Impulskontrollstörungen bei Parkinson: Ursachen, Medikamente und Behandlung

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu einem Dopaminmangel, der wiederum zu den charakteristischen motorischen Symptomen wie Tremor, Muskelsteifheit (Rigor), verlangsamten Bewegungen (Bradykinese) und Haltungsinstabilität führt. Neben diesen motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome wie Depressionen, Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und Impulskontrollstörungen (IKS) auftreten.

Parkinson-Therapie und ihre Auswirkungen

Parkinson ist nicht heilbar und erfordert daher eine dauerhafte Therapie, die auf den individuellen Krankheitsverlauf und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten und laufend angepasst wird. Mit den richtigen Therapieansätzen und Medikamenten ist die Krankheit gut behandel- und kontrollierbar, sodass sich die Lebenserwartung nicht verkürzt und die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten oft über Jahre erhalten werden kann. Die Therapie beginnt meist mit Medikamenten in Tablettenform. Jedoch muss sie nicht immer direkt nach der Diagnose gestartet werden. Der Beginn der Behandlung erfolgt stets in enger Abstimmung mit den Ärztinnen und Ärzte, denn bei der Auswahl der richtigen Wirkstoffe gibt es einige Dinge zu beachten. Zudem reagiert nicht jeder Mensch auf jedes Medikament gleich, weshalb die Therapie mehrheitlich mit sehr geringer Dosierung gestartet und dann langsam erhöht wird. Eine laufende Anpassung und Erweiterung der Therapie bis ins hohe Lebensalter ist üblich. Auch hängen Start der Therapie und ausgewählte Wirkstoffe stark von der Ausprägung einzelner Symptome und der Sorge vor späteren Nebenwirkungen wie Wirkungsschwankungen ab. Besonders in der Frühphase der Erkrankung können die zur Verfügung stehenden Medikamente wie Levodopa, Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer die Symptome meist sehr positiv beeinflussen. Man spricht hier auch von der sog. Honeymoon-Phase, die nach der erstmaligen Einstellung auf die richtigen Präparate und Wirkstoffe einige Jahre anhalten kann. Mit der Zeit lässt die Wirkung jedoch nach und die Belastung durch die Nebenwirkungen nimmt zu. Der Grund: Bei Morbus Parkinson kommt es zu einem Dopaminmangel im Gehirn. Dieser führt zu Störungen bei der Übertragung von Nervenreizen, welche vor allem für die Motorik entscheidend sind. Es kommt zu vielseitigen Symptomen, insbesondere Bewegungsstörungen wie Tremor, Akinese / Bradykinese und Rigor. Die medikamentöse Therapie zielt entweder darauf ab, diesen Dopaminmangel auszugleichen und/oder den Abbau von Dopamin im Gehirn zu verlangsamen. Jedoch „gewöhnt“ sich der Hirnstoffwechsel mit der Zeit an die Wirkstoffe, sodass die Dosierung stetig erhöht und der Dopaminspiegel konstant gehalten werden muss. Das ist jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt möglich, da sich durch eine höhere Dosierung auch die Nebenwirkungen verstärken. Bestehen im Frühstadium nur sehr leichte Beschwerden, so kann anfänglich auch vollständig auf eine medikamentöse Therapie verzichtet werden, bis die voranschreitende Symptomatik sie unerlässlich macht. Gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten werden Medikamente meist so spät wie möglich eingesetzt. Nach langjähriger medikamentöser Therapie können nämlich Wirkungsschwankungen, Nebenwirkungen und Spätkomplikationen wie Überbewegungen (Hyperkinesen, Dyskinesien), On-Off-Fluktuationen oder Freezing auftreten, die es so lange wie möglich aufzuschieben gilt. Sie machen außerdem eine permanente Beobachtung und laufende Anpassung der Dosierung und Medikation notwendig. Die Wirkung und Wirkungsdauer der Medikamente lässt mit der Zeit nach, worauf meistens mit einem Wechsel des Wirkstoffes, einer kombinierten Therapie mit MAO-B-Hemmern, L-Dopa, COMT-Hemmern und Dopaminagonisten, oder einer erhöhten Dosierung reagiert werden muss. Zudem können Nebenwirkungen auftreten, etwa Verwirrtheit, Ödeme, Psychosen oder Wesensveränderungen wie Punding, Sturheit, depressive Verstimmungen und exzessives Essen. Diese nehmen mit steigender Dosis - insbesondere der Dopaminagonisten - zu. Oft nehmen Patientinnen und Patienten im späteren Verlauf bei Parkinson weitere Medikamente gegen die zunehmenden Nebenwirkungen, medikamenteninduzierte Psychosen oder andere Begleiterkrankungen ein. Hierbei sind die Wechselwirkungen der Parkinson-Medikamente unbedingt zu berücksichtigen. Es gibt deshalb verschiedene Medikamente und Wirkstoffe, um den Einsatz von Levodopa, welches mit einem besonders hohen Risiko für spätere Wirkungsschwankungen einhergeht, gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten unter 70 Jahren hinauszuzögern. Zu nennen wäre hier beispielsweise die Kombination von L-Dopa mit anderen Parkinson-Medikamenten, z. B. mit COMT-Hemmern und MAO-B-Hemmern, welche die Wirkdauer von L-Dopa verlängern und so die anfangs notwendige Dosis verringern können. Häufig werden zunächst auch Dopaminagonisten statt L-Dopa Präparate eingesetzt, oder beide Wirkstoffe werden kombiniert. Jedoch kann es auch bei Patientinnen und Patienten unter 60 bis 70 Jahren sinnvoll sein, direkt mit L-Dopa zu beginnen und ebenso kann der Einsatz von Dopaminagonisten bei älteren Patientinnen und Patienten sinnvoll sein. Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Doch auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten wie Krankengymnastik, Ergotherapie und weiteren übenden Behandlungen, welche die Lebensqualität verbessern und Symptome zusätzlich lindern können, spielen eine wichtige Rolle. Denn das alleinige Hochdosieren der Medikamente bei nachlassender Wirkung im Spät- und Endstadium kann die Nebenwirkungen so sehr verstärken, dass diese die positiven Effekte überwiegen. Hier kann es dann auch Sinn ergeben, einzelne Medikamente geringer zu dosieren oder wegzulassen, anstatt noch ein weiteres einzunehmen. Setzen Sie die Medikamente aber niemals ohne Rücksprache ab. Das Gleiche gilt für eine Veränderung der Dosierung. Die Therapie erfolgt stets in sehr enger Abstimmung mit den Ärztinnen und Ärzte. Auch die tiefe Hirnstimulation spielt in späteren Stadien der Erkrankung eine zunehmende Rolle. Die Parkinson-Krankheit erfordert im Allgemeinen eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten, primär als Tablette oder Kapsel. Manchmal dauert es etwas, bis das optimale Medikament und die richtige Dosis für die individuelle Symptomatik gefunden wurde. Nach der erfolgreichen Einstellung setzt eine Wirkung meist nach wenigen Wochen ein und die Beweglichkeit wird verbessert. Auch die Muskelsteifheit nimmt ab. Arzneimittel, die für die Parkinson-Behandlung verschrieben werden, gleichen in der Regel den bestehenden Dopaminmangel aus, welcher bei Morbus Parkinson durch die beschleunigte Degeneration der dopaminproduzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra entsteht. Dopamin ist für die Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen zuständig und somit auch für die Steuerung der Bewegungsabläufe des Körpers. In späteren Stadien kann es auch vermehrt zu kognitiven Defiziten bis hin zur Parkinson Demenz kommen. Dosis und Wirkstoffe werden regelmäßig dem Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten angepasst. Medikamente sind also ein wichtiger Baustein aller Therapiekonzepte, obgleich ihr Einsatz bezüglich Dosierung und Wirkstoff stark variiert. Dopaminagonisten imitieren Dopamin im Körper und ermöglichen so eine niedrigere L-Dopa-Dosis. Sogenannte „COMT”-Hemmer verlängern die Wirkdauer von L-Dopa. Anticholinergika sind nur noch selten im Einsatz, da sie häufig Nebenwirkungen nach sich ziehen. Amantadin hat eine eher geringe Wirkung auf die Parkinson-Symptome, kann aber die durch L-Dopa verursachten Überbewegungen verringern. Außerdem werden Infusionen mit Amantadin bei sogenannten akinetischen Krisen (akute Bewegungsunfähigkeit) eingesetzt. Um den bei der Parkinson-Krankheit bestehenden Mangel an Dopamin im Gehirn auszugleichen, kann man also Medikamente verabreichen, ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit, bei der das vom Körper nicht mehr in ausreichender Menge hergestellte Insulin als Medikament gegeben wird. Bei der Parkinson-Krankheit lässt sich das fehlende Dopamin allerdings nicht direkt als Tablette oder Spritze über den Blutkreislauf zuführen, da es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann und somit nicht ins Gehirn gelangt. Die Gabe von Medikamenten, die ähnlich wie Dopamin wirken und ins Gehirn gelangen, sog. Dopaminagonisten, zum Beispiel Piribedil, Apomorphin oder Rotigotin. In sehr frühen Stadien der Parkinson-Erkrankung können teilweise MAO-B-Hemmer als erstes Medikament im Rahmen einer Monotherapie eingesetzt werden. Später eignen sie sich auch zum Einsatz in Kombination mit L-Dopa, welches in der Folge niedriger dosiert werden kann, um Wirkungsschwankungen und Nebenwirkungen hinauszuzögern. Ob die Therapie zuerst mit Levodopa oder Dopaminagonisten beginnt, wird individuell entschieden. In der Regel wird aber versucht, vor allem den hochdosierten Einsatz von L-Dopa möglichst lange hinauszuzögern. Zwar ist Levodopa besser verträglich und hat weniger Nebenwirkungen als ein Dopaminagonist.1 Aber es führt schneller zu Bewegungsstörungen durch Wirkungsschwankungen (ON/OFF Dyskinesien).2 Obwohl Dopaminagonisten also mehr Nebenwirkungen haben und die Parkinson-Symptome nicht so effektiv lindern wie Levodopa, werden sie im Frühstadium oft bevorzugt. Denn bei jüngeren Patientinnen und Patienten sind die Symptome meist noch nicht so stark ausgeprägt und sie vertragen die Medikamente besser. Zunächst ist es entscheidend, dass die Medikamente immer zu einem festen Zeitpunkt eingenommen werden, um einen besseren Überblick über die Wirkdauer zu bekommen und die Einnahme als Routine in den Alltag zu integrieren. Es kann helfen, sich einen Wecker auf dem Smartphone zu stellen, oder die Einnahme mit anderen alltäglichen Aufgaben zu kombinieren, zum Beispiel mit der morgendlichen Hygieneroutine im Badezimmer. Für die meisten Parkinson-Medikamente gilt, dass die Einnahme zusammen mit einer kleineren Mahlzeit besser verträglich ist. Bei der Einnahme von L-Dopa Präparaten ist jedoch unbedingt zu berücksichtigen, dass besonders eiweißreiche Nahrung die Aufnahme von Levodopa stören und die Wirkung der entsprechenden Medikamente reduzieren kann. L-Dopa Präparate sollten deshalb nicht mit besonders eiweißreichen Mahlzeiten wie Fisch oder Fleisch eingenommen werden, sondern nur mindestens eine Stunde davor oder danach. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere Ernährungstipps bei Parkinson, welche Beschwerden lindern und die Behandlung unterstützen können. Zudem erleichtert eine Einnahme der Medikamente mit Flüssigkeit den Schluckvorgang (Parkinson-Patientinnen und Patienten leiden oft an Schluckbeschwerden) und die Wirkstoffe werden im Magen schneller freigesetzt. Verwenden Sie hierfür aber unbedingt Wasser mit wenig Kohlensäure, um das Aufstoßen zu verhindern und nehmen oder verabreichen Sie die Medikamente nicht mit Fruchtsäften, da diese zu Wechselwirkungen führen können. MAO-B-Hemmer verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn. Dafür blockieren sie das für den Abbau zuständige Enzym Monoaminooxidase-B (MAO-B). Das von den noch vorhandenen Nervenzellen ausgeschüttete Dopamin steht so länger zur Verfügung. Die Wirkung auf Morbus Parkinson ist geringer als die von Dopaminagonisten oder Levodopa. Jedoch bietet sich der frühe Einsatz von MAO-B-Hemmern in einigen Fällen an, um den Einsatz von L-Dopa und Dopaminagonisten hinauszuzögern und somit die mit diesen Medikamenten verbundenen Wirkungsschwankungen und Nebenwirkungen. Im Anfangsstadium der Erkrankung können MAO-B-Hemmer auch ohne die zusätzliche Einnahme von L-Dopa einige Parkinson-Symptome zunächst lindern. COMT (Catechol-O-Methyltransferase) ist ein Enzym, welches den Abbau bzw. die Umwandlung von Dopamin und L-Dopa zu unwirksamen Substanzen beschleunigt. Um diesen Vorgang im Blutkreislauf außerhalb des Gehirns auszubremsen und die Konzentration von Dopamin "hochzuhalten", werden COMT-Hemmer eingesetzt. Sie hemmen die Methylierung von Levodopa, damit mehr L-Dopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden und erst dort zu Dopamin umgewandelt werden kann. Dadurch lässt sich die L-Dopa Dosierung bzw. die Häufigkeit der Einnahme reduzieren, da COMT-Hemmer die sog. "On-Zeiten" verlängern und "Off-Zeiten" verkürzen und damit Wirkungsschwankungen lindern. Insgesamt gilt, dass die individuellen Nebenwirkungen sehr stark variieren. Insgesamt sind Dopaminagonisten i. d. R. Da Levodopa jedoch im späteren Verlauf häufiger zu Wirkungsschwankungen führt, beginnt die medikamentöse Therapie im Frühstadium oft mit niedrig dosierten Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmern oder einer Kombitherapie mit L-Dopa, um die Dosis gering zu halten. Das muss aber nicht so sein und hängt von vielen weiteren Einflussfaktoren ab. Ältere Patientinnen und Patienten profitieren hingegen meistens von der besseren Verträglichkeit und weniger Nebenwirkungen bei der Einnahme von Levodopa-Präparaten. Psychosen & Halluzinationen (z. B. Mangelhafte Impulskontrolle (z. B.

Was sind Impulskontrollstörungen?

Impulskontrollstörungen (IKS) sind Verhaltensweisen, bei denen Betroffene Schwierigkeiten haben, ihren Impulsen zu widerstehen, auch wenn diese negative Konsequenzen haben. Sie äussern sich durch andauernde Gedanken oder den unkontrollierbaren Drang, bestimmte Dinge zu tun. Betroffene können ihrem Impuls nicht widerstehen. Die Selbstkontrolle ist gestört. Patienten sind sich selbst manchmal dieser Problematik nicht bewusst.

Arten von Impulskontrollstörungen

Zu den häufigsten IKS bei Parkinson gehören:

  • Pathologisches Glücksspiel: Unkontrollierbares Spielen, das zu finanziellen Problemen und sozialen Schwierigkeiten führt.
  • Hypersexualität: Übermäßiges sexuelles Verlangen und Verhalten, das zu Problemen in Beziehungen und im sozialen Leben führt.
  • Kaufsucht: Zwanghaftes Kaufen von Dingen, die man nicht braucht oder sich nicht leisten kann.
  • Esssucht (Binge Eating): Unkontrolliertes Essen großer Mengen von Nahrungsmitteln in kurzer Zeit.
  • Punding: Zwanghaftes Ausführen sich wiederholender, mechanischer Aufgaben, z. B. stundenlanges Sammeln, Sortieren und Ordnen von Gegenständen.

Ursachen von Impulskontrollstörungen bei Parkinson

Die genauen Ursachen für IKS bei Parkinson sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen:

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  • Dopaminerge Medikamente: Insbesondere Dopaminagonisten, die zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, können das Risiko für IKS erhöhen. Diese Medikamente wirken auf das Dopaminsystem im Gehirn und können die Impulskontrolle beeinträchtigen.
  • Dopaminmangel: Der Dopaminmangel selbst, der durch den Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen verursacht wird, kann ebenfalls zu IKS beitragen.
  • Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung von IKS spielen können.
  • Persönlichkeitsmerkmale: Jüngere männliche Patienten, die bereits vor der Parkinson-Erkrankung eine sehr impulsive Persönlichkeit hatten, haben ein höheres Risiko für IKS.
  • Soziale Isolation: Auch die soziale Zurückgezogenheit könnte dazu beitragen.

Behandlung von Impulskontrollstörungen bei Parkinson

Die Behandlung von IKS bei Parkinson erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien umfasst.

Medikamentöse Therapie

  • Dosisreduktion oder Absetzen von Dopaminagonisten: Dies ist oft der erste Schritt bei der Behandlung von IKS. Die Dosis des Dopaminagonisten wird schrittweise reduziert oder das Medikament wird ganz abgesetzt.
  • Alternativmedikation: In einigen Fällen kann es notwendig sein, auf andere Parkinson-Medikamente umzusteigen, die weniger wahrscheinlich IKS verursachen.
  • Amantadin: Dieses Medikament kann helfen, die durch L-Dopa verursachten Überbewegungen zu verringern und wird auch bei akinetischen Krisen eingesetzt.

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): KVT kann Betroffenen helfen, ihre impulsiven Verhaltensweisen zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um sie zu kontrollieren.
  • Psychotherapie: Eine begleitende Psychotherapie kann helfen, die emotionalen und psychischen Belastungen, die mit IKS einhergehen, zu bewältigen.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann eine wertvolle Unterstützung bieten.

Weitere Aspekte der Parkinson-Behandlung

Neben der Behandlung von IKS ist es wichtig, auch andere Aspekte der Parkinson-Behandlung zu berücksichtigen:

  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme: Die Medikamente sollten immer zu einem festen Zeitpunkt eingenommen werden, um einen besseren Überblick über die Wirkdauer zu bekommen und die Einnahme als Routine in den Alltag zu integrieren.
  • Ernährung: Bei der Einnahme von L-Dopa Präparaten ist unbedingt zu berücksichtigen, dass besonders eiweißreiche Nahrung die Aufnahme von Levodopa stören und die Wirkung der entsprechenden Medikamente reduzieren kann.
  • Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie: Diese nicht-medikamentösen Behandlungen können die Lebensqualität verbessern und Symptome zusätzlich lindern.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): Die THS kann in späteren Stadien der Erkrankung eine Option sein, um die motorischen Symptome zu verbessern und die Medikamentendosis zu reduzieren.

Medikamente im Detail

Es gibt verschiedene Medikamente und Wirkstoffe, um den Einsatz von Levodopa, welches mit einem besonders hohen Risiko für spätere Wirkungsschwankungen einhergeht, gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten unter 70 Jahren hinauszuzögern. Zu nennen wäre hier beispielsweise die Kombination von L-Dopa mit anderen Parkinson-Medikamenten, z. B. mit COMT-Hemmern und MAO-B-Hemmern, welche die Wirkdauer von L-Dopa verlängern und so die anfangs notwendige Dosis verringern können. Häufig werden zunächst auch Dopaminagonisten statt L-Dopa Präparate eingesetzt, oder beide Wirkstoffe werden kombiniert. Jedoch kann es auch bei Patientinnen und Patienten unter 60 bis 70 Jahren sinnvoll sein, direkt mit L-Dopa zu beginnen und ebenso kann der Einsatz von Dopaminagonisten bei älteren Patientinnen und Patienten sinnvoll sein. Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht.

Levodopa

Um den bei der Parkinson-Krankheit bestehenden Mangel an Dopamin im Gehirn auszugleichen, kann man also Medikamente verabreichen, ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit, bei der das vom Körper nicht mehr in ausreichender Menge hergestellte Insulin als Medikament gegeben wird. Bei der Parkinson-Krankheit lässt sich das fehlende Dopamin allerdings nicht direkt als Tablette oder Spritze über den Blutkreislauf zuführen, da es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann und somit nicht ins Gehirn gelangt.

Dopaminagonisten

Die Gabe von Medikamenten, die ähnlich wie Dopamin wirken und ins Gehirn gelangen, sog. Dopaminagonisten, zum Beispiel Piribedil, Apomorphin oder Rotigotin.

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MAO-B-Hemmer

In sehr frühen Stadien der Parkinson-Erkrankung können teilweise MAO-B-Hemmer als erstes Medikament im Rahmen einer Monotherapie eingesetzt werden. Später eignen sie sich auch zum Einsatz in Kombination mit L-Dopa, welches in der Folge niedriger dosiert werden kann, um Wirkungsschwankungen und Nebenwirkungen hinauszuzögern.

COMT-Hemmer

COMT (Catechol-O-Methyltransferase) ist ein Enzym, welches den Abbau bzw. die Umwandlung von Dopamin und L-Dopa zu unwirksamen Substanzen beschleunigt. Um diesen Vorgang im Blutkreislauf außerhalb des Gehirns auszubremsen und die Konzentration von Dopamin "hochzuhalten", werden COMT-Hemmer eingesetzt. Sie hemmen die Methylierung von Levodopa, damit mehr L-Dopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden und erst dort zu Dopamin umgewandelt werden kann. Dadurch lässt sich die L-Dopa Dosierung bzw. die Häufigkeit der Einnahme reduzieren, da COMT-Hemmer die sog. "On-Zeiten" verlängern und "Off-Zeiten" verkürzen und damit Wirkungsschwankungen lindern.

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