Die Interkostalneuralgie ist ein Schmerzsyndrom, das sich durch Nervenschmerzen im Bereich der Rippen bzw. des Rückens äußert. Die Ursachen können vielfältig sein und reichen von muskulären Verspannungen bis hin zu Erkrankungen der Wirbelsäule oder inneren Organe. Eine genaue Diagnose ist daher entscheidend, um die geeignete Therapie einzuleiten.
Fallbeispiel: Parkinson-Erkrankung und ihre Symptome
Ein 60-jähriger Mann namens Herr M. suchte seinen Hausarzt auf, da er unter einem Zittern der rechten Hand litt, das ihm das Essen erschwerte. Seine Frau hatte zudem festgestellt, dass er leise und schwer verständlich sprach und einen weniger fröhlichen Gesichtsausdruck hatte. Herr M. selbst bemerkte eine Ungeschicklichkeit der rechten Hand und hatte Schwierigkeiten beim Rasieren und Schreiben. Bekannte wiesen ihn auf eine vornübergebeugte Haltung und ein tapsiges Gangbild hin. Dieser Fall verdeutlicht, wie vielfältig die Symptome einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson sein können.
Interkostalneuralgie: Nervenschmerzen im Rippenbereich
Die Interkostalneuralgie ist durch ziehende Brustschmerzen und Rückenschmerzen gekennzeichnet, die sich ringförmig um die Schmerzquelle ausbreiten. Diese Schmerzen können durch Nervenreize wie Husten, Niesen oder Pressen verstärkt werden. Sehr häufig werden die Beschwerden durch Nervenkompressionen ausgelöst, die entstehen, wenn Nervenwurzeln durch Einengung einen erhöhten Druck erfahren und in Folge Schmerzreize aussenden.
Ursachen der Interkostalneuralgie
Die Ursachen für eine Interkostalneuralgie können vielfältig sein:
- Nervenreizung: In den meisten Fällen ist die Interkostalneuralgie das Ergebnis der Nervenreizung eines Interkostalnerven im Bereich des Austritts des Nervs aus dem Wirbelkanal (Wurzelreizung).
- Wirbelsäulenerkrankungen: Kompressionen der Nervenwurzeln können durch Erkrankungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfälle, Wirbelblockaden, Wirbel- und Rippenbrüche, Skoliose, Osteochondrose, Wirbeltumore oder degenerative Wirbelsäulenveränderungen (Osteopathien) verursacht werden.
- Infektionen: Eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, dem Erreger der Gürtelrose (Herpes Zoster), kann eine Interkostalneuralgie auslösen. Auch andere infektionsbedingte Krankheiten wie Lungenentzündung (Pneumonie), Rippenfellentzündungen (Pleuritis) und Tuberkulose werden diskutiert.
- Organerkrankungen: Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule, der Lunge oder des Rippenfells können ebenso wie Erkrankungen des Herzens oder des Verdauungstrakts eine Interkostalneuralgie verursachen. In Indien wurde eine Neuralgie zwischen den Rippen im Zuge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) festgestellt.
- Mechanische Schädigung: Eine mechanische Schädigung der Zwischenrippennerven, beispielsweise bei einem Rippenbruch oder Verletzungen im Rahmen einer Operation am Brustkorb, kann ebenfalls eine Interkostalneuralgie hervorrufen.
- Muskuläre Verspannungen: Verhärtungen und Verspannungen im Zwerchfell sowie der Brust- oder Rückenmuskulatur können Druck auf die Nerven ausüben und so eine Neuralgie bedingen.
- Stress: Auch lang anhaltender Stress kann die Interkostalnerven beeinträchtigen.
- Operationen: Operationen am Brustkorb und an der Wirbelsäule gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Interkostalneuralgie.
- Unfälle: Auch nach einem Unfall kann es zur Entwicklung einer Interkostalneuralgie kommen, beispielsweise durch eine Gurtprellung.
- Veränderte Haltung und Schwangerschaft: Auch eine veränderte Haltung oder eine Schwangerschaft können eine Interkostalneuralgie begünstigen.
Symptome der Interkostalneuralgie
Die Interkostalneuralgie äußert sich durch verschiedene Symptome:
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- Ziehende Schmerzen: Kardinalsymptom einer Neuralgie zwischen den Rippen sind ziehende Brustschmerzen und Rückenschmerzen, die sich ringförmig um die Schmerzquelle ausbreiten.
- Stechende Schmerzen: Die Schmerzen können stechend sein und sich bei Atmung, Bewegung, Husten oder Druck auf den Brustkorb verstärken.
- Brennendes Gefühl: Zusätzlich kann ein brennendes Gefühl zwischen den Rippen auftreten.
- Erhöhte Empfindlichkeit: Eine erhöhte Empfindlichkeit zwischen den Rippen kann ebenfalls auf eine Interkostalneuralgie hinweisen.
- Muskelschwäche, Taubheitsgefühl oder Juckreiz: Gelegentlich können Muskelschwäche, Taubheitsgefühl oder Juckreiz im Rippenbereich auftreten.
- Atembeschwerden: Bei starken Anfällen kann es zu Atembeschwerden kommen.
- Weitere Symptome: Je nach Ursache der Interkostalneuralgie können weitere Beschwerden wie Kribbeln, Jucken oder Taubheitsgefühle auftreten.
Diagnose der Interkostalneuralgie
Um eine Interkostalneuralgie zu diagnostizieren, sind verschiedene Schritte erforderlich:
- Anamnese: Der Arzt erfragt die Krankheitsgeschichte und die genauen Beschwerden des Patienten, einschließlich der Schmerzlokalisation, der Schmerzintensität und der Faktoren, die den Schmerz verstärken oder lindern.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet die betroffene Wirbelsäulenregion ab, um die Schmerzquelle genauer zu lokalisieren und die Schmerzempfindlichkeit des Patienten zu beurteilen. Er kann auch gezielt auf die Interkostalnerven Druck ausüben, um festzustellen, ob dies Schmerzen auslöst.
- Neurologische Untersuchung: Der Arzt führt eine neurologische Untersuchung durch, um neurologische Ursachen der Schmerzen auszuschließen.
- Bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können eingesetzt werden, um Kompressionen, Entzündungen, Dislokationen oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sichtbar zu machen. Eine Myelografie, ein spezielles Röntgenverfahren zur Darstellung des Wirbelkanals, kann ebenfalls hilfreich sein.
- Weitere Untersuchungsmethoden: Wenn der Arzt die Ursache der Interkostalneuralgie nicht an der Brustwirbelsäule selbst vermutet, sondern in einem der im Brustkorb gelegenen Organe, können weitere Untersuchungsmethoden wie Lungenfunktionstests zur Beurteilung der Lungengesundheit zum Einsatz kommen.
Behandlung der Interkostalneuralgie
Die Behandlung der Interkostalneuralgie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Behandlung der Ursache: Wenn die Ursache der Interkostalneuralgie bekannt ist, sollte diese gezielt behandelt werden. Beispielsweise muss ein Knochenbruch behandelt werden (durch Ruhigstellung oder eine Operation).
- Schmerzlinderung: Unabhängig von der Ursache können Schmerzmittel zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung der Interkostalneuralgie. Der Therapeut zeigt dem Patienten Übungen zur Lösung von muskulären Verspannungen im Rücken- und Brustbereich, was zu einer Reduktion der Schmerzen beiträgt. Im weiteren Therapieverlauf sollte dann auch ein physiotherapeutisches Bewegungstraining stattfinden.
- Manuelle Therapie: Wirbel- und Nervenblockaden, ebenso wie zahlreiche Dislokationen und Bandscheibenvorfälle, lassen sich gut durch geeignete manualtherapeutische Maßnahmen behandeln. Wichtig ist, dass manuelle Therapiemaßnahmen nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden.
- Alternative Medizin: Sehr beliebt zur Behandlung von Nervenschmerzen sind alternativmedizinische Maßnahmen wie Akupunktur. Im Bereich der Naturheilkunde gibt es auch einige Kräuter, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können.
- Elektrotherapie: Elektrotherapien können ebenfalls einen Versuch wert sein bei schmerzenden Zwischenrippennerven.
- Kühlmaßnahmen: Umgekehrt können auch Kühlmaßnahmen zur Schmerzlinderung beitragen, beispielsweise durch Coolpacks oder kalte Umschläge. Laut einer britischen Studie soll darüber hinaus Kaltwasserschwimmen eine besonders positive Wirkung auf Interkostalneuralgien im Zuge einer Operation haben.
- Weitere Maßnahmen: Je nach Bedarf können weitere Maßnahmen wie psychologische Betreuung, Entspannungstechniken oder Änderungen des Lebensstils sinnvoll sein.
Medikamentöse Therapie
Zur medikamentösen Behandlung der Interkostalneuralgie können verschiedene Medikamente eingesetzt werden:
- Schmerzmittel: Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder Opioide können zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.
- Muskelrelaxantien: Muskelrelaxantien können helfen, schmerzbedingte Muskelverspannungen zu lösen.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, wie Amitriptylin oder Duloxetin, haben schmerzlindernde Eigenschaften und wirken oft gut bei neuropathischen Schmerzen.
- Antikonvulsiva: Medikamente wie Gabapentin und Pregabalin, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, wirken auch bei neuropathischen Schmerzen, indem sie die Nervenaktivität dämpfen.
- Topische Therapie: Cremes oder Pflaster mit Wirkstoffen wie Lidocain oder Capsaicin können direkt auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden, um Schmerzen lokal zu lindern.
Aktivierende Therapie gegen Parkinson
Die aktivierenden Therapien umfassen alle Behandlungsformen, die heute die medikamentöse Behandlung unterstützen. Kernfeld der aktivierenden Therapie ist vor allem die Krankengymnastik oder auch die Physiotherapie. Hier kommt es darauf an, Bewegungsumfänge zu trainieren, Bewegungsmaß, aber auch z.B. die Koordination beim Gehen und das Gleichgewicht. Die Ergotherapie fokussiert sich insbesondere auf alltagsrelevante Tätigkeiten, z.B. schneiden mit Besteck oder duschen oder ähnliches. Die Sprach- und Sprechtherapie nimmt sich insbesondere der Lautheit der Sprache der Patienten an, aber auch der Sprechverständlichkeit und viele Patienten im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium leiden unter Schluckproblem die hier auch sehr effizient behandelt werden können.
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