Der Ausdruck "Ins Gehirn geschissen" ist eine drastische und vulgäre Beleidigung im deutschen Sprachraum. Die Redewendung impliziert, dass die betroffene Person unvernünftig, dumm oder verrückt ist. Sie wird verwendet, um extreme Ablehnung oder Verachtung auszudrücken.
Herkunft und Verbreitung
Die genaue Herkunft des Ausdrucks ist unklar, aber er ist vor allem im süddeutschen und österreichischen Raum verbreitet. Lena Oberdorf, eine deutsche Nationalspielerin, verwendete diese drastische Formulierung in einem Podcast, um ihre Fassungslosigkeit über sexistische Beleidigungen gegenüber einer Schiedsrichterin auszudrücken.
Bedeutung und Verwendung
Die Aussage "Da frage ich mich echt, wer den Leuten ins Gehirn geschissen hat? Also wirklich." verdeutlicht die extreme Ablehnung, die Oberdorf gegenüber den Tätern empfindet. Der Ausdruck wird verwendet, um zu signalisieren, dass das Verhalten oder die Äußerungen einer Person so unsinnig oder inakzeptabel sind, dass man sich fragt, ob deren Verstand beeinträchtigt ist.
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich um eine sehr vulgäre und beleidigende Formulierung handelt, die in formellen Kontexten oder im Umgang mit fremden Personen vermieden werden sollte.
Vergleichbare Ausdrücke und Redewendungen
Im deutschen Sprachraum gibt es eine Vielzahl von ähnlichen Ausdrücken, die verwendet werden, um Dummheit, Unvernunft oder Verrücktheit auszudrücken. Einige Beispiele sind:
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- "Nicht alle Tassen im Schrank haben"
- "Einen Vogel haben"
- "Nicht ganz dicht sein"
- "Stroh im Kopf haben"
- "Dumm wie Brot sein"
- "Nicht die hellste Kerze auf der Torte sein"
- "Einen Sprung in der Schüssel haben"
- "Nicht alle Latten am Zaun haben"
- "Nicht mehr alle Nadeln an der Tanne haben"
- "Nicht richtig ticken"
- "(Total) durchgeknallt sein"
- "Ein Rad abhaben"
- "Den Schuss nicht gehört haben"
Diese Redewendungen variieren in ihrer Intensität und Vulgarität, drücken aber alle eine ähnliche Bedeutung aus.
Dialektale Varianten
Im österreichischen Dialekt gibt es zahlreiche weitere Ausdrücke, die verwendet werden, um Dummheit oder Unvernunft auszudrücken, wie z.B.:
- "Dir hams ins Hirn geschissen!"
- "Du Trottel depperta!"
- "Du Wappler!"
- "Du Gfrast!"
- "Du Fetznschädl!"
- "Trottel depperta!"
- "Du Depp!"
- "Du Dolm!"
- "Du Dulli!"
- "Du Dummbart(el)!"
- "Du Dummrian!"
- "Du Dumpfbacke!"
- "Du Dussel!"
- "Du Eiernacken!"
- "Du Einfaltspinsel!"
- "Du Esel!"
- "Du Flachpfeife!"
- "Du Hirni!"
- "Du Hohlbirne!"
- "Du Hohlfigur!"
- "Du Hohlkopf!"
- "Du Holzkopf!"
- "Du Honk!"
- "Du Hornochse!"
- "Du Horst!"
- "Du Klappspaten!"
- "Du Knallidiot!"
- "Du Knallkopf!"
- "Du Kretin!"
- "Du Lapp!"
- "Du Löli!"
- "Du Napfsülze!"
- "Du Narr!"
- "Du Niete!"
- "Du Pannekopp!"
- "Du Pannemann!"
- "Du Pappnase!"
- "Du Piesepampel!"
- "Du Rindvieh!"
- "Du Sacklpicker!"
- "Du Schwachkopf!"
- "Du Schwachmat!"
- "Du Spacko!"
- "Du Spaten!"
- "Du Spatzenhirn!"
- "Du Stoffel!"
- "Du Strohkopf!"
- "Du Tepp!"
- "Du Todel!"
- "Du Torfkopf!"
- "Du Trottel!"
- "Du Volldepp!"
- "Du Vollpfosten!"
- "Du Zipfelklatscher!"
- "Taube Nuss!"
- "Keine Leuchte!"
- "Geistiger Tiefflieger!"
- "Beschmierter!"
Diese Ausdrücke sind oft sehr bildhaft und drastisch und spiegeln die Direktheit der österreichischen Sprache wider.
Die Rolle von Beleidigungen im Fußball
Der Fall von Lena Oberdorf zeigt, dass Beleidigungen, insbesondere sexistische Beleidigungen, ein Problem im Fußball darstellen. Oberdorf kritisierte die verbalen Angriffe auf Schiedsrichterinnen und betonte, dass Emotionen und Wut nicht dazu berechtigen, andere Menschen derart herabzuwürdigen. Sie forderte einen respektvolleren Umgang miteinander und wies darauf hin, dass Schiedsrichter auch nur Menschen sind, die Fehler machen können.
Rena Schwabl ergänzte, dass sexistische Beleidigungen besonders verwerflich seien, da sie Menschen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren. Sie verglich eine sexistische Beleidigung mit einem Faustschlag mit Schlagring, um die zusätzliche Aggressivität und Verletzung zu verdeutlichen.
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Wiener Schmäh und Grant
In Wien spielt der sogenannte "Wiener Schmäh" eine wichtige Rolle. Dieser Begriff beschreibt eine spezielle Art des Humors, die oft mit Nörgelei, Schimpfen und einer gewissen Unfreundlichkeit einhergeht. Der "Grant", also der Unmut, gehört zur Wiener Lebensphilosophie. Wer ständig nörgelt und schimpft, wird als "Wiener Grantscherbn" bezeichnet.
Oksana Havryliv von der Universität Wien hat in ihrer Doktorarbeit herausgefunden, dass ein Viertel des Schimpfens in Österreich als Scherz gemeint ist, 64 Prozent zum Abreagieren benutzt werden und nur elf Prozent tatsächlich dazu dienen, jemanden zu beleidigen. Geschimpft wird vor allem im Dialekt, da diese Sprache den Menschen näher ist.
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