Osteoporose, oft als "stiller Dieb" am Knochen bezeichnet, ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine Verringerung der Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer erhöhten Frakturgefahr, insbesondere an den Wirbelkörpern und dem Oberschenkelhals. Viele Betroffene leiden unter chronischen Schmerzen, die ihre Mobilität und Lebensqualität erheblich einschränken. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenschmerzen im Rücken im Zusammenhang mit Osteoporose, die verschiedenen Behandlungsansätze und die Bedeutung der Vorbeugung.
Einführung in Osteoporose und Rückenschmerzen
Osteoporose betrifft vor allem ältere Menschen, da die Knochenstabilität im Alter generell abnimmt. In manchen Fällen ist der Knochenschwund krankhaft erhöht, was das Risiko für Knochenbrüche steigert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, insbesondere nach den Wechseljahren, wenn die knochenschützende Wirkung des Hormons Östrogen nachlässt.
Die Erkrankung bleibt oft unerkannt, bis es zu Knochenbrüchen kommt. Typische Symptome sind ein deutlicher Verlust an Körpergröße und eine stark gebückte Körperhaltung, die auf kleine Brüche in den Wirbelkörpern der Wirbelsäule hinweisen. Diese Brüche können Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.
Ursachen von Osteoporose
Osteoporose entsteht nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu dieser Erkrankung führen können:
- Primäre Osteoporose: Diese Form hat keine anderen Grunderkrankungen als Ursache und tritt altersbedingt (senile Form), während der Wechseljahre (menopausale Form) oder sehr selten im Kindes- oder Jugendalter (juvenile Form) auf.
- Sekundäre Osteoporose: Hier sind andere spezifische Faktoren verantwortlich, wie z.B. bestimmte Medikamente (Cortison), Hormonstörungen oder andere Grunderkrankungen.
Risikofaktoren wie Rauchen, starker Alkoholkonsum und Untergewicht können ebenfalls zur Entstehung von Osteoporose beitragen.
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Der Zusammenhang zwischen Osteoporose und Rückenschmerzen
Osteoporose und Schmerzen gehen häufig Hand in Hand, wobei Rückenschmerzen am häufigsten genannt werden. Lang anhaltende Rückenschmerzen können ein Hinweis auf eine noch nicht diagnostizierte Osteoporose sein.
Rückenschmerzen können akut, stechend oder chronisch sein und in eine stumpfe Dauerbelastung für Körper und Psyche übergehen. Sie können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:
- Wirbelbrüche: Durch die verminderte Knochendichte können Wirbelkörper einbrechen oder zusammenbrechen, was zu starken Schmerzen führt.
- Fehlhaltungen und Überbeanspruchung: Durch die veränderte Statik der Wirbelsäule infolge von Wirbelbrüchen können Fehlhaltungen und Muskelverspannungen entstehen, die zu weiteren Schmerzen führen.
- Schmerzgedächtnis: Wiederholte Schmerzerfahrungen können zu Veränderungen im zentralen Nervensystem führen, wodurch sich die Schmerzen verselbstständigen und chronisch werden.
Diagnose von Osteoporose
Bei einem begründeten Verdacht auf Osteoporose wird eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) verordnet. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Die gemessenen Werte werden mit denen einer Vergleichsgruppe von gesunden 20- bis 30-jährigen Erwachsenen verglichen. Je nachdem, wie stark die Werte abweichen, wird eine Vorstufe zur Osteoporose (Osteopenie) oder ein bereits bestehender krankhafter Knochenschwund diagnostiziert.
Behandlung von Osteoporose und Rückenschmerzen
Die Behandlung von Osteoporose und den damit verbundenen Rückenschmerzen zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Knochenstabilität zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt werden:
Medikamentöse Therapie
- Schmerzmittel: Bei akuten Schmerzen, insbesondere nach Knochenbrüchen, können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac eingesetzt werden. Bei stärkeren Schmerzen kommen Opioide wie Morphin, Buprenorphin oder Fentanyl zum Einsatz.
- Knochenstabilisierende Medikamente: Diese Medikamente hemmen entweder den Knochenabbau oder fördern aktiv den Knochenaufbau. Dazu gehören Bisphosphonate, selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM), Denosumab und Teriparatid.
- Vitamin D und Kalzium: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium ist essenziell für den Knochenstoffwechsel und bildet die Grundlage jeder Osteoporose-Therapie. Vitamin D ermöglicht die Aufnahme von Kalzium in den Knochen.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Bewegung und Physiotherapie: Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt nicht nur die Knochen selbst, sondern auch den Stütz- und Halteapparat aus Muskeln, Sehnen und Bändern. Ein medizinisch angeleitetes Bewegungsprogramm kann helfen, die Koordination und den Gleichgewichtssinn zu schulen und Stürzen vorzubeugen.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit kalziumreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten, bestimmten Mineralwassern und Gemüsesorten wie Grünkohl und Brokkoli ist wichtig.
- Sturzprävention: Da Osteoporose das Risiko für Knochenbrüche erhöht, ist es wichtig, Stürzen vorzubeugen. Dazu gehört das Training der Muskulatur und der Koordination, die Überprüfung von Medikamenten, die das Sturzrisiko erhöhen könnten, und das Beseitigen von Stolperfallen im Haus.
- Kyphoplastie: Bei Wirbelbrüchen kann eine Kyphoplastie durchgeführt werden, um die Wirbelkörper wieder aufzurichten und zu stabilisieren. Dabei wird Knochenzement in die Wirbelkörper gespritzt.
- Interventionelle Schmerztherapie: Diese umfasst minimalinvasive Verfahren, die gezielt akute und chronische Rückenschmerzen beseitigen.
Vorbeugung von Osteoporose
Die Vorbeugung von Osteoporose beginnt schon im Kindesalter. Wichtige Aspekte sind:
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- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf kalziumreiche Lebensmittel und eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D.
- Regelmäßige Bewegung: Der Körper baut bei Kindern und Jugendlichen durch vermehrte körperliche Aktivität dichtere Knochen auf.
- Untergewicht vermeiden: Das knochenschonende Östrogen wird bei starkem Untergewicht weniger produziert.
- Risikofaktoren abbauen: Vermeiden Sie Rauchen und starken Alkoholkonsum.
Auch im Erwachsenenalter ist es wichtig, diese Maßnahmen fortzusetzen, um den Knochenabbau zu verlangsamen und die Knochenmasse zu erhalten.
Leben mit Osteoporose und Rückenschmerzen
Osteoporose führt nicht nur zu einer erhöhten Frakturgefahr, sondern auch zu Schonhaltungen und einer abnehmenden Bewegungsfreude. Dies begünstigt den weiteren Muskel- und Knochenabbau, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Um diesen Kreislauf zu verhindern, ist eine frühzeitige Schmerztherapie essenziell. Sie ermöglicht es Betroffenen, aktiv zu bleiben und die Knochengesundheit langfristig zu stabilisieren.
Es ist wichtig, sich nicht von den Schmerzen entmutigen zu lassen und aktiv zu bleiben. Bewegung, Physiotherapie und eine angepasste Ernährung können helfen, die Schmerzen zu lindern, die Mobilität zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
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