Schwindel, Hörverlust und Tinnitus sind Symptome, die auf eine Erkrankung des Innenohrs hindeuten können. Die Ursachen für diese Beschwerden sind vielfältig und erfordern eine präzise Diagnostik. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Innenohrerkrankungen, ihre Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten sowie die Rolle von Spezialisten bei der Betreuung von Betroffenen.
Die Komplexität des Innenohrs und seine Erkrankungen
Das Innenohr spielt eine entscheidende Rolle für unser Gehör und unseren Gleichgewichtssinn. Es beherbergt Strukturen, die Schallwellen in Nervenimpulse umwandeln und Informationen über unsere Körperlage und Bewegung an das Gehirn weiterleiten. Erkrankungen des Innenohrs können daher sowohl das Hörvermögen als auch das Gleichgewicht beeinträchtigen.
Vielfältige Ursachen für Schwindel und Hörverlust
Die Gründe für Schwindel und Hörverlust sind vielfältig und oft komplex. Über ein Drittel der Schwindelursachen lassen sich auf den HNO-Bereich zurückführen. Viele andere Gleichgewichtsstörungen entstehen in der oberen Halswirbelsäule, dem Nacken sowie den Kopfgelenken. Daneben können neurologische, internistische oder psychosomatische Faktoren ebenfalls Schwindel auslösen.
Diagnose von Innenohrerkrankungen
Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten. Gerade im Anfangsstadium ist es schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Der vollständigen Erkrankung kann ein isoliertes Auftreten einzelner Symptome vorausgehen (nur Schwindel oder nur Hörstörung). Typisch für das Krankheitsbild sind wiederkehrende Attacken mit Drehschwindel und Hörminderung über Stunden. Gezielte Untersuchungen des Gleichgewichtssinnes und des Hörens unterstützen die Diagnose. Wichtig für eine genaue Diagnose ist die klare Abgrenzung zu anderen Erkrankungen. Beispielsweise kann eine Schwindelmigräne (vestibuläre Migräne) einen sehr ähnlichen Verlauf haben.
Untersuchungsmethoden beim HNO-Arzt
Im Bereich der HNO-Medizin wird in erster Linie das Gleichgewichtsorgan sowie der Hör-Gleichgewichtsnerv untersucht. Eine der ersten Diagnoseschritte ist die Analyse der Augenbewegungen mithilfe der Frenzelbrille. Diese ermöglicht es dem HNO-Arzt, oft frühzeitig Anzeichen für eine Störung im Gleichgewichtssystem zu erkennen. Beispielsweise kann ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans durch schnelle, unkontrollierte Augenbewegungen (Nystagmus) auffällig werden.
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Diagnostische Methoden zur Schwindelabklärung
- Frenzelbrille: Mit dieser Spezialbrille werden unwillkürliche Augenbewegungen, sogenannte Nystagmen, beobachtet, die Rückschlüsse auf das Gleichgewichtsorgan geben.
- Hörprüfung: Da Gleichgewichtsstörungen häufig mit Hörproblemen einhergehen, wie es bei der Menière-Krankheit der Fall ist, wird stets auch das Gehör getestet.
- Thermische Reizung (Videonystagmographie): Bei dieser Methode wird das Gleichgewichtsorgan durch warme und kalte Luft separat stimuliert, um seine Funktion zu beurteilen.
- Lagerungsprüfung: Bei Verdacht auf gutartigen Lagerungsschwindel bringt der HNO-Arzt den Patienten in unterschiedliche Positionen und beobachtet dabei, ob typische Augenbewegungen auftreten.
- In seltenen Fällen kann eine gutartige Tumorerkrankung im Kleinhirnbrückenwinkel (Vestibularisschwannom oder Akustikusneurinom) zu den Beschwerden führen. Zur Abklärung wird die Hirnstammaudiometrie (BERA) eingesetzt. Um das Zusammenspiel der verschiedenen Anteile des Gleichgewichtssystems zu überprüfen, führen wir zudem vestibulospinale Tests durch, wie den Romberg-Test oder den Unterberger-Tretversuch.
Sollten die Ergebnisse der HNO-Untersuchungen keine eindeutigen Hinweise liefern, kann eine Kernspintomographie (MRT) des Kopfes durchgeführt werden, um neurologische Ursachen auszuschließen. Da Schwindel oft ein komplexes Symptom ist, sind in bestimmten Fällen zusätzliche Untersuchungen durch Neurologen, Internisten oder Orthopäden erforderlich.
MRT des Ohres
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Ohres kann helfen, Ursachen für Beschwerden wie Schwindel, Hörverlust oder Phantomgeräusche zu finden oder auszuschließen. Der MRT-Scan des Ohres macht das Innenohr und die umliegenden Strukturen, den Hör- und Gleichgewichtsnerv sowie das Gehirn sichtbar. Die Untersuchung wird in der Rückenlage durchgeführt und dauert ca. 40 Minuten.
Wann ist eine Ohr-MRT sinnvoll?
Eine Ohr-MRT kann bei verschiedenen Fragestellungen sinnvoll sein, darunter:
- Verstopfung des Gehörganges, bspw. durch Ohrenschmalz (Cerumen) oder einen Fremdkörper
- Fehlbildungen des Gehörganges
- Gutartige oder bösartige Tumore im Gehörgang oder Mittelohr
- Gutartige oder bösartige Tumore in Inneren (z. B. Akustikusneurinom/ Vestibubarisschwannom)
- Verletzungen
- Knochenwucherungen (kommen gehäuft bei z. B. Schwimmern vor)
- Belüftungsstörung sowie Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss)
- Mittelohrentzündung akut oder chronisch
- Entzündung der luftgefüllten Räume im Mittelohr (Mastoiditis)
- Verwachsungen der Gehörknöchelchen (Otosklerose) - meist ist der Steigbügel, mit dem Knochen verwachsen
- Durchbruch (Perforation) des Trommelfells
- Frakturen der Schädelbasis
- Riss des ovalen Fensters
- Altersbedingte Schwerhörigkeit (Presbyakusis)
- Lärmschäden
- Ménière-Krankheit (Morbusus Ménière)
- Vergiftungen (toxische Schallempfindungsschwerhörigkeit)
- Gehirnerschütterung
- Nervenverletzungen (z. B. nach Schädelverletzungen)
- Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis)
- Fehlfunktion an der Verbindung der Haarzelle im Innenohr mit dem Hörnerv (auditorische Neuropathie)
- Schlaganfall
Abgrenzung verschiedener Schwindelformen
Schwindel ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Hinweis darauf, dass das Gleichgewichtssystem im Körper gestört ist. Die Organe, die dafür verantwortlich sind, befinden sich im Innenohr, in den Muskeln, den Gelenken, der Halswirbelsäule sowie im Gehirn. Auch das Sehvermögen spielt eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und der Blickstabilisierung. Mit zunehmendem Alter lassen die Funktionen dieser Systeme nach. Zusätzliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen können diese Organe zusätzlich belasten, wodurch Schwindelanfälle im Alter häufiger werden.
Schwindel kann in verschiedene Formen unterteilt werden, darunter Drehschwindel, Schwankschwindel, Liftschwindel und Pseudo-Vertigo. Beim Drehschwindel haben Betroffene das Gefühl, dass sich ihre Umgebung um sie herum dreht. Oft sind damit Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Ohrgeräusche und ein vermindertes Hörvermögen verbunden. Schwankschwindel vermittelt hingegen das Empfinden, auf einem schwankenden Boot zu stehen, was zu einer unsicheren Gangart mit Abweichungen zur Seite führen kann. Begleitende Beschwerden sind hier eher selten. Liftschwindel äußert sich durch das Gefühl, plötzlich nach oben oder unten zu fallen, ähnlich einer schnellen Auf- oder Abwärtsbewegung in einem Fahrstuhl. Bei Pseudo-Vertigo erleben Betroffene eine Benommenheit oder ein Schwarzwerden vor den Augen, ohne dass die Umgebung tatsächlich in Bewegung gerät.
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Spezifische Schwindelformen und ihre Ursachen
- Lagerungsschwindel: Plötzlicher Drehschwindel, der bei bestimmten Kopfbewegungen wie Hinlegen, Aufstehen, Umdrehen im Bett oder Bücken auftritt. Er entsteht durch die Verlagerung kleiner Kalkkristalle im Innenohr und lässt sich durch spezielle Übungen, wie das Otolithen-Befreiungsmanöver, behandeln.
- Benommenheitsschwindel: Tritt häufig nach dem Aufstehen aus dem Bett oder vom Stuhl auf, oft bedingt durch Kreislaufschwäche. Hilfreich sind regelmäßige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und in manchen Fällen Medikamente nach Rücksprache mit einem Arzt.
- Gangunsicherheit: Beim Gehen auftretendes Schwanken kann verschiedene Ursachen haben, wie Probleme mit den Gelenken, Muskelschwäche oder eine mangelnde Durchblutung des Gehirns.
- Vestibuläre Migräne: Typische Anzeichen sind anhaltende Schwindelgefühle, die über mehrere Minuten bis Stunden andauern können. Die Behandlung umfasst meist eine Kombination aus Migränemedikamenten und Maßnahmen zur Schwindelreduktion.
- Morbus Menière: Eine seltene Innenohrerkrankung, die durch plötzliche, heftige Schwindelanfälle, einseitigen Hörverlust und Ohrensausen gekennzeichnet ist. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und kann unter anderem Diätanpassungen und medikamentöse Therapie umfassen.
- Psychogener Schwindel: Stress, Angst und psychische Belastungen können ebenfalls Schwindel auslösen.
Der Morbus Menière im Detail
Beim Morbus Menière handelt es sich um eine krankhafte Druckerhöhung, die durch eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung (Hydrops) im häutigen Labyrinth des Innenohrs entsteht. Die Entstehung der Erkrankung ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet ein Missverhältnis zwischen Produktion und Abtransport von Innenohrflüssigkeit. Die Endolymphe, d.h. die Flüssigkeit, die im häutigen Labyrinth des Innenohres enthalten ist, wird fehlerhaft produziert. Durch die Druckerhöhung kommt es zu einem Riss im Endolymphschlauch und die Innenohrflüssigkeit kann ins Gleichgewichtsorgan eindringen. Die Durchmischung von Endolymphe und Perilymphe führt zu Fehlermeldungen im Gleichgewichtsorgan. Schwerhörigkeit, ggf. Zusätzlich können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Weitere Begleitsymptome sind beispielsweise ein Zittern der Augen (Nystagmus) und vegetative Symptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche.
Die Diagnose Morbus Menière ist fast immer eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass immer erst geprüft werden muss, ob andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen, vorliegen. Als gesichert gilt der Morbus Menière nach zwei oder mehr Drehschwindel-Attacken von mindestens 20 Minuten Dauer, die mit einer nachgewiesenen Hörminderung und einem Tinnitus oder Ohrendruck einhergehen. Infolge der wiederkehrenden, angstauslösenden Schwindelattacken, die als existenziell bedrohlich erlebt werden, kommt es sehr häufig zu sekundären, psychisch ausgelösten Schwindelsymptomen.
Stadien des Morbus Menière
Es gibt seit einigen Jahren eine Klassifizierung des Morbus Menière, die keine zeitliche Gesetzmäßigkeit aufweist.
- Stadium 1: Schwankendes Hörvermögen.
- Stadium 4: Ausgebrannte Menière-Krankheit. Nach durchschnittlich neun Jahren scheint bei drei von vier unbehandelten Erkrankten der Morbus Menière "auszubrennen", d. h. die Schwindelanfälle werden schwächer oder verschwinden ganz.
Um das Krankheitsstadium festzustellen, wird der Patient im Krankenhaus stationär aufgenommen. Hier kann die Diagnostik und die anschließende Behandlung auf den Betroffenen individuell eingestellt werden. Der Morbus Menière ist nicht heilbar.
MRT bei Menière-Krankheit
Eine Besonderheit der MRT ist, dass auch die Menière-Krankheit (Morbus Menière) erkannt werden kann. Dies ist eine Erkrankung des Innenohres, gekennzeichnet durch Anfälle von Schwindel, Hörverlust und Ohrensausen. Damit die teils nur feinen Veränderungen, die zu den Beschwerden führen erkannt werden können, ist eine MRT nach dem neuesten Stand der Wissenschaft nötig.
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Behandlung von Innenohrerkrankungen
Die Ursachen von Schwindel sind vielfältig, entsprechend unterschiedlich gestalten sich die Behandlungsansätze.
Akute Gleichgewichtsstörungen werden in der Regel mit Medikamenten gegen Übelkeit (Antivertiginosa) und Kortison, entweder in Tablettenform oder als Infusion, therapiert. Bei Lagerungsschwindel kommen spezielle Befreiungsübungen wie das Epley- oder Semont-Manöver zum Einsatz, die direkt in der HNO-Praxis durchgeführt werden und oft rasch Erleichterung bringen. Tritt der Schwindel im Zusammenhang mit einem Hörsturz auf, können neben Infusionen auch gezielte Kortisoninjektionen ins Mittelohr (intratympanale Kortikoid-Therapie) helfen.Die Therapie des gutartigen Lagerungsschwindels durch Epley- und Semont-Manöver ist besonders effektiv.
Die Behandlung chronischer Schwindelbeschwerden gestaltet sich aufwändiger. Hier liegt der Fokus auf der Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung, wie beispielsweise einer Migräne oder Diabetes, oder dem Ausschalten auslösender Faktoren. Da Schwindel oft in Verbindung mit Stress auftreten kann, sind Entspannungstechniken eine geeignete Therapieform. Bei älteren Menschen sollten Maßnahmen zur Verbesserung der Umgebungssicherheit, wie eine sturzsichere Wohnumgebung, im Vordergrund stehen.
Medikamente sollten nur kurzfristig genutzt werden, um das sogenannte „Schwindelgedächtnis“ zu vermeiden. Es ist wichtig, auf nicht sedierende Mittel zurückzugreifen, da beruhigende Medikamente die natürliche Anpassungsfähigkeit des Körpers an den Schwindel beeinträchtigen können.
Zur Stärkung der Bewegungs- und Haltungsstabilität bei chronischem Schwindel ist ein langfristiges Trainingsprogramm zur Förderung der Muskulatur und des Gleichgewichtssinns unerlässlich. Ergänzend können Akupunktur, homöopathische Mittel und Physiotherapie die Behandlung unterstützen.
Verhalten bei Schwindelanfällen
Bei einem plötzlichen Schwindelanfall ist es wichtig, sich hinzusetzen oder, wenn möglich, hinzulegen. Alternativ können Sie sich festhalten, um das Risiko eines Sturzes zu minimieren. Fokussieren Sie einen festen Punkt mit den Augen, um das Gleichgewicht zu stabilisieren und sich innerlich zu beruhigen. Langsame Bewegungen des Kopfes sind dabei ratsam, um das Sehfeld möglichst ruhig zu halten. Regelmäßiges, ruhiges Atmen hilft, die Nervosität zu mindern-aber vermeiden Sie dabei eine zu tiefe Atmung, um Hyperventilation vorzubeugen.
Tinnitus-Therapie
Unter dem Begriff Tinnitus werden alle Arten der Kopf- und Ohrgeräusche zusammengefasst. Allein in Deutschland haben beziehungsweise hatten bereits 19 Millionen Menschen Ohrgeräusche, mehr als die Hälfte davon über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Tinnitus ist hierbei nicht direkt als Krankheit selbst zu sehen, sondern vielmehr als ein Symptom wie Schmerzen oder Fieber. Für die optimale Tinnitus-Therapie ist es daher wichtig, die Ursache für das Pfeifen, Klingeln, Brummen, Rauschen oder Piepen zu finden, das in den meisten Fällen nur der Betroffene hört. Die Ohrgeräusche können die gesamte Wahrnehmung des Patienten beeinflussen und die Lebensqualität stark einschränken.
Zumeist besteht ein Tinnitus, ohne das ein messbares Störgeräusch vorliegt. In diesem Fall spricht der Facharzt von einem subjektiven Tinnitus, der jedoch keinesfalls eine Halluzination des Betroffenen darstellt. Vielmehr handelt es sich um eine Täuschung des Hörorgans, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Ist hingegen das Ohrgeräusch mit speziellen Untersuchungsgeräten feststellbar, so wird dies als objektiver Tinnitus bezeichnet. Häufig ist eine Geräuschquelle nahe dem Innenohr dafür verantwortlich, dass der Patient entsprechende Töne wahrnimmt. Tinnitus-Ursache kann hierbei beispielsweise eine Gefäßveränderung sein. Des Weiteren lässt sich der Tinnitus in akut und chronisch unterteilen.
Verschiedene Ursachen können einen Tinnitus auslösen. Beispielsweise können Erkrankungen oder Schäden am Hörsystem zu plötzlichen Ohrgeräuschen führen. Hierzu zählen unter anderem eine Mittelohrentzündung, eine fehlerhafte beziehungsweise unzureichende Belüftung des Mittelohrs, eine Otosklerose (Verknöcherung im Innenohr) und die Innenohrerkrankung Morbus Menière. Auch ein Hörsturz, ein Knalltrauma und Schwerhörigkeit stellen mögliche Tinnitus-Ursachen dar. Ebenso ist es möglich, dass der Auslöser für die Ohrgeräusche nicht direkt im Hörsystem des Betroffenen liegt. So kann zum Beispiel auch Stress dazu führen, dass ein akuter Tinnitus entsteht. Weitere Tinnitus-Ursachen sind unter anderem Erkrankungen der Halswirbel, Gebiss- oder Kieferfehlstellungen, Ängste oder auch Medikamente.
Im persönlichen Gespräch erfolgt zuerst die Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese).
- Lassen sich mögliche Auslöser (z. B.
- Wie lässt sich das Ohrgeräusch beschreiben?
Im Anschluss an das individuelle Gespräch werden für die Tinnitus-Therapie umfassende Untersuchungen durchgeführt. Mit dem Ohrmikroskop können das äußere Ohr, das Mittelohr und das Trommelfell untersucht werden. Mit Hilfe von verschiedenen Hörtests (u. a. Audiometrie, OAE, BERA) können Leistungen des Innenohrs und des Hörnervs überprüft werden.
Vorrangig besteht das Ziel bei der Behandlung von Hörstürzen und bei der Tinnitus-Therapie darin, die Mikrozirkulation des Innenohrs zu verbessern. Diese Tinnitus-Behandlung wird ambulant durchgeführt. Auch durch Tabletteneinnahme oder eine spezielle Infusionstherapie, die ambulant oder stationär möglich ist, kann die Mikrozirkulation begünstigt werden. Bei dauerhaften Ohrgeräuschen arbeitet unsere Praxisklinik auch mit ausgesuchten Psychotherapeuten zusammen, um eine Verhaltenstherapie (Tinnitus-Desensibilisierung) oder eine Verordnung von Noisern (Tinnitus-Retrainings) zu ermöglichen. Durch diese Tinnitus-Therapie können wir dem Patienten dabei helfen, die Ohrgeräusche abgeschwächt oder gar nicht mehr wahrzunehmen. Hierbei spielt die Hilfe zur Selbsthilfe eine entscheidende Rolle, um Stressfaktoren selbstständig senken und die eigene Psyche stärken zu können.
Spezialisten für Innenohrerkrankungen
Bei Verdacht auf eine Innenohrerkrankung ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen. HNO-Ärzte (Hals-Nasen-Ohren-Ärzte) sind die ersten Ansprechpartner bei Beschwerden im Bereich des Innenohrs. Sie verfügen über das notwendige Fachwissen und die technischen Möglichkeiten, um eine umfassende Diagnose zu stellen und eine geeignete Therapie einzuleiten. In komplexen Fällen kann es erforderlich sein, weitere Spezialisten hinzuzuziehen, wie Neurologen, Internisten oder Orthopäden.
Experten für Innenohrbildgebung
Für die Beurteilung von MRT-Aufnahmen des Innenohrs sind spezialisierte Radiologen erforderlich, die über fundierte Kenntnisse in der HNO-Bildgebung verfügen. Einige Experten auf diesem Gebiet sind:
- Prof. Shinji Naganawa: Pionier der Innenohrbildgebung und beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit der Optimierung der MR-Protokolle zur Detektion von Innenohrpathologien. Klinisch aktiv ist er als Direktor der Abteilung für Radiologie am Uniklinikum Nagoya, Japan.
- PD Dr. med. Johann-Martin Hempel: Experte für Neuroradiologie und Kopf-Hals-Radiologie. Er hat lange Jahre an der Universitätsklinik der Eberhard Karls-Universität Tübingen praktiziert und dort habilitiert.
- Prof. Dr. med. Philipp Bäumer: Facharzt für Radiologie mit der Zusatzbezeichnung Neuroradiologie. Er ist Experte für die Bildgebung peripherer Nerven.
- Prof. Dr. med. Lorenz Jäger: Experte für HNO-, Neuro-, muskuloskelettale und onkologische Radiologie. Seit 2018 hat er zwei Gastprofessuren inne.
- PD Dr. med. Yasemin Tanyildizi: Fachärztin für Radiologie. Sie ist Expertin für Neuroradiologie und hat lange Jahre an der Universitätsmedizin Mainz geforscht.
- Dr. med. Andreas Kasperczyk: Facharzt für Radiologie und Experte im Bereich Muskuloskelettale Radiologie, der Kiefergelenke (CMD) und der MR-Mammografie.
- Dr. med. Kira Lutz: Fachärztin für Radiologie mit einem Schwerpunkt auf Neuroradiologie. Sie hat unter anderem an der Universitätsklinik Heidelberg geforscht.
- Dr. med. Yvonne Böckenfeld: Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Karlsruhe.
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