Dieser Artikel bietet umfassende Informationen zum Thema Parese des großen Zehs, insbesondere zur Anwendung von Kinesiologie-Taping und anderen konservativen Behandlungsmethoden. Ziel ist es, Betroffenen ein besseres Verständnis der Erkrankung und ihrer Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln.
Einführung
Eine Parese des großen Zehs, auch als Großzehenparese bezeichnet, ist eine Schwäche oder Lähmung der Muskeln, die für die Bewegung des großen Zehs verantwortlich sind. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie Nervenverletzungen, Kompressionen oder neurologische Erkrankungen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Funktion des Zehs wiederherzustellen und Schmerzen zu lindern. Kinesiologie-Tape kann hierbei eine unterstützende Rolle spielen.
Kinesiologie-Taping bei Großzehenparese
Kinesiologie-Taping ist eine Methode, bei der spezielle elastische Tapes auf die Haut aufgebracht werden, um Muskeln und Gelenke zu unterstützen, Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern. Auch in der Logopädie ist das Medical Taping eine wertvolle Ergänzung im Behandlungsprozess. Bei einer Parese des großen Zehs kann das Taping dazu beitragen, die geschwächten Muskeln zu aktivieren und die Stabilität des Zehs zu verbessern.
Grundlagen des Kinesiologie-Taping
- CureTape: Ein häufig verwendetes Tape ist CureTape, das in verschiedenen Farben und Größen erhältlich ist. Es ist atmungsaktiv und wasserabweisend, sodass es mehrere Tage getragen werden kann.
- Anwendung: Das Tape wird mit unterschiedlicher Zugkraft (Stretch) auf die Haut aufgebracht, um verschiedene Effekte zu erzielen. Weniger Stretch dient der Unterstützung, während mehr Stretch die Muskelaktivität fördern kann.
- Kontraindikationen: Es gibt bestimmte Kontraindikationen, bei denen das Taping nicht angewendet werden sollte, wie Schwangerschaft, offene Wunden, Knochenbrüche, unerklärliche Beschwerden, Allergien, Hautkrankheiten, Einnahme von Blutverdünnern, Thrombose und Fieber.
Taping-Anleitung für den großen Zeh
Die folgende Anleitung beschreibt eine mögliche Taping-Technik bei einer Parese des großen Zehs. Es ist ratsam, sich vor der Anwendung von einem Arzt oder Physiotherapeuten beraten zu lassen.
Benötigtes Material
- CureTape
- Schere
Vorbereitung
- Reinigen Sie die Haut im Bereich des großen Zehs und des Fußes.
- Entfernen Sie gegebenenfalls Haare, um eine bessere Haftung des Tapes zu gewährleisten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1. Streifen:
- Startposition: Strecke deinen Fuß vom Schienbein weg.
- Schneiden Sie einen Streifen CureTape zu.
- Tapeanker ohne Stretch mittig auf dem vorderen Sprunggelenk aufkleben.
- Mit 25%-50% Stretch seitlich des Schienbeins nach oben tapen.
- Das Ende des Tapes ohne Stretch aufkleben.
- 2. Streifen:
- Halbiere einen Streifen mit der Schere und klebe ihn mit 75% Stretch senkrecht zum 1. Streifen über den Schmerzpunkt.
- Die Tapeenden ohne Stretch zur Seite ablegen.
- 3. Streifen:
- Den zweiten halben Streifen mit 75% Stretch parallel zum 2. Streifen über weiteren Schmerzpunkt kleben.
- Die Enden des Tapes ohne Stretch aufkleben.
- Fertigstellung:
- Reibe die gesamte Applikation noch einmal fest und du bist fertig!
Hinweise zur Anwendung
- Das Tape sollte faltenfrei aufgeklebt werden.
- Bei Hautreizungen oder Unverträglichkeiten das Tape sofort entfernen.
- Das Tape kann mehrere Tage getragen werden, sollte aber bei Bedarf gewechselt werden.
Weitere Anleitungen
Es gibt auch Anleitungen zum Tapen bei einem Zehenspitzengang. Eine verkürzte Achillessehne oder eine erhöhte Spannung in der Wadenmuskulatur können der Grund für den Zehenspitzengang bei Kindern sein. Bei vielen Kindern gibt es in der Entwicklung des Gehens keine nachweisbaren Ursachen des Zehenspitzenganges. Kleinkinder beginnen meist zwischen 10 und 18 Monaten zu laufen. In diesem Zeitraum probieren die Kinder verschiedenen Fußpositionen sowie das Laufen auf den Zehen aus. Normalerweise sollten Kinder mit etwa 24 Monaten mit dem ganzen Fuß auftreten und bis zum 3. Lebensjahr beim Gehen den Fuß komplett abrollen. In erster Instanz erfolgt eine Ganganalyse, bei der das Gangbild des Kindes Überprüft wird. Zusätzlich wird untersucht, ob ein angeborener Defekt in den Knochen und / oder Gelenken vorliegt. Dies kann durch Röntgen oder durch passive Untersuchung der Beweglichkeit des Sprunggelenks festgestellt werden. Wenn keine Anomalien gefunden werden, kann die Ursache auch im Muskulatur und Sehnenbereich liegen. Ebenso wird der Gleichgewichtssinn des Kindes getestet. Bei Verdacht werden auch neurologische Untersuchungen durchgeführt. Wenn es keine zugrunde liegende Ursache für das anhaltende Gehen auf den Zehen gibt, spricht man von gewohnheitsmäßigen Gehen auf Zehen. Dieses Phänomen ist relativ häufig, die Ursache jedoch unbekannt und tritt häufig bei mehreren Familienmitgliedern auf. Messen Sie das Tape in gedehnter Position ab. Schneiden Sie zwei Drittel des Tapestreifens in eine Y-Form. Bringen Sie die Basis des Tapes ohne Dehnung unter dem Fuß an. Der Patient hält den Fuß in Dorsalflexion und der erste Teil des Tapes verläuft über die Achillessehne. Die beiden Tapezügel werden dann um den Muskelbauch des Triceps surae/ Gastrocnemius bis zur Außenseite des Knies angelegt.
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Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Großzehenparese
Neben dem Kinesiologie-Taping gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Ursache und Schweregrad der Parese in Betracht gezogen werden können.
Physiotherapie und Übungen
Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Großzehenparese. Ziel ist es, die geschwächten Muskeln zu stärken, die Beweglichkeit des Zehs zu verbessern und das Gangbild zu normalisieren.
- Kräftigungsübungen: Übungen zur Stärkung der Zehenbeuger und -strecker, sowie der Fußmuskulatur.
- Dehnübungen: Dehnübungen zur Verbesserung der Flexibilität der Wadenmuskulatur und der Achillessehne.
- Propriozeptives Training: Übungen zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Gleichgewichts.
Orthesen und Schienen
In einigen Fällen können Orthesen oder Schienen eingesetzt werden, um den Fuß und den großen Zeh zu stabilisieren und die Funktion zu unterstützen. Eine Peroneusschiene ist eine Orthese, die man um das obere Sprunggelenk, den Fuss und auch Teile des Unterschenkels anlegt, um eine starke Fußheberschwäche auszugleichen und sorgen so für eine Entlastung des Fußes und bessern den Gang. Peroneusschienen können auch in einem Schuh fast unsichtbar getragen werden. Wie lange eine Peroneusschiene getragen werden muss/sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Direkt nach einer akuten Verletzung oder Operation, die zu einer Fußheberschwäche geführt hat, wird die Schiene oft dauerhaft getragen, um eine sichere und schmerzfreie Mobilität zu ermöglichen und den Fuß in einer funktionalen Position zu halten und Stürze zu vermeiden. Sobald die Muskulatur durch gezielte Trainingstherapie unter Anleitung eines Sportwissenschaftlers gestärkt wird und es Fortschritte gibt, kann die Tragezeit schrittweise reduziert werden.
Elektrotherapie
Mittlerweile hat sich auch die sogenannte Elektrotherapie in der Behandlung einer Peroneuslähmung behaupten können. Die Idee ist, dass man einen leichten Strom durch Elektroden an den Nervus peroneus anlegt, um diesen zu stimulieren. Die Stimulation sollte dazu führen, dass die elektrischen Reize wieder in gewohnter Weise weitergeleitet werden und den Nerven sensibler zu machen. Bei erfolgreicher Behandlung würde sich das an einer Rückkehr der Kraft der Fußhebermuskeln und einer Normalisierung des Gangbildes bemerkbar machen. Der Patient spürt bei einer Elektrostimulation lediglich ein leichtes Kribbeln im Bereich des Fußes und dauert nur wenige Minuten, sollte aber dann des öfteren wiederholt werden, um den maximalen Erfolg aus dieser Behandlung herauszuziehen.
Medikamentöse Behandlung
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um Schmerzen zu lindern oder die Entzündung zu reduzieren. Cortison kann als Medikament bei einem Bandscheibenvorfall der HWS eingesetzt werden, um die Prozesse der Entzündung zu reduzieren. Es führt entsprechend zu einer Reduzierung der Schwellung des gereizten Nerven, der durch die geschädigte Bandscheibe komprimiert wird.
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Operation
In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache der Parese zu beheben, z. B. bei einer Nervenkompression oder einer Verletzung. Ansonsten sollten überlastende oder fehlbelastende Bewegungen vermieden werden. Außerdem sollte eine regelmäßige Physiotherapie erfolgen, die die umliegenden Muskeln auftrainiert und stärkt.
Ursachen einer Großzehenparese
Die Ursachen für eine Parese des großen Zehs können vielfältig sein. Einige der häufigsten Ursachen sind:
Nervenverletzungen
Verletzungen des Nervus peroneus, der für die Versorgung der Muskeln des großen Zehs verantwortlich ist, können zu einer Parese führen.
Nervenkompression
Eine Kompression des Nervus peroneus kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z. B. enges Schuhwerk, längeres Sitzen mit gekreuzten Beinen oder das Schlafen in einer ungünstigen Position.
Neurologische Erkrankungen
Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Polyneuropathie können ebenfalls zu einer Parese des großen Zehs führen.
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Fußfehlstellungen
Fußfehlstellungen wie Hallux valgus (Ballenzehe) oder Krallenzehen können die Funktion der Muskeln des großen Zehs beeinträchtigen und zu einer Parese führen.
Krallenzehe
Bei einer Krallenzehe sind Zehen im Mittel- und Endgelenk gebeugt, sodass die Zehenspitze meist deutlich nach unten zeigt. Häufig erreichen die Zehenkuppen den Boden nicht und das Zehengrundgelenk ist komplett überstreckt. Diese Fehlstellung betrifft vor allem die kleineren Zehen, aber nicht die Großzehe. Die Krallenzehe bildet sich aufgrund einer Disbalance deiner Muskulatur im Fuß und in den Beinen. Wenn du eine Krallenzehe hast, kommen dir folgende Symptome sicherlich bekannt vor. Bei einer Untersuchung zählen Druckstellen, Schwielen, Blasen zu den typischen Beschwerden. Daraus resultieren auch Probleme beim Abrollen der Füße während des Gehens sowie dabei, passendes Schuhwerk zu finden. Die Überstreckung im Zehengrundglied mit starker Verkürzung im Mittelgelenk und Zehenendgelenk kann mehrere Auslöser haben. Enges Schuhwerk: Engen Schuhen, kleinen Absätzen und auch High Heels wird eine krankheitsauslösende Bedeutung zugesagt. Andere Vorerkrankungen: Leidest du beispielsweise bereits unter einem Spreizfuß, Plattfuß, Knickfuß oder einem Hallux valgus (Ballenzehe), dann ist die Balance in deinem Fuß gestört. Das kann die Bildung einer Krallenzehe auslösen oder beschleunigen. Neurologische Grunderkrankungen: Manche neurologische Erkrankungen oder Störungen - wie der Morbus Charcot-Marie-Tooth oder ein Schlaganfall mit einseitiger Lähmung, der zumindest die Entstehung der Hammerzehe begünstigen kann -, haben eine Schwäche der Muskulatur zur Folge.
Peroneusparese
Eine Peroneusparese, auch als Peroneuslähmung oder Peroneusnervlähmung bekannt, tritt auf, wenn der Peroneusnerv geschädigt ist oder nicht richtig funktioniert. Dies kann zu einer Schwäche oder Lähmung der Muskeln führen, die für das Anheben des Fußes und das Auswärtsdrehen des Fußes verantwortlich sind. Die Hauptursache einer Peroneusparese ist ein übermässig auf den Nerven ausgeübter Druck. Dieser kann z.B. durch einen zu fest angelegten Gips oder auch eine Kompressionsbinde in diesem Bereich ausgelöst werden. Auch wenn Patienten die Beine immer wieder und zu oft übereinanderschlagen kann es zu druckbedingten Reizungen des Nervus peroneus mit folgenden Beschwerden kommen.Starke Fehlbelastungen im Bereich des oberen Sprunggelenkes können ebenfalls dazu führen, dass es zu einem übermässigen Druck auf den Nerven mit folgender Beeinträchtigung kommt.
Diagnose einer Großzehenparese
Die Diagnose einer Großzehenparese umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren.
Körperliche Untersuchung
Der Arzt untersucht den Fuß und den großen Zeh, um die Beweglichkeit, Kraft und Sensibilität zu beurteilen.
Neurologische Untersuchung
Eine neurologische Untersuchung kann durchgeführt werden, um die Funktion der Nerven zu überprüfen.
Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT können eingesetzt werden, um die Ursache der Parese zu identifizieren. Im Falle einer Peroneuslähmung kommt ein Ultraschall oftmals dann zum Einsatz, wenn man sehen will, was im Verlauf des Nerven den Druck auslöst. MRT Untersuchungen stellen die genaueste Form da, um eine Peroneuslähmung zu untersuchen.
Elektromyografie
Die Elektromyografie ist eine neurologische Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität in Muskeln gemessen wird, um eine eventuelle Fehlbelastung herauszufinden.
Ganganalyse
Die Ganganalyse soll Aufschluss darüber geben, ob eine entsprechende Fehlbelastung des Stand und des Ganges vorhanden ist und zu der Peroneusparese geführt hat oder die Spätfolgen durch das veränderte Gangbild zu beurteilen.
Maßnahmen zur Vorbeugung
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können, um einer Großzehenparese vorzubeugen:
- Tragen Sie bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen.
- Vermeiden Sie längeres Sitzen mit gekreuzten Beinen.
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung.
- Machen Sie regelmäßig Dehnübungen für die Wadenmuskulatur und die Achillessehne.
- Stärken Sie Ihre Fußmuskulatur durch gezielte Übungen.