Taubheitsgefühl in der Hand nach Injektion ins Gelenk: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein Taubheitsgefühl in der Hand nach einer Gelenkinjektion, insbesondere wenn es in einer anderen Hand auftritt, kann beunruhigend sein. Um die Ursachen dieses Phänomens zu verstehen, ist es wichtig, die verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen, die dazu beitragen können.

Ursachen für Taubheitsgefühl in der Hand nach einer Gelenkinjektion

Mehrere Faktoren können zu einem Taubheitsgefühl in der Hand nach einer Gelenkinjektion beitragen. Es ist wichtig zu beachten, dass das Taubheitsgefühl nicht immer direkt mit der Injektion zusammenhängen muss, sondern auch andere zugrunde liegende Erkrankungen oder Nervenreizungen eine Rolle spielen können.

Direkte Nervenreizung oder -schädigung

Obwohl selten, kann es während einer Injektion zu einer direkten Reizung oder Schädigung eines Nervs kommen. Dies kann zu vorübergehendem oder anhaltendem Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs führen.

Kortisoninjektion und Nebenwirkungen

Kortisoninjektionen werden häufig in der Orthopädie eingesetzt, um Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Obwohl Kortison wirksam sein kann, sind auch Nebenwirkungen möglich.

  • Lokale Nebenwirkungen: In seltenen Fällen kann Kortison, das in ein Gelenk injiziert wird, in das umliegende Gewebe gelangen und dort unerwünschte Wirkungen auslösen. Dies kann zu lokalen Reizungen, Entzündungen oder sogar zu einer Schwächung von Sehnen und Knorpel führen.
  • Systemische Nebenwirkungen: Obwohl Kortison in der Regel lokal wirkt, kann es in einigen Fällen in die Blutbahn gelangen und systemische Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören Gesichtsrötung (Flush), erhöhte Blutzuckerspiegel, Unruhe, Schwitzen und Herzrasen.

Karpaltunnelsyndrom (KTS)

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine häufige Erkrankung, die durch die Kompression des Nervus medianus im Karpaltunnel des Handgelenks verursacht wird. Symptome sind Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

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  • Ursachen: Das KTS kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter wiederholte Handbewegungen, Schwangerschaft, Arthritis, Diabetes und anatomische Anomalien.
  • Symptome: Typische Symptome sind nächtliche Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern. In schweren Fällen kann es zu Lähmungserscheinungen und Kraftverlust kommen.
  • Diagnose: Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung, neurologische Tests und eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurografie).
  • Behandlung: Die Behandlung kann konservativ (Schienen, Physiotherapie, Kortisoninjektionen) oder operativ (Neurolyse) erfolgen.

Zervikale Radikulopathie

Eine zervikale Radikulopathie ist eine Nervenwurzelreizung im Bereich der Halswirbelsäule. Dies kann zu Schmerzen, Taubheitsgefühl und Schwäche in Arm und Hand führen.

  • Ursachen: Häufige Ursachen sind Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose und degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule.
  • Symptome: Die Symptome können je nach betroffener Nervenwurzel variieren, umfassen jedoch häufig Schmerzen im Nacken, die in Arm und Hand ausstrahlen, sowie Taubheitsgefühl und Schwäche.
  • Diagnose: Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung, neurologische Tests und bildgebende Verfahren (MRT, CT) gestellt.
  • Behandlung: Die Behandlung kann konservativ (Physiotherapie, Schmerzmittel, Kortisoninjektionen) oder operativ erfolgen.

Thoracic-outlet-Syndrom (TOS)

Das Thoracic-outlet-Syndrom ist eine Gruppe von Erkrankungen, die durch die Kompression von Nerven und/oder Blutgefäßen im Bereich des Thoraxausgangs (zwischen Hals und Schulter) verursacht werden.

  • Ursachen: Das TOS kann durch anatomische Anomalien, Verletzungen, wiederholte Bewegungen oder schlechte Körperhaltung verursacht werden.
  • Symptome: Die Symptome können je nach betroffenen Strukturen variieren, umfassen jedoch häufig Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schwäche in Arm und Hand.
  • Diagnose: Die Diagnose kann schwierig sein und erfordert eine sorgfältige körperliche Untersuchung, neurologische Tests und bildgebende Verfahren.
  • Behandlung: Die Behandlung kann konservativ (Physiotherapie, Schmerzmittel) oder operativ erfolgen.

Andere mögliche Ursachen

Neben den oben genannten Ursachen können auch andere Faktoren zu einem Taubheitsgefühl in der Hand beitragen, darunter:

  • Periphere Neuropathie: Schädigung peripherer Nerven durch Diabetes, Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel oder andere Erkrankungen.
  • Raynaud-Syndrom: Eine Erkrankung, die zu einer Verengung der Blutgefäße in den Fingern und Zehen führt, was zu Taubheitsgefühl und Kältegefühl führen kann.
  • Entzündliche Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Lupus oder andere entzündliche Erkrankungen können Nerven und Gelenke beeinträchtigen und zu Taubheitsgefühl führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Taubheitsgefühl verursachen.

Diagnose und Behandlung

Wenn Sie nach einer Gelenkinjektion ein Taubheitsgefühl in der Hand verspüren, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese erheben und Sie nach Ihren Symptomen, Vorerkrankungen und Medikamenten fragen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Beweglichkeit, Sensibilität und Kraft der Hand und des Arms geprüft werden.

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Neurologische Untersuchung

Eine neurologische Untersuchung kann helfen, die Funktion der Nerven zu beurteilen und mögliche Nervenreizungen oder -schädigungen zu identifizieren.

Bildgebende Verfahren

In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT erforderlich sein, um die Ursache des Taubheitsgefühls zu ermitteln.

Elektrophysiologische Untersuchungen

Eine Elektroneurografie (ENG) kann die Nervenleitgeschwindigkeit messen und Nervenschädigungen aufdecken.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung des Taubheitsgefühls in der Hand hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.

  • Konservative Therapie: In vielen Fällen können konservative Maßnahmen wie Schienen, Physiotherapie, Schmerzmittel und Kortisoninjektionen helfen, die Symptome zu lindern.
  • Operative Therapie: Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend sind, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf einen Nerv zu entlasten oder andere zugrunde liegende Probleme zu beheben.

Prävention

Einige Maßnahmen können helfen, das Risiko eines Taubheitsgefühls in der Hand nach einer Gelenkinjektion zu verringern:

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  • Sorgfältige Injektionstechnik: Der Arzt sollte eine sorgfältige Injektionstechnik anwenden, um eine direkte Nervenreizung oder -schädigung zu vermeiden.
  • Vermeidung von Überlastung: Vermeiden Sie Überlastung und wiederholte Bewegungen des Handgelenks.
  • Ergonomische Anpassung: Achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
  • Regelmäßige Pausen: Legen Sie bei Tätigkeiten, die das Handgelenk stark belasten, regelmäßig Pausen ein, um die Handgelenke zu dehnen und auszuschütteln.
  • Frühzeitige Behandlung: Suchen Sie bei ersten Anzeichen von Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen in der Hand einen Arzt auf, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.

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