- Einreibungen mit Aconitöl und weiteren, ätherischen Ölen wie Nelkenöl, Rosmarinöl, Minzöl
- Blutegeltherapie: Diese hat sich vor allem beim Herpes zoster und der Post-Zoster-Neuralgie bewährt.
- Neuraltherapie: Die Neuraltherapie stellt eine Form der Regulationsmedizin dar. Sie ermöglicht eine Verbesserung der gestörten Autoregulation des Organismus. Immer wird dabei ein lokales Betäubungsmittel in verschiedenen Techniken und an sehr verschiedenen Stellen gespritzt - in die Haut, unter die Haut oder in ein Blutgefäß sowie als sogenannte Infiltrationsbehandlung an Nerven, Muskeln, Sehnen, Bändern, usw. Es wird in Schmerzpunkte injiziert, um gestörte Regelkreise zu verbessern und damit Reizzustände aufzuheben.
Spezialisierte Angebote
Das Immanuel Krankenhaus Berlin bietet verschiedene spezialisierte Angebote für Patienten mit Polyneuropathie:
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- Hochschulambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen: Hier werden Patienten mit seltenen und komplexen neuromuskulären Erkrankungen behandelt. Ein Schwerpunkt ist die Diagnostik und Therapie von Myositiden (entzündlichen Muskelerkranken). Auch die Diagnostik und Therapie von Patienten mit neuromuskulären Übertragungsstörungen, wie z.B. Myasthenia Gravis inkl. neuer Therapien mit monoklonalen Antikörpern erfolgt über die Hochschulambulanz.
- Tagesklinik: Seit September 2009 können Patienten ein tagesklinisches Angebot nutzen. Dieses Angebot ist für Patienten bei den einerseits eine ambulante Betreuung nicht ausreichend ist, andererseits die Erkrankung aber nicht so schwerwiegend ist, dass eine vollstationäre Behandlung notwendig wäre. Behandelt werden alle Patienten mit entzündlichen oder degenerativen rheumatischen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen (z. B. Fibromyalgie). Besondere Schwerpunkte werden auf die Physiotherapie und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen des Hauses, also Naturheilkunde, Osteologie, Handchirurgie und Orthopädie, gelegt.
- Hochschulambulanz für Naturheilkunde: Patientinnen und Patienten erreichen die Hochschulambulanz für Naturheilkunde mit einer Überweisung von Haus- und Fachärzten und -ärztinnen. Einen weiteren Standort der Hochschulambulanz für Naturheilkunde finden Sie am Standort Berlin Wannsee im Immanuel Krankenhaus. Beide Ambulanzen kooperieren eng miteinander und ergänzen sich im therapeutischen Angebot. Quartalsweise ist eine naturheilkundliche Beratung mit einer Überweisung durch den Haus- oder Facharzt zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung möglich.
CIDP - Frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend für den Verlauf
Professor Yoon betont, wie wichtig die frühzeitige Diagnose bei CIDP ist. Leider wird den Polyneuropathien, zu denen die CIDP gehört, noch nicht überall ausreichende Beachtung geschenkt. Die Diagnose einer CIDP ist oft nicht leicht. Warum ist es so wichtig, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen?
Die CIDP zählt zu den seltenen Erkrankungen mit einer Häufigkeit von bis zu 9 Patienten pro 100.000 Einwohner. Zusammen mit ihren atypischen Varianten bildet die CIDP ein Spektrum von Erkrankungen, die in Verbindung mit ihrer Seltenheit schwierig zu diagnostizieren sind. Zudem wird sogenannten Polyneuropathiensyndromen, denen die CIDP zugeordnet wird, noch nicht überall ausreichende Beachtung geschenkt. Es wird häufig vergessen, dass es durch die verzögerte Behandlung zu einer irreversiblen Nervenschädigung kommen kann, die bis zum Verlust der Selbständigkeit der Patienten führen kann. Daher ist es unglaublich wichtig, dass die Erkrankung schnell diagnostiziert und die Therapie begonnen wird. Wenn es klinische Hinweise auf Nervenentzündung gibt, sollten sich betroffene Patienten schnell mit einem mit Polyneuropathiesyndromen erfahrenen Neurologen in Verbindung setzen.
Warnzeichen für eine CIDP
Die wichtigsten Warnzeichen sind Lähmungserscheinungen, die meist in den Beinen beginnen. Sie werden anfangs als leichte Muskelschwäche in den Beinen oder auch Armen wahrgenommen. Daneben kann es im frühen Stadium der Erkrankung zu Empfindungsstörungen - beispielsweise Kribbeln, Taubheitsgefühle - oder auch Nervenschmerzen kommen. Entgegen der Lehrbuchmeinung können sich bei der CIDP Symptome auch in rumpfnahen Muskelgruppen (z.B. Oberschenkelmuskulatur, d.h. Schwäche der Hüftbeugung) niederschlagen. Die Symptome müssen nicht zwingend symmetrisch ausgeprägt sein. Wenn nach Beginn der Symptome, ob nun ein- oder beidseitiger Beginn, eine rasche Zunahme der Symptome (innerhalb weniger Wochen) zu verzeichnen ist, oder aber gar neben Lähmungen auch ein Muskelschwund auftritt, dann muss schnellstmöglich ein Neurologe aufgesucht werden.
Unterscheidung der CIDP von anderen Polyneuropathien
Die Unterscheidung kann eine große Herausforderung sein. Am meisten helfen tatsächlich die Beschreibungen der Patienten und die klinische Erfahrung. Dem Arzt stehen zur Diagnosestellung eine Reihe von Untersuchungen zur Verfügung. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit allein hilft nicht besonders, vor allem dann nicht, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und die Interpretation der Nervenmessung erschwert ist. Dagegen kann die Ableitung der Muskelpotenziale - eine invasive Methode - tatsächlich den weiter aktiven Entzündungsprozess und auch im weiteren Verlauf den Verlust von Muskeleinheiten erkennen. Im Vergleich zu den Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit werden oft zu wenige Muskelpotenzialuntersuchungen gemacht. Neuere bildgebende Verfahren (Ultraschall oder MRT-Techniken) sind in der Neurologie leider nach wie vor nicht flächendeckend etabliert, auch wenn die Ultraschalluntersuchung der Nerven in wenigen Kliniken, wie bei uns in Hattingen, routinemäßig schon gemacht wird.
Neuropathische Schmerzen
Neuropathische Schmerzen sind fast immer mit Missempfindungen (Parästhesien) wie Taubheitsgefühle, Brennen, Kribbeln, verbunden, teilweise können auch neurologische Ausfallsymptome wie Muskelschwäche vorhanden sein. Am häufigsten sind Dauerschmerzen, die in unterschiedlicher Häufigkeit als brennend, elektrisierend, ziehend und oftmals als kälte- bzw. wärmeabhängig beschrieben werden. Bei einem weiteren Drittel der Patienten sind die Schmerzen eher attackenartig, vor allem bei den sogenannten Neuralgien. Andauernde neuropathische Schmerzen können relativ schnell zur Chronifizierung durch Einfluss auf die Rückenmarksnerven und Aktivierung des Schmerzgedächtnisses führen.
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Ursachen neuropathischer Schmerzen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hepatitis
- Nervenschäden durch Chemotherapie, Alkohol o. a.
- Nervenverletzungen, z. B. nach Unfall oder Operationen
- Druckschädigungen an Gelenken und Wirbelsäule
- spezielle Neuralgien wie z. B.
Behandlung neuropathischer Schmerzen
Neuropathische Schmerzsyndrome wie zum Beispiel die Polyneuropathie oder die Post-Zoster-Neuralgie sind konventionell oftmals nicht zufriedenstellend zu behandeln. Die Naturheilkunde und Komplementärmedizin hat einige Verfahren, die sich, sowohl in der ärztlichen Erfahrung als auch in wissenschaftlichen Studien, als wirksam oder vielversprechend erwiesen haben.
- lokale Behandlung mit Spanischem Pfeffer bzw. Capsaicin (täglich 2 - 4 mal über 4 - 6 Wochen)
- Lidocain Pflaster (5 %)
- Akupunktur wird vielseitig eingesetzt
- Traditionelle Chinesische Medizin: Kräuter- und Ernährungstherapie der chin. Medizin wird nur in besonderen Fällen und im Rahmen wissenschaftlicher Fragestellungen eingesetzt.
- Infusionstherapie mit a-Liponsäure
- Elektrotherapie mit TENS
- Lymphdrainage, Bindegewebsmassage und andere manuelle Verfahren
- Laserakupunktur
- Einreibungen mit Aconitöl und weiteren, ätherischen Ölen wie Nelkenöl, Rosmarinöl, Minzöl
- Blutegeltherapie: Diese hat sich vor allem beim Herpes zoster und der Post-Zoster-Neuralgie bewährt.
Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie nach Huneke kann ein wirksames Verfahren mit breitem Anwendungsbereich bei akuten und chronischen Erkrankungen sein und ist prinzipiell mit jeder anderen Therapieform kombinierbar. Von Interesse ist die kausale Wirkungsweise insbesondere bei störfeldinduzierten Krankheiten im Vergleich zu zahlreichen symptomatischen Therapieverfahren der konventionellen Medizin. Neuraltherapei ist eine Technik, die apporbierte Ärzte als Weiterbildung erlernen können, elementar im Rahmen der Zusatzbezeichnung ‚Naturheilverfahren’, darüber hinaus in sepziellen Kursen, die zu Diplomen ärztlicher Gesellschaften führen.
Die Behandlungskosten werden im ambulanten Bereich von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht, von der Privaten Krankenversicherung dagegen meist übernommen.
Das Störfeld
Fast jede chronische Erkrankung kann störfeldbedingt sein und durch die Neuraltherapie ausgeschaltet werden. Somit können auch therapieresistente Krankheiten geheilt werden. Wenn das Störfeld aufgefunden wurde, erfolgt die Injektion direkt in diese Stelle. Die Beschwerden lassen dann sofort nach. Diese Reaktion heißt daher auch „Sekundenphänomen“. Häufige Störfelder sind: Zähne, Mandeln, Nebenhöhlen und Narben. An den Konzepten des Störfeldes, einer Struktur, die z. B. chronisch entzündet oder vernarbt ist, und des Sekundenphänomens (s. u.) wird in der Medizin kontrovers diskutiert.
Das Sekundenphänomen
Der Arzt Ferdinand Huneke entdeckte 1925 zufälligerweise, dass man mit Lokalanästhetika nicht nur Gewebe schmerzunempfindlich machen, sondern Schmerzsyndrome auch endgültig heilen kann. Zusammen mit seinem Bruder Walter entwickelte er daraufhin ein bisher nicht bekanntes Therapiekonzept, das zuerst den Namen Heilanästhesie und später, nach der Entdeckung des Sekundenphänomens, den Namen Neuraltherapie erhielt.
1940 beobachtete und beschrieb Ferdinand Huneke das „Sekundenphänomen”. Durch eine Narbenunterspritzung nach einer Knochenhautentzündung (Osteomyelitis) am Unterschenkel verschwand der Schulterschmerz schlagartig. Jede chronische Krankheit kann durch ein Störfeld bedingt sein. Jede Stelle des Körpers kann zum Störfeld werden. Die Injektion eines Lokalanästhetikums in das Störfeld heilt die störfeldbedingte Krankheit.
Unerwünschte Wirkungen und Komplikationen
Unerwünschte Wirkungen können sich als leichter Schwindel, Metallgeschmack auf der Zunge sowie leichtes Zittern und Schwitzen manifestieren. Sie klingen erfahrungsgemäß nach wenigen Minuten wieder ab. Eine allergische Reaktion auf Procain ist sehr selten und liegt in der Häufigkeit weit unter derjenigen, die z. B. von Antibiotika ausgelöst wird. Komplikationen sind selten. Hämatome entstehen häufiger und können Beschwerden verursachen, die nach wenigen Tagen abklingen. Organverletzungen sind bei korrekter Durchführung der Injektionstechniken nur bei Organanomalien, z. B. Verlagerung von Organen, möglich.
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