Die Vergesslichkeit und ihre Begleiterscheinungen nehmen weltweit zu, sei es durch Morbus Alzheimer oder andere demenzielle Erkrankungen. In Deutschland sind rund 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, Tendenz steigend. Derzeit gibt es keine Heilung durch Medikamente oder andere Eingriffe. Allerdings kann die nicht-medikamentöse Implantat-Akupunktur (Neurostimulation) in vielen Fällen den Verlauf positiv beeinflussen.
Die Implantat-Akupunktur als Therapieansatz
Die Implantat-Akupunktur ist eine spezielle Form der Ohrakupunktur, bei der winzige Implantat-Nadeln an Akupunkturpunkten implantiert werden, anstatt einer kurzfristigen Behandlung mit Akupunkturnadeln. Die Nadel wächst nach einigen Tagen völlig unsichtbar in der Ohrmuschel ein, wodurch eine anhaltende Dauerwirkung der Akupunktur erzielt wird.
Dr. Rolf Wlasak und Dr. Stefan Lobner behandeln Demenz-Patienten in der Frühphase und im fortgeschrittenen Stadium mit Implantat-Akupunktur. Mehr als 5.000 Patienten wurden von ihnen bisher mit dieser nebenwirkungsfreien Methode bei neurologischen Erkrankungen wie Restless Legs Syndrom (RLS), Morbus Parkinson und Demenz behandelt.
Funktionsweise der Implantat-Akupunktur
"Wir setzen Betroffenen im Ohr verbleibende Miniatur-Implantate aus Rein-Titan an ausgewählte Akupunktur-Punkte. Dadurch werden Reize erzeugt, die das Gehirn anregen, bestimmte Botenstoffe - vor allem die Glückshormone Acetylcholin und Dopamin - wieder vermehrt freizusetzen", erläutert Dr. Wlasak. Die Implantat-Akupunktur kann auch den Schlaf-Wach-Rhythmus verbessern.
Präventive Anwendung
"Sind in einer Familie bereits Angehörige an Demenz erkrankt, vervierfacht sich das Risiko, ebenfalls an Demenz zu erkranken", so Dr. Wlasak. "Wir setzen daher die Implantat-Akupunktur auch vorbeugend bei Angehörigen ein."
Lesen Sie auch: Wie man Taubheitsgefühl nach Zahnimplantaten vorbeugt
Behandlungsablauf
Die Methode erfordert in der Regel einen Behandlungstermin. Danach werden Patienten und ihre Angehörigen im In- und Ausland in regelmäßigen Abständen ein ganzes Jahr lang telefonisch betreut.
Beobachtungsstudie zur Implantat-Akupunktur bei Demenz
Kurz vor dem Welt-Alzheimertag am 21. September präsentierten die in Meerbusch niedergelassenen Ärzte Dr. Rolf Wlasak und Dr. Stefan Lobner Ergebnisse ihrer ersten Beobachtungsstudie zur Implantat-Akupunktur (Neurostimulation) bei dementiell erkrankten Patienten. Über einen Zeitraum von drei Jahren haben sie diese Methode an Studienteilnehmern (m/w) in einer frühen Phase der Demenz angewendet und untersucht.
Weitere Anwendungsbereiche der Implantat-Akupunktur
Die Implantat-Akupunktur ermöglicht eine permanente Wirkung auf alle durch Ohrakupunktur therapierbaren Krankheitsbilder. Es werden ausgezeichnete Behandlungserfolge bei Übergewicht, Raucherentwöhnung, Migräne, RLS oder Morbus Parkinson erzielt.
Komplementäre Therapieansätze bei Demenz
Da primäre Demenzen bislang als unheilbar gelten, wenden sich viele Betroffene primär an Schulmediziner. Die Komplementärmedizin sollte aber unbedingt ebenfalls genutzt werden, da sie zahlreiche Methoden bietet, die sowohl die Symptome als auch die Nebenwirkungen der konventionellen Medikamente abmildern können.
Akupunktur
Diese traditionelle chinesische Heilmethode nutzt feine Nadeln, die an spezifischen Punkten des Körpers eingeführt werden, um den Energiefluss zu regulieren. Bei Demenzpatienten kann Akupunktur dazu beitragen, die Durchblutung im Gehirn zu steigern, was positive Auswirkungen auf Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit haben könnte.
Lesen Sie auch: Implantat-Horror: Türkischer Fall
Homöopathie
Während die Homöopathie kein Allheilmittel für Demenz ist, können bestimmte homöopathische Arzneimittel dazu beitragen, spezifische Symptome wie Angst oder Verwirrtheit zu lindern.
Musiktherapie
Die Verbindung von Musik und Erinnerungen ist stark, und Demenzpatienten können davon profitieren. Das Hören von Musik aus der Vergangenheit kann Erinnerungen und Gefühle hervorrufen, die das emotionale Wohlbefinden steigern.
Kinesiologie
Diese Methode untersucht die Bewegungsabläufe und Energieflüsse im Körper. Bei Demenzpatienten können Übungen, insbesondere Überkreuzbewegungen, dabei helfen, die motorischen Fähigkeiten und das Gleichgewicht zu verbessern.
Vitamin D
Zwar gibt es bisher keine direkten Belege dafür, dass Vitamin D Demenz heilen oder verhindern kann, aber mehrere Studien deuten darauf hin, dass ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel das Risiko für die Entwicklung einer Demenzerkrankung verringern könnte.
Chinesische Medizin
In China ist die Behandlung der Demenz über die chinesische Medizin erst seit einigen Jahren in der Diskussion, die bisherigen Erfolge sind bereits erfolgversprechend. Es wurden verschiedene Demenz-Arten aus Sicht der chinesischen Medizin beleuchtet und die Chancen für Verbesserungen betrachtet.
Lesen Sie auch: Symptome einer Nervenverletzung nach Zahnimplantaten
Aus chinesischer Sicht hängen Gehirn und Gehirnleistung von der Ernährung durch die Niere bzw. die Nieren-Essenz ab. Die Grundlage für die geregelte Hirnleistung und „klares Bewusstsein“ (shen) bildet also die Versorgung mit Essenz, die durch das Nieren-Qi in das Gehirn transportiert oder für die Bildung von Herz-Blut bereitgestellt werden muss, damit das Herz als Speicher des shen in die Lage versetzt wird, seiner Aufgabe nachzukommen.
Als wichtigste präventive Maßnahme gegen die Manifestation einer Demenz ergibt sich demnach die Ernährung. Zu den Prinzipien der adäquaten Ernährung zählt Ernährung mit warmen nährenden Lebensmitteln, daneben der Verzicht auf Kuhmilch und Gluten als „Schleimbildner“.
Die chinesische Phytotherapie scheint eine sinnvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Medikation innerhalb der Demenzbehandlung zu sein. Es gibt vielversprechende Ansätze für die Anwendung chinesischer Kräuter in der Demenz-Therapie. Allerdings bedarf es weiterer Studien zu Einzeldrogen oder experimentellen Drogenrezepturen, um definitive Aussagen zur Wirksamkeit der Drogen machen zu können.
Schulmedizinische Standardtherapie
Die Standardtherapie in der Schulmedizin arbeitet u.a. mit verschiedenen Naturpräparaten wie z.B. Gingko zur Aktivierung der Blutzirkulation im Gehirn. Für die Alzheimerkrankheit werden vornehmlich Acetylcholinesterase-Hemmer eingesetzt (Donepezil, Rivastigmine), im fortgeschrittenen Stadium meist als Palliativum. Zusätzlich werden Medikamente für spezielle Symptome oder eventuelle Grunderkrankungen (Depression, Bluthochdruck, etc.) verabreicht.
Risiken und Nebenwirkungen
Bei der Dauerimplantation von Fremdkörpern in das Gewebe der Ohrmuschel kann es zu Entzündungen kommen, die in sehr seltenen Fällen auch zu Knorpelschäden mit erheblichen kosmetischen Schäden führen können.
tags: #implantat #akupunktur #demenz