Alzheimer und Heilpflanzen: Natürliche Unterstützung für die kognitive Gesundheit

Die Alzheimer-Krankheit, eine der häufigsten Ursachen für Demenz, betrifft Millionen von Menschen weltweit. Während die Forschung weiterhin nach einer Heilung sucht, rückt die Bedeutung von Prävention und unterstützenden Maßnahmen immer stärker in den Fokus. Neben einer gesunden Lebensweise und kognitivem Training spielen auch Heilpflanzen eine vielversprechende Rolle bei der Unterstützung der kognitiven Funktionen und der Vorbeugung von Demenzerkrankungen.

Die Rolle der Ernährung und Gewürze

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Demenzerkrankungen. Ein übermäßiger Konsum von Zucker oder Salz kann schädlich sein, während Obst und Gemüse eine schützende Wirkung haben können. Der Einfluss von Gewürzen auf die Entstehung von Alzheimer ist bisher wenig untersucht. Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Gewürze aufgrund ihrer bioaktiven Substanzen eine positive Wirkung haben könnten.

Bioaktive Substanzen in Gewürzen

Gewürze wie Safran, Rosmarin, Zimt, Kurkuma und Ingwer enthalten bioaktive Substanzen, die gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Diese Substanzen könnten das Wachstum und die Wiederherstellung von Neuronen fördern sowie die motorischen und kognitiven Fähigkeiten verbessern. Tierstudien haben gezeigt, dass diese Gewürze mit einer Verbesserung des Gedächtnisses und einer Verringerung der Amyloid-Beta-Anhäufung in Verbindung gebracht werden können.

Es gibt jedoch noch keine klaren Grenzwerte für die tägliche Aufnahmemenge dieser Gewürze und keinen Konsens darüber, in welchen Fällen sie angewendet werden sollten. Weitere Forschung ist erforderlich, um die optimale Dosierung und Anwendung dieser Gewürze zur Vorbeugung und Behandlung von Alzheimer zu bestimmen.

Ginkgo Biloba: Ein traditionelles Mittel zur Gedächtnisunterstützung

Ginkgo biloba, einExtrakt aus den Blättern des Ginkgo-Baums, ist ein bekanntes traditionelles Mittel, das zur Verbesserung des Gedächtnisses und der Durchblutung eingesetzt wird. Die wirksamen Inhaltsstoffe in Ginkgo-Blättern sind Diterpene (Ginkgolide A, B und C), Sesquiterpene (Bilobalid) und Flavonoide (Kämpferol und Quercetin).

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Wirkungsweise und Anwendungsgebiete

Die Inhaltsstoffe von Ginkgo biloba wirken zusammen, um Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen zu schützen und die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn zu unterstützen, die Gedächtnis und Lernen beeinflussen. Zudem greifen die Stoffe hemmend in die Blutgerinnung ein, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und fangen freie Radikale ab.

Ginkgo biloba wird traditionell bei Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Ohrensausen (Tinnitus) und der Schaufensterkrankheit (PAVK) eingesetzt. Studien haben jedoch unterschiedliche Ergebnisse gezeigt, und es ist nicht sicher, ob Ginkgo tatsächlich das Gedächtnis beeinflusst. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ginkgo-Spezialextrakt Menschen mit Demenz helfen kann, den Alltag aktiver zu bewältigen, während andere Studien keine Verbesserung der Gedächtnisleistung feststellen konnten.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

Um eine Wirkung zu erzielen, müssen die aktiven Substanzen in Extrakten aufkonzentriert werden, da ein Tee aus Ginkgoblättern die wirksamen Stoffe nur unzureichend herauslöst. Ginkgoblätter-Tees können Ginkgolsäuren enthalten, die Allergien auslösen und möglicherweise das Erbgut verändern können. Daher wird in pharmazeutischen Zubereitungen der zulässige Gehalt an Ginkgolsäuren beschränkt.

Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten Ginkgo nur in Absprache mit dem Arzt anwenden, da die Heilpflanze den Effekt der Blutgerinnungshemmer verstärken kann.

Rhizolutin/Collinolacton: Ein vielversprechender Naturstoff aus dem Wurzelbereich von Ginseng

Ein Team um YoungSoo Kim und Dong-Chan Oh identifizierte einen Naturstoff namens Rhizolutin, der von einem Streptomyces-Stamm aus dem Wurzelbereich von Ginseng-Pflanzen produziert wird. Ginseng ist eine traditionelle Heilpflanze aus Asien, deren Wurzeln als Stärkungsmittel gelten.

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Auflösung von Amyloid-Beta-Plaques und Tau-Tangles

Rhizolutin hat sich als möglicher Ausgangspunkt für einen Wirkstoff erwiesen, der Amyloid-β (Aβ)-Plaques und Tau-Tangles auflösen kann, beides typische Merkmale bei Alzheimer. Diese Ablagerungen entstehen, wenn Amyloid-β-Proteine falsch gefaltet werden und zu unlöslichen Plaques und Fasern aggregieren, was zum Absterben von Nervenzellen, Nervenentzündungen, Hirnschwund und kognitiven Einschränkungen führt.

In verschiedenen in vitro und in vivo Versuchen konnte gezeigt werden, dass Rhizolutin zu einer deutlichen Dissoziation unlöslicher Aβ- und Tau-Aggregate führt. Es konnte die durch Aβ hervorgerufenen Entzündungsvorgänge und das Absterben der Zellen deutlich verringern. Im Gehirn von Alzheimer-Mäusen war Rhizolutin in der Lage, vorhandene Aβ-Plaques signifikant aufzulösen.

Identität mit Collinolacton und Potenzial für Alzheimer-Medikamente

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Stephanie Grond fand heraus, dass das Molekül Collinolacton, das aus dem Bodenbakterium Streptomyces collinus isoliert wurde, in seiner chemischen Struktur identisch ist mit dem Stoff Rhizolutin. Collinolacton schützt Nervenzellen vor Schäden, wie sie bei neurodegenerativen Erkrankungen auftreten.

Obwohl Collinolacton keine antimikrobielle Wirkung aufweist, wurde es für pharmazeutische Zwecke nicht näher untersucht. Die Forscher stellten chemische Abkömmlinge von Collinolacton her und testeten sie auf ihren Einfluss auf künstlich in Stress versetzte Nervenzellen. Nur der unveränderte Naturstoff Collinolacton hatte die schützende Wirkung auf Nervenzellen.

Die Kombination der schützenden Wirkung auf Nervenzellen und der Fähigkeit, Alzheimer-Plaques aufzulösen, macht Collinolacton zu einem interessanten Stoffkandidaten für die Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten. Tierversuche mit Rhizolutin haben bereits gezeigt, dass der Stoff ins Säugerhirn gelangen und dort seine Wirkung bei den Nervenzellen entfalten kann.

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Galantamin: Ein Alkaloid aus Schneeglöckchen zur Behandlung der Alzheimer-Demenz

Galantamin ist ein Alkaloid, das aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wird, darunter Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Narzissen (Narcissus spp.) und Sommerknotenblumen (Leucojum aestivum). Es wird zur symptomatischen Behandlung der Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Wirkungsweise und Anwendung

Galantamin wirkt als Acetylcholinesterase-Inhibitor, indem es die Spaltung von Acetylcholin (ACh) im synaptischen Spalt hemmt. Dadurch erhöht sich die Konzentration des Neurotransmitters ACh, was die Empfindlichkeit der Rezeptoren verstärkt und die Impulsübertragung verbessert.

Galantamin wurde im Jahr 2000 zugelassen und wird zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt. Es kann die kognitiven Funktionen und die Alltagsaktivitäten verbessern, jedoch schreitet die Erkrankung trotz Therapie fort.

Geschichte und Forschung

Die Entdeckung und Erforschung von Galantamin gehen auf ethnobotanische Studien zurück, die die traditionelle Verwendung von Schneeglöckchen in der Volksmedizin untersuchten. In den 1950er Jahren wurde Galantamin aus Galanthus woronowii isoliert und seine AChE-inhibierende Wirkung aufgeklärt. Erste präklinische Studien zeigten die Wirksamkeit von Galantamin bei der Behandlung von Poliomyelitis und Curare-Vergiftung.

In den 1960er Jahren wurde Galantamin in osteuropäischen Ländern, insbesondere Bulgarien, zur Behandlung von Myasthenia gravis und muskulären Dystrophien eingesetzt. Seit den 1990er Jahren wird Galantamin intensiv auf seinen möglichen Einsatz bei Alzheimer-Demenz untersucht.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Gewinnung von Galantamin aus Pflanzen ist aufwendig und teuer. Die Amaryllidaceen, aus denen Galantamin isoliert wird, können den Bedarf an diesem wichtigen Naturstoff nicht nachhaltig decken. Daher wird intensiv an der Entwicklung synthetischer Verfahren zur Herstellung von Galantamin geforscht.

Trotz der Fortschritte in der Forschung sind viele Fragen zur Wirkungsweise von Galantamin und seiner optimalen Anwendung bei Alzheimer-Demenz noch ungelöst. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Galantamin weiter zu verbessern.

Griechischer Bergtee (Sideritis): Ein traditionelles Heilmittel mit Potenzial zur Prävention und Behandlung von Alzheimer

Griechischer Bergtee, auch bekannt als Sideritis, ist ein Kräutertee mit einer langen Geschichte in der europäischen Volksmedizin. Er wird traditionell zur Behandlung verschiedener Leiden eingesetzt und ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Antioxidantien, Phenolsäuren und ätherischen Ölen.

Positive Auswirkungen auf kognitive Funktionen und Gedächtnisleistungen

Studien haben Hinweise auf die Wirksamkeit von Sideritis scardica bei der Reduktion von Alzheimer-typischen Plaque-Ablagerungen im Gehirn gefunden, was eine Verbesserung von Gedächtnis und Orientierungsfunktionen zur Folge haben kann. Diese Erkenntnisse bieten einen vielversprechenden Ansatz aus der naturheilkundlichen Forschung, von dem Menschen sowohl präventiv als auch bereits an Alzheimer- oder anderen Formen der Demenz erkrankte Betroffene profitieren können.

Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Dr. Jens Pahnke

Der deutsche Demenz-Forscher Prof. Dr. Dr. Jens Pahnke hat maßgeblich zur Erforschung der Wirkpotentiale des griechischen Bergtees beigetragen. Seine Forschung hat gezeigt, dass Sideritis scardica ein probates Mittel zur Prävention und für Alzheimer-Patienten darstellen kann.

Pahnke und andere Forschende haben in placebo-kontrollierten Studien gezeigt, dass der Griechische Bergtee eine deutlich verbesserte kognitive Leistung herstellen kann. Auch zeigte Sideritis scardica in diesem Zusammenhang überlegene Ergebnisse im Vergleich zu anderen Pflanzenextrakten, die normalerweise zur Förderung von Gedächtnis und Konzentration verwendet werden. Bereits nach kurzer Zeit waren erste positive Auswirkungen feststellbar, und nach 28 Tagen konnte eine signifikante Verringerung des Angstniveaus beobachtet werden.

Mentalbrot: Eine innovative Darreichungsform von Griechischem Bergtee

Um die Aufnahme von Sideritis zu erleichtern, hat der Bäckermeister Gustav Eisinger aus Biberach das „Mentalbrot“ entwickelt, das aus einer Reihe verschiedener Kornarten sowie einem speziellen Konzentrat aus Griechischem Bergtee und Johanniskraut besteht. Dieses Brot ermöglicht eine einfache und schmackhafte Möglichkeit, die potenziellen Vorteile von Griechischem Bergtee zu nutzen.

Flavonoide: Schutz vor geistigem Verfall durch sekundäre Pflanzenstoffe

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass pflanzliche Flavonoide das Demenzrisiko stark senken können. Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Früchten unter anderem ihre Farbe verleihen. Gute Quellen für Flavonoide sind schwarzer oder grüner Tee, Beeren, Rotwein oder Zwiebeln.

Reduzierung des Demenzrisikos durch flavonoidreiche Ernährung

Studienteilnehmer, die mindestens sechs zusätzliche Portionen an Flavonoiden zu sich nahmen, hatten ein um 28 Prozent reduziertes Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Dieser Effekt war besonders signifikant bei Personen mit einem hohen genetischen Risiko für eine Demenz-Erkrankung und bei Menschen mit depressiven Symptomen.

Der regelmäßige Konsum von Tee war laut dem Forschungsteam mit einer signifikanten Risikominderung verbunden. Auch der Konsum von Rotwein und Beeren zeigte positive Effekte.

Weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung von Demenz

Neben der richtigen Ernährung spielen auch körperliche Aktivität, kognitives Training und soziale Kontakte eine große Rolle bei der Vorbeugung von Demenz. Geistig anspruchsvolle Aufgaben, wie das Lösen von Kreuzworträtseln oder Erlernen einer Fremdsprache, können helfen, das Gehirn lange fit zu halten. Das Vermeiden von Bluthochdruck und stabilen Blutzuckerwerten ist ebenfalls wichtig.

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