Das Bohren in das Gehirn, ein Verfahren, das in der Medizin als Trepanation oder Kraniotomie bekannt ist, ist ein uraltes Verfahren, das bis in die prähistorische Zeit zurückreicht. Obwohl es in der Vergangenheit aus rituellen oder abergläubischen Gründen durchgeführt wurde, hat die moderne Medizin es zu einem wertvollen Werkzeug zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen gemacht. Dieser Artikel untersucht die Risiken, Vorteile und modernen Anwendungen der Gehirnbohrung und gibt einen umfassenden Überblick über dieses komplexe Thema.
Historischer Hintergrund der Trepanation
Die Trepanation, das Schaben oder Bohren von Löchern in den menschlichen Schädel, ist eine der ältesten bekannten chirurgischen Eingriffe. Archäologische Funde belegen, dass bereits vor 2000 Jahren Wundärzte und Werkzeugmacher an der Entwicklung spezieller Instrumente und der Verbesserung der technischen Möglichkeiten arbeiteten. Während die ursprünglichen Gründe für die Trepanation vielfältig waren und von Initiationsriten über Dämonenaustreibungen bis zur Behandlung von Hirnblutungen und Anfallserkrankungen reichten, hat sich das Verfahren im Laufe der Zeit weiterentwickelt.
Moderne Kraniotomie: Ein Überblick
Heute wird die Kraniotomie, die operative Eröffnung des knöchernen Schädels, von Neurochirurgen als Zugangsweg für Operationen am Gehirn und dessen benachbarten Strukturen durchgeführt. Dabei wird eine Knochenplatte aus dem Schädel entfernt, wodurch ein Loch in der Schädeldecke entsteht. Es gibt zwei Hauptmethoden zum Schließen des Lochs:
- Osteoklastische Kraniotomie: Das herausgesägte Knochenstück wird nicht wieder eingesetzt, und das Loch wird nur mit der Kopfschwarte und der Kopfhaut verschlossen. Diese Methode wird häufig bei erhöhtem Hirndruck angewendet.
- Osteoplastische Kraniotomie: Die Knochenplatte wird wieder in das Schädeldach eingesetzt, wo sie nach einigen Monaten mit dem umgebenden Knochen verwächst.
Die Kraniotomie wird nach der Lage der entfernten Schädelplatte eingeteilt, z. B. frontale, temporale, pterionale, parietale, okzipitale und subokzipitale Kraniotomie.
Indikationen für eine Kraniotomie
Eine Kraniotomie kann bei einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen erforderlich sein, darunter:
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- Hirntumore
- Hirnblutungen
- Gesteigerter Hirndruck (Entlastungskraniotomie)
- Gewinnung von Gewebeproben
- Aussackung von Hirnarterien (Aneurysmata)
- Hirnareale, die eine Epilepsie verursachen
- Hirnabszess
Ablauf einer Kraniotomie
Vor der Operation wird der Patient in der Regel in Narkose versetzt. In einigen Fällen, z. B. wenn der Arzt während des Eingriffs neurologische Tests durchführt, kann der Patient jedoch wach sein. Der Kopf wird mit einem Gestell fixiert, die Kopfbehaarung an der Operationsstelle rasiert und die Kopfhaut desinfiziert und abgedeckt.
Während der Operation löst der Chirurg die Kopfhaut und die Kopfschwarte vorsichtig vom Knochen und klappt sie zur Seite. Mit einer Knochensäge sägt er eine Knochenplatte aus dem Schädel. Nach dem Eingriff verschließt der Operateur die Öffnung in der Schädeldecke wieder, entweder durch eine osteoklastische oder eine osteoplastische Kraniotomie.
Nach der Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht, um das Risiko von Nachblutungen oder Hirnschwellungen zu minimieren.
Risiken und Komplikationen einer Kraniotomie
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff birgt eine Kraniotomie bestimmte Risiken und Komplikationen, darunter:
- Blutung und Bluterguss, eventuell mit operativer Entfernung
- Bildung von Blutgerinnseln
- Infektion
- Wundheilungsstörung
- Kosmetisch unbefriedigende Narbenbildung
- Narkosezwischenfälle
- Verletzung von gesundem Hirngewebe
- Anfallsleiden
- Austritt von Hirnflüssigkeit (Liquor)
- Gedächtnisstörungen
- Koordinations- oder Gleichgewichtsstörungen
- Lähmungen
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Ansammlung von Luft in der Schädelhöhle (Pneumocephalus)
- Koma
Einige dieser Komplikationen, wie z. B. Anfälle, können auch erst einige Zeit nach der Operation auftreten, da sie erst durch Vernarbungen im Gehirn entstehen.
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Nachsorge nach einer Kraniotomie
Nach einer Kraniotomie ist es wichtig, die Wunde sauber und trocken zu halten. Der Verband wird in der Regel am dritten Tag nach dem Eingriff geöffnet, und die Klammern oder Nähte werden meist zehn Tage nach der Operation entfernt. Haare waschen sollten Sie erst 48 Stunden nachdem die Klammern oder Nähte entfernt wurden.
Da es nach einer Kraniotomie zu epileptischen Anfällen kommen kann, gelten Sie als nicht fahrtauglich und dürfen erst drei Monate nach der Operation wieder Auto fahren. Ob und wann Sie nach einer Kraniotomie Sport treiben können, hängt von der Grunderkrankung und dem Heilungsprozess ab. Grundsätzlich sollten Sie starke körperliche Belastung vermeiden; leichte sportliche Aktivitäten sind erlaubt.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein weiteres Verfahren, bei dem Elektroden in das Gehirn eingesetzt werden. Sie wird häufig zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, Zwangsstörungen und schweren Depressionen eingesetzt.
Bei der THS werden Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert, um überaktive Zellen zu hemmen. Die Elektroden sind mit einem batteriebetriebenen "Hirnschrittmacher" verbunden, der unter der Haut unterhalb des Schlüsselbeins oder in der Bauchdecke eingesetzt wird.
Ablauf der THS
Vor der Operation wird das Gehirn millimetergenau mit einer Kernspintomographie (MRT) vermessen. Während der Operation werden die Elektroden durch kleine Löcher in der Schädeldecke in das Gehirn eingeführt. Die Platzierung der Elektroden wird während der Operation getestet, um die bestmögliche Position zu finden.
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Nach der Operation wird der Hirnschrittmacher aktiviert und die Impulsstärke und weitere Parameter werden angepasst, um die Symptome zu lindern und Nebenwirkungen zu minimieren.
Risiken und Komplikationen der THS
Wie bei jeder Operation birgt auch die THS Risiken, darunter:
- Verletzungen von Gehirngefäßen und Blutungen
- Entzündungen des Implantats
- Verschlechterung des Sprechens
- Kribbelempfindungen oder Verkrampfungen in Armen und Beinen
- Stimmungsschwankungen, suizidale Gedanken oder Verwirrtheitszustände
Vorteile der THS
Die THS kann die Lebensqualität von Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen erheblich verbessern. Sie kann die Beweglichkeit verbessern, Zittern reduzieren und die Symptome von Zwangsstörungen und Depressionen lindern.
Subdurale Hämatome
Ein subdurales Hämatom (SDH) ist eine Ansammlung von Blut zwischen der harten Hirnhaut und der Spinnwebenhaut des Gehirns. Es kann durch eine Kopfverletzung, einen Sturz oder einen Schlag auf den Kopf verursacht werden. SDHs können akut oder chronisch sein.
Symptome eines SDH
Die Symptome eines SDH können je nach Größe und Lage des Hämatoms variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Schläfrigkeit
- Verwirrung
- Sprachschwierigkeiten
- Schwäche oder Taubheit einer Körperseite
- Anfälle
Diagnose von SDH
Die Diagnose eines SDH erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
Behandlung von SDH
Die Behandlung eines SDH hängt von der Größe und den Symptomen des Hämatoms ab. Kleine SDHs ohne wesentliche Symptomatik können konservativ mit Corticoiden behandelt werden. Größere SDHs erfordern möglicherweise eine Operation, um das Blut zu entfernen und den Druck auf das Gehirn zu entlasten.
Popeln in der Nase: Risiken und Folgen
Das Bohren in der Nase, auch wenn es harmlos erscheint, kann ebenfalls Risiken bergen. Durch das Bohren in der Nase können die empfindliche Nasenschleimhaut geschädigt und Verletzungen verursacht werden, die zu Nasenbluten führen können. In seltenen Fällen kann es sogar zu einem Durchbruch der Nasenscheidewand kommen, was zu einer Verengung der Nasengänge und Atembeschwerden führen kann.
Darüber hinaus können Bakterien von den Fingern in die Nase gelangen und Infektionen verursachen, die sich bis ins Gehirn ausbreiten können. In extremen Fällen kann Popeln in der Nase zu einer Zwangsstörung, der Rhinotillexomanie, werden.