Nervenschmerzen im Bereich des kleinen Zehs, insbesondere im Plantarnerven, können vielfältige Ursachen haben und erhebliche Beschwerden verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen solcher Nervenschmerzen und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor.
Ursachen von Nervenschmerzen im Plantarnerven des kleinen Zehs
Nervenschmerzen im Fuß, insbesondere den Plantarnerven, können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Hier sind einige der Hauptursachen:
Morton-Neuralgie
Die Morton-Neuralgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom, das durch die Kompression der Plantarnerven im Bereich des Mittelfußknochens entsteht. Diese Kompression führt zu einer Verdickung der Nervenhülle im Mittelfuß, was wiederum Druck auf den Nerv ausübt und Schmerzen verursacht.
Ursachen:* Fehlbelastungen: Häufiges Tragen von High Heels oder zu engen Schuhen kann zu einer ungleichmäßigen Gewichtsverteilung und Kompression der Nerven führen.
- Spreizfuß: Eine Spreizfußfehlstellung, bei der das Quergewölbe des Fußes absinkt, kann ebenfalls zu einer Kompression der Plantarnerven führen.
- Einseitige Belastungen: Muskeln und Faszien können hohe Spannungen aufbauen, die die Nerven zusätzlich reizen.
Tarsaltunnelsyndrom
Das Tarsaltunnelsyndrom entsteht durch die Einklemmung des Schienbeinnervs (Nervus tibialis) im Tarsaltunnel, einer Engstelle hinter dem Innenknöchel. Diese Einklemmung kann zu Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen in der Fußsohle und den Zehen führen.
Ursachen:* Einengung durch Schuhe: Enge Schuhe können den Schienbeinnerv im Fuß dauerhaft strapazieren.
- Muskelschwellungen und Zerrungen: Diese können den Nerv einklemmen.
- Knochen- oder Gelenkfehlstellungen: Falscher Laufstil kann ebenfalls zu einer Reizung des Nervs führen.
Baxter-Nerv-Syndrom
Das Baxter-Nerv-Syndrom entsteht durch die Einengung des Baxter-Nervs (Nervus calcaneus inferior), einem Fersennerven, der die Gefühlswahrnehmung im Fersenbereich und die Aktivierung der Muskulatur zum Abspreizen des kleinen Zehs steuert.
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Ursachen:* Reizung der Sehnenplatte (Plantarfasziitis): Eine Entzündung der Plantarfaszie kann den Nerv einengen.
- Vermehrtes Muskelwachstum: Überbelastung durch Sportarten wie Joggen oder Walken kann zu Muskelwachstum führen, das den Nerv komprimiert.
- Fußfehlstellungen: Diese können ebenfalls zur Einengung des Nervs beitragen.
Hallux Valgus
Hallux Valgus ist eine Fehlstellung des großen Zehs, der sich zu den mittleren Zehen verschiebt und eine äußere Wölbung am Zehenansatz bildet. Diese Fehlstellung kann indirekt zu Nervenschmerzen führen, indem sie die Gewichtsverteilung im Fuß verändert und Druck auf andere Nerven ausübt.
Ursachen:* Genetische Veranlagung: Hallux Valgus wird oft vererbt.
- Äußere Faktoren: Das Tragen von hochhackigen oder zu engen Schuhen kann die Entstehung begünstigen.
- Bindegewebsschwäche: Weichere Bänder können die Fehlstellung fördern.
Achillessehnenprobleme
Erkrankungen der Achillessehne, wie Achillodynie (Schmerzsyndrom der Achillessehne) oder Paratendinitis (Sehnenscheidenentzündung), können ebenfalls zu Fußschmerzen führen, die sich indirekt auf die Nerven auswirken.
Ursachen:* Überlastung: Mechanische Schädigung des Sehnengewebes kann zu Entzündungen und Schmerzen führen.
- Mikrotraumata: Kleinste Verletzungen innerhalb des Sehnengewebes können Vernarbungen verursachen.
Symptome gereizter Nerven im Fuß
Die Symptome eines gereizten Nervs im Fuß können vielfältig sein und hängen von der spezifischen Ursache und dem betroffenen Nerv ab. Häufige Symptome sind:
- Schmerzen: Starke, brennende oder stechende Schmerzen im Fuß, die sich bei Belastung verschlimmern können.
- Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl wie Ameisenlaufen in den Zehen oder der Fußsohle.
- Brennen: Ein brennendes Gefühl, das sich bis in die Waden und Innenknöchel ausbreiten kann.
- Belastungsschmerzen: Schmerzen, die beim längeren Stehen oder Gehen auftreten.
- Nächtliche Schmerzen: Schmerzen, die besonders nachts auftreten.
Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß
Die Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß umfasst in der Regel eine gründliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren.
Anamnese: Der Arzt erfragt die genaue Lokalisation der Schmerzen, deren Charakter (brennend, stechend, etc.), den Zeitpunkt des Auftretens und mögliche Auslöser.
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Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Fuß auf Fehlstellungen, Druckpunkte und andere Auffälligkeiten. Spezielle Tests, wie das Mulder-Zeichen bei der Morton-Neuralgie, können durchgeführt werden.
Bildgebende Verfahren:* Röntgenaufnahmen: Zum Ausschluss von Knochenbrüchen oder anderen knöchernen Veränderungen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Zur detaillierten Darstellung von Weichteilen, Nerven und zur Größenbestimmung von Nervenschwellungen (z.B. bei Morton-Neurom).
- Elektroneurographie (ENG): Zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und zur Bestätigung des Tarsaltunnelsyndroms.
- Fußdruckanalyse (Pedobarographie): Zur Messung der Druckverteilung unter dem Fuß.
- Digitale Volumentomographie (DVT): Für eine dreidimensionale Rekonstruktion des Fußes unter Belastung.
Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß
Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß zielt darauf ab, die Ursache der Schmerzen zu beseitigen, die Symptome zu lindern und dieFunktion des Fußes wiederherzustellen. Die Behandlungsansätze können konservativ oder operativ sein.
Konservative Behandlung
Die konservative Behandlung umfasst in der Regel folgende Maßnahmen:
- Entlastung: Reduktion der Fußbelastung durch Ruhigstellung, Vermeidung von High Heels und Tragen von bequemen Schuhen.
- Orthopädische Einlagen: Spezielle Einlagen, die das Fußgewölbe stützen und den Druck auf die Nerven reduzieren.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur, Korrektur von Fehlstellungen und Verbesserung der Beweglichkeit.
- Medikamente: Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) zur Linderung der Schmerzen.
- Injektionen: Kortisoninjektionen zur Reduktion von Entzündungen und Schwellungen im Bereich des betroffenen Nervs.
- Fußgymnastik: Regelmäßige Übungen zur Mobilisierung des Fußes und zur Stärkung der Muskulatur.
- Faszien-Rollmassage: Ausrollen des Gewebes mit einer Faszienrolle oder -kugel zur Lösung von Verklebungen und Verbesserung der Durchblutung.
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Reduktion des Körpergewichts helfen, den Druck auf die Füße zu verringern.
- Barfußlaufen: Barfußlaufen auf unterschiedlichen Untergründen, um Muskeln und Sehnen zu stärken.
Operative Behandlung
Wenn die konservative Behandlung nicht ausreichend hilft, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Die Art der Operation hängt von der Ursache der Nervenschmerzen ab.
- Neurektomie: Entfernung des Nervengeschwulstes bei Morton-Neuralgie.
- Neurolyse/Dekompression: Nervenerhaltende Operation zur Weitung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen und zur Umstellung der Zehenknochen.
- Operation des Tarsaltunnelsyndroms: Durchtrennung des straffen Bandes um den Tarsaltunnel, um den Schienbeinnerv zu entlasten.
- Korrekturoperationen bei Fußfehlstellungen: Korrektur von Hallux Valgus, Hammerzehen oder anderen Fehlstellungen, um die Druckverteilung im Fuß zu verbessern.
- Achillessehnenoperationen: Entfernung von entzündlichem Gewebe und Verknöcherungen bei Achillessehnenproblemen.
Nachbehandlung: Nach einer Operation ist die Entlastung des Fußes besonders wichtig. In der Regel wird ein spezieller Schuh zur Entlastung des Vorfußes getragen. Zudem sind physiotherapeutische Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und zur Wiederherstellung der Beweglichkeit erforderlich.
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Prävention von Nervenschmerzen im Fuß
Um Nervenschmerzen im Fuß vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Vermeidung von Überbelastung: Achten Sie auf eine angemessene Belastung der Füße und vermeiden Sie übermäßiges Stehen oder Gehen.
- Passendes Schuhwerk: Tragen Sie bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und einer guten Dämpfung. Vermeiden Sie High Heels und zu enge Schuhe.
- Korrektur von Fußfehlstellungen: Lassen Sie Fußfehlstellungen frühzeitig durch orthopädische Einlagen oder andere Maßnahmen korrigieren.
- Regelmäßige Fußgymnastik: Stärken Sie die Fußmuskulatur durch regelmäßige Übungen.
- Dehnung der Fußsohle und Wade: Dehnen Sie regelmäßig die Fußsohle und die Wadenmuskulatur, um Verspannungen zu lösen.
- Faszien-Rollmassage: Massieren Sie regelmäßig die Fußsohle mit einer Faszienrolle oder -kugel, um Verklebungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, um Nervenschäden vorzubeugen.
- Vermeidung von Übergewicht: Reduzieren Sie Übergewicht, um den Druck auf die Füße zu verringern.
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